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Zusammengesetzt:
Wir müssen reden
28.6. bis 8.7.2021

Gespräche an der Tisch-Skulptur von Rudolf Wachter
im „KreativQuartier“, Schwere-Reiter-Straße 2h, 80637 München und digital

Tisch für ein Kunstgespräch. Die Kunst, aneinander vorbeizureden“ – unter diesem Titel schuf der Holzbildhauer Rudolf Wachter (1923–2011) 1995 eine Tisch-Skulptur für eine Gesprächsreihe zu Fragen der Kunst. An diesem Tisch können sich sechs Menschen nur versetzt gegenübersitzen. In Zeiten, in denen ein „zuhörender Dialog“ schwieriger wird, bringen wir diesen Tisch in eine Werkhalle im Kreativquartier, um an der Gesprächskultur und vier gesellschaftlich vieldiskutierten Themen zu arbeiten. Wir laden dazu Expert*innen ein, um die Kunst zu stärken, nicht aneinander vorbeizureden. Ein Platz bleibt jeweils frei für das Publikum.

Flyer_Zusammengesetzt

Mo., 28.6.2021, 19 Uhr
Kunst: Nicht systemrelevant, aber…?
Was leistet Kunst und wieviel Kunst leisten wir uns?Im Rahmen der Pandemie wurden für lange Zeit alle Kultureinrichtungen geschlossen. Die Frage, was wir dabei als Gesellschaft verlieren, wurde kaum gestellt. Von den zwischenzeitlichen Lockerungen der Auflagen profitierte die Kulturbranche deutlich weniger als andere Branchen. Dabei ist der Wert der sogenannten Kreativwirtschaft für eine Stadt wie München unbestritten. Neben der ökonomischen Wertschöpfung scheint vor allem die nichtkommerzielle, kulturelle Bedeutung von Kunst für Menschen nicht bedacht worden zu sein. Wie lässt sich dieser manchmal so schwer fassbare Mehrwert kommunizieren? Und was brauchen Künstler*innen, um ihre Funktion für unsere Gesellschaft wahrnehmen zu können?

Darüber diskutierten:

    • Corbinian Böhm, Künstler, Vorstand BBK München und Oberbayern
    • Sanne Kurz, Filmemacherin, MdL kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bayer. Landtag
    • Anton Biebl, Kulturreferent LH München
    • Börries von Notz, Geschäftsführung Stiftung Kunst und Natur
    • Anja Uhlig, Künstlerin, Das KloHäuschen

Foto: Jutta Höcht-Stöhr

Zur Veranstaltung gibt es – ebenso wie zu den Folgeveranstaltungen – eine Video-Aufzeichnung, mit deren Tonqualität wir nicht zufrieden sind. Bei Interesse stellen wir Ihnen diese aber gerne zur Verfügung.

Do. 1.7.2021, 19 Uhr
Meinung machen: Was sind die Fakten?
Der Streit um Weltdeutung
Gesellschaftliche Debatten sind zunehmend geprägt von der Weltsicht der Beteiligten und von eigenen Absolutheitsansprüchen. Der Streit, wie real die Bedrohung durch das Corona-Virus ist, kann als aktuelles Beispiel dafür gelten. Können Meinungen und Fakten klar unterschieden werden? In den sozialen Medien können heute alle publizistisch tätig sein und sich in Blasen Gleichgesinnter bestärken. Wie gehen wir mit Ambivalenzen um? Und welchen Beitrag leisten Künstler*innen als Expert*innen für Ambivalenz?

Darüber diskutierten:

  • Christina Berndt, Redakteurin für Wissenschaft und Gesellschaft, Süddeutsche Zeitung
  • Ralf Borchard, Leiter Redaktion „Ausland und politischer Hintergrund“, BR
  • Johanna Haberer, Professur für Christliche Publizistik, FAU Erlangen-Nürnberg
  • Henrik Müller, Journalist, Professur für wirtschaftspolitischen Journalismus, TU Dortmund
  • Julian Röder, Künstler

Mo 5.7.2021, 19 Uhr
Neustart oder Neu-Design?
Sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft
Im Lockdown wurden eingespielte gesellschaftliche Strukturen heruntergefahren. Dabei wurden Probleme offenkundig, die vorher überspielt wurden. Soll durch einen Neustart versucht werden, unsere „Wohlstandsgesellschaft“ wieder hochzufahren, oder muss ein Neu-Design versucht werden, das Gerechtigkeit, Ökologie und Veränderungsfähigkeit der Gesellschaft besser im Blick hat? Wie können kreative Gruppen hier zusammenwirken im Sinne eines „Social Designs“? Und was ist entscheidend: politische Veränderungen oder die Rolle der Einzelnen?

Darüber diskutierten:

  • Marlene Altenmüller, M.Sc., Lehrstuhl für Sozialpsychologie, LMU München
  • Hermann Josef Hack, Künstler, Global Brainstorming Project
  • Thorsten Nolting, Theologe, Leiter der Diakonie München
  • Ben Santo, Dekan der Fakultät für Design, Hochschule München
  • Dr. Johannes Wallacher, Ökonom und Philosoph, Präsident der Hochschule für Philosophie München

Do., 8.7.2021, 19:30 Uhr, ST. PAUL
Kulturelle Aneignung: Zum Umgang mit kulturellen Identitäten
ACHTUNG: Die Veranstaltung findet abweichend um 19:30 Uhr in St. Paul statt

It’s not acceptable for a white person to transmute Black suffering into profit and fun.”
(Hannah Black)

Worum geht es, wenn sich Gruppen dagegen wehren, dass Bestandteile ihrer Kultur von andern übernommen, verarbeitet und angeeignet werden? In der Regel sind es Gruppen, deren Geschichte mit Erfahrungen von Marginalisierung, Ausgrenzung und Unterdrückung verknüpft ist. Sie widersprechen der kontextlosen Verwendung ihrer Symbole und Zeichen durch die herrschende Mehrheit. Es geht also um eine Sensibilisierung. Aber ist nicht der Wechsel und das Spiel mit Identitäten Voraussetzung aller Kunst, Kreativität und Entwicklung? Und müssen sich daher nicht Künstler*innen individuell und universell mit allen Themen auseinandersetzen können? Wann also ist die An-eignung keine Ent-eignung, sondern Teil eines kulturellen Austauschs auf Augenhöhe?

Darüber diskutieren:

  • Boaz Levin, Künstler, Schriftsteller und Kurator
  • Malcom Ohanwe, Journalist, Podcaster und literarischer Übersetzer
  • Erik Schilling, Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft, LMU München
  • Sophia Süßmilch, Künstlerin, Performerin
  • Kia Vahland, Meinungsredakteurin der Süddeutschen Zeitung

Anmeldung
Die Gesprächsreihe wird als Hybridveranstaltung angeboten. Sie könne sich für die einzelnen Veranstaltungen unter anmeldung@dg-kunstraum.de anmelden oder die Gespräche digital verfolgen. Informationen dazu finden Sie ab dem 18.6.21 auf www​.dg​-kunstraum​.de. Wir halten sie gerne über unsere Homepage, Facebook, Instagram sowie unseren Newsletter auf dem Laufenden.

Die „Tisch.Skulptur“ von Rudolf Wachter wird anschließend vom 11.7.2021 bis 3.10.2021 in der Münchner Paulskirche gezeigt. Dort befinden sich in der Apsis auch die fünf Holzreliefs „STATIONEN“ des Künstlers. Näheres zum Begleitprogramm vor Ort erfahren Sie auf www​.erzbistum​-muenchen​.de/​k​u​n​s​t​p​a​s​t​o​ral

Eine Kooperation von

Everything is going to be alright‘
Andreas Greiner und Maximilian Prüfer
8. September bis 29. Oktober 2020

Die Ausstellung ‚Everything is going to be alright‘ bringt ein Versprechen oder eine Hoffnung zum Ausdruck. Andreas Greiner und Maximilian Prüfer nähern sich aus sehr unterschiedlichen Richtungen dem Thema des fehlenden Gleichgewichts in unserem Umgang mit der Umwelt beziehungsweise Natur. In beinahe wissenschaftlichen Versuchsanordnungen untersuchen die beiden Künstler die Einflüsse des Menschen auf die biologischen Prozesse unserer Erde und damit wiederum auf uns. Der Ausstellungstitel ist der flammenden Rede der damals 12-jährigen Kanadierin Severn Cullis-Suzuki entnommen, die 1992 – ähnlich der skandinavischen Klimaaktivistin Greta Thunberg 2019 vor dem EU-Parlament in Straßburg – die Delegierten des Weltklimagipfels in Rio de Janeiro sprachlos machte.

Neben einer hängenden Baumschule zeigt Andreas Greiner eine mehrteilige Installation zum Thema Wald. Abbildungen sowie eine Videoarbeit wurden von einer künstlichen Intelligenz geschaffen. Die KI wurde dafür vom Künstler mit unzähligen Aufnahmen aus dem Hambacher Forst und dem nicht minder gefährdeten polnisch-weißrussischen Bialowieza-Urwald gefüttert. Greiner reiste mehrfach nach Nordrhein-Westfalen in die Nähe seiner Heimatstadt Aachen, um dort im Hambacher Forst zu kampieren, zu fotografieren und für das Überleben des Waldes vor der Braunkohlegrube zu demonstrieren. Einige der Arbeiten sind mehrschichtig aufgebaut und zeigen über der Fotografie Berechnungen zur Kompensation von CO₂-Ausstößen.

Maximilian Prüfer thematisiert in dieser Ausstellung die Auswirkungen des Menschen auf unser Ökosystem – anhand des Insektensterbens in einer hoch gelegenen Bergregion Sichuans. Hier sind Menschen in Folge eines massiven Pestizideinsatzes seit den 1980er Jahren in die Rolle der Bienen geschlüpft und bestäuben die Bäume bis heute mühsam von Hand. Prüfer reiste sowohl zur Zeit der Bestäubung als auch der Ernte in diese Region, um das Handwerk der Bauern zu erlernen. Er erwarb einen Baum, den er selbst bestäubte, und dessen Früchte er nach seiner Rückkehr im Herbst ernten konnte. Fotografien, Objekte wie Bestäubungswerkzeuge, Pollengefäße und Transportkörbe sowie der Abguss „seiner“ Birne führen uns die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen der durch unser Handeln ausgelösten ökologischen Störungen vor Augen. Ergänzt wird dieser Zyklus mit Arbeiten die den derzeitigen Pestizideinsatz in unseren Breitengraden thematisieren.

Eigens gezogene Setzlinge hängen in Taschen von der Decke und erinnern damit an Gebinde, wie sie die NASA für ihre Weltraumforschung (plant pillow) nutzt. Bewässert werden sie durch kleine Schläuche und Gefäße, die an Infusionsflaschen erinnern.

Andreas Greiner
*1979, lebt und arbeitet in Berlin
www​.andreasgreiner​.com

Maximilian Prüfer
*1986, lebt und arbeitet in Augsburg
www​.maximilian​-pruefer​.com

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)