DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Ausstellung
Dazwischensein 4 
Andrea Wolfensberger
3. Mai bis 29. Mai 2024

Dazwischensein 1–9
Möglichkeitsräume
2024

Dazwischensein 4
Andrea Wolfensberger
(Möglichkeitsraum)

Manaf Halbouni
Judith Neunhäuserer
(Filmprogramm)

Ausstellung von 3. Mai bis 29. Mai 2024
Eröffnung Donnerstag, 2. Mai 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Als Teil eines größeren Verbundprojektes nähert sich ‚Dazwischensein 4‘ künstlerisch an das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ an, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Im Rahmen der Finissage von Dazwischensein 4 werden die beim Alpentöne Festival 2023 uraufgeführten und von Darija Andovska und Matthias Arter eigens komponierten ‚Akustischen Grenzgänge‘ von den pre-art soloists präsentiert.

Andrea Wolfensberger hat für Dazwischensein 4 neue Werke ausgewählt, die im DG Kunstraum zum ersten Mal gezeigt werden. Ihre Setzung besteht aus zwei großen Skulpturen aus Wellpappe, einem Material mit dem sie seit vielen Jahren arbeitet und mit dem sie eine Übersetzung von Klang in Form entwickelt. Dabei entsteht eine Notation, eine Metasprache, die nur schwer rückführbar ist; eine Reaktion auf die Reduktion der Sprache in der digitalen Welt auf 0 und 1, auf Ja und Nein. Die Anatomie des Klangs fragt nach dem schöpferischen Potenzial von Sprache, nach dem Zusammenhang zwischen Wort und Materie, zwischen Welle und Körper, zwischen dem Jetzt und seinem bleibenden Widerhall.

Für die langgestreckte Skulptur aus der Reihe ‚Zwischen Ja und Nein‘ nutzt die Schweizer Künstlerin die Tonspuren eines „Ja“ und eines „Nein“. Die hoch aufragende Skulptur vereint acht verschiedene Stimmen, die paarweise jeweils eine pro und eine contra Position einnehmen. Wolfensberger nimmt Bezug auf die Grundlage der Demokratie: die Debatte. Besonders in der Abgeschlossenheit der Schweizer Täler waren die Menschen darauf angewiesen gemeinsam Lösungen zu finden, der oppositionellen Argumentation zuzuhören, und so einen neuen Raum zu schaffen, der grösser ist als das einzelne „Ja“ und das einzelne „Nein“.

Die Pro- und Kontra-Stimmen werden in Form von Schallwellen überlagert, so entstehen gekrümmte Flächen, das Konstruktionselement für den dreidimensionalen Körper. Durch die Schichtung unzähliger Kartonteile ergibt sich eine verwobene, aufstrebende Struktur, die von einer Seite an einen Schutzort, eine Schutzmantel Madonna erinnert und von den anderen Seiten die Formation von Felsspalten aufnimmt. Es entstehen Räume des Dazwischenseins, Räume neuer Möglichkeiten.

Während die Skulpturen das gesellschaftliche Miteinander reflektieren, befassen sich die Papierarbeiten in der Ausstellung zeichnerisch mit der Symbiose von Pflanzen. Flechten sind Doppelwesen aus Algen und Pilzen, die wie die Bakterien zu den ersten Lebewesen auf unserem Planeten zählen. Flechten treten besonders in Lebensräumen mit extremen Klimabedingungen, wie den Bergen oder im Eis zum Vorschein, Regionen, die für höhere Pflanzen zu trocken, zu nährstoffarm oder zu kalt sind. Wie haben sie überlebt? Was können wir von ihnen lernen? „In dieser Symbiose aus Alge und Pilz wird die Grenze zwischen Individuum und Gemeinschaft eklatant verwischt. Aber erst in höchster Not schlangen sich die Hyphen um die Algen, und erst wenn diese unter großem Stress standen, ließen sie die Avancen geschehen“ (Robin Wall Kimmerer, Geflochtenes Süssgras, S.316).

Andrea Wolfensberger (*1961 in Zürich) lebt und arbeitet in Waldenburg und Zürich (CH) und ist Bildhauerin und Installationskünstlerin. Sie studierte an der École Supérieure d’Art Visuel in Genf. Im künstlerischen Diskurs zum Thema Natur bezieht Andrea Wolfensberger mit Skulptur, Video und Installationen eine sehr eigene, stringente Position, die naturwissenschaftliche Abstraktion und erzählerische Poesie vereint. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Auszeichnungen sowie Residencies in Paris und Rom. Sie unterrichtet an der Hochschule der Künste Bern. Seit 1986 hatte sie zahlreiche Ausstellungen in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich und realisierte Arbeiten im öffentlichen Raum und als Kunst am Bau.

Gesprächspartner: Prof. Dr. Boris Previšić (*1972) ist Professor für Kultur- und Literaturwissenschaften an der Universität Luzern sowie Direktor des Urner Instituts Kulturen der Alpen in Altdorf. Er publiziert und lehrt zum Verhältnis zwischen Literatur und Musik, zu Interkulturalität sowie zu Klimafragen. 2021 begründete Previšić das Online-Magazin Syntopia Alpina, das sich mit den Herausforderungen in den Alpen beschäftigt.

Filmprogramm
Manaf Halbouni beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit islamfeindlichen Äußerungen und der Angst vor Flüchtlingen in Deutschland. ‚Nowhere Is Home‘ ist ein bewegendes Zeugnis von Verlust, Widerstandsfähigkeit und Hoffnung für über 50 Millionen Vertriebene auf der ganzen Welt, die oft gezwungen sind, hastig ein paar wertvolle Habseligkeiten zusammenpacken, bevor sie einem drohenden Krieg, den Auswirkungen der Klimaerwärmung oder einem sonstigen Konflikt entkommen können.

Judith Neunhäuserer zeigt in ihrer Serie ‚Five Encounters‘, die 2022 in Spitzbergen entstanden ist, die Begegnung von Mensch und Eis in unterschiedlichen Perspektiven auf Natur. Die Auswirkungen der Klimaerwärmung im Anthropozän sind vor allem in den geologischen Extremregionen der Erde nachvollziehbar. So ist diese nicht nur in der Bergwelt der Alpen sondern auch in der Arktis eklatant präsent. Judith Neunhäuserer geht in ihrem roten Polaranzug eine spielerische Verbindung mit der Landschaft ein. Der Soundtrack für ‚Everything Flows‘ wurde in Konversation mit dem buddhistischen Mönch, Teemeister und national artist Daum (Gwangju) auf Koreanisch aufgenommen und von Hobin Kim simultan ins Englische übersetzt. Adrian Sölch (München) hat für ‚All Heat Is The Same‘ ein Musikstück komponiert.

Manaf Halbouni (*1984 in Damaskus, Syrien) lebt und arbeitet überall, wie er sagt. Halbouni studierte Bildhauerei an der Universität Damaskus und der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sein ‚Fluchtauto‘ am Dresdner Theaterplatz, Schauplatz montäglicher Pegida-Versammlungen, hat den syrisch-deutschen Künstler Manaf Halbouni bekannt gemacht. Nach der Teilnahme an der Biennale in Venedig wurden seine Werke im Victoria and Albert Museum und im Museum der bildenden Künste Leipzig präsentiert, wo er auch eines seiner Fluchtautos zeigte. Im Rahmen seiner Installation Monument ließ er in Dresden drei Busse vertikal aufstellen, die an den Krieg in Syrien erinnern und eine Botschaft des Friendens in die Welt tragen sollen.

Judith Neunhäuserer (*1990 in Bruneck, Italien) lebt in München und Mailand. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Abgrenzungsversuchen und ästhetischen und epistemischen Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Religion. Dabei geht es beispielsweise um Mythen und Träume als Grundlage von Entdeckungen, die Ritualisierung von Forschungsprozessen sowie unterschiedliche Sprachen und Symbolsysteme zur Formulierung von Modellen der und für die Welt. Judith Neunhäuserer studierte Bildhauerei sowie Religions- und Kulturwissenschaften in München und Istanbul. Expeditionen führten sie zur Neumayer-Station III in der Antarktis, per Segelschiff nach Spitzbergen und über den Atlantik an Bord der CMA CGM Puget, zum spanischen Untergrundlabor LSC Canfranc und zu Archiven in Cambridge und London. Kürzlich ist sie aus Südkorea zurückgekehrt. Neben Ausstellungen präsentiert sie ihre Forschung in Vorträgen, Gesprächen und Publikationen wie der Zeitschrift Albedo 2018 und der Enzyklopädie Tekeli-li 2021.

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 2. Mai März 2024, 18 bis 21 Uhr
Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr
Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender
Benita Meißner, Kuratorin

Andrea Wolfensberger im Gespräch mit Prof. Dr. Boris Previšić
Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik von pre-art
Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

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Abb. 1–7: Ausstellungsansichten Dazwischensein 4, Andrea Wolfensberger, DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris
Abb. 8: Plakat Dazwischensein 4 Andrea Wolfensberger, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Jahresprogramm Kalender
Dazwischensein
Möglichkeitsräume 2024


Dazwischensein
Möglichkeitsräume 2024

Mit dem Jahresprogramm 2024 steht nicht nur die Förderung der Künste im Fokus, sondern auch die Intensivierung des Diskurses von Mensch und Gegenwart. Für den DG Kunstraum heißt das, sich in ein diskursives Spannungsfeld zu bewegen. Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Mit ‚DazwischenSein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.

Der Kalender (Publikation Nr. 160) erscheint als Vorschau auf das Jahresprogramm ‚Dazwischensein – Möglichkeitsraum 2024‘ mit neun Präsentationen der Künstler*innen Simona Andrioletti, Cana Bilir-Meier, Katrin Bittl, Sandra Boeschenstein, Judith Egger, Manuela Illera, Bettina Khano, Viron Erol Vert, Andrea Wolfensberger im DG Kunstraum der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V., vom 19. Januar bis Dezember 2024.

Der Kalender ist ab sofort für € 9,00 im DG Kunstraum zu erhalten oder bestellbar (plus Porto bei Versand) unter info@dg-kunstraum.de

Herausgeber*innen: Benita Meißner, Dr. Walter Zahner (1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V.)
Texte: Künstler*innen, Benita Meißner, Daniela Lange
Lektorat: Daniela Lange
Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Druck: DZA Druckerei zu Altenburg

© Abbildungen
Künstler*innen, außer:
Treibgut Materialinitiative e.V. S. 298/299
Gerald von Foris S. 297, 300
© Texte
Autorinnen, Deutsche Gesellschaft
für christliche Kunst e.V.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 für die Werke
von Fabian Hesse, Viron Erol Vert, Mitra Wakil

Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser, Fotos: Daniela Lange

Dazwischensein
Eine Kooperation mit
‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘

Dazwischensein ist eine Kooperation mit dem Projekt ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. 

Grenzgänge‘ ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. 

Im Kontext des Verbundes wird ein Buch realisiert, mit dem eine breite Öffentlichkeit auf eine Entdeckungsreise in die kulturelle Welt der Alpen mitgenommen wird. Jeder Beitrag ist an einem konkreten Ort in den Alpen angesiedelt, so dass auch eine ‚Begehung‘ möglich ist: Das Buch lädt ein, an ausgewählten Orten in Bayern, in verschiedenen Kantonen der Schweiz, in Italien und in Österreich zu weilen und die unterschiedlichen und gemeinsamen Aspekte von religiösen Praktiken, Gemeinschaften und Traditionen zu betrachten. Das Buch ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ wird am 5. September 2024 im DG Kunstraum präsentiert.

Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Auch die Fotorgrafien von Marco Volken (Dr. sc. nat., *1965) spielen eine zentrale Rolle. Volken ist freier Fotograf und Autor. Er hat zahlreiche Bücher zum Alpenraum verfasst und illustriert.

Als Teil des Verbundprojektes nähern sich zwei Setzungen im Jahresprogramm ‚Dazwischensein‘ im DG Kunstraum künstlerisch an die ‚Grenzgänge‘ an. 

Dazwischensein 4
3. bis 29. Mai 2024

Andrea Wolfensberger
(Möglichkeitsraum)

Filmprogramm: Judith Neuhäuserer ‚Everything Flows‘, 2023 und ‚All Heat Is The Same‘, 2023

Andrea Wolfensberger materialisiert in zwei Skulpturen aus Wellpappe Klang. Die Skulptur ‚Certainly Not‘ spielt mit dem Echo eines Berges auf ein ‚Ja‘ und ein ‚Nein‘. Die Anatomie des Klangs fragt nach dem schöpferischen Potenzial von Sprache, nach dem Zusammenhang zwischen Wort und Materie, Welle und Körper, dem Jetzt und seinem bleibenden Widerhall. „Wie es technisch zu dieser Formation kommt“, meint die Künstlerin, „muss man gar nicht genau wissen. Es ist eine Übersetzung.“ Durch die Schichtung zahlreicher Kartonteile ergibt sich eine verwobene, aufstrebende Struktur, die von einer Seite an einen Schutzort, eine Schutzmantel-Madonna, erinnert und von den anderen Seiten die Formation von Felsspalten aufnimmt.

Judith Neunhäuserer lebt in München und Mailand. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Abgrenzungsversuchen und ästhetischen und epistemischen Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Religion. Dabei geht es beispielsweise um Mythen und Träume als Grundlage von Entdeckungen, die Ritualisierung von Forschungsprozessen sowie unterschiedliche Sprachen und Symbolsysteme zur Formulierung von Modellen der und für die Welt. Expeditionen führten sie u.a. über den Atlantik an Bord der CMA CGM Puget, per Segelschiff nach Spitzbergen und zur Neumayer-Station III in der Antarktis.

Programm

Andrea Wolfensberger im Gespräch mit Prof. Dr. Boris Previšić
Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik von pre-art
Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
Akustische Grenzgänge: Konzert mit Lesung
Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)


Dazwischensein 7
6. September bis 2. Oktober 2024

Sandra Boeschenstein
(Möglichkeitsraum)

Filmprogramm: Lion Bischof ‚Refrain‘, ‚Gletscher‘, ‚Weatherbells‘, ‚Gipfelkreuz‘, ‚Il Curius Pader‘, ‚Descent‘, ‚Tunnel‘ und ‚Watchtowers‘, 2023

Sandra Boeschenstein ist Zeichnerin und Bergsteigerin. Diese zwei Handlungs-und Erkenntnisformen prägen ihre Wahrnehmung und schärfen sich gegenseitig im kontinuierlichen Überlagern durch die letzten Jahrzehnte. Der bisher expliziteste Aufruf der Alpen in ihrer Arbeit ist der Titel eines Zeichnungszyklus. Angesichts der ungestümen Präsenz der Bergkörper wurden Titel und Widmung eins: ‚Dem innersten m3 der Alpen‘. Es ist klar, dass sich das Vorstellungsbild des innersten Kubikmeters der Alpen niemals von der unantastbaren Größe seiner Imagination in reales Gesteinsmaterial überführen lässt. Sollte jemals ein Auge dem innersten m3 der Alpen begegnen, so würde dieser zu einem entblößten Felskubus oder eher zu einer ihm entsprechenden Staubwolke und seine Bezeichnung wäre verdampft und verloren. Dieser Vorstellung widmet die Künstlerin ihre Installation für den Möglichkeitsraum.

Der in München geborene Filmemacher und Videokünstler Lion Bischof hat zu musikalischen Kompositionen von Matthias Arter und Darija Andovska dokumentarische Kurzfilme gedreht, die zusammengenommen unter dem Titel ‚Passing‘ erscheinen und im DG Kunstraum zu sehen sein werden. Die Alpen bilden als geomorphologische Formation den gemeinsamen Ausgangspunkt, um mit den Mitteln der Musik und des Films über das Unvorhergesehene und Bedrohliche der Berge, aber auch über die geografischen Besonderheiten und den menschlichen Einfluss nachzudenken.

Programm

Buchpräsentation Grenzgänge – Religion und die Alpen
Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024
Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr

Sandra Boeschenstein im Gespräch mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati
Mittwoch, 11. September 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik
2. Oktober 2024

Weitere Informationen zum Projekt ‚Grenzgänge‘ finden Sie hier.

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Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

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Abb. 1: Foto: Marco Volken
Abb. 2: Buchcover ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen‘, Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024

Vorschau
Ausstellung
Dazwischensein 5
Manuela Illera
7. Juni bis 4. Juli 2024

Dazwischensein 5
Manuela Illera
(Möglichkeitsraum)

Manuela Illera
Philipp Gufler
(Filmprogramm)

Ausstellung von 7. Juni bis 4. Juli 2024
Eröffnung Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Die für den Möglichkeitsraum eigens entwickelte Installation ‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) von Manuela Illera baut thematisch auf der spirituellen Eroberung Lateinamerikas auf, die eng mit der spanischen Konquista verknüpft ist. Die spanische Krone, die die Reise von Kolumbus finanziert hatte, bekam die neuen Länder in Südamerika 1493 durch zwei päpstliche Bullen zugesprochen: durch die Eximiae devotionis und die Inter Caetera divinae, in denen Papst Alexander VI. den speziellen Auftrag formulierte, aus den indigenen Völkern Mitglieder der Kirche zu machen, sie zu zwingen ihren Glauben zu ändern und sie stattdessen zu katholischen Ritualen zu verpflichten. Die aus Kolumbien stammende Künstlerin baut mit ihrer Arbeit auf das Projekt ‚Lenguas Solares‘ (Sonnensprachen) auf, welches sie jüngst für das Istituto Cervantes in München entwickelt hat. Es ist das zweite Projekt in einer Reihe dekolonialer Praktiken, die speziell für den Ort entwickelt wurden.

Manuela Illera (*1988 in Bogotá, Kolumbien) lebt und arbeitet in München. Sie studierte Malerei in Buenos Aires und Bildende Kunst an der Universidad Javeriana in Bogotá. Bis 2023 studierte sie Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Julian Rosefeldt. Illeras Werke sind eng verwoben mit ihrer feministischen Praxis, die durch die migrantische Perspektive geprägt ist. Ihre interdisziplinäre Arbeit beschäftigt sich mit zeitbasierten Medien und der Verbindungen aus Klang- und Darstellenden Künsten. Dabei verarbeitet sie Themen wie Dekolonialität, Queerness, Körper und subversive Identitäten. Ihre Musik, Filme, kollektive Arbeiten, soziale Projekte und Erlebnisdesigns untersuchen die Rolle von Weißsein, Kapitalismus und patriarchaler sozialer Konformität in der Gesellschaft. Illera ist Mitbegründerin der Band ‚Cosmica Bandida‘, Co-Direktorin des dekolonialen Musikfestivals ‚La Retornona‘ in Bogotá und produziert den feministischen Podcast ‚Extravagant Mortals‘. Ihre Ausstellungen und Performances waren international zu sehen, u.a. in Berlin, Mailand, Barcelona, Paris, Wien, Bogotá und Buenos Aires.

Gesprächspartner*in: Atabey Mamita (bürgerl. Carlos Maria Romero *1979) ist Künstler*in und Kurator*in mit Fokus auf Praktiken des kulturellen Erbes, die für historisch marginalisierte Communitys und sozialen Zusammenhalt relevant sind. Unter anderem war Atabey Mamita Co-Kurator*in am Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro und Kurator*in des Contemporary Dance University Festivals in Bogotá. Aktuell ist Atabey Mamita Kurator*in für Performative Praktiken im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.

Philipp Gufler (*1989 in Augsburg) lebt in Amsterdam und München und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. In seiner künstlerischen Arbeitsweise vereint Philipp Gufler verschiedene Medien. Darunter fallen Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videos. In der Werkreihe der ‚Quilts‘ nimmt der Künstler Bezug auf Künstler, Schriftsteller, Zeitschriften und verlorene queere Räume. Darüber hinaus spielen der menschliche Körper und Aids eine wichtige Rolle in seinen Kunstwerken, zum Beispiel bei den Videoinstallationen ‚The Responsive Body‘ oder ‚Becoming-Rabe‘. Er hatte Einzelausstellungen im Kunstverein Göttingen, Françoise Heitsch, München, BQ, Berlin und Kevin Space, Wien, sowie Gruppenausstellungen im Haus der Kunst, München, Centraal Museum, Utrecht und Haus der Kulturen der Welt, Berlin. 2015 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis, 2020 den Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung und 2021 den niederländischen Royal Award for Painting. Er ist aktives Mitglied im selbstorganisierten Forum Queeres Archiv München.

Filmprogramm
Manuela Illera
Animal Ventus, 2023
Film, 30 Minuten

Philipp Gufler
Lana Kaiser, 2020
Film, 13 Minuten
Rory Pilgrim (Musik), Julia Swoboda (Kamera), Nathalie Bruys (Ton), Theo Cook (Grading), Hammann Von Mier Verlag (Begleitende Publikation)
In Erinnerung an Lana Kaiser (1985–2018)

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr
Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr
Dr. Richard Graupner, Geschäftsführender Vorstand
Benita Meißner, Kuratorin

Manuela Illera im Gespräch mit Atabey Mamita
Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik
Donnerstag, 4. Juli 2024, 19 Uhr

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Abb.: Dazwischensein 5 – Manuela Illera, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

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Re* (Sondertermin)
Lecture Performance
Christopher Dell und Sebastian Klawiter
Dienstag, 4. Juni 2024, 18.30 Uhr
Auferstehungskirche

Dienstag, 4. Juni 2024, 18.30 Uhr
Die Improvisation von Raum
Lecture Performance mit Vibraphon
Prof. Dr. Christopher Dell, Musiker, Komponist und Urban Design Theoretiker, Direktor des Instituts für Improvisationstechnologie (ifit), Berlin
mit Sebastian Klawiter, Architekt ByAK, Wissenschaftlicher Mitarbeiter TUM-Sustainable Urbanism
Ort: Auferstehungskirche, Gollierstraße 55, 80339 München

Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.

Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen. Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich. Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken.

Die Vortragsreihe sieht vor, dass jeweils zwei Referent*innen in Austausch treten. Dabei möchten wir Institution mit Innovation in Kontakt bringen. Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen, was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite.

Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?

Weitere Informationen zur Re* Vortragsreihe finden Sie hier

Sondertermin in Kooperation mit
Stiftung Weiter-Denken. Protestantische Kultur und Stadtgesellschaft
Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land, TUM

Abb.: Re* Vortragsreihe, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser 

Re* 1
Marinus Kohlhauf und Breathe Earth Collective
Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr
Karmeliterkirche

Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr
Dipl. Ing. Univ. Architekt Marinus Kohlhauf, Diözesanbaumeister Erzdiözese München und Freising

mit Breath Earth Collective, Graz, Klima Biennale Pavilion, Wien
Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Ort: Karmeliterkirche, Karmeliterstraße 1, 80333 München

Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.

Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen. Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich. Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken.

Die Vortragsreihe sieht vor, dass jeweils zwei Referent*innen in Austausch treten. Dabei möchten wir Institution mit Innovation in Kontakt bringen. Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen, was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite.

Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?

Weitere Informationen zur Re* Vortragsreihe finden Sie hier

Eine Kooperation von
DG Kunstraum Diskurs Gegenwart
Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Abb.: Re* Vortragsreihe, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Re* 2024
Vortragsreihe zum Thema
Nachhaltigkeit im Bausektor

#rethink #refuse #reduce #repair #reuse #refurbish #remanufacture #repurpose #recycle #recover

Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein. 

Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen. Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich. Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken.

Die Ausstellung ‚One Planet, One Family‘ von Anna Heringer 2023 bildete den Ausgangspunkt der neuen Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor. Die Re*-Reihe mündet ebenso wie die Kooperation mit Prof. Uta Graff am Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten an der TU München und dem Projekt ‚Ressource Research Reset – Architektonische Transformationen sakraler Räume’ im Jahr 2025 in eine gleichnamige Ausstellung im DG Kunstraum.

Die Vortragsreihe sieht vor, dass jeweils zwei Referent*innen in Austausch treten. Dabei möchten wir Institution mit Innovation in Kontakt bringen. Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen, was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite.

Dabei werden unter anderem die Aspekte der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung betrachtet. Die Ökonomie bezieht sich auf die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der Gebäude, über dessen gesamten Lebenszyklus betrachtet. Die Ökologie beinhaltet den ressourcen- und umweltschonenden Bau von Gebäuden, die Vermeidung von Schad- und Risikostoffen, um eine klimafreundliche Bauweise mit einem möglichst geringen CO2-Fußabdruck sowie die Förderung von Biodiversität. Im Fokus des Sozialen stehen die Nutzenden der gebauten Umwelt mit ihrem Wunsch nach Gesundheit, Komfort und Wohlbefinden. 

Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein? 
 
Termine
(1)
Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr
Dipl. Ing. Univ. Architekt Marinus Kohlhauf, Diözesanbaumeister Erzdiözese München und Freising

mit Breath Earth Collective, Graz, Klima Biennale Pavilion, Wien
Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Ort: Karmeliterkirche, Karmeliterstraße 1, 80333 München
 
(2)
Donnerstag, 26. September 2024, 19 Uhr
Dipl. Ing. Univ. Stefan Lautner, Leiter des Baureferats der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern

mit Point of No Return (München)
Moderation: Helmut Braun, Kunstreferent der Ev.-Luth. Kirche in Bayern
Ort: DG Kunstraum

(3)
Dienstag, 15. Oktober 2024, 19 Uhr
Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk
mit Prof. Mikala Samsøe, ensømble Studio Architektur, Berlin
Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum
Ort: DG Kunstraum

Form follows availability – die Gestaltung folgt der Verfügbarkeit. Diese Vorgehensweise reduziert den Verbrauch von Ressourcen konsequent und ermöglicht eine wirkliche CO2-Senke. Die sichtbar andere Ästhetik, die unsere Sinneseindrücke anregt, kann eine Quelle für Erkenntnisse sein.“
Prof. Amandus Samsøe Sattler, ensømble studio architektur

Eine Kooperation von
DG Kunstraum Diskurs Gegenwart
Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Sondertermine in Kooperation mit
Stiftung Weiter-Denken. Protestantische Kultur und Stadtgesellschaft
Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land, TUM


Dienstag, 4. Juni 2024, 18.30 Uhr
Die Improvisation von Raum
Lecture Performance mit Vibraphon
Prof. Dr. Christopher Dell, Musiker, Komponist und Urban Design Theoretiker, Direktor des Instituts für Improvisationstechnologie (ifit), Berlin
mit Sebastian Klawiter, Architekt ByAK, Wissenschaftlicher Mitarbeiter TUM-Sustainable Urbanism
Ort: Auferstehungskirche, Gollierstraße 55, 80339 München

Dienstag, 25. Juni 2024, 18.30 Uhr
Obsolete Stadt – Räume für Transformation
Ina Laux, Dipl.-Ing. Univ., Architektin BDA, Stadtplanerin DASL, Geschäftsführende Gesellschafterin Laux Architekten GmbH, Juryvorsitzende des Wettbewerbs ‚Fritz District‘ Neuperlach
mit Dipl.-Ing. Sabine Tastel, Institut für urbane Entwicklungen, Universität Kassel
Ort: Auferstehungskirche, Gollierstraße 55, 80339 München

Abb. 1: Re* Vortragsreihe, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb. 2: Breathe Earth Collective, Temporäres Walderlebnis im Universalmuseum Joanneum in Graz 2016, Foto: Bernhard König
Abb. 3: Breathe Earth Collective, Klima-Kultur Pavillon Graz 2020, Foto: Bernhard König
Abb. 4: Ausstellungsansicht Anna Heringer, ‚One Planet, One Family‘, DG Kunstraum 2023, Foto: Gerald von Foris

Ressource, Research, Reset
Architektonische Transformation sakraler Räume
Kooperation mit Prof. Uta Graff an der TU München

Ressource Research Reset
Architektonische Transformationen sakraler Räume

Am 8. April 2024 startet die Kooperation mit Prof. Uta Graff am Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten an der TU München und dem Projekt ‚Ressource Research Reset – Architektonische Transformationen sakraler Räume’, das nächstes Jahr 2025 in eine Ausstellung im DG Kunstraum münden wird. ‚Ressource Research Reset‘ ist Teil der Re*-Reihe mit Veranstaltungen zum nachhaltigen Bauen.

Kirchenräume sind zentrale Orte im Gefüge der Städte und im kollektiven Gedächtnis einer abendländischen Gesellschaft. Durch die sinkenden Zahlen an Gemeindemitgliedern verringert sich der Bedarf an kirchlichen Räumen. Es gilt Konzepte zu entwickeln, diese Räume angemessen zu transformieren, ihrer ursprünglichen Bestimmungen zu entheben und dennoch ihre übergeordnete Stellung im jeweiligen Kontext zu bewahren, um sie vor Leerstand und Verfall zu schützen.

Aufgabe ist eine architektonische Überführung der Johanneskirche in Ingolstadt – Architekt Theo Steinhauser, 1964 – in eine zukünftige Nutzung. Uns interessiert dabei die Frage nach der Architektur und ihrer Schönheit sowie den Möglichkeiten ihrer Umnutzung und einer damit verbundenen baulichen Transformation.

Ressource‘ ist das architektonische Potenzial, die kulturelle und bauliche Substanz, mit der es sich funktional und räumliche, strukturell und organisatorisch auseinanderzusetzen und die es in eine neue Nutzung zu überführen gilt, ohne den substanziellen Kern zu negieren.

Research‘ steht für die Notwendigkeit die Grundlagen zu dem jeweiligen Bauwerk, den bau- und nutzungsgeschichtlichen Hintergrund zu ermitteln und die räumliche und bauliche Struktur sowie den stadträumlichen und sozialen Kontexts für die Ermittlung einer zukünftigen Nutzung zu untersuchen.

Reset‘ ist als Möglichkeit eines Neuanfangs und der Rückgewinnung einer konstruktiv gestalteten Sichtweise auf etwas Vorhandenes von kulturellem, gesellschaftlichem und baulichem Wert zu verstehen.

Abb.: Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten, Prof. Uta Graff, TUM

Dazwischensein
Möglichkeitsräume
Jahresprogramm 2024

DE
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Mit dem Jahresprogramm steht nicht nur die Förderung der Künste im Fokus, sondern auch die Intensivierung des Diskurses von Mensch und Gegenwart. Für den DG Kunstraum heißt das, sich in ein diskursives Spannungsfeld zu bewegen.

Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit ‚Dazwischensein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.

Die vorhangähnliche, im Verlauf variierende Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum mit Werken von neun Künstler*innen.

Dazwischensein 1–9
Möglichkeitsräume
2024
(1) Bettina Khano – 19. Januar bis 15. Februar
(2) Simona Andrioletti – 23. Februar bis 21. März
(3) Viron Erol Vert – 29. März bis 25. April
(4) Andrea Wolfensberger – 3. Mai bis 29. Mai
(5) Manuela Illera – 7. Juni bis 4. Juli
(6) Katrin Bittl – 12. Juli bis 8. August
(7) Sandra Boeschenstein – 6. September bis 2. Oktober
(8) Judith Egger – 11. Oktober bis 7. November 
(9) Cana Bilir-Meier – 15. November bis 12. Dezember 

Eröffnungen jeweils am Vorabend ab 18 bis 21 Uhr

Gesprächspartner*innen
Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.

Filmprogramm
Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger u.a..

In Kooperation mit
Institut Kulturen der Alpen
Stiftung Lucerna
Marco Volken (Alpine Fotografie)
pre-art
Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, LMU München 

Öffnungszeiten während laufender Ausstellungen
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Geschlossen: Feiertags, Faschingsdienstag


Abb 1 Ausstellungsansicht Dazwischensein 1 Bettina Khano, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris
Abb 2 Jahresvorschau Dazwischensein 1 – 9. Möglichkeitsräume 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb 3 Bettina Khano, Hemdchen, 2023 (Ausschnitt), Vorhang aus Kunststoff, 642×345cm

EN
In 2024, ‚Dazwischensein‘ (Being in between) will provide the intellectual superstructure for nine short, individual artistic presentations that examine the topic in its various aspects. Being in between can be a thought, state or even a feeling. We want to understand being in between as an opportunity to see more and to grasp different perspectives at the same time.

The annual program not only focuses on promoting the arts, but also on intensifying the discourse on people and the present. For the DG Kunstraum this means moving into a discursive field of tension.

In what way can an exhibition space react to the developments of a society? How does an inviting environment arise so that people can talk, new ideas and perspectives can be developed or you can just unwind for a while? Art has the potential to lead us into the unknown and raise questions. With ‚Dazwischensein‘ we want to explore these questions and create a mediation space that remains an exhibition space, but also invites you to linger.

The curtain-like intervention ‚Hemdchen‘ by Bettina Khano, which varies over time, divides the space into a space of discourse and the ‚Möglichkeitsraum‘ (a space of possibility) with works by nine artists.

Dazwischensein 1–9
Spaces of possibility
2024
(1) Bettina Khano – January 19th to February 15th
(2) Simona Andrioletti – February 23rd to March 21st
(3) Viron Erol Vert – March 29th to April 25th
(4) Andrea Wolfensberger – May 3rd to May 29th
(5) Manuela Illera – June 7th to July 4th
(6) Katrin Bittl – July 12th to August 8th
(7) Sandra Boeschenstein – September 6th to October 2nd
(8) Judith Egger – October 11th to November 7th
(9) Cana Bilir-Meier – November 15th to December 12th

Openings the evening before from 6 p.m. to 9 p.m

Interlocutors
Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.

Film program
Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger and others.

In cooperation with
Institut Kulturen der Alpen
Stiftung Lucerna
Marco Volken (Alpine Fotografie)
pre-art
Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, LMU München 


Fig 1 Exhibition view of Dazwischensein 1 Bettina Khano, DG Kunstraum 2024, photos: Gerald von Foris
Fig 2 Annual preview of Dazwischensein 1 – 9. Möglichkeitsräume 2024, design: Bernd Kuchenbeiser
Fig 3 Bettina Khano, Hemdchen, 2023 (detail), plastic curtain, 642×345cm

Zwischen den Zeilen‘
Schüler*innen Workshops
mit Filomele

2024 widmet sich der DG Kunstraum den gedanklichen und künstlerischen Aspekten des Dazwischenseins.

Nach einer kurzen Ausstellungsführung wollen wir im Kreativworkshop das Dazwischen aufgreifen und untersuchen. Das Ich und das Andere, das Hier und Anderswo, die digitale und analoge Welt… das Dazwischen ist weder das Eine noch das Andere und lädt ein, darüber nachzudenken, welche Beziehung zwischen den Gegensätzen besteht. 

Diese Themen greifen wir auf und gestalten unsere eigenen Mini-Zines – gefaltete Heftchen, die mit winzigen Zeichnungen, Botschaften oder Collagen befüllt zu kleinen Mixed-Media Kunstwerken werden. Die Kinder und Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, den Raum und Anleitung, über ihr eigenes ‚Dazwischensein‘ in ihrem Leben nachzudenken und es künstlerisch zu verarbeiten. Die Mini-Zines werden bei Einverständnis der einzelnen Teilnehmer*innen auch ausgestellt in einer sich fortschreibenden Installation im DG Kunstraum: es entsteht ein Austausch, der den DG Ausstellungs- mit dem Kreativraum verbindet.

Das Angebot richtet sich jeweils an zwei verschiedene Zielgruppen, jedoch mit dem gleichen gedanklichen Überbau.

Zielgruppe 1: Offener Workshop
Kinder, Einzelpersonen
Max. Teilnehmer*innen: 10 (1 Workshopleitung)
Alter: 8 bis 15 Jahre
Anmeldung: über den DG Kunstraum info@dg-kunstraum.de
Dauer: 2 Stunden inkl. kurzer Pause
Termine: Di. 30.7.2024, 10 bis 12 Uhr, Mi. 20.11.2024, 9 bis 13 Uhr (Buß- und Bettag, 4 Stunden)

Zielgruppe 2: Geschlossener Workshop
Schulklassen, Gruppen, Organisationen
Max. Teilnehmer*innen 20 (2 Workshopleitungen)
Alter: 10 bis 18 Jahre
Anmeldung: Auf Anfrage über den DG Kunstraum info@dg-kunstraum.de oder Filomele post@filomele.de
Dauer: 2 Stunden inkl. kurzer Pause

Hinweise
Die Workshops sind kostenlos. Eine Anmeldung ist dringend erforderlich. Die Veranstaltungen richten sich an Kinder und Jugendliche, Schüler*innen. Im DG Kunstraum gibt es Wasser und Tee, Materialien oder spezielle Kleidung werden nicht benötigt bzw. vom DG Kunstraum gestellt.

Barrierefreiheit
Die Räumlichkeiten sind mit dem Rollstuhl über den rückwärtigen Eingang ebenerdig zu erreichen. Bitte klingeln Sie am Vordereingang, so können wir Ihnen den Eingang über den Innenhof öffnen. Dieser liegt bei Siemens und ist über den Durchgang direkt rechts neben dem DG Kunstraum zugänglich. Der vordere Haupteingang führt über zwei Stufen nach unten in den Ausstellungsraum. Unsere Angebote richten sich generell auch an Interessierte mit Behinderung. Bitte wenden Sie sich im Vorfeld an uns, um individuelle Fragen zu klären.

In Kooperation mit Filomele und Musenkuss
Unterstützt durch die Curt Wills Stiftung


Abb.: Schüler*innenworkshop zum Dazwischensein mit Filomele / Klaus Erika Dietl und Steffi Müller, Dazwischensein 1 Bettina Khano und Dazwischensein 2 Simona Andrioletti, DG Kunstraum 2023, Fotos: Dr. Alexandra Cerny, Benita Meißner, Steffi Müller