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Christoph und Sebastian Mügge
Depot oder Deponie 1, 2021
Fineliner auf Papier
29,7 x 21 cm
VG Bild-Kunst, Bonn 2021 (für Christoph Mügge)

‚Depot oder Deponie‘
Christoph und Sebastian Mügge
Doppelpass V
12.11.2021 bis 18.2.2022

Eröffnung Donnerstag, 11. November 2021, 18 bis 21 Uhr

Die Brüder Christoph und Sebastian Mügge präsentieren im DG Kunstraum eine ortsspezifische und prozessorientierte Rauminstallation, die Totenrituale unterschiedlicher Kulturen sowie Fragestellungen rund um das Sterben reflektiert. Der dauerhafte Verlust einer geliebten Person ist nicht nur an sich schmerzlich, sondern es gilt auch Abschied zu nehmen von Dingen, zu denen über Jahre hinweg eine enge emotionale Bindung aufgebaut worden ist. Der Tod der eigenen Großmutter und das Auflösen ihres Haushalts gaben für die Brüder Mügge den Anlass, sich auch künstlerisch mit dem Thema der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Untersucht werden sowohl die sentimentale Wirkung von persönlichen Gegenständen im physischen Raum, als auch die schnelllebige Entwicklung unserer Speichermedien.

Das moderne digitale Erbe, die Erinnerungskultur 2.0, konfrontiert Angehörige mit neuartigen Fragen: Wie soll man sich zu Spuren, die in sozialen Netzwerken hinterlassen wurden, verhalten, wenn kein Zugang zu deren Passwörtern vorhanden ist? Wie sollen wir das digitale Lebenswerk in Form von Selfies, Blogs, Einträgen, Filmen, Musiksammlungen, Mitteilungen, E-Mail-Korrespondenz und ähnlichem verwalten? Was möchten wir überhaupt hinterlassen? Und welche Rolle kann eine bewusste Entrümpelung spielen? Diesen Fragen gehen die beiden Künstler nach und nehmen uns mit auf eine Reise, die früher oder später jeden von uns betreffen wird.

Die Künstler haben sich in der Vorbereitung auf die Ausstellung intensiv mit der Bestattungskultur der Stadt München und der Geschichte unseres knapp 130 Jahre alten Kunstvereins auseinandergesetzt. So ist es ihnen auch gelungen, Leihgaben des Bestattungsinstituts ‚weiss über den tod hinaus‘ für die Präsentation im DG Kunstraum zu erhalten. Durch die Integration graphischer Arbeiten verstorbener Künstlermitglieder der DG ist die Installation eng mit dem Verein verbunden.

Während Christoph Mügge in Form von Keramik, 3D-Drucken, Holzskulpturen und Druckgrafik eher skulptural arbeitet, ist bei Sebastian Mügge das Medium Zeichnung besonders stark ausgeprägt, sowohl auf Papier, als auch großformatig, in Form von ausufernden Wandzeichnungen. Beide Künstler verbindet, dass sie große Materialsammlungen anlegen, anhand derer sie – in Kombination mit diversen anderen Medien – in Ausstellungen immersive Erlebnisse schaffen.

Für die Leihgaben in der Ausstellung bedanken wir uns bei ‚weiss über den tod hinaus‘ (https://gastroph-alof.de/).

Für die großzügige Förderung bedanken wir uns beim Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

Abbildungen:

Christoph und Sebastian Mügge, Depot oder Deponie 1, 2021, Fineliner auf Papier, 29,7 x 21 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 (für Christoph Mügge)
Christoph und Sebastian Mügge, Depot oder Deponie 2, 2021, Fineliner auf Papier, 29,7 x 21 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 (für Christoph Mügge)
Installationsansicht, ‚Depot oder Deponie‘ – Doppelpass V: Christoph und Sebastian Mügge, DG Kunstraum, 2021, Foto: Gerald von Foris, München
Installationsansicht, ‚Depot oder Deponie‘ – Doppelpass V: Christoph und Sebastian Mügge, DG Kunstraum, 2021, Foto: Gerald von Foris, München
Installationsansicht, ‚Depot oder Deponie‘ – Doppelpass V: Christoph und Sebastian Mügge, DG Kunstraum, 2021, Foto: Gerald von Foris, München
Installationsansicht, ‚Depot oder Deponie‘ – Doppelpass V: Christoph und Sebastian Mügge, DG Kunstraum, 2021, Foto: Gerald von Foris, München