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Federico Delfrati
‚The Library of Jane Goodall‘ 
Nazarethkirche
12.5. bis 22.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Evang.-Luth. Nazarethkirche
Barbarossastraße 3
81677 München
https://​www​.immanuel​-nazareth​-kirche​.de/

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr. 9 bis 17 Uhr und bei Gottesdiensten

The Library of Jane Goodall‘ ist ein performatives Konzert mit experimenteller Musik von Federico Delfrati. Das zentrale Thema der Geschichte ist inspiriert von den Schriften Hans Blumenbergs und beschreibt den Moment in dem der letzte Affe zum Menschen wurde, weil er sich mittels eines Steinwurfs verteidigte. Er stellte so eine räumliche Distanz zwischen sich selbst als Beute und dem Raubtier mit Hilfe eines Objekts her. So begann einer der Primaten sein eigenes Ich wahrzunehmen. Von diesem Moment an waren es gerade die Entfernungen, die als leere Räume zwischen den Körpern verstanden wurden, die die Phasen abgrenzten, in denen der Geist begann, die Zeit in einer erweiterten Weise wahrzunehmen, sich selbst zu hinterfragen.

Die Performance dekonstruiert diese Etappen rückwärts in mögliche Kapitel, indem sie sich auf einen Mythos, eine Autorität, eine Mutter beruft – eine Figur, die hier von der britischen Primatologin Jane Goodall repräsentiert wird. Goddall entwickelte sich zu einer Verfechterin der Rechte aller Tierarten mit starkem ökologischem und naturschützerischem Charakter. Fünfzig Jahre lang hat sie das Leben, das Verhalten, die „Kultur“ und den Tod unzähliger Generationen von Schimpansen untersucht. Sie besitzt eine Bibliothek mit allen Notizen, Studien und Antworten, die für die studierten Subjekten unverständlich sind. Es ist die Figur des Gott-Wissenschaftlers und des Wissenschaftler-Gottes, der hier eine nicht wertende Rolle einnimmt, analytisch und stumm gegenüber den Obsessionen ihrer Untertanen.

Die “Distanz” zwischen den Fragen und einer möglichen Antwort wird immer größer, denn die Kapitel des Konzerts erzählen von einer Zeit, die rückwärts läuft, bis der Stein geworfen wird. So singen Generationen von Menschen, Hominiden und Affen:

Jane, Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave, 

Like the boy in your cage.

Jane, Jane, where’s the start of the maze?

Am I part of your game?

Are there rules to be played by?

Jane Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave,

Tell me how to behave.

Was sucht der Mensch? Diese Frage erscheint uns heute aktueller denn je: Trotz großer technischer und medizinischer Errungenschaften bestimmt Verunsicherung das Leben der Menschen weltweit. Die anhaltende Klimakrise, der Krieg mitten in Europa und die Corona-Pandemie haben das Gefühl von „Normalität“ zerrissen. Es sind Ereignisse, die die Öffentlichkeit polarisieren, grundlegende, demokratische Werte erschüttern und den sozialen Zusammenhalt auf gravierende Weise in Frage stellen. Die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Frieden, Gesundheit und einer konstruktiven Zukunft erscheint unerfüllbar. 

Das Ausstellungsprojekt Auf der Suche… möchte die Frage, was der Mensch sucht, auf eigene Weise angehen: Die Kunst in ihrer vielfältigen Bandbreite macht Suchbewegungen des Menschen sinnlich wahrnehmbar. Sie involviert Menschen in die grundlegende, existenzielle Tätigkeit des Sehens und Schauens und macht sie somit zum wesentlichen Bestandteil des Kunstwerks. Die Begegnung mit dem Kunstwerk kann Menschen überraschen, irritieren, verändern – wenn auch nur vorübergehend, transitorisch. Dennoch vermögen es Kunstwerke, Orientierung zu stiften, indem sie aufzeigen, wie existenziell, vielschichtig und widersprüchlich unser menschliches Suchen und Sehnen ist.

Über den Künstler …

Federico Delfrati, geboren 1987 in Mailand, Italien, lebt und arbeitet zwischen München und Mailand.
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Herman Pitz.
2015 Diplom Akademie der Bildenden Künste München.
Seine künstlerische Forschung konzentriert sich darauf, wie die Neugier des Menschen die Realität interpretiert; wie sie nach Bedeutung sucht und diese schafft, was oft zu Gegensätzen und Paradoxien, ethischen Dilemmata, Verletzlichkeit und Größenwahn führt. Er arbeitet mit Performance, Video und Multimedia-Installation und wendet sich in seiner künstlerischen Produktion seit kurzem auch der Musik und dem Sound zu.

https://​federico​-delfrati​.com

Programm …

Samstag, 30. April, 19 Uhr
Federico Delfrati ‚The Library of Jane Goodall‘ – Aufführung mit Jane Goodall’s Library Choir unter Leitung von Christian Seidler

Sonntag, 1. Mai, 19.15 Uhr
Künstlergespräch mit Federico Delfrati

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Das Ausstellungsprojekt ‚Auf der Suche …‘  wird gefördert durch den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst (VAH) sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.