Künstler*innen Afra Dopfer Carsten Fock Alexander Gerner Jana Jirkova Sara Mayoral Jimenez Daiki Kimoto Christoph Lammers Jin Lee Benjamin Zuber
Lesung Eva-Maria Braun
Die Gruppenausstellung ‚ Fast eine Tonne. Atemraum‘ erforscht das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Jedes Einatmen ist ein Beginn, jedes Ausatmen ein Loslassen. Zeitgenössische Künstler*innen aus Bayern machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Der Atem wird zum Denkraum, in dem Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderes unaufhörlich ineinander übergehen. Der Atem ist ein ewig währendes Symbol für Geist und Seele. Die antiken Götter machten damit Pygmalions Skulptur Galathea lebendig, auch in der Schöpfungsgeschichte hat Gott dem Menschen den Odem des Lebens eingehaucht, aber auch Buddha nutzte den Atem, um durch Meditation Erleuchtung zu erlangen. Atem ist auch eine Metapher für Vergänglichkeit, Leben und Tod – denn er kann erlöschen. Aber wie kann so etwas Flüchtiges, Feinmaterielles dargestellt werden?
Luft ist existenziell für alles Lebendige auf der Welt. Sie ist überall, dabei unsichtbar und flüchtig, buchstäblich nicht zu begreifen. Die Darstellung von Luft gehört spätestens seit der Renaissance zu den künstlerischen Herausforderungen. Ihr stellte sich besonders die Malerei. Luft als Werkstoff hingegen ist ein relativ junges Phänomen in der Kunst. Seit der Moderne streben Künstlerinnen die künstlerische Aneignung der Welt wie auch ihre Entgrenzung und Transformation an. Es erscheint deshalb nur folgerichtig, dass sie sich der Luft nicht nur als Idee, sondern auch als Material zuwandten. Luft wird nicht mehr nur als Wind, Wolken, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem abgebildet, sondern bewusst als Medium eingesetzt.
Die Ausstellung Fast eine Tonne. Atemraum wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Das Team des DG Kunstraums lädt zu einem buchbaren Kinderworkshop ein und thematischen Führungen durch die Ausstellung.
Programm
Eröffnung Donnerstag, 18. Juni 2026, 18 bis 21 Uhr 19 Uhr Begrüßung und Einführung Dr. Richard Graupner, Vorstand DG Performance Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee
Abb.: Zeichnungen, Tinte auf Papier, Daiki Kimoto, 1.1.2023 – 12.1.2023,
19 Uhr Begrüßung und Einführung Sabine Straub, 3. Vorsitzende der DG Stadtrat Lars Mentrup Dr. Margit Huber, 1. Vorsitzende GEDOKmuc Nina Oswald, Kulturreferat München Bildende Kunst, Kunsträume, Atelierförderung, Stiftungen Annika Schoemann, Kuratorin
Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum Diskurs Gegenwart.
100 Jahre GEDOK stehen für weibliche Schaffenskraft und 100 Jahre Kunst von Frauen. Ihr Jubiläum feiert sie mit dem Kooperationsprojekt Sichtbar. Verknüpft. Frei. an drei Ausstellungsorten in München mit einem interdisziplinären Programm. Deutschlandweit besteht GEDOK aus 23 Regionalgruppen.
Die größte Künstlerinnen-Vereinigung Europas hat sich stets für die Sichtbarkeit, Vernetzung, Solidarität und den Rückhalt von Künstlerinnen eingesetzt. Frauen sind heute deutlich besser in Institutionen repräsentiert, aber welchen Anteil haben sie am Kunstmarkt? Was hat sich in 100 Jahren tatsächlich verändert und wie frei und unabhängig arbeiten Künstlerinnen heute?
→ Die Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt
sichtbar. verknüpft. frei. ist eine Einladung, das Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen, Gesprächen, Performances und offenen Formaten. Ein Jahrhundert GEDOK – und wir fangen gerade erst an.
Weitere Ausstellungsorte 24.4.26 – 28.6.26 galerieGEDOKmuc 30.4.26 – 11.6.26 MaximiliansForum
Programm Donnerstag, 16.4.2026, 19 Uhr Eröffnung Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt
Dienstag, 21.4.2026, 19 Uhr Musikperformance Anna Heller ‚Ungehörte Stimmen‘ Klaviermusik mit Textfragmenten
Mittwoch, 6.5.2026, 17 bis 19 Uhr Kunstbowle Get-Together mit Bowle und Snacks für Austausch und Kunsteinblicke mit Julia Richter
Samstag, 9.5.2026, 14 bis 17 Uhr Stick-Workshop mit Pezi Novi (Anmeldung unter rathausgalerie@muenchen.de) ‚Knit or Knot‘ von Julia Richter und Karen Modrei (ohne Anmeldung)
Führung durch die Ausstellung Dienstag, 19.5.2026, 19 Uhr mit Benita Meißner, DG Kunstraum und Annika Schoemann, Kuratorin
Mittwoch, 20.5.2026, 19 Uhr Sichtbar und frei?! Frauen in Kirche und Gesellschaft Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft von Maria Magdalena bis zur Rolle der Frauen heute. Referentinnen: Dr. Annette Jantzen, Theologin, und Henriette Hufgard, Philosophin und Kunsthistorikerin Veranstaltende: Domberg-Akademie, FB Katechese und Evangelisierung und FB Kunstpastoral Erzdiözese München und Freising, GEDOKmuc
Donnerstag, 11.6.2026, 19 Uhr Finissage mit Performance Simone Fezer ‚new flesh‘ Sound Ele Runge
WEITERES ANGEBOT Kunsthappen immer mittwochs, 12 bis 14 Uhr im Zeitraum 22.4. bis 20.5.2026 Kurze Einblicke in die Ausstellung für die Mittagspause mit Julia Richter. ohne Anmeldung
Workshops für Gruppen ab 6 Personen (10 bis 16 Jahre) Anfragen und Terminkoordination: info@dg-kunstraum.de
Bitte kontaktieren Sie uns bei Nachfragen zu Text- oder Bildmaterial telefonisch unter +49 89 282548 oder per E‑Mail unter info@dg-kunstraum.de
Birgit Dieker Paul Diestel Enric Freund Lydia Marx Toni Mauersberg Jonas Müller-Ahlheim Kim Rühl Julia Schäfer Valeria Schneider Johanna Schwarz Johannes Seluga
In der Ausstellung ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘ präsentiert der DG Kunstraum Werke von elf Stipendiat*innen des Cusanuswerks. Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie sich Schönheit in Formen des Bruchs, der Schlichtheit und der Vergänglichkeit manifestiert. Gezeigt werden künstlerische Positionen, die Heilung und Versehrtheit als Ausgangspunkt nehmen. Heilung bedeutet in diesem Kontext nicht zwangsläufig Wiederherstellung im klassischen Sinn. Sie kann auch darin bestehen, das Unvollkommene anzunehmen.
Gerade in einer Zeit, die von Optimierungsdruck, Beschleunigung und glatten Oberflächen geprägt ist, lädt ‚Die Schönheit des Unvollkommenen‘ dazu ein, den Blick für das Fragile neu zu öffnen: Brüche, Narben und Spuren der Zeit erschließen ihre Tiefe erst jenseits des ersten Anscheins – sie verlangen nach mehr Aufmerksamkeit und Hinwendung.
Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit beim Cusanuswerk, der Bischöflichen Studienförderung.
Abb.: Ausstellungsansichten: Gerald von Foris, Plakatgestaltung: Bernd Kuchenbeiser Jonas Müller-Ahlheim, Gumhole, 2021–ongoing, Digitale Fotoserie, 51st Street, Washington Park, Chicago Lydia Marx Little Pictures, 2025 Videoarbeit, 27 min. Englisch/Untertitel Deutsch (Filmstill) Johann Schwarz, Instabile Figurinen (Filmstill)
Susanne Wagner, Schmerzpunkt künstlerische Installation zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche an 14 Orten in Würzburg
Es ist eine sehr schwere Aufgabe sich dem Thema Missbrauch künstlerisch anzunähern. Susanne Wagner tut dies über die Verbildlichung des Schmerzes. Sie bedient sich eines Bildes, welches wir aus dem medizinischen Bereich für Schmerzen kennen, die von einer Stelle des Körpers ausstrahlen. Schmerz wird in der Medizin – ob in Medizinbüchern oder auf Pharmazieverpackungen – meist über einen roten Punkt an bestimmten Körperstellen verbildlicht. Das Zeichen Schmerzpunkt entsteht durch eine rot gesprühte Markierung über einem Umhängekreuz. Dabei wird imaginär eine Stelle markiert, die sich im Bereich der Brust, bzw. des Herzens einer Person befindet. Entfernt man das Kreuz, zeichnet es sich als Leerstelle innerhalb der roten Markierung ab.
Die Intervention Schmerzpunkte versteht sich als Teil der Erinnerungskultur und damit als Beitrag zur Aufarbeitung. Sie ist Ausdruck der Anerkennung erlittenen Leids und mahnt Kirche und Gesellschaft, zu handeln und Missbrauch wirksam zu verhindern. Der Schmerzpunkt verzichtet bewusst auf weiterführende Informationen darüber, welche konkreten Erfahrungen angesprochen werden. Diese Leerstelle erhöht die Offenheit und Intensität der Intervention. Sie ist Ausdruck des Respekts vor individuellem Leid und vor den unterschiedlichen Weisen, wie Betroffene damit umgehen.
Die paradoxe Darstellung des Kreuzes – zugleich abwesend und anwesend – markiert den religiösen und kirchlichen Kontext. Indem der Schmerzpunkt mit dem Kirchenraum verschraubt oder auf eine Fassade gesprüht wird, wird institutionelle Verantwortung sichtbar gemacht.
Der „Schmerzpunkt“ ist während des Katholikentags an 14 Orten in Würzburg sichtbar. Zusätzlich liegen zentral in der Marienkapelle Plakate zum Mitnehmen aus. Unter dem Titel SCHMERZPUNKT steht „KEIN MENSCH SOLLTE EINEM ANDEREN MENSCHEN SO ETWAS ANTUN“.
Donnerstag, 14. Mai 2026, 16:30 bis 17:30 Uhr Vorplatz Dom St. Kilian, Domstraße 40 Gespräch: Susanne Wagner mit Kai Christian Moritz Moderation: Benita Meißner Musik: Milena Milatinova Ivanova
Sonya Schönberger, NägelSonya Schönberger, Nägel
Sonya Schönberger, Nägel Kunstinstallation in Stift Haug
Information zu Barrierefreiheit: Hilfen für Hörbehinderte
Ausgangspunkt der Installation sind 13.000 verrosteten Nägel, die aus Baracken der Zwangsarbeiter*innen in Berlin-Tempelhof stammen und bei einer archäologischen Grabung gefunden wurden. Sie stehen metaphorisch für die Anonymität der ausgebeuteten Menschen, deren Namen und Geschichten wir nicht kennen, die aber in allen deutschen Städten in der Zeit des Nationalsozialismus eingesetzt wurden. In Würzburg wurden bis zu 9000 Zwangsarbeiter*innen vor allem im Notgefängnis Frieslager tätig. Im Altarraum von Stift Haug entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Kirchenraum, der Leiden, Opfer, Schuld und Verantwortung in eine lebendige Erinnerung ruft. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf den Nägeln zu bewegen.
Frank Bölter, Think Tank, 2026 Partizipatives Kunstprojekt am Kiliansplatz
Donnerstag, 14. Mai 2026, 12 bis 18 Uhr Freitag, 15. Mai 2026, 10:30 bis 18 Uhr Samstag, 16 Mai 2026, 10:30 bis 16 Uhr
Aus dem Geschützrohr dieses Panzers wird nie ein Schuss fallen. Nachdem 2012 auf dem Gelände der Bundeswehr in Dresden der erste Panzer „LeORIGAMIpard 3“ als Kunstprojekt gefaltet wurde, unterstützt vom Bundesministerium der Verteidigung, taucht nun erneut ein Panzer aus Papier auf. Die Idee dazu stammt von Frank Bölter, Jahrgang 1969, ehem. Absolvent der Kunstakademie Münster, mit einem Papierschiff bereiste er schon Seen und Flüsse. Zuletzt hat er beim 375. Augsburger Hohen Friedensfest 2025 mit vielen Menschen das Haus des Friedens gebaut. Nun lädt er im Rahmen des Katholikentags Passant*innen dazu ein gemeinsam einen Panzer zu falten und dabei ins Gespräch zu kommen.
Was können wir tun, außer nach Gründen zu suchen und Anlässe zu kreieren, uns wieder auf den Plätzen und auf den Straßen zu versammeln, um uns wieder in die Augen zu schauen, um uns gemeinsam kräftebündelnd zu fragen, ob es miteinander vielleicht ganz anders gehen kann und um dies dann ebenso einfach zu versuchen? So kann dieses waghalsige, beinah unmögliche Vorhaben, gemeinsam diesen Papierpanzer zu falten, nur helfen, uns wieder in die Augen zu blicken und miteinander zu reden, anstatt übereinander bereits alles zu wissen.
‚Kunstfreiheit aushalten – Was kann die Kirche von der Kunst lernen?‘ Gespräch im Stift Haug vorbereitet von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst
Freitag, 15. Mai 2026, ab 16:15 Uhr
Referent*innen: Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter, Kulturbüro des Rates der EKD Prof. Monika Grütters, Kulturstaatsministerin a.D. und ZdK-Mitglied, Münster Sonya Schönberger, Künstlerin, Berlin Susanne Wagner, Künstlerin, München
Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender der DG sowie Dr. Guido Schlimbach, Kunststation St. Peter, Köln, Gesamtvorstand DG
Information zu Barrierefreiheit: Hilfen für Hörbehinderte
Der Kunstverein Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst fördert seit 1893 den Austausch von Künstler*innen, Theolog*innen und Kunstbegeisterte so nun auch durch die Mitgestaltung des Programms der bildenden Kunst auf dem Katholikentag. Wo treffen sich die Suchbewegungen der freien Kunst und der Kirchen? Welche gesellschaftliche Bedeutung kann diese haben? Welche Rolle spielt die Freiheit dabei? Und was können die Kirchen dabei lernen? Die Künstlerinnen Susanne Wagner und Sonja Schönberger berichten von ihren Erfahrungen und Erwartungen. Kulturstaatsministerin a.D. Prof. Monika Grütters und der Kulturbeauftragter der EKD Johann Hinrich Claussen bringen die Perspektive der Kirchen und der Kulturpolitik ein.
‚Hab Mut, steh auf!‘ Performanceprogramm am Kiliansplatz
Samstag, 16. Mai 2026, 13.30 bis 15.30
Künstler*innen: Maria Berauer, München Judith Egger, Gräfelfing Ruth Geiersberger, München Béla Juttner, München
Maria Berauer
(*1982 in Regensburg) lebt und arbeitet in München. Sie hat an der Akademie der bildenden Künste München Medienkunst studiert. Sie bewegt sich künstlerisch in und zwischen den Bereichen Performance, Video, Installation, Klangerzeugung und Aktivismus und gründete 2015 mit Kat Petroschkat und Karo Knote das Performance-Kollektiv „The Hercules and Leo Case“. Zusätzlich ist sie auch als Dozentin für Performance, weitere künstlerische Sparten und Tanz tätig. https://mariaberauer.com/work/
Judith Egger
(*1973) lebt und arbeitet in München. Egger absolvierte eine Ausbildung zur Holzschnitzerin in Oberammergau und studierte Kommunikationsdesign an der FH Augsburg sowie am Royal College of Art in London. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann. Sie plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit. Dabei bewegt sie sich mit Vorliebe in den Grenzbereichen von bildender Kunst, Installation und Performance.
Ruth Geiersberger
lebt und arbeitet in München. Performerin, Sprecherin, Schauspielerin, Beobachterin. Ausbildung in München, Berlin und Paris. Sie lenkt ihren Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und entdeckt darin absurde Zusammenhänge. Seit vielen Jahren ist sie als umtriebige Performerin an den merkwürdigsten Orten anzutreffen.
seit 1990 entwickelt sie Projekte, die sie auch Verrichtungen nennt, im Bereich theatraler Performance und szenischer Installation, die sie mit Hilfe von Projektförderungen und Stipendien vor allem des Kulturreferates der LH München realisieren konnte und kann. 2023 ausgezeichnet mit dem Theaterpreis 2023 der Stadt München. www.verrichtungen.de
Béla Juttner
(*1997 in München ) absolvierte 2021 seinen Master in Modedesign an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen und schloss 2025 sein Kunststudium bei Peter Kogler in München ab. 2024 erhielt er den Leonhard-und-Ida-Wolf-Preis, 2025 den Debütantenpreis sowie den Preis Junge Kunst. Ausgestellt wurden seine Arbeiten u. a. in München, Belgien und Paris.
In seiner künstlerischen Arbeit spielen Gattungsgrenzen kaum noch eine Rolle; die Übergänge von Installation, Performance, Mode, Design, Malerei und Film sind fließend. Seine Performances thematisieren Körperverwandlungen, Häutung und Auflösung von Geschlechtsidentitäten. Die Erfahrungen der Arbeit am und mit dem eigenen Körper durch seine Ballettausbildung sowie während des Modedesignstudiums verschränkt Béla Juttner in seinem Kunststudium mit gesellschaftlichen Fragestellungen.
Abb. Susanne Wagner, Schmerzpunkt, 2026. Susanne Wagner, Schmerzpunkt, 2026, Plakate Sonya Schönberger, Nägel, Installation in St. Matthäus, Berlin 2024
Eröffnung Donnerstag, 9. Oktober 2025, 18 bis 21 Uhr Ausstellung 10. Oktober bis 18. Dezember 2025
Künstler*innen Olaf Otto Becker Herman de Vries Markus Heinsdorff Caro Jost Jonas Maria Ried Panty Paradise (Veronica Burnuthian und Aelita Le Quément) Carola Vogt und Peter Boerboom Maxine Weiss Stefanie Zoche
Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig. Die Beziehung des Menschen zur Natur ist eine zentrale Ursache für den tiefgreifenden Wandel der Erde. Der Kunstverein präsentiert in der Ausstellung ‚Together Forever – macht euch die Erde untertan?‘ Werke aus den Bereichen der Fotografie, Malerei und Installation, die diese komplexen Entwicklungen reflektieren und neue Denkanstöße ermöglichen.
Die Bibelstelle „macht euch die Erde untertan“ Genesis 1,28 wurde vom amerikanischen Wissenschaftshistoriker Lynn White 1967 als Wurzel, der ökologischen Krise, benannt. Was bedeutet verantwortliches Handeln und ist der Mensch nicht ohnehin Teil der Natur? Wir sind von der Natur abhängig, um unser Wohlbefinden, unsere Lebensgrundlagen und unsere kulturelle Identität zu erhalten. Tierwerden, Pflanzewerden, Indigenwerden bilden Formen einer ästhetischen Praxis, die Selbsterfahrung im Zusammenwirken mit den vielen anderen ergründen. Die Kunst macht schon lange grenzüberschreitende Tier-Pflanze-Mensch-Wesen möglich und agiert in symbiotischen Zusammenhängen von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie. Kunst bietet Raum für neue Perspektiven, doch als Spiegel der Gegenwart ist sie zugleich der Ort, an dem Kritik an gesellschaftlichen Irrwegen aufscheint. Die Ausstellung gibt verschiedenen künstlerischen Positionen Raum.
Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr ‚Macht euch die Erde untertan. Die Kunst des Miteinanders von Mensch und Natur‘ Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing spricht in der Evangelischen Stadtakademie München Herzog-Wilhelm-Straße 24, 80331 München
Dienstag, 11. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Dr. Sofie Valk, Leiterin der Lise Meitner Forschungsgruppe, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Montag, 17. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Prof. Dr. Andreas Burkert, Astrophysiker. Inhaber des Lehrstuhls für theoretische und numerische Astrophysik an der LMU
Mittwoch, 19. November 2025, 14 bis 17 Uhr ‚together forever. Zusammen-Spiel‘ Alter: ab 8 Jahren in Kooperation mit Filomele Anmeldung erforderlich
Donnerstag, 20. November 2025, 19 Uhr Together Forever? im Gespräch mit den Künstler*innen
Donnerstag, 18. Dezember 2025, 19 Uhr Finissage mit Performance Panty Paradise
Eröffnung: Freitag, 17. Oktober 2025, 19 Uhr Ausstellung bis 2. November 2025
Die Ausstellung „Die Zukunft ist zu kurz“ in der VerpackereiGö versammelt neun künstlerische Positionen und thematisiert den Umgang des Menschen mit der Natur. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler – von jungen Talenten bis zu etablierten Namen – zeigen Werke, die inhaltlich wie formal ein breites Spektrum abbilden.
Zum Einsatz kommen sowohl moderne Technologien wie Robotik, Biosynthetik oder modulare Schienensysteme als auch traditionelle Ausdrucksmittel wie Bronzeabgüsse, Kohlezeichnungen oder Materialien aus der Natur wie Moor.
In der ehemaligen Industriehalle der VerpackereiGö im 1300-Einwohner-Dorf Görisried (Allgäu) entfaltet sich so ein spannungsvoller Dialog zwischen alt und neu, Technik und Natur, Zukunftsvision und Erinnerung.
Künstler*innen Elke Dreier Lea Grebe Johannes Kiel Judith Neunhäuserer Rosanna Marie Pondorf Christof Rehm Max Schmelcher Martin Schmidt Georg Thumbach
Eröffnung: Sonntag, 21. September 25, 19.30 Uhr Ausstellung bis 24. November 2025
Julian Charrière schlägt mit seinen höchst innovativen Werken eine Brücke zwischen Umweltwissenschaft und Kulturgeschichte. Where Waters Meet, 2019 ist eine Serie von Fotografien, die Freitaucher zeigt, wie diese in das unergründliche Reich einer Kalksteinhöhle in den Cenoten in Mexiko gleiten. Nackt und, bildlich gesprochen, sich auflösend, betreten diese Figuren physisch eine andere Ebene des imaginären Ozeans. Ihre Körper verlieren an Kontur, während sie in die so genannte Chemokline eindringen, eine undurchsichtige Schicht des Grundwassers – ein Nebel aus schwefelhaltigen Bakterien. Durch das ikonografische Unbewusste dieser Bilder beschwört der Abstieg der Taucher in einen buchstäblichen Abgrund ein Meer von metaphorischen Anspielungen herauf. Solche Welten innerhalb von Welten sind relativ neue Entdeckungen, die zu einem Bild des Ozeansystems beitragen, das in den letzten Jahrzehnten erheblich komplexer geworden ist. In dem Maße, in dem wir das Meer besser verstehen, werden Bereiche von der Evolutionstheorie bis zur Klimawissenschaft revolutioniert. Hier ist der Mensch als Gegenüber und als Teil der Natur erfahrbar in seiner Fähigkeit zur Grenzüberschreitung, aber auch in seiner Zerbrechlichkeit und Begrenztheit. Die Präsentation im Kirchenraum eröffnet Assoziationen an Höllensturz und Himmelfahrt, die Platzierung am Taufort an Eintauchen und Neubeginn.
TERMINE
Sonntag, 21. September 2025, 19.30 Uhr Eröffnung in der Kunst.Andacht Einführung Ulrich Schäfert. Performative Text- und Klang-Verrichtungen von und mit Ruth Geiersberger, Georg Glasl, Zither und Peter Gerhartz, Tasten.
Sonntag, 19. Oktober 2025, 19.30 Uhr Kunst.Andacht Meditative Klang-Text-Installation mit Verena Rendtorff und zeitgenössischer Musik von Enrico Sartori, Klarinette, Jost Hecker, Cello, Peter Gerhartz, Piano.
Der aus der französischen Schweiz stammende und in Berlin lebende Künstler Julian Charrière (geb. 1987 in Morges, Schweiz) gilt als einer der herausragenden Künstler seiner Generation. Seine Performance, Skulptur und Fotografie verbindenden Projekte gehen oft auf Feldforschung an entlegenen Orten mit ausgeprägten geophysikalischen Identitäten wie Vulkanen, Eisfeldern und verstrahlten Gebäuden und Landstrichen zurück. Seine Arbeiten erkunden postromantische Konstruktionen der „Natur“ und inszenieren die Spannungen zwischen tiefliegenden oder geologischen und menschlichen Zeitmaßstäben. Zugleich reflektiert Charrières Herangehensweise auf den Mythos des Künstlers als Suchenden und die Frage, worauf sich diese Suche im Zeitalter der Globalisierung richten kann. Seine Interventionen, die zeitlos anmutende Bilder mit Fragen der Gegenwart verknüpfen und sich an der Grenze zwischen Mystik und Materialität bewegen, bringen die Komplexitäten unseres Verhältnisses zum Ort als solchen auf den Punkt.
Charrière hat bei Olafur Eliasson studiert und in dessen Institut für Raumexperimente mitgearbeitet. Seine Arbeiten sind in Einzelausstellungen und in Präsentationen in Museen und Institutionen in aller Welt zu sehen. Auf der Venedig Biennale 2017 zeigte der Künstler „Future Fossil Spaces“ – Salz von der Saline in Uyuni, Acryl-Container gefüllt mit Lithium-Sole. Aktuell findet im Museum Tinguely in Basel die große Ausstellung „Julian Charrière. Midnight Zone“ von 11.06. – 2.11.2025 statt.
Eröffnung, Freitag, 5. September 2025, 19 Uhr Ausstellung bis 9. November 2025
Tiefer als der Tag – so der Titel der Ausstellung der österreichischen Fotografin Michaela Bruckmüller, die die Dunkelheit und die Tiefe des schwarzen Bildraums, die erst mittels Lichts greifbar wird, beforscht. Aus der Unendlichkeit des Schwarzes taucht erhellt eine farbig leuchtende Pflanzen- und Tierwelt auf. Wie herausgeschnitten haben Flechten, Blüten und Wurzeln ihre wertende, kategorisierende und zeitlich begrenzte Umgebung verlassen und repräsentieren als scharfgezeichnete Protagonistinnen Lebendigkeit und Vergänglichkeit. Bruckmüllers fotografische Serien verbildlichen symbiotische Verwobenheit und Verwandlung im Moment des Übergangs und hinterfragen Themen wie Abhängigkeit, Kommunikation, Abwesenheit und Zeitlosigkeit.
TERMINE Sonntag, 26. Oktober 2025, 11 Uhr Gespräch zwischen Michaela Bruckmüller und Benita Meißner, DG Kunstraum München
Sonntag, 9. November 2025, 17 Uhr Führung mit Ines Auerbach, Leitung Haus der Fotografie und Studienkirche St. Josef
Ausstellung von 4. Juli bis 18. September 2025 Sommerpause, 18. bis 29. August 2025
Mit der Ausstellung ‚Zunder und Zartheit‘ stellt der Kunstverein Werke ausgewählter Mitglieder verschiedener Generationen vor. Während die letzte Mitgliederausstellung ‚Notre Dame‘ ausschließlich Künstlerinnen gewidmet war, richten wir den Blick nun auf die männlichen Kollegen. Was bewegt sie? Wie reflektieren sie sich selbst in einer Kunstwelt, in der vieles im Umbruch ist? In einer Zeit, in der feministische Debatten und Forderung nach Gleichberechtigung zum Alltag gehören, klingt es fast ein bisschen provokant, sich in einer Ausstellung nur auf Männer zu konzentrieren. Mit Beginn der Epoche von Sturm und Drang (1765 bis 1785) wurde der Mann als Genie und Urbild des höheren Menschen verherrlicht. Davon hat sich vor allem die Kunstwelt lange nicht erholt. Die Frau gebar die Kinder, der Mann gebar die Kunst. Aber lässt sich ‚männliche‘ Kunst von ‚weiblicher‘ unterscheiden? Jede*r Künstler*in drückt etwas anderes aus, je nach sozialem, politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Kontext, in dem er oder sie aufgewachsen ist, je nach seinen oder ihren Erfahrungen. Die Werke in der Ausstellung lassen sich nicht in einfache Kategorien pressen – sie sind poetisch, fragend, manchmal rau, manchmal sanft. Und vielleicht öffnen sie einen Raum für ein Gespräch, das wir so noch nicht geführt haben.
Friedrich Koller (*1939 in Salzburg) lebt und arbeitet in Laufen, Oberbayern. Bereits 1956 wurde er an der Akademie der Bildenden Künste in München aufgenommen. Er studierte bei Prof. Josef Henselmann. Kollers Werke entwickeln sich oft aus Ur- bzw. Grundformen wie Würfel und Zylinder. Koller hat in seinem künstlerischen Schaffen rasch die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils Anfang der sechziger Jahre umgesetzt, die eine neue Liturgie einführten und dies insbesondere mit der Schaffung von ‚Volksaltären‘ zum Ausdruck brachten. In der Ausstellung wird die Skulptur ‚Up and Down‘ präsentiert. Es handelt sich um einen runden, metallenen Tisch mit vier Stühlen. Auf der Tischplatte erhebt sich eine Skulptur, die aus fünf übereinander gestapelten Würfeln besteht, deren Boden durch Treppenstufen erreichbar sind. Der Künstler versteht diese Skulptur als ein Angebot für Kommunikation. Die beiden Werke ‚Schiffstein‘ sowie ‚Treibholz aus dem Mittelmeer‘, erworben von der Heilig-Kreuz-Kirche in München als Vortragskreuz, widmen sich der anhaltenden Flüchtlingskatastrophe. Das ins Paddel eingefräste Symbol des Kreuzes weist den Weg der Menschlichkeit und erinnert uns an die Not derer, die im Mittelmeer ihr Leben gelassen haben.
Manfred Mayerle (*1939 in München) lebt und arbeitet in München, in der Jachenau und Establiments, Mallorca. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste von 1959 bis 1964 bei Josef Oberberger, Hermann Kaspar und Anton Marxmüller. 1963 wurde er Meisterschüler und legte in der Folge das 1. und 2. Staatsexamen ab, er war Assistent und Lehrbeauftragter. Mayerle ist seit 1970 freischaffender Bildender Künstler. Er ist Mitglied im Deutschen Werkbund, Mitglied im Baukunstausschuss sowie im Kuratorium der Bayerischen Einigung. Der Ausgangspunkt seiner Arbeiten war anfangs das Gegenständliche, die Figur, der Torso. Über die Jahre hat sich die Linie zunehmend verselbständigt und ist seit Beginn der 1990er-Jahre neben der Farbe sein zentrales Thema. Manfred Mayerle arbeitet kontinuierlich an unterschiedlichen Serien, die mit den Orten an denen sie entstehen verbunden sind. Die für die Ausstellung ausgewählten ‚Aschequadrate‘, aus dem Zeitraum von 1988 bis 2025, sind alle auf Mallorca entstanden. Der Künstler siebt die Asche und vermischt diese mit Pigmenten und Acryl. Die ersten Arbeiten entstanden aus Asche verbrannter, noch gegenständlicher Werke.
Günter Nosch (*1956 in Ulm) lebt und arbeitet in Weilheim, Oberbayern. 1987 absolvierte er sein Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in München. Sein „spielerisches Verhältnis zur Sprache“ (Nosch) reicht bis in seine künstlerischen Anfänge zurück, als er sich mit der Konkreten Poesie beschäftigte, ehe er sich einer gestischen Malerei zuwandte. Mit Farbe und Rakel schuf er in einem kontemplativen, nahezu kalligraphischen Prozess ungegenständliche Kompositionen, die zugleich die Farbe und deren Struktur als Spuren dieses Prozesses untersuchten. Seit einigen Jahren nun widmet er sich schwerpunktmäßig der dinglichen Welt und deren Verbindung mit Sprache. In der Ausstellung sind zwei Vitrinen zu sehen: die eine zeigt eine Auswahl künstlerischer Tagebücher, die die Sprache verhandeln, in der zweiten wird eine neue Werkserie mit Schriftsetzungen auf weißen Porzellantellern erstmalig vorgestellt.
Peter Paul Rast (*1952 in Aigeltshofen/Isny i.A.) lebt und arbeitet in München, Oberbayern. Von 1973 bis 1975 studierte er Kunstgeschichte und Philosophie an der LMU München. Ab 1975 bis 1981 war er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Dr. Thomas Zacharias. 1981 schloss er sein Kunststudium mit dem 1. Staatsexamen und 1984 folgte das 2. Staatsexamen und danach langjährige Unterrichtstätigkeit unter anderem an der Akademie für Gestaltung und Design. Peter Rast präsentiert erstmalig ein Werkkomplex aus Fotografien mit dem Titel ‚Feldbett und Rosen‘. Die Videoarbeit zeigt den Text des Gedichtes ‚Heidenröslein‘ (1789) von Johann Wolfgang von Goethe sowie eine musikalische Interpretation von Franz Schuhbeck des von Franz Schubert komponierten Volkslieds (1815). Der Text begleitet verschiedene Situationen, die der Künstler im Atelier inszeniert. Zu sehen ist vor allem ein Feldbett in militärischem Tarnstoff. Die beklemmende Atmosphäre der Videoarbeit und der musikalischen Interpretation entlarven die zugrundliegende Gewalt des vordergründig romantischen ‚Heidenrösleins‘ von Goethe und Schubert. Der neue Charakter der Musik in der hinzugefügten vierten Strophe lädt ein, den Text neu zu schreiben.
Camill von Egloffstein (*1988 in München) lebt und arbeitet in München. Er studierte von 2010 bis 2013 Kunstgeschichte und Kunstpädagogik an der LMU München. Von 2013 bis 2020 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Franz Wanner, bei Prof. Jorinde Voigt und ab 2017 bei Prof. Olaf Metzel. Dort wurde er 2020 Meisterschüler. Seine ortsbezogenen Arbeiten untersuchen die Spannung von Raumstruktur und Materialität. Neben Ausstellungsbeteiligungen in München stellte er bislang auch international in Budapest, Wien und Tel Aviv aus. Für die Ausstellung entstehen drei neue großformatige Messermalereien, die sich mit dem Thema der männlichen Seilschaften beschäftigen. Dabei sind nicht die Seilschaften gemeint, die durch ein Kletterseil verbunden sind, sondern Männer, die sich gegenseitig stützen um ihr berufliches Vorankommen zu sichern. Vom Egloffstein nutzt die Technik der Papierintarsie, um zwei malerische Motive miteinander zu verweben.
Bruno Wank (*1961 in Marktoberdorf) lebt und arbeitet in Görisried und München. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er 1992 als Meisterschüler bei Olaf Metzel abschloss. Wank war langjähriger Leiter der Studienwerkstätte für Bronzeguss und Vizepräsident der Akademie. Zudem lehrte er an der Helwan-Universität in Kairo und war Kommissionsmitglied des Kunst-am-Bau-Programms QUIVID der Stadt München. Es werden zwei Werkgruppen präsentiert, die unterschiedliche Facetten seines künstlerischen Schaffens aufzeigen. Die drei Pastellzeichnungen wurden vom Künstler in einem experimentellen Ansatz gezeichnet: beidhändig und mit geschlossenen Augen. Die Zeichnungen spiegeln seine intuitive Geste wider, in der sich Unsicherheit und innere Bewegung visuell verdichten. Den Raum dominieren drei überlebensgroße schwarze Figuren aus der neunteiligen Serie ‚Allies‘. Die Skulpturen wirken wie Wächter, die in stummer Einigkeit miteinander verbunden sind – eine Art fragile Seilschaft. Ihre Form basiert auf kleinen, handtellergroßen Wachsfiguren, die Wank in der Hand modellierte. Diese wurden mithilfe von 3D-Technik um ein Vielfaches vergrößert, im Sanddruckverfahren hergestellt und mit Epoxidharz gehärtet. Trotz ihrer massiven Präsenz bleibt die Geste der Hand, ihr Ursprung im Haptischen, spürbar.
Eröffnung Donnerstag, 3. Juli 2025, 18 bis 21 Uhr (sic!) 19 Uhr Begrüßung und Einführung Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender Benita Meißner, Kuratorin
Öffnungszeiten zum Open Art Gallery Weekend Freitag, 4. Juli 2025, 12 bis 18 Uhr Samstag, 5. Juli 2025, 11 bis 18 Uhr, Rundgang 5 mit Sibylle Oberschelp 14 bis 16 Uhr Sonntag, 6. Juli 2025, 11 bis 18 Uhr
Programm zum Open Art Gallery Weekend: Meet The Artist Programm Meet the Artist: Freitag, 4. Juli 2025 15 bis 17 Uhr Manfred Mayerle
Samstag, 5. Juli 2025 12 bis 13 Uhr Friedrich Koller 15 bis 16 Uhr Bruno Wank & Peter Paul Rast
Sonntag, 6. Juli 2025 13 bis 14 Uhr Günter Nosch 15 bis 16 Uhr Peter Paul Rast 16 bis 17 Uhr Camill von Egloffstein
Sonntag, 6. Juli 2025, 12 Uhr ‚Outline‘ Musikalische Performance Studentinnen des Fachs Konzertdesign (Klasse: Hanni Liang, Hochschule für Musik und Theater München) mit Mira Foron, Sophia Nussbichler, Hanyu Xiao, Jana Förster, Emma Longo Valente