DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Dazwischensein
Eine Kooperation mit
‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘

Dazwischensein ist eine Kooperation mit dem Projekt ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. 

Grenzgänge‘ ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. 

Im Kontext des Verbundes wird ein Buch realisiert, mit dem eine breite Öffentlichkeit auf eine Entdeckungsreise in die kulturelle Welt der Alpen mitgenommen wird. Jeder Beitrag ist an einem konkreten Ort in den Alpen angesiedelt, so dass auch eine ‚Begehung‘ möglich ist: Das Buch lädt ein, an ausgewählten Orten in Bayern, in verschiedenen Kantonen der Schweiz, in Italien und in Österreich zu weilen und die unterschiedlichen und gemeinsamen Aspekte von religiösen Praktiken, Gemeinschaften und Traditionen zu betrachten. Das Buch ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ wird am 5. September 2024 im DG Kunstraum präsentiert.

Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Auch die Fotorgrafien von Marco Volken (Dr. sc. nat., *1965) spielen eine zentrale Rolle. Volken ist freier Fotograf und Autor. Er hat zahlreiche Bücher zum Alpenraum verfasst und illustriert.

Als Teil des Verbundprojektes nähern sich zwei Setzungen im Jahresprogramm ‚Dazwischensein‘ im DG Kunstraum künstlerisch an die ‚Grenzgänge‘ an. 

Dazwischensein 4
3. bis 29. Mai 2024

Andrea Wolfensberger
(Möglichkeitsraum)

Filmprogramm: Judith Neuhäuserer ‚Everything Flows‘, 2023 und ‚All Heat Is The Same‘, 2023

Andrea Wolfensberger materialisiert in zwei Skulpturen aus Wellpappe Klang. Die Skulptur ‚Certainly Not‘ spielt mit dem Echo eines Berges auf ein ‚Ja‘ und ein ‚Nein‘. Die Anatomie des Klangs fragt nach dem schöpferischen Potenzial von Sprache, nach dem Zusammenhang zwischen Wort und Materie, Welle und Körper, dem Jetzt und seinem bleibenden Widerhall. „Wie es technisch zu dieser Formation kommt“, meint die Künstlerin, „muss man gar nicht genau wissen. Es ist eine Übersetzung.“ Durch die Schichtung zahlreicher Kartonteile ergibt sich eine verwobene, aufstrebende Struktur, die von einer Seite an einen Schutzort, eine Schutzmantel-Madonna, erinnert und von den anderen Seiten die Formation von Felsspalten aufnimmt.

Judith Neunhäuserer lebt in München und Mailand. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Abgrenzungsversuchen und ästhetischen und epistemischen Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Religion. Dabei geht es beispielsweise um Mythen und Träume als Grundlage von Entdeckungen, die Ritualisierung von Forschungsprozessen sowie unterschiedliche Sprachen und Symbolsysteme zur Formulierung von Modellen der und für die Welt. Expeditionen führten sie u.a. über den Atlantik an Bord der CMA CGM Puget, per Segelschiff nach Spitzbergen und zur Neumayer-Station III in der Antarktis.

Programm

Andrea Wolfensberger im Gespräch mit Prof. Dr. Boris Previšić
Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik von pre-art
Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
Akustische Grenzgänge: Konzert mit Lesung
Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)


Dazwischensein 7
6. September bis 2. Oktober 2024

Sandra Boeschenstein
(Möglichkeitsraum)

Filmprogramm: Lion Bischof ‚Refrain‘, ‚Gletscher‘, ‚Weatherbells‘, ‚Gipfelkreuz‘, ‚Il Curius Pader‘, ‚Descent‘, ‚Tunnel‘ und ‚Watchtowers‘, 2023

Sandra Boeschenstein ist Zeichnerin und Bergsteigerin. Diese zwei Handlungs-und Erkenntnisformen prägen ihre Wahrnehmung und schärfen sich gegenseitig im kontinuierlichen Überlagern durch die letzten Jahrzehnte. Der bisher expliziteste Aufruf der Alpen in ihrer Arbeit ist der Titel eines Zeichnungszyklus. Angesichts der ungestümen Präsenz der Bergkörper wurden Titel und Widmung eins: ‚Dem innersten m3 der Alpen‘. Es ist klar, dass sich das Vorstellungsbild des innersten Kubikmeters der Alpen niemals von der unantastbaren Größe seiner Imagination in reales Gesteinsmaterial überführen lässt. Sollte jemals ein Auge dem innersten m3 der Alpen begegnen, so würde dieser zu einem entblößten Felskubus oder eher zu einer ihm entsprechenden Staubwolke und seine Bezeichnung wäre verdampft und verloren. Dieser Vorstellung widmet die Künstlerin ihre Installation für den Möglichkeitsraum.

Der in München geborene Filmemacher und Videokünstler Lion Bischof hat zu musikalischen Kompositionen von Matthias Arter und Darija Andovska dokumentarische Kurzfilme gedreht, die zusammengenommen unter dem Titel ‚Passing‘ erscheinen und im DG Kunstraum zu sehen sein werden. Die Alpen bilden als geomorphologische Formation den gemeinsamen Ausgangspunkt, um mit den Mitteln der Musik und des Films über das Unvorhergesehene und Bedrohliche der Berge, aber auch über die geografischen Besonderheiten und den menschlichen Einfluss nachzudenken.

Programm

Buchpräsentation Grenzgänge – Religion und die Alpen
Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024
Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr

Sandra Boeschenstein im Gespräch mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati
Mittwoch, 11. September 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik
2. Oktober 2024

Weitere Informationen zum Projekt ‚Grenzgänge‘ finden Sie hier.

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Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

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Abb. 1: Foto: Marco Volken
Abb. 2: Buchcover ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen‘, Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024

Dazwischensein
Möglichkeitsräume
Jahresprogramm 2024

DE
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Mit dem Jahresprogramm steht nicht nur die Förderung der Künste im Fokus, sondern auch die Intensivierung des Diskurses von Mensch und Gegenwart. Für den DG Kunstraum heißt das, sich in ein diskursives Spannungsfeld zu bewegen.

Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit ‚Dazwischensein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.

Die vorhangähnliche, im Verlauf variierende Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum mit Werken von neun Künstler*innen.

Dazwischensein 1–9
Möglichkeitsräume
2024
(1) Bettina Khano – 19. Januar bis 15. Februar
(2) Simona Andrioletti – 23. Februar bis 21. März
(3) Viron Erol Vert – 29. März bis 25. April
(4) Andrea Wolfensberger – 3. Mai bis 29. Mai
(5) Manuela Illera – 7. Juni bis 4. Juli
(6) Katrin Bittl – 12. Juli bis 8. August
(7) Sandra Boeschenstein – 6. September bis 2. Oktober
(8) Judith Egger – 11. Oktober bis 7. November 
(9) Cana Bilir-Meier – 15. November bis 12. Dezember 

Eröffnungen jeweils am Vorabend ab 18 bis 21 Uhr

Gesprächspartner*innen
Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.

Filmprogramm
Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger u.a..

In Kooperation mit
Institut Kulturen der Alpen
Stiftung Lucerna
Marco Volken (Alpine Fotografie)
pre-art
Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, LMU München 

Öffnungszeiten während laufender Ausstellungen
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Geschlossen: Feiertags, Faschingsdienstag


Abb 1 Ausstellungsansicht Dazwischensein 1 Bettina Khano, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris
Abb 2 Jahresvorschau Dazwischensein 1 – 9. Möglichkeitsräume 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb 3 Bettina Khano, Hemdchen, 2023 (Ausschnitt), Vorhang aus Kunststoff, 642×345cm

EN
In 2024, ‚Dazwischensein‘ (Being in between) will provide the intellectual superstructure for nine short, individual artistic presentations that examine the topic in its various aspects. Being in between can be a thought, state or even a feeling. We want to understand being in between as an opportunity to see more and to grasp different perspectives at the same time.

The annual program not only focuses on promoting the arts, but also on intensifying the discourse on people and the present. For the DG Kunstraum this means moving into a discursive field of tension.

In what way can an exhibition space react to the developments of a society? How does an inviting environment arise so that people can talk, new ideas and perspectives can be developed or you can just unwind for a while? Art has the potential to lead us into the unknown and raise questions. With ‚Dazwischensein‘ we want to explore these questions and create a mediation space that remains an exhibition space, but also invites you to linger.

The curtain-like intervention ‚Hemdchen‘ by Bettina Khano, which varies over time, divides the space into a space of discourse and the ‚Möglichkeitsraum‘ (a space of possibility) with works by nine artists.

Dazwischensein 1–9
Spaces of possibility
2024
(1) Bettina Khano – January 19th to February 15th
(2) Simona Andrioletti – February 23rd to March 21st
(3) Viron Erol Vert – March 29th to April 25th
(4) Andrea Wolfensberger – May 3rd to May 29th
(5) Manuela Illera – June 7th to July 4th
(6) Katrin Bittl – July 12th to August 8th
(7) Sandra Boeschenstein – September 6th to October 2nd
(8) Judith Egger – October 11th to November 7th
(9) Cana Bilir-Meier – November 15th to December 12th

Openings the evening before from 6 p.m. to 9 p.m

Interlocutors
Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.

Film program
Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger and others.

In cooperation with
Institut Kulturen der Alpen
Stiftung Lucerna
Marco Volken (Alpine Fotografie)
pre-art
Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, LMU München 


Fig 1 Exhibition view of Dazwischensein 1 Bettina Khano, DG Kunstraum 2024, photos: Gerald von Foris
Fig 2 Annual preview of Dazwischensein 1 – 9. Möglichkeitsräume 2024, design: Bernd Kuchenbeiser
Fig 3 Bettina Khano, Hemdchen, 2023 (detail), plastic curtain, 642×345cm

Zwischen den Zeilen‘
Schüler*innen Workshops
mit Filomele

2024 widmet sich der DG Kunstraum den gedanklichen und künstlerischen Aspekten des Dazwischenseins.

Nach einer kurzen Ausstellungsführung wollen wir im Kreativworkshop das Dazwischen aufgreifen und untersuchen. Das Ich und das Andere, das Hier und Anderswo, die digitale und analoge Welt… das Dazwischen ist weder das Eine noch das Andere und lädt ein, darüber nachzudenken, welche Beziehung zwischen den Gegensätzen besteht. 

Diese Themen greifen wir auf und gestalten unsere eigenen Mini-Zines – gefaltete Heftchen, die mit winzigen Zeichnungen, Botschaften oder Collagen befüllt zu kleinen Mixed-Media Kunstwerken werden. Die Kinder und Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, den Raum und Anleitung, über ihr eigenes ‚Dazwischensein‘ in ihrem Leben nachzudenken und es künstlerisch zu verarbeiten. Die Mini-Zines werden bei Einverständnis der einzelnen Teilnehmer*innen auch ausgestellt in einer sich fortschreibenden Installation im DG Kunstraum: es entsteht ein Austausch, der den DG Ausstellungs- mit dem Kreativraum verbindet.

Das Angebot richtet sich jeweils an zwei verschiedene Zielgruppen, jedoch mit dem gleichen gedanklichen Überbau.

Zielgruppe 1: Offener Workshop
Kinder, Einzelpersonen
Max. Teilnehmer*innen: 10 (1 Workshopleitung)
Alter: 8 bis 15 Jahre
Anmeldung: über den DG Kunstraum info@dg-kunstraum.de
Dauer: 2 Stunden inkl. kurzer Pause
Termine: Di. 30.7.2024, 10 bis 12 Uhr, Mi. 20.11.2024, 9 bis 13 Uhr (Buß- und Bettag, 4 Stunden)

Zielgruppe 2: Geschlossener Workshop
Schulklassen, Gruppen, Organisationen
Max. Teilnehmer*innen 20 (2 Workshopleitungen)
Alter: 10 bis 18 Jahre
Anmeldung: Auf Anfrage über den DG Kunstraum info@dg-kunstraum.de oder Filomele post@filomele.de
Dauer: 2 Stunden inkl. kurzer Pause

Hinweise
Die Workshops sind kostenlos. Eine Anmeldung ist dringend erforderlich. Die Veranstaltungen richten sich an Kinder und Jugendliche, Schüler*innen. Im DG Kunstraum gibt es Wasser und Tee, Materialien oder spezielle Kleidung werden nicht benötigt bzw. vom DG Kunstraum gestellt.

Barrierefreiheit
Die Räumlichkeiten sind mit dem Rollstuhl über den rückwärtigen Eingang ebenerdig zu erreichen. Bitte klingeln Sie am Vordereingang, so können wir Ihnen den Eingang über den Innenhof öffnen. Dieser liegt bei Siemens und ist über den Durchgang direkt rechts neben dem DG Kunstraum zugänglich. Der vordere Haupteingang führt über zwei Stufen nach unten in den Ausstellungsraum. Unsere Angebote richten sich generell auch an Interessierte mit Behinderung. Bitte wenden Sie sich im Vorfeld an uns, um individuelle Fragen zu klären.

In Kooperation mit Filomele und Musenkuss
Unterstützt durch die Curt Wills Stiftung


Abb.: Schüler*innenworkshop zum Dazwischensein mit Filomele / Klaus Erika Dietl und Steffi Müller, Dazwischensein 1 Bettina Khano und Dazwischensein 2 Simona Andrioletti, DG Kunstraum 2023, Fotos: Dr. Alexandra Cerny, Benita Meißner, Steffi Müller

Plakate
Dazwischensein 1–9

Plakat
Dazwischensein 1–9

(1) Bettina Khano 19. Januar bis 15. Februar
(2) Simona Andrioletti 23. Februar bis 21. März
(3) Viron Erol Vert 29. März bis 25. April
(4) Andrea Wolfensberger 3. Mai bis 29. Mai
(5) Manuela Illera 7. Juni bis 4. Juli
(6) Katrin Bittl 12. Juli bis 8. August
(7) Sandra Boeschenstein 6. September bis 2. Oktober
(8) Judith Egger 11. Oktober bis 7. November
(9) Cana Bilir-Meier 15. November bis 12. Dezember

Limitierte Auflage (je 10 Stück pro Setzung)
DIN A0, ca. 80 x 120 cm
Je EUR 5,-
Erhältlich im DG Kunstraum oder unter info@dg-kunstraum.de

**Sonderplakate**
Elektronische Kammermusik
Pole
Sunroof

limitierte Auflage 
DIN A0, ca. 80 x 120 cm 
EUR 10,-

Abb. 1–7: Plakate Dazwischensein 1–7, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb. 8: Außenansicht DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris
Abb. 9: Plakat Sonderkonzert Elektronische Kammermusik Pole und Sunroof, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Dazwischensein
Diskursraum
Bücher, Gespräche und Filmprogramm 2024

Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit ‚Dazwischensein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.

Die vorhangähnliche, im Verlauf variierende Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum mit Werken von neun Künstler*innen.

Der Diskursraum lädt mit seinen eigens dafür konzipierten Sitzmöbeln ein, sich mit dem kuratierten Filmprogramm und dem wechselnden Buchangebot auseinanderzusetzen. In diesem Raum laden wir auch zu Künstler*innengesprächen mit jeweils einem*r Geisteswissenschaftler*in ein. 

Hierbei wird ‚Dazwischensein‘ aus verschiedenen Warten besprochen, darunter Intersektionalität , Denken & Fühlen sowie (Un-)Kontrollierbares vor allem im Hinblick auf die Beziehung Mensch und Natur.

Gesprächspartner*innen
Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.

Filmprogramm
Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger u.a..

Abb.: Ausstellungsansicht Dazwischensein Diskursraum, Dazwischensein 1 – 3, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris

Kirche Raum Gegenwart‘
Wanderausstellung
Stationen

Kirche Raum Gegenwart‘ erfreut sich großem Interesse und wandert nach der Ausstellung im DG Kunstraum weiter durch viele Städte deutschlandweit.

Nächste Stationen

St. Michael, Ulm (Wengenkirche)
24.3. bis 22.4.2023

St. Martin, Leutkirch (Leutekirche)
25.5. bis 30.6.2023

St. Agatha, Aschaffenburg
1.11. bis 18.12.2023

Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen
25.11.2023 bis 31.1.2024

Hugenottenkirche, Erlangen
5.1. bis 10.2.2024

Kirchengemeinde Freiburg-Südwest
19.2. bis 25.3.2024

Haus am Dom, Frankfurt a.M.
26.3. bis 8.5.2024

Evangelische Christuskirchengemeinde Mainz
21.6. bis 25.8.2024

Im Anschluss wird ‚Kirche Raum Gegenwart‘ an vielen weiteren Orten gezeigt werden. Über aktuelle Laufzeiten und kommende Stationen informieren wir sobald als möglich. Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner*innen vor Ort.

Stimmen über die Wanderausstellung:

Eine inspirierende Ausstellung, die manches beantwortet, aber auch vieles offen lässt. Ich nehme den Mut zur Veränderung mit und die Hoffnung, dass Schönes, Gutes, Nutzbares und vor allem Gemeinschaft überdauert.“

Sehr interessante Ausstellung! Toll, wenn Kirchengebäude Bestandteil unseres kulturellen Erbes heilen können und weiter nachhaltig und gemeinnützig genutzt werden können. Gefragt sind hier wohl besonders kreative Architekt*innen, die Alt und Neu verbinden können zum Wohle der Menschen, die die Gebäude weiter nutzen und den Raum erfahren dürfen.“

Super spannende Ideen, vielen Dank für die Aufarbeitung und das Aufmerksam-Machen. Die Ausstellung macht Hoffnung. Mich würden noch weitere Beispiele aus dem Ausland interessieren.“

Eine toll recherchierte Ausstellung über ein wichtiges Thema! Toll, dass Menschen neue und gemeinwohlorientierte Ideen zum Wohnen entwickeln und kirchlicher Bestand umgenutzt werden kann. Die Texte sind sehr verständlich und präzise!“

Kirchliche/Sakrale Gebäude für soziale Zwecke zu nutzen bedarf doch eigentlich keiner Entweihung. Ist es nicht der hauptsächliche Zweck der Kirche sozial zu sein und sozialen Zusammenhalt zu fördern???“

Ausstellungsansicht ‚Kirche Raum Gegenwart‘ DG Kunstraum Diskurs Gegenwart 2023, Foto: Gerald von Foris

Ausstellung
Dazwischensein 4 
Andrea Wolfensberger
3. Mai bis 29. Mai 2024

Dazwischensein 1–9
Möglichkeitsräume
2024

Dazwischensein 4
Andrea Wolfensberger
(Möglichkeitsraum)

Manaf Halbouni
Judith Neunhäuserer
(Filmprogramm)

Ausstellung von 3. Mai bis 29. Mai 2024
Eröffnung Donnerstag, 2. Mai 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Als Teil eines größeren Verbundprojektes nähert sich ‚Dazwischensein 4‘ künstlerisch an das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ an, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Im Rahmen der Finissage von Dazwischensein 4 werden die beim Alpentöne Festival 2023 uraufgeführten und von Darija Andovska und Matthias Arter eigens komponierten ‚Akustischen Grenzgänge‘ von den pre-art soloists präsentiert.

Andrea Wolfensberger hat für Dazwischensein 4 neue Werke ausgewählt, die im DG Kunstraum zum ersten Mal gezeigt werden. Ihre Setzung besteht aus zwei großen Skulpturen aus Wellpappe, einem Material mit dem sie seit vielen Jahren arbeitet und mit dem sie eine Übersetzung von Klang in Form entwickelt. Dabei entsteht eine Notation, eine Metasprache, die nur schwer rückführbar ist; eine Reaktion auf die Reduktion der Sprache in der digitalen Welt auf 0 und 1, auf Ja und Nein. Die Anatomie des Klangs fragt nach dem schöpferischen Potenzial von Sprache, nach dem Zusammenhang zwischen Wort und Materie, zwischen Welle und Körper, zwischen dem Jetzt und seinem bleibenden Widerhall.

Für die langgestreckte Skulptur aus der Reihe ‚Zwischen Ja und Nein‘ nutzt die Schweizer Künstlerin die Tonspuren eines „Ja“ und eines „Nein“. Die hoch aufragende Skulptur vereint acht verschiedene Stimmen, die paarweise jeweils eine pro und eine contra Position einnehmen. Wolfensberger nimmt Bezug auf die Grundlage der Demokratie: die Debatte. Besonders in der Abgeschlossenheit der Schweizer Täler waren die Menschen darauf angewiesen gemeinsam Lösungen zu finden, der oppositionellen Argumentation zuzuhören, und so einen neuen Raum zu schaffen, der grösser ist als das einzelne „Ja“ und das einzelne „Nein“.

Die Pro- und Kontra-Stimmen werden in Form von Schallwellen überlagert, so entstehen gekrümmte Flächen, das Konstruktionselement für den dreidimensionalen Körper. Durch die Schichtung unzähliger Kartonteile ergibt sich eine verwobene, aufstrebende Struktur, die von einer Seite an einen Schutzort, eine Schutzmantel Madonna erinnert und von den anderen Seiten die Formation von Felsspalten aufnimmt. Es entstehen Räume des Dazwischenseins, Räume neuer Möglichkeiten.

Während die Skulpturen das gesellschaftliche Miteinander reflektieren, befassen sich die Papierarbeiten in der Ausstellung zeichnerisch mit der Symbiose von Pflanzen. Flechten sind Doppelwesen aus Algen und Pilzen, die wie die Bakterien zu den ersten Lebewesen auf unserem Planeten zählen. Flechten treten besonders in Lebensräumen mit extremen Klimabedingungen, wie den Bergen oder im Eis zum Vorschein, Regionen, die für höhere Pflanzen zu trocken, zu nährstoffarm oder zu kalt sind. Wie haben sie überlebt? Was können wir von ihnen lernen? „In dieser Symbiose aus Alge und Pilz wird die Grenze zwischen Individuum und Gemeinschaft eklatant verwischt. Aber erst in höchster Not schlangen sich die Hyphen um die Algen, und erst wenn diese unter großem Stress standen, ließen sie die Avancen geschehen“ (Robin Wall Kimmerer, Geflochtenes Süssgras, S.316).

Andrea Wolfensberger (*1961 in Zürich) lebt und arbeitet in Waldenburg und Zürich (CH) und ist Bildhauerin und Installationskünstlerin. Sie studierte an der École Supérieure d’Art Visuel in Genf. Im künstlerischen Diskurs zum Thema Natur bezieht Andrea Wolfensberger mit Skulptur, Video und Installationen eine sehr eigene, stringente Position, die naturwissenschaftliche Abstraktion und erzählerische Poesie vereint. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Auszeichnungen sowie Residencies in Paris und Rom. Sie unterrichtet an der Hochschule der Künste Bern. Seit 1986 hatte sie zahlreiche Ausstellungen in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich und realisierte Arbeiten im öffentlichen Raum und als Kunst am Bau.

Gesprächspartner: Prof. Dr. Boris Previšić (*1972) ist Professor für Kultur- und Literaturwissenschaften an der Universität Luzern sowie Direktor des Urner Instituts Kulturen der Alpen in Altdorf. Er publiziert und lehrt zum Verhältnis zwischen Literatur und Musik, zu Interkulturalität sowie zu Klimafragen. 2021 begründete Previšić das Online-Magazin Syntopia Alpina, das sich mit den Herausforderungen in den Alpen beschäftigt.

Filmprogramm
Manaf Halbouni beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit islamfeindlichen Äußerungen und der Angst vor Flüchtlingen in Deutschland. ‚Nowhere Is Home‘ ist ein bewegendes Zeugnis von Verlust, Widerstandsfähigkeit und Hoffnung für über 50 Millionen Vertriebene auf der ganzen Welt, die oft gezwungen sind, hastig ein paar wertvolle Habseligkeiten zusammenpacken, bevor sie einem drohenden Krieg, den Auswirkungen der Klimaerwärmung oder einem sonstigen Konflikt entkommen können.

Judith Neunhäuserer zeigt in ihrer Serie ‚Five Encounters‘, die 2022 in Spitzbergen entstanden ist, die Begegnung von Mensch und Eis in unterschiedlichen Perspektiven auf Natur. Die Auswirkungen der Klimaerwärmung im Anthropozän sind vor allem in den geologischen Extremregionen der Erde nachvollziehbar. So ist diese nicht nur in der Bergwelt der Alpen sondern auch in der Arktis eklatant präsent. Judith Neunhäuserer geht in ihrem roten Polaranzug eine spielerische Verbindung mit der Landschaft ein. Der Soundtrack für ‚Everything Flows‘ wurde in Konversation mit dem buddhistischen Mönch, Teemeister und national artist Daum (Gwangju) auf Koreanisch aufgenommen und von Hobin Kim simultan ins Englische übersetzt. Adrian Sölch (München) hat für ‚All Heat Is The Same‘ ein Musikstück komponiert.

Manaf Halbouni (*1984 in Damaskus, Syrien) lebt und arbeitet überall, wie er sagt. Halbouni studierte Bildhauerei an der Universität Damaskus und der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sein ‚Fluchtauto‘ am Dresdner Theaterplatz, Schauplatz montäglicher Pegida-Versammlungen, hat den syrisch-deutschen Künstler Manaf Halbouni bekannt gemacht. Nach der Teilnahme an der Biennale in Venedig wurden seine Werke im Victoria and Albert Museum und im Museum der bildenden Künste Leipzig präsentiert, wo er auch eines seiner Fluchtautos zeigte. Im Rahmen seiner Installation Monument ließ er in Dresden drei Busse vertikal aufstellen, die an den Krieg in Syrien erinnern und eine Botschaft des Friendens in die Welt tragen sollen.

Judith Neunhäuserer (*1990 in Bruneck, Italien) lebt in München und Mailand. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Abgrenzungsversuchen und ästhetischen und epistemischen Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Religion. Dabei geht es beispielsweise um Mythen und Träume als Grundlage von Entdeckungen, die Ritualisierung von Forschungsprozessen sowie unterschiedliche Sprachen und Symbolsysteme zur Formulierung von Modellen der und für die Welt. Judith Neunhäuserer studierte Bildhauerei sowie Religions- und Kulturwissenschaften in München und Istanbul. Expeditionen führten sie zur Neumayer-Station III in der Antarktis, per Segelschiff nach Spitzbergen und über den Atlantik an Bord der CMA CGM Puget, zum spanischen Untergrundlabor LSC Canfranc und zu Archiven in Cambridge und London. Kürzlich ist sie aus Südkorea zurückgekehrt. Neben Ausstellungen präsentiert sie ihre Forschung in Vorträgen, Gesprächen und Publikationen wie der Zeitschrift Albedo 2018 und der Enzyklopädie Tekeli-li 2021.

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 2. Mai März 2024, 18 bis 21 Uhr
Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr
Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender
Benita Meißner, Kuratorin

Andrea Wolfensberger im Gespräch mit Prof. Dr. Boris Previšić
Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik von pre-art
Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png
Abb. 1–7: Ausstellungsansichten Dazwischensein 4, Andrea Wolfensberger, DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris
Abb. 8: Plakat Dazwischensein 4 Andrea Wolfensberger, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Ausstellung
Dazwischensein 3
Viron Erol Vert
2. April bis 25. April 2024

Dazwischensein 1–9
Möglichkeitsräume
2024

Dazwischensein 3
Viron Erol Vert
(Möglichkeitsraum)

Sonya Schönberger
(Filmprogramm)

Ausstellung von 2. April bis 25. April 2024 (Karfreitag geschlossen)
Eröffnung Donnerstag, 28. März 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Viron Erol Vert lädt dazu ein, den dritten Möglichkeitsraum des Jahresprogramms ‚Dazwischensein‘ als Entität und Körper wahrzunehmen, in dem Themen wie Migration und Adaption verhandelt werden können. In seinen Arbeiten, die vom Zustand und der Atmosphäre des Dazwischenseins geprägt sind, verwebt der Künstler verschiedene Kulturen, Materialien, Sprachen, Ausdrucksformen und auch Lebensauffassungen zu einer hybriden, komplementären Identität. Dies erwächst aus seiner eigenen interkulturellen Familie und Umgebung, da er zwischen Deutschland, der Türkei und Griechenland aufgewachsen ist. In seiner künstlerischen Praxis hinterfragt und untersucht der Berliner Künstler verschiedene Aspekte und Sichtweisen auf das Eigene und das Fremde.

Die ortsspezifische Installation besteht aus einem kleinen dreiseitigen Vintage Reisespiegel, der die Besucher*innen einlädt, das ‚Ich‘ im verdunkelten Raum zu verorten. Das Objekt aus den 1920–30er Jahren verkörpert durch seine Geschichte, die Themen des Reisens und der Migration. Der dreiseitige Spiegel taucht als Motiv immer wieder in der Kunstgeschichte auf. Auch Andy Warhol, dessen Selbstbildnisse von zentraler Bedeutung sind in seinem Werk, lässt sich mit einem dreiseitigen Spiegel ablichten. Ihn interessierte dabei die Neuerfindung der Identität und die Aufhebung der Subjektivität.

Die Zahl drei verkörpert in vielen Kulturen das Ganze, wie die Dreifaltigkeit. Drei steht aber auch in Verbindung mit Reflektionen zum ‚Selbst‘, wie im systemischen Modell von Sigmund Freud mit dem ‚Ich, Es und Über-Ich‘. Viron Erol Vert hat diesen dreiteiligen Spiegel mit den Wörtern ‚Else‘, ‚Where‘ und ‚From‘ versehen. Beim Blick in den Spiegel ergeben die Wörter, von den verschiedenen Ansichten gelesen, immer eine neue Bedeutung und Gewichtung. In den gegenseitigen Reflexionen erkennt man unendliche scheinende, sich reflektierende Lebenswege und ein Meandern der Wörter, der Fragen und ihrer Antworten – letztlich unseres Selbst an sich.

Die aufkommenden Themen wie Migration und Zugehörigkeit werden durch die Klangcollage ‚A, Aleph, Alif…‘ flankiert. Zu hören ist die Stimme des Künstlers, der das Buchstabier-alphabet in sieben verschiedenen Sprachen rezitiert. Es sind die Sprachen mit denen Vert aufgewachsen ist. Hier spielt die Zahl sieben eine Schlüsselrolle, denn sie ist die Zahl der Suchenden, der Denkerinnen, der Wahrheitssucherinnen oder auch ‚Gottes Zahl‘, die Zahl der Vollendung. Die Numerologie verbindet unterschiedlichste Kulturen, ihre Ursprünge gehen zurück auf Pythagoras und die Zeit zwischen 569 und 470 v. Chr.

Die Identität eines Menschen wird durch Sprache, Elternhaus und Kultur beeinflusst. Wenn Menschen ihre angestammten Orte verlassen und Grenzen überwinden, dann werden die Trennlinien, das Andere, deutlicher wahrgenommen. Grenzen eines Landes, eines kulturellen Selbstverständnisses oder eines Diskursfeldes lösen Fragen nach dem Innen und Außen, nach den möglichen Unterscheidungslinien zwischen Selbstbild und Fremdheit aus. Solche Aushandlungen berühren ernsthafte Fragen nach Identität, die entweder bestätigt und verfestigt oder auch pluraler und gespaltener entwickelt wird. Zutage treten die inneren Komplexitäten und Differenzen von Identitätskonstruktionen, sei es auf der Subjektebene oder der Ebene der Kollektive und Gemeinschaften, es ist ein Dazwischensein der Identitäten.

Viron Erol Vert (*1975 in Varel) lebt und arbeitet zwischen Berlin und dem mediterranen Raum. Vert studierte Modedesign an der ESMOD sowie der HTW Berlin, Bildende Kunst an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen und Textil- und Flächendesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. In seiner künstlerischen Praxis hinterfragt er Identität und Affinität zu verschiedenen Aspekten und Sichtweisen des Eigenen und des Fremden. Seine persönliche Multikulturalität spielt in seinem Forschen eine Schlüsselrolle, ebenso wie die enge Verbindung zu verschiedenen Club-Kontexten Berlins. Zu seinen zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gehören u.a. ‚Born in The Purple´, Kunstraum Kreuzberg, Berlin (2017), ‚Kösk & Kiosk´, Ruhr Ding: Schlaf, Urbane Künste Ruhr, Mülheim a.d.Ruhr (2023) und ‚The Hermit´, National Museum of Modern Art, EMST, Athen (2023). Bis vor kurzem war Vert Stipendiat der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart.

Gesprächspartner: Christian Uhle ist Philosoph und lebt in Berlin. Er studierte Philosophie, Physik und Volkswirtschaftslehre. Als Wissenschaftler hat er zum Sinn des Lebens sowie gesellschaftlichen Transformationen geforscht und seine Perspektiven in zahlreichen Vorträgen und Gastbeiträgen öffentlich gemacht. Er war philosophischer Berater der Arte-Serie ‚Streetphilosophy‘ sowie Host mehrerer Veranstaltungsreihen.

Filmprogramm
Sonya Schönberger
Berliner Zimmer – 3 Kapitel
ca. 11 Stunden
‚Hier leben‘ mit: Dagmara Genda, Annett Gröschner, Sonja Hornung, Christa Joo Hyun D‘Angelo, Elza Javakhishvili, Kallia Kefala, Silvina Der Meguerditchian, Nnenna Onuoha, Tanja Ostojić, Barbara Panther
‚Solidarisieren‘ mit: Karin Baumert, Werner Brunner, Renate Drews, Brezel Göring und Ringo
‚Mithalten’ mit: Hannah Kruse, Wolfgang Müller, Adrian Nabi, Rosemarie Richter und Sophia Tabatadze

Das Berliner Zimmer ist ein langzeitlich angelegtes Videoarchiv der Künstlerin Sonya Schönberger. Darin erzählen Berliner*innen von ihrem Leben in der Großstadt und ihren persönlichen Erinnerungen. Die Geschichten der Menschen und die Einblicke in die unterschiedlichen Orte einer Stadt transportieren nicht nur den Zeitgeist, sondern es werden auch solche Themen und zeitrelevante Fragen festgehalten, die zeigen, wer ‚wir‘ zu diesem spezifischen Zeitpunkt an diesem Ort sind. Dem zugrunde liegt die Überzeugung, dass das große Ganze sich im Kleinen widerspiegeln und hier auf eine sehr persönliche und empathische Weise bewusst gemacht werden kann.

Die Videointerviews bilden eine Sammlung realer Einzelgeschichten der Bewohner*innen Berlins. Das digitale, künstlerische Archiv der Gegenwart wurde 2018 gestartet und soll hundert Jahre lang fortgeschrieben werden. Die ausgewählten Themen ‚Hier leben‘ ‚Solidarisieren‘ und ‚Mithalten’ wurden im Hinblick auf das Jahresprogramm Dazwischensein ausgewählt und treten in Dialog mit der Setzung im Möglichkeitsraum von Viron Erol Vert.

Sonya Schönberger (*1975) lebt und arbeitet in Berlin. Schönberger studierte Ethnologie und Philosophie an Freie Universität Berlin, Europäischen Ethnologie an der Humboldt Universität Berlin sowie Experimentelle Mediengestaltung an der UdK Berlin. Heute bewegt sie sich als Künstlerin zwischen den Medien Fotografie, Installation, Theater, Sound, Publikation und Film. In ihrer Praxis setzt sie sich mit biografischen Brüchen vor dem Hintergrund politischer oder sozialer Umwälzungen auseinandersetzt. Quelle ihrer Arbeiten sind die Menschen, die in biografischen Gesprächen über sich berichten. So sind einige Archive entstanden, aber auch bereits existierende, zum Teil gefundene Archive fließen in ihre Arbeit ein.

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 28. März 2024, 18 bis 21 Uhr
19.30 Uhr
Begrüßung
Dr. Ulrich Schäfert, Geschäftsführender Vorstand

Videogruß zum Gründonnerstag
Eva Haller, Präsidentin der Europäische Janusz Korczak Akademie e.V.
Imam Belmin Mehic, Vorstand Münchner Forum für Islam e.V.

Einführung Ausstellung
Benita Meißner, Kuratorin

Viron Erol Vert im Gespräch mit Christian Uhle
Mittwoch, 10. April 2024, 19 Uhr

Spring & Walk
Rundgang 1 mit Catrin Morschek
Samstag, 13. April 2024, 11 bis 18 Uhr

Finissage mit Musik von ‚Leonie singt‘ (Duo-Version)
Donnerstag, 25. April 2024, 19 Uhr

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

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Abb.: Ausstellungsansichten Dazwischensein 3, Viron Erol Vert, Fotos: Gerald von Foris

Plakat 
Dazwischensein 3
Viron Erol Vert

limitierte Auflage (10 Stück)
DIN A0, ca. 80 x 120 cm 
EUR 5,-
erhältlich im DG Kunstraum

Ausstellung
Dazwischensein 2 
Simona Andrioletti
23. Februar bis 21. März 2024

Im Rahmen des Jahresprogramms ‚Dazwischensein – Möglichkeitsräume‘ laden wir Sie und Euch herzlich ein zur zweiten Ausstellung

Dazwischensein 2
Text me when you get home <3
Simona Andrioletti
(Möglichkeitsraum)

Empfangshalle
Nnenna Onuoha
(Filmprogramm)

Ausstellung von 23. Februar bis 21. März 2024
Eröffnung Donnerstag, 22. Februar 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt das Thema ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die es in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Für Dazwischensein 2 knüpft Simona Andrioletti im Möglichkeitsraum mit an das Projekt ‚If It Feels Wrong It Is Wrong‘ an, welches sie 2020 als Sensibilisierungskampagne zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt ins Leben gerufen hat. Die neue Präsentation ‚Text me when you get home <3′ besteht aus zwölf unterschiedlichen Wolldecken mit Motiven in die sich die Besucher*innen wickeln können, um auf den eigens dafür entworfenen Sitzgelegenheiten zu verweilen. Die gestrickten Motive auf den Decken stehen deutlich im Kontrast zum Gefühl von Wärme und Geborgenheit der Merinowolle. Andrioletti spannt einen großen Bogen von der griechischen Mythologie bis in die Gegenwart und greift bekannte sexuellen Übergriffe der Geschichte, wie Apollo und Daphne, auf. Das aktuellste Beispiel zeigt Italiener*innen in Bologna, die unter dem Aufruf ‚Non una di meno‘ sich den argentinischen Demonstrationen anschließen, die seit 2015 gegen Femizide in ihrem Land auf den Straßen stattfinden.

Die Decken sind im Stil von Fanzines gestaltet, die Mitte der 1950er-Jahre in den USA entstanden sind. Diese Amateur*innenmagazine richteten sich an Fans eines bestimmten Interessengebiets wie Underground-Musik, unabhängige Literatur oder Subkulturen. Sie boten die Möglichkeit, eine Botschaft über ein kostengünstiges Medium, das in Massenproduktion hergestellt werden konnte, einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Trotz der starken Botschaften bieten die Decken einen vorübergehenden sicheren Raum für den Geist und werden zu einer symbolischen Barriere zwischen uns und der Außenwelt.

Andrioletti greift in ihrer künstlerischen Arbeit komplexe soziale Dynamiken und Phänomene auf. Sie setzt Sprache und Kunst als Dokumentations- und Kommunikationsmittel ein, um in aktuelle Debatten einzutauchen und ein breites Publikum für diese Themen zu sensibilisieren. Sie versucht auf mehreren Ebenen mit der Gesellschaft in Austausch zu treten, so organisierte sie u.a. Workshops, um sich mit der Situation von Jugendlichen mit benachteiligtem sozialem Hintergrund auseinanderzusetzen. Ihr Augenmerk liegt dabei auf den Subkulturen des Internets und den Sozialen Medien. Durch die ständige mediale Begleitung, sei es in den Nachrichten oder in den Sozialen Medien, gibt es viele „Gelegenheiten“, wie Susan Sontag sagt, „mit dem Schmerz anderer konfrontiert zu werden“. Wen der Schmerz vieler überall und immer präsent ist, lässt er die Bedeutung der einzelnen Ereignisse kleiner werden. Welche Wirkung hat er auf uns? Handelt es sich tatsächlich um etwas Fremdes, das uns nichts angeht? Können wir uns in den Schmerz anderer hineinversetzen oder sind wir inzwischen sogar süchtig danach?

Zur Eröffnung und der Finissage findet eine Performance mit zwei FLINTA* statt, die die künstlerische Installation aktivieren. Dabei wird das Bewegungsrepertoire sowohl die Interaktion mit den Decken selbst als auch die choreografische Darstellung von Bewegungen und Griffen zur Selbstverteidigung und Abwehr von Gewalt umfassen. Begleitet werden die Auftritte von einem Live-Konzert mit der Sängerin und Aktivistin Gündalein.

Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der LMU, Ludwigs-Maximilians-Universtität München, Urner Institut Kulturen der Alpen‘ und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

Simona Andrioletti (*1990 in Bergamo) lebt und arbeitet in München und Mailand. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Olaf Nicolai und Gregor Schneider und der Accademia di Belle Arti di Brera Milan bei Gianni Caravaggio. Andriolettis Arbeiten wurden international in Museen und Kunstinstitutionen ausgestellt, darunter Villa Stuck, Lothringer13, Kunstverein, Federkiel Stiftung, Nir Altman Galerie in München, MACRO Museum und Mattatoio in Rom, ViaFarini in Mailand, E.ART.H in Verona, Museo del Novecento in Florenz sowie Galerie Réféctoire des Nonnes und Palais Bondy in Lyon.

Gesprächspartnerin: Dr. Claudia Büttner (*1965) ist promovierte Kunsthistorikerin und Kuratorin. Der Schwerpunkt ihrer Vorträge, Publikationen, Beraterinnentätigkeit und Forschung sind alle Formen von Kunst im öffentlichen Raum sowie im Kontext der Architektur. Büttner lehrte Kunstgeschichte an TU Berlin, TU München und an der Kunstuniversität Linz und forscht für das Bundesbauministerium unter anderem zur Kunst am Bau.

Empfangshalle ist das 2000 in München gegründete Künstlerduo Corbinian Böhm (*1966 in München) und Michael Gruber (*1965 in Mallersdorf). Das Duo macht seit 1998 Kunst mitten in der Gesellschaft und mit gesellschaftlichen Strukturen. Die konzeptuellen Arbeiten manifestieren sich in temporären Aktionen, Videoarbeiten, Fotografien oder Skulpturen. Dabei wird das Publikum als aktiver Betrachter mit in die Arbeiten eingebunden. Zahlreiche dieser Projekte wurden für den öffentlichen oder halb-öffentlichen Raum konzipiert, von Schulen über Kirchen bis hin zu einem Gefängnis oder zum Carport der Münchner Abfallwirtschaft und sich über den gesamten Stadtraum erstreckend: 2003 verwirklichte das Duo die Arbeit ‚Woher Kollege Wohin Kollege‘ mit den Müllmännern des Abfallwirtschaftsbetriebs München. Beide leben in München und haben einen Lehrauftrag an der Akademie der Künste und der TU München. Sie engagieren sich seit langer Zeit aktiv beim Bundesverband Bildender Künste BBK.

Nnenna Onuoha (*1993 in Lagos, Nigeria) lebt und arbeitet in Berlin. Die ghanaisch-nigerianische Künstlerin, Autorin und Forscherin ist binationale Doktorandin in Medienanthropologie an der Harvard University sowie in Global History an der Universität Potsdam. Ihre Arbeit erforscht monumentales Schweigen rund um die Geschichte und das Nachleben des Kolonialismus in Westafrika, Europa und den Vereinigten Staaten. Zentral ist die Frage: Wie erinnern wir uns, welche Vergangenheiten möchten wir zeigen und warum? Ihre Praxis konzentriert sich auf afrodiasporische Stimmen und dreht sich um Prozesse des kollektiven Erinnerns; das Zusammenfügen der Vergangenheit Stück für Stück. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Galerie im Turm, der Galerie im Körnerpark, dem Kunstverein Hamburg, dem KW Institute for Contemporary Art, dem Museum of Modern Art Shanghai und der Johannesburg Art Gallery gezeigt. Zuletzt erhielt sie den Preis der Amadeu Antonio Stiftung 2023.

Filmprogramm
Empfangshalle
3 Sekunden, 1999
Film, 2:41 Minuten

Nnenna Onuoha
The A‑Team, 2021
Film, 17 Minuten

Nnenna Onuoha
Rosenfelde, 2021
Film, 5 Minuten

Programm
Eröffnung mit Performance
Donnerstag, 22. Februar 2024, 18 bis 21 Uhr
Einführung 19 Uhr
Lioba Leibl, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands
Benita Meißner, Kuratorin
Performance 19.30 Uhr
Simona Andrioletti (Konzept), Nicola Kötterl (Choreografie), Wiebke Dobers und Eléonore Barbara Bovet (Performance), Gündalein (Gesang), Nicolas Maximilian (Musik), Noah Kretschmann (Beat), Felix Neumann (Grafikdesign)

Simona Andrioletti im Gespräch mit Dr. Claudia Büttner
Donnerstag, 7. März 2024, 19 Uhr

Finissage mit Performance
Donnerstag, 21. März 2024, 19 Uhr

Abb 1–7 Ausstellungsansicht Dazwischensein 2, Simona Andrioletti, Text me when you get home <3, DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris
Abb 8 Poster Dazwischensein 2, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser 

Plakat 
Dazwischensein 2
Simona Andrioletti

limitierte Auflage (10 Stück)
DIN A0, ca. 80 x 120 cm 
EUR 5,-
erhältlich im DG Kunstraum

Ausstellung
Dazwischensein 1
Bettina Khano
19. Januar bis 15. Februar 2024

Im Rahmen des Jahresprogramms ‚Dazwischensein – Möglichkeitsräume‘ laden wir Sie und Euch herzlich ein zur ersten Ausstellung

Dazwischensein 1
Bettina Khano
(Möglichkeitsraum)

Karen Irmer
Sven Johne
(Filmprogramm)

Ausstellung von 19. Januar bis 15. Februar 2024

Im Jahr 2024 widmet sich der DG Kunstraum in neun aufeinanderfolgenden künstlerischen Präsentationen einem einzigen Thema: ‚Dazwischensein‘ – das kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein, es ist auf jeden Fall symptomatisch für eine Vielzahl an Themen, die die heutige Gesellschaft beschäftigen. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und uns darauf einzulassen. Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit Dazwischensein möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.

Eine vorhangähnliche Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum. Der Diskursraum lädt mit seinen eigens dafür konzipierten Sitzmöbeln ein, sich mit dem kuratierten Filmprogramm und einem begleitenden Buchangebot auseinanderzusetzen. In diesem Raum laden wir auch zu Gesprächen mit jeweils einem*r Geisteswissenschaftler*in ein.

Den ersten Möglichkeitsraum bespielt Bettina Khano, die mittig ein viereckiges Stahlgerüst platziert, das von einem Geflecht aus langen, bräunlichen PVC-Streifen überzogen ist. Aus einiger Entfernung blickt eine getufte schwarze Maske, die an ein übergroßes Gesicht erinnert, auf die Konstruktion im Raum. Auf dem Boden verstreut liegen Objekte aus Glas, die Erinnerungen an herabgefallene Blätter aufrufen doch gleichzeitig eine durch Gewalt zerbrochene Flasche zu erkennen ist. Die Szene hat etwas postapokalyptisches und gleichzeitig auch ganz Urtümliches: die Zeltkonstruktion lockt die Betrachter*innen an, die weiche dunkle Maske beobachtet und die Blätter aus Glas unterstreichen die Fragilität der Szene. Die scheinbar zusammenstürzende Zeltkonstruktion lässt Vergleiche mit nicht funktionierenden Systemen aufkommen, die neu überdacht werden sollten.

Bettina Khano nähert sich in ihrem Beitrag dem Thema ‚Denken versus Fühlen‘ an. Sie beschreibt, dass sie sich bei der Konzeption der Werke auf ihre Intuition und das Agieren der Hände konzentriert hat, um das Rationale in den Hintergrund treten zu lassen. Bestimmte Regionen unseres Gehirns sind mit kognitiven Funktionen verbunden, während andere mit emotionalen Prozessen in Verbindung stehen. In vielen Situationen arbeiten Denkprozesse und emotionale Reaktionen Hand in Hand, um menschliches Verhalten zu formen. Daher ist eine ganzheitliche Betrachtung dieser Aspekte oft sinnvoll. Das Sehen und Fühlen wird von der Künstlerin absichtlich in unterschiedliche Richtungen gelenkt: das was wir sehen erscheint vertraut, ist es aber nicht, es entsteht ein wahrnehmbarer Widerspruch. Die einzelnen Objekte sind alle figürlich und haben doch etwas Abstraktes. Es ist wie ein Ende oder auch ein Anfang, ein Dazwischen eben, in dem so viel Potenzial liegt.

Bettina Khanos Vorhang begleitet den DG Kunstraum durch das Jahresprogramm. Ausgangspunkt ist die dünne, gemeine Plastiktüte, da immer noch Teil unserer Konsumwelt, obwohl meistens nur für so kurze Zeit in Gebrauch. Bettina Khano arbeitet oftmals mit industriell genutzten Materialien, die aber in neuem Zusammenhang andere Qualitäten entwickeln und eine Schönheit entfalten, die sie in ihrem üblichen Kontext nicht haben. Ihre Arbeiten beziehen den*die Betrachter*innen nicht nur visuell, sondern mit ihrer gesamten Körperlichkeit und ihren Erfahrungen ein. Emotionen werden oft als Reaktionen auf bestimmte Reize betrachtet, die eine adaptive Rolle im Verhalten spielen können. Existenzialistische Philosophen wie Jean-Paul Sartre betonen die subjektive Erfahrung und die individuelle Verantwortung. Hier könnte das Denken als eine aktive Wahl und das Fühlen als eine authentische Reaktion auf die Welt betrachtet werden.

Das Filmprogramm reagiert auf das Unbehagen und die Fragen, die sich beim Betrachten auftun indirekt. Der Film von Karen Irmer ‚Vom Fischer‘ zeigt das verschwommene Spiegelbild eines Fischers im Wasser. Die Aufnahme spielt mit unseren Sehgewohnheiten und reflektiert die Erkenntnistheorie von Platons Höhlengleichnis. Der*die aufmerksam*er Betrachter*in erahnt im Fall dieser Videosequenz zwar die Existenz einer anderen Welt, offen gelassen wird jedoch, ob er dadurch befähigt wird, aus seinem eigenen Denken und Handeln herauszutreten.

Sven Johne verwebt in seinem Film ‚Vom Verschwinden‘ die Geschichten einer Familie mit der schwindenden Landschaft der Kreidefelsen auf Rügen, die auch schon für mache*n Künstler*in zum Sehnsuchtsort wurden. Die kindliche Erzählstimme lässt den*die Zuhörer*innen erst nach und nach entdecken, dass es sich nicht um eine beunruhigende fiktive Erzählung handelt, sondern um etwas, das uns tatsächlich in Zukunft erwartet.

Zu den Personen
Bettina Khano (*1972 in Hamburg) arbeitet und lebt in Berlin. Aufgewachsen in Wien, studierte sie Grafik an der Pariser Académie Julien, Freie Kunst an Londons Chelsea College und Kingston University und zeitgenössische Kunstgeschichte an der Manchester University. Khano arbeitet in unterschiedlichen Medien und Materialien wie Glas, Nebel, Spiegel, PVC, Stoff, Video und mit entsorgten Alltagsobjekten. Der Kontext definiert die Materialien, das Projekt spezifiziert ihre Verwendung. Khanos Arbeiten wurden in Europa und den USA gezeigt, u.a. im Oldenburger Kunstverein, MARTa Herford, CCA Andratx, Torrance Art Museum.

Gesprächspartner: Michael Hirsch (*1966 in Karlsruhe) ist promovierter Philosoph, Politikwissenschaftler und Kunsttheoretiker. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Neuere Geschichte in Freiburg und Paris. Er lehrt politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Siegen und lebt als freier Autor in München. Zuletzt veröffentlichte er das Buch ‚Kulturarbeit. Progressive Desillusionierung und professionelle Amateure‘.

Karen Irmer (*1974 in Friedberg) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München. Irmers Arbeit speist sich aus langen Aufenthalten in der rauen, einsamen Natur und unbewohnten wie karge Gegenden, meist bei schlechter Witterung. Auf der Suche nach Bild- und Filmmaterial reist sie ins arktische Lappland, nach Schottland und Irland und oftmals auf entlegene kleine Inseln. Sie erschafft Werke, in denen die Grenzen zwischen realer und vorgestellter Welt verwischen.

Sven Johne (*1976 in Bergen auf Rügen) ist Fotograf, Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er studierte Germanistik, Journalismus und Namensforschung an der Universität Leipzig sowie Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Johnes dokumentarisch-fotografische Konzeptarbeiten spüren Geschichten nach, die zumeist von einer verstörenden Paradoxie geprägt sind: Der Suche nach persönlicher Erfüllung und dem Wunsch, ein gutes Leben zu führen, dem Einfluss und den tiefgreifenden Auswirkungen geschichtlicher Ereignisse auf individuelle Biografien und dem kläglichen Scheitern gesellschaftlicher Modelle und privater Lebensutopien.

Filmprogramm
Karen Irmer
Vom Fischer/The Fisherman, 2015/2016
Film, 11 Minuten

Sven Johne
Vom Verschwinden, 2022
Film, 15:50 Minuten
Sven Johne & Anton Rieloff (Skript), Anton Rieloff (Erzähler), Hilmar Schnick (Geologische Beratung), Dawn Michelle d’Atri (Übersetzung), Steve Kfoury & Sven Johne (Kamera, Beleuchtung), Martin Freitag (Studioaufnahme), Sven Voß & Sven Johne (Schnitt), Sven Voß (Grading, Ton, Untertitel).

Programm

Eröffnung
Donnerstag, 18. Januar 2024, 18 bis 21 Uhr
19.30 Uhr
Begrüßung
Lioba Leibl, Geschäftsführender Vorstand
Einführung
Benita Meißner, Kuratorin

Bettina Khano im Gespräch mit Dr. Michael Hirsch
Donnerstag, 1. Februar 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik von Melis Çom
Donnerstag, 15. Februar 2024, 19 Uhr

Öffnungszeiten während laufender Ausstellungen
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Geschlossen: Feiertags, Faschingsdienstag

Abb 1 – 4 Ausstellungsansichten Dazwischensein 1 Möglichkeitsraum Bettina Khano, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris
Abb 5 Poster Dazwischensein 1 Möglichkeitsraum Bettina Khano Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb 6 Ausstellungsansichten Dazwischensein 1 Diskursraum mit Filmprogramm von Sven Johne und Karen Irmer, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris

Plakat 
Dazwischensein 1
Bettina Khano

limitierte Auflage (10 Stück)
DIN A0, ca. 80 x 120 cm 
EUR 5,-
erhältlich im DG Kunstraum