In drei Etappen ist Judith Hummel in den Jahren 2019–2023 den Fluchtweg ihrer Großmutter Barbara Hummel aus dem rumänischen Banat 1944 zu Fuß zurückgegangen – im ersten und letzten Teil gemeinsam mit ihrer Mutter Margret Hummel und der Kamerafrau Laura Kansy. Neben einem filmisch-performativen Triptychon, dem Archiv der Schachteln, Texten und einer weiteren Installation, ist dabei ein geführter Audio-Walk entstanden: Der Audiowalk lädt die Besucher*innen zu einer eigenen Erfahrung im Gehen ein. Ein Abschluss kann in ein Schreiben, Reflektieren auf einer Postkarte der Schachteln münden.
Startpunkt DG Kunstraum
Länge circa 23 Minuten
Sprecherinnen Ruth Geiersberger und Judith Hummel
Tonmischung Nicolas Sierig
Abb. 1 & 5: Ausstellungsansichten ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘, DG Kunstraum 2023, Foto: Gerald von Foris Abb. 2–4: Judith Hummel, Wo komme ich her? Gehen – von Rumänien nach Deutschland. Etappe 3 Österreich – im Niemandsland. Videostills, Foto: Laura Kansy
Im Anschluss an die Ausstellung ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘ – dem Doppelpass VI mit Judith Hummel und Esther Zahel im DG Kunstraum – laden wir Sie und Euch nun herzlich ein zur ‚Kunst.Andacht‘ mit einer Performance von Judith Hummel zu ihrer Videoarbeit aus der Reihe „Wo komme ich her?“ und musikalischer Begleitung von Evi Keglmaier
am Sonntag, 19. November, 20.15 bis 21 Uhr
In St. Paul St.-Pauls-Platz 11 80336 München
Abb. 1–3: Judith Hummel, Etappe 1 Rumänien – Săcălaz, zu Hause. Videostills: Laura Kansy
Zum Ende des Doppelpass VI ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘ laden wir Sie und Euch herzlich ein und lassen die Ausstellung mit Musik ausklingen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Donnerstag, 9. November 2023, 19 Uhr
Circa 30-Minütiges Musikprogramm von Xaver Eckert und Magdalena Geiger, Hackbrett aus der Klasse Prof. Birgit Stolzenburg de Biasio, Hochschule für Musik und Theater München
Wir laden Sie herzlich ein zur Performativen Lesung mit Musik am Donnerstag, 26. Oktober 2023, 19 Uhr.
In dieser Verrichtung verliest Ruth Geiersberger Tagebuchtexte der Künstlerin Judith Hummel zum Thema Heimat. Musikalisch untermalt wird die Performance von Evi Keglmaier und begleitet von Judith Hummel selbst.
Am Samstag, 14. Oktober 2023 heißt es in München wieder Mehr Museum für alle, wenn über 90 Kunsttempel und Sammlungen, kleinere Museen, Galerien, Kirchen, Ateliers und besondere Orte von 18 bis 1 Uhr zur Langen Nacht der Münchner Museen laden. Wer in die Münchner Museums- und Kunstlandschaft eintauchen und dabei die einzigartige Lange Nacht-Atmosphäre genießen möchte, der ist hier richtig. Und egal wo man seine nächtliche Tour startet das Angebot ist riesig, abwechslungsreich und steckt voller Überraschungen.
Wir sind natürlich auch mit dabei und öffnen den DG Kunstraum am Samstag, 14. Oktober 2023 von 18 bis 24 Uhr für Sie und Euch!
In der Ausstellung zu sehen ist der Doppelpass VI ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘.
Abendführung mit der Künstlerin Judith Hummel Dienstag, 10. Oktober 2023, 19 Uhr
In der Ausstellung ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘ treffen zwei unterschiedliche Suchbewegungen aufeinander und nähern sich künstlerisch der Frage an „wo bin ich Zuhause?“.
Auf der Suche nach ihrer Herkunft folgt Judith Hummel den Spuren der Großmutter, die 1944 aus dem rumänischen Banat nach Deutschland geflüchtet ist. „Wo komme ich her?“ ist die Überschrift dieses Weges, den die Enkelin zwischen 2019 und 2023 größtenteils zu Fuß in drei Etappen zurückgeht. Gemeinsam mit ihrer Mutter Margret geht sie von Săcălaz (Rumänien) nach Szeged (Ungarn) und von St. Pölten nach Schärding (Österreich). Kamerafrau Laura Kansy begleitet sie auf allen drei Etappen. Im Gehen, im Zurückgehen, forscht Judith Hummel nach ihrer eigenen Herkunft und legt eine filmisch-performative Spur um die Felder Erinnerung und Körper. Die erfahrenen Prozesse jeder Etappe sind in drei sehr unterschiedliche filmische Arbeiten eingeflossen. Erstmals sind diese gemeinsam in einer Ausstellung zu sehen.
Judith Hummel (* 1982 in Freiburg im Breisgau) hat sich nach ihrem Theaterwissenschaftsstudium an der LMU (2008) als Performerin, Tänzerin und Choreographin in der Freien Szene Münchens etabliert. Sie nahm an einem Intensive Course an der School for New Dance Development, Amsterdam (2005) teil und tauschte sich mit verschiedenen Choreographinnen und Lehrerinnen aus, darunter Rosemary Butcher, João Fiadeiro, Felix Ruckert, Martin Nachbar. Ihre choreographischen Arbeiten sind beeinflusst von der Arbeit als Performerin in Museumsräumen in den Ausstellungen „12 Rooms“ (Ruhrtriennale, Folkwang Museum Essen, 2012), „MOVE“ (Haus der Kunst München 2011). 2021 begann sie mit dem Masterstudiengang Contemporary Dance Education (MA CoDE) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt/Main, den sie im Februar 2023 abgeschlossen hat.
Eintritt frei.
Ausstellungsansicht ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘, DG Kunstraum 2023, Foto: Gerald von Foris
Abendführung mit der Künstlerin Esther Zahel Donnerstag, 5. Oktober 2023, 19 Uhr
In der Ausstellung ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘ treffen zwei unterschiedliche Suchbewegungen aufeinander und nähern sich künstlerisch der Frage an „wo bin ich Zuhause?“.
Esther Zahel nähert sich in diesem Doppelpass VI malerisch der Frage nach dem Zuhause. Sie schafft sich Möbelstücke oder ganze Innenräume mittels Farbe und Pinsel, ein Zuhause das man auch umziehen kann. Esther Zahels ebenso raumgreifende wie raumbildende Arbeiten gehen mit ihr auf Reisen. Dabei wachsen sie und verändern sich. Der fertige Zustand wäre auch ein ungeliebter Stillstand, denn Zahels Interesse gilt dem Prozesshaften. Sie will erkunden, wie es am Rand der Bilder weitergeht – malerisch und erzählerisch. Ihre Malerei erzählt Geschichten in Schichten. Die Motive entwickeln sich mit der Zeit wie Jahresringe um die Malerin. Sie entstehen als Layer auf den Leinwänden ihrer Einhausung.
Esther Zahel (*1990 in Hanau) lebt und arbeitet in Augsburg. Sie studierte von 2013 bis 2018 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Günther Förg und Matthias Dornfeld. Sie schloss ihr Studium als Meisterschülerin bei Prof. Gregor Hildebrandt ab. 2019 erhielt die Künstlerin den Leonard- und Ida-Wolf-Gedächtnispreis und nahm an verschiedenen Artist-in-Residence-Programmen teil, darunter an den Kunstarkaden Kempten und in der Künstlerstadt Kalbe.
Eintritt frei.
Abb.: Ausstellungsansicht ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘ 2023, Foto: Peter Zahel
Das seit 1989 im Münchner Kulturleben fest verankerte Kunstwochenende lockt viele Besucher*innen in die Kunstmetropole und ihre Galerien – und wir sind auch wieder mit dabei.
Wie jedes Jahr freuen wir uns auf die Open Art und begrüßen Sie herzlich zu einem tollen Start in den Kunstherbst im DG Kunstraum!
Unsere Sonderöffnungszeiten
Eröffnung Freitag, 8. September 2023, 18 bis 21 Uhr Begrüßung um 19.30 Uhr
Samstag, 9. September 2023 und Sonntag, 10. September 2023 jeweils 11 bis 18 Uhr
Wir laden Sie herzlich ein zum Gespräch mit Judith Hummel und Esther Zahel am Donnerstag, den 19. Oktober 2023 um 19 Uhr.
Die Künstlerinnen sprechen über ihre Positionen in ‚Deine Hand auf meiner Schulter‘, über die Frage „Wo bin ich zuhause?“ und präsentieren die begleitende Publikation zur Ausstellung.
Performance im Rahmen der Ausstellung ‚Rosa Immergruen. Zeitgenössische Kunst und lyrische Zeitreise‘ und des Flower Power Festival München im DG Kunstraum am 28. Juli 2023.
Im Rahmen der Ausstellung Rosa Immergruen liess die Künstlerin einen Cyborg namens Radicchiofrau entstehen.
Sophie Schmidt tritt in ihren Performances als hybrider Körper auf. Mit Alltagsgegenständen erweitert sie ihren Körper prothesenartig. Diese Erweiterungen orientieren sich an der Denkfigur ‚die Cyborg‘ der utopischen Feministin Donna Haraway: Es sind vielfach verbundene Körper, Mensch, Tier und Maschine in einem und damit auch gelebte soziale Beziehungen und weltverändernde Fiktion. Der Körper erfährt in ihren sogenannten Aktivierungen eine Transformation, die Grenzen zwischen verschiedenen Seinsformen zu überwinden versucht.
Gesellschaftlich konstruierte Erzählungen über den Körper werden neu verhandelt. Schmidts Prothesen stolpern, verlangsamen und verkomplizieren. Sie sind freundlich, aber auch widerständig. Sie lachen, schreien, weinen und verstören. Sie zerstören und scheitern, um aufs Neue zu beginnen. Von ihr geschriebene, auf ihre eigene Weise poetische, laut gesprochene oder gesungene Texte schlagen Brücken zwischen Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen. Im Rahmen der Ausstellung Rosa Immergruen präsentiert Schmidt im DG Kunstraum eine Aktivierung der Radicchiofrau…And The Brooklyn Based Crab.