Laudatio und Preisverleihung
Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzende der DG
im Anschluss
Künstlergespräch
Dr. Alexander Heisig, 1. Vorsitzende VAH und Benita Meißner im Gespräch mit Susanne Wagner
Susanne Wagners künstlerische Arbeit setzt sich in kreativer, überraschender und immer tiefgründiger Weise mit den sozialen und existentiellen Fragen unserer Zeit auseinander und findet dafür innovative Umsetzungen mit großer Stimmigkeit und formaler Kraft.
In einem vielgestaltigen Werk, das sich souverän zwischen Skulptur, Installation, Video und ortsspezifischen Arbeiten bewegt, hat sie insbesondere in kirchlichen und öffentlichen Räumen eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelt. Ihre Arbeit wurde entsprechend mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Charakteristisch für Wagners Arbeiten ist die Verbindung formaler Präzision mit inhaltlicher Vielschichtigkeit. Themen wie Textilität, Körperlichkeit und gesellschaftliche Zuschreibungen durchziehen ihr Werk – etwa in der Rauminstallation ‚Sigrid‘, 2019 in St. Paul, München, in der Keramikskulptur ‚Schwarzbild‘ (2015 und 2025), in der Installation ‚Mamma‘ (2025), die auf eindringliche Weise Fragen von Verletzlichkeit, Gewalt und öffentlicher Inszenierung verhandeln oder in der Arbeit ‚Schmerzpunkt‘, die im Rahmen des Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags Würzburg 2026 zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche ausgewählt und an vielen Orten in Deutschland umgesetzt wurde und wird.
Auch im sakralen Kontext, beginnend mit der innovativen Gestaltung der liturgischen Orte 2011bis 2013 in keramischer Technik für St. Johann Baptist Eching bei Landshut bis zuletzt 2023 bis 2025 in Sichtbeton für ‚Maria Schutz Altar‘ in München-Pasing, gelingt es ihr, traditionelle Bildwelten sensibel zu transformieren und zugleich aktuelle Perspektiven einzubringen.
Susanne Wagners Kunst überzeugt durch ihre formale Kraft, ihre mediale Vielfalt und eine oft subtile, humorvolle Doppelbödigkeit. Gerade weil sie nicht laut auftritt, sondern ihre Themen mit leiser Konsequenz verfolgt, erscheint sie als besonders würdige Preisträgerin des Kunstpreises der DG 2026.
