Susanne Wagner, 1977 in München geboren und Absolventin der Akademie der Bildenden Künste München, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. In einem vielgestaltigen Werk, das sich souverän zwischen Skulptur, Installation, Video und ortsspezifischen Arbeiten bewegt, hat sie insbesondere in kirchlichen und öffentlichen Räumen eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelt.
Charakteristisch für Wagners Arbeiten ist die Verbindung formaler Präzision mit inhaltlicher Vielschichtigkeit. Themen wie Textilität, Körperlichkeit und gesellschaftliche Zuschreibungen durchziehen ihr Werk – etwa in der Keramikskulptur „Schwarzbild“ (2025), in der Installation „Mamma“, die auf eindringliche Weise Fragen von Verletzlichkeit, Gewalt und öffentlicher Inszenierung verhandeln. Auch im sakralen Kontext, wie zuletzt im „Maria Schutz Altar“ in München-Pasing, gelingt es ihr, traditionelle Bildwelten sensibel zu transformieren und zugleich aktuelle Perspektiven einzubringen.
Susanne Wagners Kunst überzeugt durch ihre formale Kraft, ihre mediale Vielfalt und eine oft subtile, humorvolle Doppelbödigkeit. Gerade weil sie nicht laut auftritt, sondern ihre Themen mit leiser Konsequenz verfolgt, erscheint sie als besonders würdige Preisträgerin des Kunstpreises der DG 2026.