DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Vorschau
U Can Take
9.9.22 bis 23.9.22

Programm

Eröffnung mit Performanceprogramm 
zur Open Art

Fr. 9.9.2022
18.15 Uhr Felix Helmut Wagner, Wien
19 Uhr Max Weisthoff, München

Sa. 10.9.2022
14 Uhr Esther Abdelghani, München
16 Uhr Haveit, Pristina (Kosovo)

So. 11.9.2022, 14 bis 16 Uhr
Gabi Blum, München
Lisa Stertz, Berlin

Finissage
Fr. 23.9.2022
19 Uhr Ruth Geiersberger liest
Marina Abramović ‚Durch Mauern gehen

Mittelpunkt der Ausstellung bildet die großformatige Wandmalerei ‚You Can Take‘ des Münchner Künstlers Lars Koepsel, die sich als komplexes mehrfarbiges Schriftbild in der gesamten Höhe des DG Kunstraums präsentiert. Inspiriert durch das Studium chinesischer Kalligrafie aus dem ersten Jahrtausend vor Christus setzt sich Koepsel seit den frühen 1990er Jahren in seinem Werk hauptsächlich mit Schrift auseinander. Die Arbeit ‚You Can Take‘ greift den Refrain „you can take my body, you can take my bones, you can take my blood, but not my soul” des Songs ‚At The Purchaser’s Option‘ von Rhiannon Giddens[1] auf. 

Bereits seit der Antike wird die grundlegende philosophische Frage nach der Beziehung von Körper und Seele, oder allgemeiner Materie und Geist, verhandelt. Sind Geist und Körper zwei verschiedene Substanzen? Wenn ja, wie sind sie miteinander verbunden? Wenn nein, ist der Geist etwas Körperliches, oder ist der Körper eine Form des Geistes? Ist die Seele frei und der Körper nicht? Diesen im Raum visualisierten Themenkomplex loten die regionalen und internationalen Künstler*innen mit einem kontrastreichen Video- und Performanceprogramm aus. ‚U Can Take’ eröffnet zum OPEN ART Wochenende unter anderem mit Max Weisthoff aus München, der Themen wie Maske, Kontrolle und Übergriffigkeit bearbeitet und dem HAVEIT-Kollektiv aus Pristina/Kosovo, die sich in ihrer Arbeit mit queerfeministischen Themen wie Frauen*- und LGBTQ+ Rechten auseinandersetzen.

In der klassischen Performance definiert sich Präsenz ganz entscheidend über den Körper und doch geht sie darüber hinaus. Gina Pane bringt es auf den Punkt: „Der Körper wird selbst zur Idee, während er vorher nichts anderes war als ein Übermittler von Ideen. Es gibt einen ziemlich ausgedehnten Bereich, der es wert ist, erforscht zu werden. Von dort aus ist es möglich, andere Räume zu betreten, wie den der Kunst zum Leben, in denen der Körper nicht länger eine Repräsentation ist, sondern eine Transformation.“[2] Der Körper wird in einem selbstreflexiven Akt verdinglicht, er wird aber auch zum Schauplatz von Wunden, Schmerz und Gewalt. 

Performancekunst ist für manche Menschen, die sich für zeitgenössische Kunst interessieren, schwer zugänglich. Marina Abramović beweist mit der Performance ‚The Artist Is Present‘, die im New Yorker MoMA Tausende von Besucher*innen anzog, dass das auch ganz anders sein kann. Und so liest sich auch ihre Autobiografie[3]: Es ist als säße sie beim Erzählen ihrer Geschichte direkt vor der lesenden Person. Im Rahmen der Finissage leiht die Münchner Performancekünstlerin Ruth Geiersberger, auf den ersten Blick scheinbar das Gegenteil von Marina Abramović, der Performance-Ikone ihre Stimme.

Wandmalerei 
Lars Koepsel

Videoprogramm
Gabi Blum
Johannes Evers
Marco Schuler

Performanceprogramm
Esther Abdelghani
Gabi Blum
Haveit
Lisa Stertz
Felix Helmut Wagner
Max Weisthoff

Fotos
Lars Koepsel, You Can Take, 2022
Haveit, 8th of March, 2021

Die Ausstellung wird gefördert durch „Verbindungslinien BBK“

[1] Rhiannon Giddens (* 21. Februar 1977 in Greensboro, North Carolina) ist eine Sängerin traditioneller US-amerikanischer Folk- und Old-Time-Musik, aber auch irisch-gaelischer Musik.
[2] Gina Pane, übersetzt und zitiert nach: Francesca Alfano Miglietti, Extreme bodies. The use and abuse of the body in art, Mailand 2003. S. 28
[3] Marina Abramović: Durch Mauern gehen, München 2016.