DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Ausstellung
‚Kirche Raum Gegenwart’
DG Kunstraum München
20. Januar bis 16. März 2023

Künstler*innen denken Kirche neu

Kirchenräume stellen für Stadt und Gesellschaft wertvolle öffentliche Räume dar. Kirchen sind identitätsstiftend und oft ortsbildprägend. Sie stellen einen unglaublichen bauhistorischen und kulturellen Schatz dar. Die Pflege und Wahrung von Grundstücken, Pfarrhäusern und eben Kirchengebäuden wird angesichts einer abnehmenden Zahl an Kirchenmitgliedern zunehmend schwieriger. Die Kirche ist mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen konfrontiert und steht nun durch innerkirchliche Themen selbst vor notwendigen Veränderungen.

Die Ausstellung widmet sich der Transformation von Kirchenräumen in Süddeutschland und nimmt Beispiele für konkrete Veränderungen und erweiterte Nutzungen in den Blick. In den Sommermonaten 2022 wurden ortsspezifische Projekte für vier Kirchengemeinden von jeweils einem Duo aus Kunstschaffenden oder Architekt*innen mit Bezugspersonen der Gemeinden vor Ort entwickelt. Es sind sehr unterschiedliche Ansätze, die jeder auf eigene Art und Weise dazu einladen über ‚aufgeschlossene Kirchenräume‘ nachzudenken – Kirchen, die liturgische Orte bleiben und sich gleichzeitig für Neues öffnen. Dabei steht eine nachhaltige Transformation der Räume im Zentrum, die sich nicht nur über architektonische Lösungen, sondern vor allem über inhaltliche Neubeschreibungen definiert.

Die Ergebnisse werden in Form von Renderings, Texten und Modellen in der Ausstellung vorgestellt. Darüber hinaus wird eine Auswahl von 14 bereits umgesetzten Transformationen von Kirchenräumen im süddeutschen Raum vorgestellt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im jovis Verlag, der unter anderem im Rahmen der Gesprächsreihe ‚Kirche Raum Zukunft‘ präsentiert wird.

Mit Arbeiten der folgenden Duos
zu den ausgewählten Projektkirchen

Empfangshalle
,Wengenkirche‘ St. Michael, Ulm

Jutta Görlich und Peter Haimerl
Lätare Kirche, München-Neuperlach

Ludwig Hanisch und Karina Kueffner
St. Wendelin, Langenprozelten am Main

Ursula und Tom Kristen
‚Leutekirch‘ St. Martin, Leutkirch

Programm

Vernissage
Donnerstag, 19. Januar 2023, 18 bis 21 Uhr
im DG Kunstraum

19:30 Uhr
Begrüßung
mit Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender der DG
sowie Dr. Alexander Heisig, Vertreter des Vorstands Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst

Einführung
Benita Meißner, Geschäftsführerin und Kuratorin des DG Kunstraums

Gesprächsreihe
‚Kirche Raum Zukunft‘

Finissage
Donnerstag, 16. März 2023, 18 bis 20 Uhr
im DG Kunstraum

Im Anschluss wird ‚Kirche Raum Gegenwart‘ als Wanderausstellung an weiteren Orten gezeigt werden.

Ausstellungsansichten ‚Kirche Raum Gegenwart’
Fotos: Gerald von Foris

Gesprächsreihe
‚Kirche Raum Zukunft‘
im Rahmen von ‚Kirche Raum Gegenwart‘

Gespräch I
Dr. Susanne Fischer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Marinus Kohlhauf, Erzdiözese München und Freising, Hauptabteilungsleiter Bauwesen
Stefan Neukamm, Evang. ‑Luth. Kirchengemeindeamt München, Abteilung Bau und Liegenschaften
Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender der DG
Moderation: Benita Meißner
Dienstag, 24. Januar 2023, 19 Uhr

Gespräch II
Empfangshalle mit Vertreterinnen der Gemeinde St. Michael, Ulm Ludwig Hanisch und Karina Kueffner mit Vertreterinnen der Gemeinde St. Wendelin, Langenprozelten
Ursula und Tom Kristen mit Vertreter*innen der Gemeinde St. Martin, Leutkirch
Moderation: Benita Meißner
Donnerstag, 2. Februar 2023, 19 Uhr

Gespräch III
Helmut Braun, Kunstreferent der Ev. Kirche in Bayern
Dr. Jürgen Emmert, Würzburg
Manuela Klauser, Wiss. Mitarbeiterin im DFG-Forschungsgruppe Sakralraumtransformation (TRANSARA)
Moderation: Benita Meißner
Donnerstag, 9. Februar 2023, 19 Uhr

Gespräch IV
Wärmende Klänge in der kalten Kirche
Musik: Esther Schöpf und Norbert Groh
Jutta Görlich, Peter Haimerl, Benita Meißner und Pfarrer Gruzlewski im Gespräch
Ort: Ev. Lätarekirche, München
Sonntag, 12. März 2023, 16.30 Uhr

Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Ausstellungskatalog
‚Kirche Raum Gegenwart‘
jovis Verlag

Bald ist es soweit! Wir freuen uns die begleitende Publikation zur aktuellen Ausstellung vorzustellen. 

Katalog 157 der DG erscheint begleitend zur Wanderausstellung ‚Kirche Raum Gegenwart‘, einem Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. (DG) und dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V. (VAH).

Aufgeschlossene Kirchen sind wertvolle öffentliche Räume, die liturgische Orte bleiben und sich gleichzeitig für Neues öffnen können. Im Zentrum von Kirche Raum Gegenwart steht die nachhaltige Transformation dieser Räume, die über eine rein architektonische Lösung hinausgeht. Anhand von vier Projekten in süddeutschen Kirchengemein-den, zeigen die Publikation und die gleichnamige Wanderausstellung, wie solche konkreten Verände-rungen aussehen könnten. Gemeinsam mit Be- zugspersonen aus den Gemeinden vor Ort, haben Kunstschaffende oder Architekt*innen sehr unter-schiedliche Ansätze für erweiterte Nutzungen entwickelt. Vierzehn besonders gelungene, bereits realisierte Transformationen von Kirchenräumen im süddeutschen Raum ergänzen die Entwürfe, vertiefende Textbeiträge geben Einblicke in die Veränderungsprozesse der beiden großen christ- lichen Kirchen und die besonderen Rahmen- bedingungen dieser immer häufiger anstehenden Transformationen.

Ausstellung im DG Kunstraum vom 20. Januar bis 16. März 2023.

Broschur mit Schutzumschlag
16 x 27 cm
276 Seiten, zahlr. farb. und s/w. Abb.
Deutsch
ISBN 978–3‑98612–019‑1
02.2023
Subskriptionspreis 25,00 Euro
Buchhandelspreis 32,00 Euro


Herausgeber: Dr. Walter Zahner (1. Vorsitzender DG)
Redaktion: Benita Meißner
Konzeption und Mitglieder der Jury: Dr. Manuela Klauser, Benita Meißner, Dr. Walter Zahner
Weiteres Jurymitglied: Dr. Andreas Kühne (Mitglied des Vorstands VAH)
Assistenz: Daniela Lange, Léa Manoussakis
Autor*innen: Prof. Dr. Albert Gerhards, Dr. Manuela Klauser, Thorsten Nolting, Benita Meißner, Dr. Werner Wolf-Holzäpfel, Dr. Walter Zahner
Kunstprojekte: Jutta Görlich und Peter Haimerl, Ludwig Hanisch und Karina Kueffner, Tom und Ursula Kristen, Benita Meißner für Empfangshalle
Projekttexte: Dr. Manuela Klauser (MK), Benita Meißner (BM)
Korrektorat: Gabriele Oldenburg
Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Projekte
Druck: Memminger Mediencentrum

Geschäftsführerin und Kuratorin: Benita Meißner
Assistenz: Manuela Baur
Öffentlichkeitsarbeit: Daniela Lange

Für ein Presseexemplar des Katalogs wenden Sie sich bitte direkt an die Pressestelle des jovis Verlags.

jovis Verlag GmbH
Lützowstraße 33
10785 Berlin
www​.jovis​.de

Ansicht Cover Ausstellungskatalog ‚Kirche Raum Gegenwart’
Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
©2023 by jovis Verlag GmbH

Podiumsdiskussion
Öffnen statt schließen
Kirchen als öffentliche Räume
Mi, 1. März 2023, 18.30 Uhr

Symposium
der Stiftung Weiter-Denken

Kirchen sind Prototypen öffentlicher Bauten“ (cheweitz). Sie waren gebaut als große Versammlungsräume. Mit sich verändernder Bevölkerungsstruktur und mit der Säkularisierung der Gesellschaft wurden sie zunehmend zu reinen Gottesdienstorten. Heute besinnen sich Gemeinden und Kirchen erneut auf ihr Potenzial als öffentliche Räume, oft als hybride öffentliche Räume: Sie behalten ihre gottesdienstliche Funktion und geben zusätzlichen Nutzungen Raum. „Wir haben eine Kirche – Haben Sie eine Idee?“ Mit Fragen wie dieser werden Prozesse der geistigen und realen Öffnung, der Partizipation und Neugestaltung initiiert. Der Bezug aufs Stadtviertel und die Fragen der Zeit werden Thema und Aufgabe. Wir stellen drei solcher Prozesse kultureller Öffnung vor und diskutieren beispielhaft an ihnen bauliche und personelle Voraussetzungen, Dynamiken und Herausforderungen im Umgestaltungsprozess und die Visionen, die sich mit ihnen verbinden. Welche Qualitäten an öffentlichem Raum entstehen hier?

Mi, 1. März 2023, 18.30 Uhr 
Auferstehungskirche München
Gollierstraße 55, 80339 München

St. Maria als: „Wir haben eine Kirche – Haben Sie eine Idee?“ 
Der Prozess der Öffnung als Erfahrung
PR Andréas Hofstetter-Straka, St. Maria als – Kirche des Dialogs und der Vernetzung, Stuttgart

Eine Kirche erfindet sich neu. Aus einem anfangs als vorübergehend gedachten Prozess der Suche wird ein neues Selbstverständnis: St. Maria wird „St. Maria als“. Sie öffnet sich für den Stadtraum und für vielfältige Nutzungs-Ideen der Menschen um sie herum. Ein kuratorisches Team gestaltet den Prozess, der nun auf Dauer angelegt ist: Öffnung und Ermöglichung. Wissenschaftlich und städteplanerisch begleitet. Und mit einem Umbau des Innenraums unterstützt.

https://​www​.st​-maria​-als​.de/

Ein neuer Typus Kirche: Hybride öffentliche Räume
Dr. Sonja Beeck und Jürgen Willinghöfer, chezweitz GmbH – museale und urbane Szenografie, Berlin

Das Berliner Büro chezweitz hat einen Prozess in Zusammenarbeit der Mitteldeutschen Kirche und der Internationalen Bauausstellung Thüringen 2012 – 2023 begleitet und gestaltet. Aus 500 neuen Ideen für neue Nutzung sakraler Räume wurden sieben Modellprojekte ausgewählt und professionell umgesetzt. Die vorgestellten Projekte zeigen, wie lebensnahe weltliche Nutzungen das ursprüngliche Angebot der Kirche ergänzen können. Mitten im Ort entsteht so ein neuer Typus Kirche als hybrider Raum und vielleicht neuer Kern. chezweitz ist ein in Berlin ansässiges Büro für museale und urbane Szenografie. Es gestaltet Kunst- und Themenausstellungen für Museen und entwickelt planerische Strategien für die veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Stadtraumes. 

https://​www​.chezweitz​.de/de 

Auferstehungskirche als „Kraftwerk Westend“: Eine Vision
Bernd Berger, Pfarrer Auferstehungskirche München

Die denkmalsgeschützte Auferstehungskirche im Münchner Westend liegt in einer lebendigen und vielfältigen Nachbarschaft. Sie ist eine der größten Münchner Kirchen, doch die Bewohnerschaft im Westend hat sich verändert. Konzeptuell und baulich will sich die Kirche öffnen und zugleich neue Funktionen der heutigen Gesellschaft integrieren: Ein Migrationszentrum, Tafel und Vesperkirche, Kulturelle Öffnung. Westend Vibes kommen zum Klingen. Ein Kraftwerk für die Nachbarschaft. Konzeptionelle Herausforderungen für die Gemeinde und für Staab Architekten, die die bauliche Umsetzung leisten sollen.

https://​www​.auferstehungskirche​.de/​g​e​m​e​i​n​d​e​/​v​i​s​i​o​n​-25

Podiums- und Plenumsdiskussion
Systematische Fragen zu den Projekten 

eine Kooperation von
Stiftung Weiter-Denken
Auferstehungskirche München Westend
und DG Kunstraum
im Rahmen der Wanderausstellung 
‚Kirche Raum Gegenwart‘ vom 20.1. bis 16.3.2023

Im Augenblick des Staunens
fällt das Ich mit der Welt in eins‘
Gruppenausstellung
6. Oktober bis 16. Dezember 2022

Eröffnung
Mittwoch, 5. Oktober 2022, 18 bis 21 Uhr

I
Katholischen Akademie in Bayern, Mandlstraße 23, 80802 München
18.30 Uhr

Begrüßung 
Dr. Achim Budde, Akademiedirektor
Einführung 
Wilhelm Warning, Kunstkritiker und Journalist

II
DG Kunstraum, Finkenstraße 4, 80333 München

20 Uhr
Begrüßungen
Dr. Walter Zahner, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst 
Prof. Dr. Georg Braungart, Leiter der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk
Einführung 
Benita Meißner, Geschäftsführerin und Kuratorin des DG Kunstraums 

DG Kunstraum
Fadi Aljabour 
Nina Lamiel Bruchhaus 
Lea Corves 
Katrin Esser 
Flora Fritz 
Hanna Nitsch 
Birgit Szepanski 
Markus Zimmermann 

Katholische Akademie
Alwine Baresch 
Toni Mauersberg 
Lukas Sünder 
Markus Zimmermann

Kunst ermuntert dazu, sich von den alltäglichen Dingen zu lösen, den Blick für neue Horizonte zu eröffnen und schweifen zu lassen. „Die(se) Kraft des Staunens als Phänomen der Wahrnehmung zu erleben und darin aufgehoben zu sein, ist gerade der Kunst und den Künstlern zu eigen.“ (Paulo Bianchi, Türen zum Wunderbaren, Kunstforum Bd. 259, S. 46) 

Im Moment des Staunens scheint die Zeit eingefroren und der Augenblick wird mit immenser Intensität wahrgenommen. Wir staunen über alles, was wir als unerwartetes Geschehen erleben dürfen, besonders über das, was wir erst in existenziellen Grenzerfahrungen erkennen können. Wir staunen über das Geschenk des Lebens. Die Erfahrung des Staunens kann verschiedene Reaktionen hervorrufen und je nachdem, ob das Unerwartete, Verwunderliche eher ein ‚gläubiges‘ oder ‚ungläubiges‘ Staunen auslöst, von Bewunderung, Respekt, Verehrung oder Befremden, Irritation, Argwohn begleitet werden.

In der Philosophie stellt das Staunen die Brücke zwischen dem Denkvermögen und der sinnlichen Wahrnehmung dar. Dabei wurde der Moment des Staunens in der Antike verschieden interpretiert: mal als Sinneseindruck (Aristoteles: Irritation), mal als Erkenntnis (Platon: Reflexion). Im Mittelalter erhielt das Staunen eine weitere Konnotation, die religiöse Erfahrung. Eine staunende Bewunderung schien die angemessene Haltung gegenüber Gott oder der Schöpfung zu sein. Die systematische Wiederbelebung der Idee einer genuin philosophischen, von religiösen Festlegungen unabhängigen Form des Staunens erfolgt erst wieder im 20. Jahrhundert von Autor*innen wie Hannah Arendt und Martin Heidegger, die sich wunderten, dass überhaupt eine Welt existiert und nicht nichts. 

In der heutigen Gesellschaft wird das Staunen von der Wissenschaftsgläubigkeit stark verdrängt und schnelle Antworten der Suchmaschinen überlagern persönliche Wahrnehmungen und Eindrücke. Kunstwerke lassen sich nicht einfach über Suchbegriffe entzaubern oder einem Interpreten über ein „shazamen“ zuordnen. Die Betrachter*innen sind in der Ausstellung auf ihre eigenen Eindrücke zurückgeworfen und nähern sich dabei aktuellen Diskussionen an, die von den Kunstschaffenden aufgegriffen wurden. So sind Themen wie Teilhabe und Gerechtigkeit, Gender Gap, die Macht sozialer Netzwerke, die Sehnsucht des Menschen nach einer neuen Verbindung mit der Welt in der Ausstellung zu entdecken und laden die Betrachtenden selbst zum Staunen ein.

Die Künstler*innen der Ausstellung sind Stipendiat*innen des Cusanuswerks, die von einem Kuratorium aus Vertreter*innen der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V., des Vereins Ausstellungshaus (VAH), dem Cusanuswerk sowie der Katholischen Akademie in Bayern für eine Beteiligung an der Ausstellung ausgewählt wurden. 


Programm
Lange Nacht der Münchner Museen
Sa, 15. Oktober 2022, 18 bis 1 Uhr

Führungen mit der Kuratorin
Di, 25. Oktober 2022, 18.30 Uhr
Do, 10. November 2022, 18.30 Uhr
Di, 22. November 2022, 18.30 Uhr

So, 30. Oktober 2022, 11 Uhr
im Rahmen des Kunst-Projektes ‚Verlassenschaften‘ in St. Paul
bittet Ruth Geiersberger zum performativen Gespräch mit
Frau Dr. Sylvia Schoske, ehem. Leiterin des SMAEK
Pfarrer Rainer Hepler, Pfarrer St. Paul

Musikalisches Programm
Evi Keglmaier und Michel Watzinger


Finissage
Fr, 16. Dezember 2022, 18.00 Uhr


Download

Ausstellungsansichten:
Gerald von Foris

Bewundern statt wissen
Eine Schau im Münchner DG Kunstraum widmet sich dem Staunen
kulturWelt Bayern 2

Interview mit Benita Meißner über die Gruppenausstellung ‚Im Augenblick des Staunens fällt das Ich mit der Welt in eins‘.

Ein Beitrag von Roland Biswurm am 11. Oktober 2022.

Foto: Gerald von Foris

Express-Ausstellung 
‚U Can Take‘
 9. bis 23. September 2022

Programm

Eröffnung mit Performanceprogramm 
zur Open Art

Fr. 9.9.2022
18 Uhr Eröffnung
18.15 Uhr ‚In Search of Humanity‘ von Felix Helmut Wagner, Wien
19 Uhr ‚Tin Omen‘ von Max Weisthoff, München

Sa. 10.9.2022
14 Uhr ‚Can You Take?‘ von Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl, München
16 Uhr ‚Baby Blues’ von Haveit, Pristina (Kosovo)

So. 11.9.2022, 14 bis 16 Uhr
‚Interieur mit Frau in Rot‘ von Gabi Blum, München
,Whirling‘ von Lisa Stertz, Berlin

Finissage
Fr. 23.9.2022
19 Uhr, 90 min (mit Pause)
Ruth Geiersberger liest performativ
Marina Abramović ‚Durch Mauern gehen‘

Mittelpunkt der Ausstellung bildet die großformatige Wandmalerei ‚You Can Take‘ des Münchner Künstlers Lars Koepsel, die sich als komplexes mehrfarbiges Schriftbild in der gesamten Höhe des DG Kunstraums präsentiert. Inspiriert durch das Studium chinesischer Kalligrafie aus dem ersten Jahrtausend vor Christus setzt sich Koepsel seit den frühen 1990er Jahren in seinem Werk hauptsächlich mit Schrift auseinander. Die Arbeit ‚You Can Take‘ greift den Refrain „you can take my body, you can take my bones, you can take my blood, but not my soul” des Songs ‚At The Purchaser’s Option‘ von Rhiannon Giddens[1] auf. 

Bereits seit der Antike wird die grundlegende philosophische Frage nach der Beziehung von Körper und Seele, oder allgemeiner Materie und Geist, verhandelt. Sind Geist und Körper zwei verschiedene Substanzen? Wenn ja, wie sind sie miteinander verbunden? Wenn nein, ist der Geist etwas Körperliches, oder ist der Körper eine Form des Geistes? Ist die Seele frei und der Körper nicht? Diesen im Raum visualisierten Themenkomplex loten die regionalen und internationalen Künstler*innen mit einem kontrastreichen Video- und Performanceprogramm aus. ‚U Can Take’ eröffnet zum OPEN ART Wochenende unter anderem mit Max Weisthoff aus München, der Themen wie Maske, Kontrolle und Übergriffigkeit bearbeitet und dem HAVEIT-Kollektiv aus Pristina/Kosovo, die sich in ihrer Arbeit mit queerfeministischen Themen wie Frauen*- und LGBTQ+ Rechten auseinandersetzen.

In der klassischen Performance definiert sich Präsenz ganz entscheidend über den Körper und doch geht sie darüber hinaus. Gina Pane bringt es auf den Punkt: „Der Körper wird selbst zur Idee, während er vorher nichts anderes war als ein Übermittler von Ideen. Es gibt einen ziemlich ausgedehnten Bereich, der es wert ist, erforscht zu werden. Von dort aus ist es möglich, andere Räume zu betreten, wie den der Kunst zum Leben, in denen der Körper nicht länger eine Repräsentation ist, sondern eine Transformation.“[2] Der Körper wird in einem selbstreflexiven Akt verdinglicht, er wird aber auch zum Schauplatz von Wunden, Schmerz und Gewalt. 

Performancekunst ist für manche Menschen, die sich für zeitgenössische Kunst interessieren, schwer zugänglich. Marina Abramović beweist mit der Performance ‚The Artist Is Present‘, die im New Yorker MoMA Tausende von Besucher*innen anzog, dass das auch ganz anders sein kann. Und so liest sich auch ihre Autobiografie[3]: Es ist als säße sie beim Erzählen ihrer Geschichte direkt vor der lesenden Person. Im Rahmen der Finissage leiht die Münchner Performancekünstlerin Ruth Geiersberger, auf den ersten Blick scheinbar das Gegenteil von Marina Abramović, der Performance-Ikone ihre Stimme.

Künstler*innen
Gabi Blum
Johannes Evers
Ruth Geiersberger
Haveit
Lars Koepsel
Marco Schuler
Lisa Stertz
Felix Helmut Wagner
Max Weisthoff

Künstler*innen der AdBK
Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl
Leonard Schulz und Team

Fotos
Lars Koepsel, You Can Take,  © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Haveit, 8th of March, 2021

Die Ausstellung wird gefördert durch „Verbindungslinien BBK“

[1] Rhiannon Giddens (* 21. Februar 1977 in Greensboro, North Carolina) ist eine Sängerin traditioneller US-amerikanischer Folk- und Old-Time-Musik, aber auch irisch-gaelischer Musik.
[2] Gina Pane, übersetzt und zitiert nach: Francesca Alfano Miglietti, Extreme bodies. The use and abuse of the body in art, Mailand 2003. S. 28
[3] Marina Abramović: Durch Mauern gehen, München 2016.

***Ausstellungshinweis***
Yao Jui-Chung
Apartment der Kunst
Karten liegen aus.

U Can Take‘
Performances
zur Open Art 2022

Was für eine Open Art 2022…wir freuen uns über einen fulminantes Eröffnungswochenende von ‚U Can Take‘!

Neben dem Videoprogramm unserer Express-Ausstellung wurde der DG Kunstraum zur Bühne für unsere internationalen Performer*innen umfunktioniert.

Fotos: Gerald von Foris
Abbildungen:
Haveit
Felix Helmut Wagner
Lisa Stertz
Gabi Blum
Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl
Lars Koepsels ‚You Can Take’
Max Weisthoff

Felix Helmut Wagner, In Search of Humanity, Fr. 9.9.2022

Für die Performance ‚In Search of Humanity‘ schlüpft der Künstler in ein Nikolaus-Kostüm, einem der bekanntesten Heiligen, der sein ererbtes Vermögen zu Lebzeiten unter den Notleidenden verteilte. In einer unbekannten Sprache wendet er sich an sein Publikum und vermittelt sich den Anwesenden trotzdem sehr eindrücklich. Laut Wagner versucht er auf absurde Weise Logik in den für uns manchmal unverständlichen Handlungen von Menschen zu finden. Er nutzt dafür neben Grafiken und Objekten auch ein Plakat, dass ein totes Rind im Schlachthof zeigt. Die Art und und Weise wie der Mensch mit anderen Lebewesen umgeht bringt die Performance Figur in Rage. Hat der Mensch den Auftrag die Erde Untertan zu machen falsch verstanden, da er auch nur ein Teil des Ganzen ist? Damit die komplexen Thematiken nicht nur über Gebärden und Bilder verständlich werden, nutzt der Künstler stellenweise einen grünen Übersetzer-Kopf, der die fremde Sprache für die Zuhörer*innen ins Deutsche und Englische übersetzt.

Max Weisthoff, Tin Omen, Fr. 9.9.2022

Das Video enthält sensible Inhalte.

Max Weisthoff sucht in ‚Tin Omen‘ (Song der Industrial-Band Skinny Puppy, das auf das Massaker auf dem Tiananmen Platz 1989 anspielt) eine situative Überlagerung von Mensch, Tier und Maschine im Raum, forscht nach dem Spannungsverhältnis zwischen körperlicher Gegenwart, Deprivation, wechselseitiger Übergriffigkeit und queerer Intimität. Der Performer ist nackt und trotzdem nicht zu erkennen: Eine genähte Hundemaske aus Echtfell deformiert den Kopf, ein Buttplug mit angesetzter Fellschwanz penetriert und extrudiert den Körper gleichermaßen von hinten. Die fetischaffine Alienation ist körperlich spürbar und verunsichert: Kein Augenpaar, das direkten Augenkontakt zuließe, keine echte Mimik. Auch die Körperhaltung, oft kauernd oder stark zentriert, und die langsamen, überdehnten zeitlichen Abläufe und Bewegungen verweigern sich dem Bedürfnis nach Greifbarkeit. Nach und nach erweitern skulpturale Elemente das Spiel: Dominant ist die Kette aus tierischen Oberschenkelknochen, die am Boden liegend den Raum als Diagonale kreuzt. Ein Ende hängt an einem Kofferobjekt, das einen unübersichtlichen Technikpark beheimatet; das andere Ende reicht zu einem Beamer, der hochkant eine Videoloop projiziert. Der nackte Körper ist hier abermals als technisches Bild präsent, wenn auch mit einer Fuchsmaske und schwarz-weiß gefilmt. In einer nächtlichen Außenszene reibt und stößt das Mischwesen, von hinten gefilmt, wiederholt ein tonnenförmiges Objekt aus blankem Stahlblech, im Hintergrund sind permanentes Grillenzirpen und ein in der Ferne vorbeifahrendes Auto hörbar. Aus der beinahe zärtlichen Reibung am Metall wird vehementes Stoßen: Fleisch auf Metall, irgendwo zwischen Erotik und Gewaltakt, dumpfes Poltern ist hörbar. Ausgehend von dieser Sound- und Bildkulisse entsteht durch eine komplexe Anordnung unterschiedlicher Soundeffekte im Koffer nach und nach ein rauschender Geräuschteppich – „Noise“. Ein Paar mit Sensoren versehene Lederhandschuhe bildet ein berührungsempfindliches Interface: Die einzelnen Knochen am Boden kommen ratternd in Bewegung, vibrieren und zerren an der Kette. Das Rauschen wird zunehmend lauter, die Knochen tanzen.

Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl, Can You Take?, Sa. 10.9.2022

Esther Abdelghani und Diana Wöhrl nutzen für ihre Performance aufgehängte Gummibänder, die in Farbe und Anmutung an die Worte ‚You Can Take‘ in übergroßer Schrift von Lars Koepsel auf der gegenüberliegenden Wand erinnern. Die Performerinnen bewegen sich mit und in den bunten Bändern, wodurch ein spielerischer Umgang mit der Schrift entsteht, sie wird aufgelöst und neu geschrieben – oder kämpfen sie mit ihr? Mal ist es ein tänzerisches Spiel und der Körper dirigiert die Bänder, mal drückt die Kraft des Gummis den Körper an die Wand. Die Bänder stellen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich eine Kommunikation zwischen den Körpern und Thematik her und reagieren auf die Wandarbeit. Im Laufe der Performance nehmen die Verschlingungen und Verdrehungen zu und die Bewegung wird in ihrem Aktionsradius gehemmt. Sie sind nun Gefangene ihres eigenen Spiels. Wie frei kann der Geist unabhängig vom Körper sein, wenn beide doch eine untrennbare Einheit bilden? Unser biologischer Körper als Organismus erzeugt durch chemische und elektrische Funktionsweisen unsere Wahrnehmung und inneres Erleben. Körperliche Erfahrungen prägen unsere Persönlichkeit, körperliche Unfreiheit kann großes Leid herbeiführen. Sich einen freien Geist zu bewahren, vor allem in Situationen der Unterdrückung, ist eine der stärksten menschlichen Eigenschaften, so Abdelghani.

Haveit, Baby Blues, Sa. 10.9.2022

Die vier Künstlerinnen, Alketa Sylaj, Hana Qena, Vesa Qena und Arbërore Sylaj, stehen regungslos vor vier Einkaufswägen, die leere Wassergläser enthalten. Nach einer kleinen Weile greifen die Frauen, eine um die andere, die Griffe der Einkaufswägen und schieben diese sanft vorwärts und rückwärts. Die Art der Bewegung erinnert an ein beruhigendes Wiegen von Säuglingen im Kinderwagen. Diese Bewegung wird abrupt von einem gefährlichen Hin-und Herstoßen der Einkaufswägen abgelöst. Eine davor nicht dagewesene Aggressivität entlädt sich. Die leeren Gläser werden durcheinandergeschleudert und zerbrechen mit großem Getöse. Die Künstlerinnen beruhigen sich erst, als auch das letzte Glas zerbrochen ist. Haveit spielt mit den tradierten Geschlechterrollen: sie wechseln von einer sorgenden, mütterlichen Bewegung zu einem Gestus, der ganz im Gegensatz dazu steht und nicht weiblich konnotiert ist. 

Lisa Stertz, Assemble – A Whirling Perfomance, So. 11.9.2022

Lisa Stertz ist Performancekünstlerin und Tänzerin. Ihr Interesse an bewegungsbasierten Praktiken ließ sie zuletzt eine Ausbildung zur Derwisch-Wirbellehrerin absolvieren, womit sie ihr Wissen und ihre Tätigkeitsfelder bereicherte. Im DG Kunstraum bewegt sie sich mit ”assemble” in den bereits am Rande des Ausstellungsraums positionierten Leinwänden von Gabi Blum wie vor einer dreidimensionalen Bühne. Sie integriert die vorgefundene Architektur spielerisch in ihre Choreografie. Ihre Drehungen und Bewegungen richtet sie an einem Musikstück aus, welches für sie mit losem Bezug auf den Inspirationssong zu Koespels Wandmalerei (Rihannon Giddens – At The Purchaser’s Option) komponiert wurde. Somit verwebt ihre Performance verschiedene Inhaltspunkte der Ausstellung und ihr Körper wird im wahrsten Sinne des Wortes zum Dreh- und Angelpunkt im Raum.

Gabi Blum, Interieur mit/ohne Frau in Rot, So 11.9.2022

Gabi Blum interpretiert im Ausstellungsraum ein Gemälde von Félix Vallotton aus dem Jahr 1903. Die Künstlerin entwickelte dafür eine raumfüllende Installation aus Leinwänden und Objekten, die eine ungefähre Tiefe von 5 Metern erreicht. Das ausgewählte Werk trägt den Titel „Interieur mit/ohne Frau in Rot“ und zeigt den fast voyeuristischen Blick durch mondän eingerichtete Räume, bis zu einer Art Schlafraum mit gelber Wand. Im Zentrum des Bildes steht eine Frau in rotem Kleid, die von hinten zu sehen ist und die wiederum in die nächsten zwei Räume blickt. Live vor Publikum baut Gabi Blum die Installation auf, während ihre Videokamera den finalen Bildausschnitt schon mit aufzeichnet und auf einen Monitor überträgt. Die Kuratorin Benita Meißner verliest im Auftrag der Künstlerin zwei Texte zum Jahr 1903, die zum einen etwas über die Situation des Malers Vallotton erzählen und zum anderen über die Hutnadelvorfälle, die im gleichen Jahr weltweit für Furore sorgten. Vallotton hatte durch seine Heirat gesellschaftlichen Aufstieg erfahren und sich in private Räume zurückgezogen, wo er nun häufiger seine Frau Gabrielle malte, während weltweit Frauen begannen sich alleine in öffentlichen Räumen zu bewegen und sich gegen Übergriffe von Männern mit ihren Hutnadeln wehrten. Vielerorts wurden die Hutnadeln verboten, es gab Demonstrationen dagegen und auch Verhaftungen. Gabi Blum, namensverwandt mit der Frau des Künstlers, wurde an einem 19.03. geboren und begibt sich für dieses Tableaux vivant final als Model für 19.03 Minuten in die Installation, während das Lied, das an ihrem Geburtstag Nummer 1 der deutschen Singlecharts war, in Dauerschleife gespielt wird.

Videos: Edward Beierle

Making of
‚You Can Take’
Lars Koepsel 2022

Making of der Wandmalerei ‚You Can Take‘ 2022
von Lars Koepsel
zur Express-Ausstellung ‚U Can Take’
vom 9.9. bis 23.9.22 im DG Kunstraum

Lars Koepsel
You Can Take, 2022 
Wandmalerei
710 x 650 cm

Mit Dank an die tatkräftige Unterstützung von 
Chang Chen-Shen
Li-Mei Shie

Auf der Suche …‘
Ausstellung in der AkademieGalerie
8. Juni bis 17. Juni 2022

Mit Werken vonCheng-Hsin Chiang, Paula Niño, Khashayar Zandyavari, Hang Zhou

Eröffnung: Di, 7.6.2022, 19 Uhr

Öffnungszeiten: täglich 17 bis 19 Uhr

Ort: AkademieGalerie, U‑Bahnhof Universität, Ausgang Akademiestraße

Das Ausstellungsprojekt Auf der Suche beschäftigt sich mit verschiedenen Suchbewegungen des Menschen. In einem dialogischen Prozess entstehen Installationen, Malereien, performative Arbeiten, Text- und Videoarbeiten. Damit werden die Potenziale thematisiert, die aus der Begegnung von Menschen und Dingen entstehen. Diese Kontaktzonen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer wieder neu aktiviert werden – durch Handlungen, die einen neuen Fluss von Ereignissen und Widerständen erzeugen.