Begrüßung Dr. Margit Huber, 1. Vorsitzende GEDOKmuc Nina Oswald, Kulturreferat München Bildende Kunst, Kunsträume, Atelierförderung, Stiftungen Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender DG
Einführung Annika Schoemann, Kuratorin
Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum Diskurs Gegenwart.
100 Jahre GEDOK stehen für weibliche Schaffenskraft und 100 Jahre Kunst von Frauen. Ihr Jubiläum feiert sie mit dem Kooperationsprojekt Sichtbar. Verknüpft. Frei. an drei Ausstellungsorten in München mit einem interdisziplinären Programm. Deutschlandweit besteht GEDOK aus 23 Regionalgruppen.
Die größte Künstlerinnen-Vereinigung Europas hat sich stets für die Sichtbarkeit, Vernetzung, Solidarität und den Rückhalt von Künstlerinnen eingesetzt. Frauen sind heute deutlich besser in Institutionen repräsentiert, aber welchen Anteil haben sie am Kunstmarkt? Was hat sich in 100 Jahren tatsächlich verändert und wie frei und unabhängig arbeiten Künstlerinnen heute?
→ Die Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt
sichtbar. verknüpft. frei. ist eine Einladung, das Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen, Gesprächen, Performances und offenen Formaten. Ein Jahrhundert GEDOK – und wir fangen gerade erst an.
Weitere Ausstellungsorte 24.4.26 – 28.6.26 galerieGEDOKmuc 30.4.26 – 11.6.26 MaximiliansForum
Programm Donnerstag, 16.4.2026, 19 Uhr Eröffnung Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt
Dienstag, 21.4.2026, 19 Uhr Musikperformance Anna Heller ‚Ungehörte Stimmen‘ Klaviermusik mit Textfragmenten
Mittwoch, 6.5.2026, 17 bis 19 Uhr Kunstbowle Get-Together mit Bowle und Snacks für Austausch und Kunsteinblicke mit Julia Richter
Samstag, 9.5.2026, 14 bis 17 Uhr Stick-Workshop mit Pezi Novi (Anmeldung unter rathausgalerie@muenchen.de) ‚Knit or Knot‘ von Julia Richter und Karen Modrei (ohne Anmeldung)
Führung durch die Ausstellung Dienstag, 19.5.2026, 19 Uhr mit Benita Meißner, DG Kunstraum und Annika Schoemann, Kuratorin
Mittwoch, 20.5.2026, 19 Uhr Sichtbar und frei?! Frauen in Kirche und Gesellschaft Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft von Maria Magdalena bis zur Rolle der Frauen heute. Referentinnen: Dr. Annette Jantzen, Theologin, und Henriette Hufgard, Philosophin und Kunsthistorikerin Veranstaltende: Domberg-Akademie, FB Katechese und Evangelisierung und FB Kunstpastoral Erzdiözese München und Freising, GEDOKmuc
Donnerstag, 11.6.2026, 19 Uhr Finissage mit Performance Simone Fezer ‚new flesh‘ Sound Ele Runge
WEITERES ANGEBOT Kunsthappen immer mittwochs, 12–14 Uhr im Zeitraum 22.04.- 20.05.2026 Kurze Einblicke in die Ausstellung für die Mittagspause mit Julia Richter. ohne Anmeldung
Workshops für Gruppen ab 6 Personen (10 bis 16 Jahre) Anfragen und Terminkoordination: info@dg-kunstraum.de
Bitte kontaktieren Sie uns bei Nachfragen zu Text- oder Bildmaterial telefonisch unter +49 89 282548 oder per E‑Mail unter info@dg-kunstraum.de
Am Dienstag, den 10. Februar 2026 sowie am Dienstag, den 10. März 2026, jeweils um 19 Uhr laden wir Sie herzlich ein zu einer Führung durch die Ausstellung ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘.
Weitere Informationen oder Anmeldung zur Führung erhalten Sie unter info@dg-kunstraum.de
Im Rahmen der Ausstellung ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘ lädt der DG Kunstraum zu einem Film-Workshop ein.
Gemeinsam schauen die Teilnehmenden in der Ausstellung die Videoarbeit ‚Instabile Figurinen‘ der Künstlerin Johanna Schwarz an. In kurzen Videoclips zeigt die Arbeit aus einfachen Materialien gestaltete Skulpturen/ Figuren, die umkippen, fallen, die Balance verlieren. Manchmal von alleine, manches Mal wird etwas nachgeholfen. Ausgehend davon beschäftigen sich die Teilnehmenden mit dem Moment des Fallens und der Frage, warum ein Sturz manchmal komisch wirkt. Stört uns Unsicherheit – oder bringt sie uns auf neue Ideen?
Gemeinsam gestalten die Teilnehmenden anschließend eigene Figurinen aus gefundenen, weggeworfenen oder mitgebrachten Dingen von zu Hause und entwickeln daraus kleine Erzählungen und kurze Videoskizzen. Der Workshop versteht sich als Experimentierlabor, in dem spielerisch geforscht, ausprobiert und erzählt wird.
Wir bitten darum, eigene Materialen mitzubringen, um die Figuren zu bauen.
Birgit Dieker Paul Diestel Enric Freund Lydia Marx Toni Mauersberg Jonas Müller-Ahlheim Kim Rühl Julia Schäfer Valeria Schneider Johanna Schwarz Johannes Seluga
In der Ausstellung ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘ präsentiert der DG Kunstraum Werke von elf Stipendiat*innen des Cusanuswerks. Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie sich Schönheit in Formen des Bruchs, der Schlichtheit und der Vergänglichkeit manifestiert. Gezeigt werden künstlerische Positionen, die Heilung und Versehrtheit als Ausgangspunkt nehmen. Heilung bedeutet in diesem Kontext nicht zwangsläufig Wiederherstellung im klassischen Sinn. Sie kann auch darin bestehen, das Unvollkommene anzunehmen.
Gerade in einer Zeit, die von Optimierungsdruck, Beschleunigung und glatten Oberflächen geprägt ist, lädt ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘ dazu ein, den Blick für das Fragile neu zu öffnen: Brüche, Narben und Spuren der Zeit erschließen ihre Tiefe erst jenseits des ersten Anscheins – sie verlangen nach mehr Aufmerksamkeit und Hinwendung.
Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit beim Cusanuswerk, der Bischöflichen Studienförderung.
Abb.: Ausstellungsansichten: Gerald von Foris, Plakatgestaltung: Bernd Kuchenbeiser Jonas Müller-Ahlheim, Gumhole, 2021–ongoing, Digitale Fotoserie, 51st Street, Washington Park, Chicago Lydia Marx Little Pictures, 2025 Videoarbeit, 27 min. Englisch/Untertitel Deutsch (Filmstill) Johann Schwarz, Instabile Figurinen (Filmstill)
Susanne Wagner, Schmerzpunkt künstlerische Installation zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche an 14 Orten in Würzburg
Es ist eine sehr schwere Aufgabe sich dem Thema Missbrauch künstlerisch anzunähern. Susanne Wagner tut dies über die Verbildlichung des Schmerzes. Sie bedient sich eines Bildes, welches wir aus dem medizinischen Bereich für Schmerzen kennen, die von einer Stelle des Körpers ausstrahlen. Schmerz wird in der Medizin – ob in Medizinbüchern oder auf Pharmazieverpackungen – meist über einen roten Punkt an bestimmten Körperstellen verbildlicht. Das Zeichen Schmerzpunkt entsteht durch eine rot gesprühte Markierung über einem Umhängekreuz. Dabei wird imaginär eine Stelle markiert, die sich im Bereich der Brust, bzw. des Herzens einer Person befindet. Entfernt man das Kreuz, zeichnet es sich als Leerstelle innerhalb der roten Markierung ab.
Die Intervention Schmerzpunkte versteht sich als Teil der Erinnerungskultur und damit als Beitrag zur Aufarbeitung. Sie ist Ausdruck der Anerkennung erlittenen Leids und mahnt Kirche und Gesellschaft, zu handeln und Missbrauch wirksam zu verhindern. Der Schmerzpunkt verzichtet bewusst auf weiterführende Informationen darüber, welche konkreten Erfahrungen angesprochen werden. Diese Leerstelle erhöht die Offenheit und Intensität der Intervention. Sie ist Ausdruck des Respekts vor individuellem Leid und vor den unterschiedlichen Weisen, wie Betroffene damit umgehen.
Die paradoxe Darstellung des Kreuzes – zugleich abwesend und anwesend – markiert den religiösen und kirchlichen Kontext. Indem der Schmerzpunkt mit dem Kirchenraum verschraubt oder auf eine Fassade gesprüht wird, wird institutionelle Verantwortung sichtbar gemacht.
Der „Schmerzpunkt“ ist während des Katholikentags an 14 Orten in Würzburg sichtbar. Zusätzlich liegen zentral in der Marienkapelle Plakate zum Mitnehmen aus. Unter dem Titel SCHMERZPUNKT steht „KEIN MENSCH SOLLTE EINEM ANDEREN MENSCHEN SO ETWAS ANTUN“.
Donnerstag, 14. Mai 2026, 16:30 bis 17:30 Uhr Vorplatz Dom St. Kilian, Domstraße 40 Gespräch: Susanne Wagner mit Kai Christian Moritz Moderation: Benita Meißner Musik: Milena Milatinova Ivanova
Sonya Schönberger, NägelSonya Schönberger, Nägel
Sonya Schönberger, Nägel Kunstinstallation in Stift Haug
Information zu Barrierefreiheit: Hilfen für Hörbehinderte
Ausgangspunkt der Installation sind 13.000 verrosteten Nägel, die aus Baracken der Zwangsarbeiter*innen in Berlin-Tempelhof stammen und bei einer archäologischen Grabung gefunden wurden. Sie stehen metaphorisch für die Anonymität der ausgebeuteten Menschen, deren Namen und Geschichten wir nicht kennen, die aber in allen deutschen Städten in der Zeit des Nationalsozialismus eingesetzt wurden. In Würzburg wurden bis zu 9000 Zwangsarbeiter*innen vor allem im Notgefängnis Frieslager tätig. Im Altarraum von Stift Haug entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Kirchenraum, der Leiden, Opfer, Schuld und Verantwortung in eine lebendige Erinnerung ruft. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf den Nägeln zu bewegen.
Frank Bölter, Think Tank, 2026 Partizipatives Kunstprojekt am Kiliansplatz
Donnerstag, 14. Mai 2026, 12 bis 18 Uhr Freitag, 15. Mai 2026, 10:30 bis 18 Uhr Samstag, 16 Mai 2026, 10:30 bis 16 Uhr
Aus dem Geschützrohr dieses Panzers wird nie ein Schuss fallen. Nachdem 2012 auf dem Gelände der Bundeswehr in Dresden der erste Panzer „LeORIGAMIpard 3“ als Kunstprojekt gefaltet wurde, unterstützt vom Bundesministerium der Verteidigung, taucht nun erneut ein Panzer aus Papier auf. Die Idee dazu stammt von Frank Bölter, Jahrgang 1969, ehem. Absolvent der Kunstakademie Münster, mit einem Papierschiff bereiste er schon Seen und Flüsse. Zuletzt hat er beim 375. Augsburger Hohen Friedensfest 2025 mit vielen Menschen das Haus des Friedens gebaut. Nun lädt er im Rahmen des Katholikentags Passant*innen dazu ein gemeinsam einen Panzer zu falten und dabei ins Gespräch zu kommen.
Was können wir tun, außer nach Gründen zu suchen und Anlässe zu kreieren, uns wieder auf den Plätzen und auf den Straßen zu versammeln, um uns wieder in die Augen zu schauen, um uns gemeinsam kräftebündelnd zu fragen, ob es miteinander vielleicht ganz anders gehen kann und um dies dann ebenso einfach zu versuchen? So kann dieses waghalsige, beinah unmögliche Vorhaben, gemeinsam diesen Papierpanzer zu falten, nur helfen, uns wieder in die Augen zu blicken und miteinander zu reden, anstatt übereinander bereits alles zu wissen.
‚Kunstfreiheit aushalten – Was kann die Kirche von der Kunst lernen?‘ Gespräch im Stift Haug vorbereitet von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst
Freitag, 15. Mai 2026, ab 16:15 Uhr
Referent*innen: Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter, Kulturbüro des Rates der EKD Prof. Monika Grütters, Kulturstaatsministerin a.D. und ZdK-Mitglied, Münster Sonya Schönberger, Künstlerin, Berlin Susanne Wagner, Künstlerin, München
Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender der DG sowie Dr. Guido Schlimbach, Kunststation St. Peter, Köln, Gesamtvorstand DG
Information zu Barrierefreiheit: Hilfen für Hörbehinderte
Der Kunstverein Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst fördert seit 1893 den Austausch von Künstler*innen, Theolog*innen und Kunstbegeisterte so nun auch durch die Mitgestaltung des Programms der bildenden Kunst auf dem Katholikentag. Wo treffen sich die Suchbewegungen der freien Kunst und der Kirchen? Welche gesellschaftliche Bedeutung kann diese haben? Welche Rolle spielt die Freiheit dabei? Und was können die Kirchen dabei lernen? Die Künstlerinnen Susanne Wagner und Sonja Schönberger berichten von ihren Erfahrungen und Erwartungen. Kulturstaatsministerin a.D. Prof. Monika Grütters und der Kulturbeauftragter der EKD Johann Hinrich Claussen bringen die Perspektive der Kirchen und der Kulturpolitik ein.
‚Hab Mut, steh auf!‘ Performanceprogramm am Kiliansplatz
Samstag, 16. Mai 2026, 13.30 bis 15.30
Künstler*innen: Maria Berauer, München Judith Egger, Gräfelfing Ruth Geiersberger, München Béla Juttner, München
Maria Berauer
(*1982 in Regensburg) lebt und arbeitet in München. Sie hat an der Akademie der bildenden Künste München Medienkunst studiert. Sie bewegt sich künstlerisch in und zwischen den Bereichen Performance, Video, Installation, Klangerzeugung und Aktivismus und gründete 2015 mit Kat Petroschkat und Karo Knote das Performance-Kollektiv „The Hercules and Leo Case“. Zusätzlich ist sie auch als Dozentin für Performance, weitere künstlerische Sparten und Tanz tätig. https://mariaberauer.com/work/
Judith Egger
(*1973) lebt und arbeitet in München. Egger absolvierte eine Ausbildung zur Holzschnitzerin in Oberammergau und studierte Kommunikationsdesign an der FH Augsburg sowie am Royal College of Art in London. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann. Sie plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit. Dabei bewegt sie sich mit Vorliebe in den Grenzbereichen von bildender Kunst, Installation und Performance.
Ruth Geiersberger
lebt und arbeitet in München. Performerin, Sprecherin, Schauspielerin, Beobachterin. Ausbildung in München, Berlin und Paris. Sie lenkt ihren Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und entdeckt darin absurde Zusammenhänge. Seit vielen Jahren ist sie als umtriebige Performerin an den merkwürdigsten Orten anzutreffen.
seit 1990 entwickelt sie Projekte, die sie auch Verrichtungen nennt, im Bereich theatraler Performance und szenischer Installation, die sie mit Hilfe von Projektförderungen und Stipendien vor allem des Kulturreferates der LH München realisieren konnte und kann. 2023 ausgezeichnet mit dem Theaterpreis 2023 der Stadt München. www.verrichtungen.de
Béla Juttner
(*1997 in München ) absolvierte 2021 seinen Master in Modedesign an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen und schloss 2025 sein Kunststudium bei Peter Kogler in München ab. 2024 erhielt er den Leonhard-und-Ida-Wolf-Preis, 2025 den Debütantenpreis sowie den Preis Junge Kunst. Ausgestellt wurden seine Arbeiten u. a. in München, Belgien und Paris.
In seiner künstlerischen Arbeit spielen Gattungsgrenzen kaum noch eine Rolle; die Übergänge von Installation, Performance, Mode, Design, Malerei und Film sind fließend. Seine Performances thematisieren Körperverwandlungen, Häutung und Auflösung von Geschlechtsidentitäten. Die Erfahrungen der Arbeit am und mit dem eigenen Körper durch seine Ballettausbildung sowie während des Modedesignstudiums verschränkt Béla Juttner in seinem Kunststudium mit gesellschaftlichen Fragestellungen.
Abb. Susanne Wagner, Schmerzpunkt, 2026. Susanne Wagner, Schmerzpunkt, 2026, Plakate Sonya Schönberger, Nägel, Installation in St. Matthäus, Berlin 2024
Eröffnung Donnerstag, 9. Oktober 2025, 18 bis 21 Uhr Ausstellung 10. Oktober bis 18. Dezember 2025
Künstler*innen Olaf Otto Becker Herman de Vries Markus Heinsdorff Caro Jost Jonas Maria Ried Panty Paradise (Veronica Burnuthian und Aelita Le Quément) Carola Vogt und Peter Boerboom Maxine Weiss Stefanie Zoche
Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig. Die Beziehung des Menschen zur Natur ist eine zentrale Ursache für den tiefgreifenden Wandel der Erde. Der Kunstverein präsentiert in der Ausstellung ‚Together Forever – macht euch die Erde untertan?‘ Werke aus den Bereichen der Fotografie, Malerei und Installation, die diese komplexen Entwicklungen reflektieren und neue Denkanstöße ermöglichen.
Die Bibelstelle „macht euch die Erde untertan“ Genesis 1,28 wurde vom amerikanischen Wissenschaftshistoriker Lynn White 1967 als Wurzel, der ökologischen Krise, benannt. Was bedeutet verantwortliches Handeln und ist der Mensch nicht ohnehin Teil der Natur? Wir sind von der Natur abhängig, um unser Wohlbefinden, unsere Lebensgrundlagen und unsere kulturelle Identität zu erhalten. Tierwerden, Pflanzewerden, Indigenwerden bilden Formen einer ästhetischen Praxis, die Selbsterfahrung im Zusammenwirken mit den vielen anderen ergründen. Die Kunst macht schon lange grenzüberschreitende Tier-Pflanze-Mensch-Wesen möglich und agiert in symbiotischen Zusammenhängen von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie. Kunst bietet Raum für neue Perspektiven, doch als Spiegel der Gegenwart ist sie zugleich der Ort, an dem Kritik an gesellschaftlichen Irrwegen aufscheint. Die Ausstellung gibt verschiedenen künstlerischen Positionen Raum.
Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr ‚Macht euch die Erde untertan. Die Kunst des Miteinanders von Mensch und Natur‘ Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing spricht in der Evangelischen Stadtakademie München Herzog-Wilhelm-Straße 24, 80331 München
Dienstag, 11. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Dr. Sofie Valk, Leiterin der Lise Meitner Forschungsgruppe, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Montag, 17. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Prof. Dr. Andreas Burkert, Astrophysiker. Inhaber des Lehrstuhls für theoretische und numerische Astrophysik an der LMU
Mittwoch, 19. November 2025, 14 bis 17 Uhr ‚together forever. Zusammen-Spiel‘ Alter: ab 8 Jahren in Kooperation mit Filomele Anmeldung erforderlich
Donnerstag, 20. November 2025, 19 Uhr Together Forever? im Gespräch mit den Künstler*innen
Donnerstag, 18. Dezember 2025, 19 Uhr Finissage mit Performance Panty Paradise
Eröffnung: Freitag, 17. Oktober 2025, 19 Uhr Ausstellung bis 2. November 2025
Die Ausstellung „Die Zukunft ist zu kurz“ in der VerpackereiGö versammelt neun künstlerische Positionen und thematisiert den Umgang des Menschen mit der Natur. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler – von jungen Talenten bis zu etablierten Namen – zeigen Werke, die inhaltlich wie formal ein breites Spektrum abbilden.
Zum Einsatz kommen sowohl moderne Technologien wie Robotik, Biosynthetik oder modulare Schienensysteme als auch traditionelle Ausdrucksmittel wie Bronzeabgüsse, Kohlezeichnungen oder Materialien aus der Natur wie Moor.
In der ehemaligen Industriehalle der VerpackereiGö im 1300-Einwohner-Dorf Görisried (Allgäu) entfaltet sich so ein spannungsvoller Dialog zwischen alt und neu, Technik und Natur, Zukunftsvision und Erinnerung.
Künstler*innen Elke Dreier Lea Grebe Johannes Kiel Judith Neunhäuserer Rosanna Marie Pondorf Christof Rehm Max Schmelcher Martin Schmidt Georg Thumbach
Eröffnung: Sonntag, 21. September 25, 19.30 Uhr Ausstellung bis 24. November 2025
Julian Charrière schlägt mit seinen höchst innovativen Werken eine Brücke zwischen Umweltwissenschaft und Kulturgeschichte. Where Waters Meet, 2019 ist eine Serie von Fotografien, die Freitaucher zeigt, wie diese in das unergründliche Reich einer Kalksteinhöhle in den Cenoten in Mexiko gleiten. Nackt und, bildlich gesprochen, sich auflösend, betreten diese Figuren physisch eine andere Ebene des imaginären Ozeans. Ihre Körper verlieren an Kontur, während sie in die so genannte Chemokline eindringen, eine undurchsichtige Schicht des Grundwassers – ein Nebel aus schwefelhaltigen Bakterien. Durch das ikonografische Unbewusste dieser Bilder beschwört der Abstieg der Taucher in einen buchstäblichen Abgrund ein Meer von metaphorischen Anspielungen herauf. Solche Welten innerhalb von Welten sind relativ neue Entdeckungen, die zu einem Bild des Ozeansystems beitragen, das in den letzten Jahrzehnten erheblich komplexer geworden ist. In dem Maße, in dem wir das Meer besser verstehen, werden Bereiche von der Evolutionstheorie bis zur Klimawissenschaft revolutioniert. Hier ist der Mensch als Gegenüber und als Teil der Natur erfahrbar in seiner Fähigkeit zur Grenzüberschreitung, aber auch in seiner Zerbrechlichkeit und Begrenztheit. Die Präsentation im Kirchenraum eröffnet Assoziationen an Höllensturz und Himmelfahrt, die Platzierung am Taufort an Eintauchen und Neubeginn.
TERMINE
Sonntag, 21. September 2025, 19.30 Uhr Eröffnung in der Kunst.Andacht Einführung Ulrich Schäfert. Performative Text- und Klang-Verrichtungen von und mit Ruth Geiersberger, Georg Glasl, Zither und Peter Gerhartz, Tasten.
Sonntag, 19. Oktober 2025, 19.30 Uhr Kunst.Andacht Meditative Klang-Text-Installation mit Verena Rendtorff und zeitgenössischer Musik von Enrico Sartori, Klarinette, Jost Hecker, Cello, Peter Gerhartz, Piano.
Der aus der französischen Schweiz stammende und in Berlin lebende Künstler Julian Charrière (geb. 1987 in Morges, Schweiz) gilt als einer der herausragenden Künstler seiner Generation. Seine Performance, Skulptur und Fotografie verbindenden Projekte gehen oft auf Feldforschung an entlegenen Orten mit ausgeprägten geophysikalischen Identitäten wie Vulkanen, Eisfeldern und verstrahlten Gebäuden und Landstrichen zurück. Seine Arbeiten erkunden postromantische Konstruktionen der „Natur“ und inszenieren die Spannungen zwischen tiefliegenden oder geologischen und menschlichen Zeitmaßstäben. Zugleich reflektiert Charrières Herangehensweise auf den Mythos des Künstlers als Suchenden und die Frage, worauf sich diese Suche im Zeitalter der Globalisierung richten kann. Seine Interventionen, die zeitlos anmutende Bilder mit Fragen der Gegenwart verknüpfen und sich an der Grenze zwischen Mystik und Materialität bewegen, bringen die Komplexitäten unseres Verhältnisses zum Ort als solchen auf den Punkt.
Charrière hat bei Olafur Eliasson studiert und in dessen Institut für Raumexperimente mitgearbeitet. Seine Arbeiten sind in Einzelausstellungen und in Präsentationen in Museen und Institutionen in aller Welt zu sehen. Auf der Venedig Biennale 2017 zeigte der Künstler „Future Fossil Spaces“ – Salz von der Saline in Uyuni, Acryl-Container gefüllt mit Lithium-Sole. Aktuell findet im Museum Tinguely in Basel die große Ausstellung „Julian Charrière. Midnight Zone“ von 11.06. – 2.11.2025 statt.
Eröffnung, Freitag, 5. September 2025, 19 Uhr Ausstellung bis 9. November 2025
Tiefer als der Tag – so der Titel der Ausstellung der österreichischen Fotografin Michaela Bruckmüller, die die Dunkelheit und die Tiefe des schwarzen Bildraums, die erst mittels Lichts greifbar wird, beforscht. Aus der Unendlichkeit des Schwarzes taucht erhellt eine farbig leuchtende Pflanzen- und Tierwelt auf. Wie herausgeschnitten haben Flechten, Blüten und Wurzeln ihre wertende, kategorisierende und zeitlich begrenzte Umgebung verlassen und repräsentieren als scharfgezeichnete Protagonistinnen Lebendigkeit und Vergänglichkeit. Bruckmüllers fotografische Serien verbildlichen symbiotische Verwobenheit und Verwandlung im Moment des Übergangs und hinterfragen Themen wie Abhängigkeit, Kommunikation, Abwesenheit und Zeitlosigkeit.
TERMINE Sonntag, 26. Oktober 2025, 11 Uhr Gespräch zwischen Michaela Bruckmüller und Benita Meißner, DG Kunstraum München
Sonntag, 9. November 2025, 17 Uhr Führung mit Ines Auerbach, Leitung Haus der Fotografie und Studienkirche St. Josef