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Vorschau
Ausstellung
Dazwischensein 5
Manuela Illera
7. Juni bis 4. Juli 2024

Dazwischensein 5
Manuela Illera
(Möglichkeitsraum)

Manuela Illera
Philipp Gufler
(Filmprogramm)

Ausstellung von 7. Juni bis 4. Juli 2024
Eröffnung Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Die für den Möglichkeitsraum eigens entwickelte Installation ‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) von Manuela Illera baut thematisch auf der spirituellen Eroberung Lateinamerikas auf, die eng mit der spanischen Konquista verknüpft ist. Die spanische Krone, die die Reise von Kolumbus finanziert hatte, bekam die neuen Länder in Südamerika 1493 durch zwei päpstliche Bullen zugesprochen: durch die Eximiae devotionis und die Inter Caetera divinae, in denen Papst Alexander VI. den speziellen Auftrag formulierte, aus den indigenen Völkern Mitglieder der Kirche zu machen und sie an den Segnungen des Evangeliums teilhaben zu lassen. Die aus Kolumbien stammende Künstlerin baut mit ihrer Arbeit auf das Projekt ‚Lenguas Solares‘ (Sonnensprachen) auf, welches sie jüngst für das Istituto Cervantes in München entwickelt hat. Es ist das zweite Projekt in einer Reihe dekolonialer Praktiken, die speziell für den Ort entwickelt wurden.

Manuela Illera (*1988 in Bogotá, Kolumbien) lebt und arbeitet in München. Sie studierte Malerei in Buenos Aires und Bildende Kunst an der Universidad Javeriana in Bogotá. Bis 2023 studierte sie Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Julian Rosefeldt. Illeras Werke sind eng verwoben mit ihrer feministischen Praxis, die durch die migrantische Perspektive geprägt ist. Ihre interdisziplinäre Arbeit beschäftigt sich mit zeitbasierten Medien und der Verbindungen aus Klang- und Darstellenden Künsten. Dabei verarbeitet sie Themen wie Dekolonialität, Queerness, Körper und subversive Identitäten. Ihre Musik, Filme, kollektive Arbeiten, soziale Projekte und Erlebnisdesigns untersuchen die Rolle von Weißsein, Kapitalismus und patriarchaler sozialer Konformität in der Gesellschaft. Illera ist Mitbegründerin der Band ‚Cosmica Bandida‘, Co-Direktorin des dekolonialen Musikfestivals ‚La Retornona‘ in Bogotá und produziert den feministischen Podcast ‚Extravagant Mortals‘. Ihre Ausstellungen und Performances waren international zu sehen, u.a. in Berlin, Mailand, Barcelona, Paris, Wien, Bogotá und Buenos Aires.

Gesprächspartner*in: Atabey Mamasita (bürgerl. Carlos Maria Romero *1979) ist Künstler*in und Kurator*in mit Fokus auf Praktiken des kulturellen Erbes, die für historisch marginalisierte Communitys und sozialen Zusammenhalt relevant sind. Unter anderem war Atabey Co-Kurator*in am Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro und Kurator*in des Contemporary Dance University Festivals in Bogotá. Aktuell ist Atabey Kurator*in für Performative Praktiken im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.

Philipp Gufler (*1989 in Augsburg) lebt in Amsterdam und München und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. In seiner künstlerischen Arbeitsweise vereint Philipp Gufler verschiedene Medien. Darunter fallen Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videos. In der Werkreihe der ‚Quilts‘ nimmt der Künstler Bezug auf Künstler, Schriftsteller, Zeitschriften und verlorene queere Räume. Darüber hinaus spielen der menschliche Körper und Aids eine wichtige Rolle in seinen Kunstwerken, zum Beispiel bei den Videoinstallationen ‚The Responsive Body‘ oder ‚Becoming-Rabe‘. Er hatte Einzelausstellungen im Kunstverein Göttingen, Françoise Heitsch, München, BQ, Berlin und Kevin Space, Wien, sowie Gruppenausstellungen im Haus der Kunst, München, Centraal Museum, Utrecht und Haus der Kulturen der Welt, Berlin. 2015 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis, 2020 den Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung und 2021 den niederländischen Royal Award for Painting. Er ist aktives Mitglied im selbstorganisierten Forum Queeres Archiv München.

Filmprogramm
Manuela Illera
Animal Ventus, 2023
Film, 30 Minuten

Philipp Gufler
Lana Kaiser, 2020
Film, 13 Minuten
Rory Pilgrim (Musik), Julia Swoboda (Kamera), Nathalie Bruys (Ton), Theo Cook (Grading), Hammann Von Mier Verlag (Begleitende Publikation)
In Erinnerung an Lana Kaiser (1985–2018)

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr
Einführung 19.30 Uhr

Manuela Illera im Gespräch mit Atabey
Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik
Donnerstag, 4. Juli 2024, 19 Uhr

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Abb.: Dazwischensein 5 – Manuela Illera, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

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