Vernissage Freitag, 11. September 2015 von 18 bis 21 Uhr
19.30 Uhr Begrüßung: Helmut Braun M.A., Vorstand der DG Einführung und Künstlergespräch: Benita Meißner, Carsten Fock
Ausstellung bis zum 14. November 2015 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12 bis 19 Uhr
Für die Galerie der DG entwickelt Carsten Fock eine begehbare Raumskulptur, die nicht nur als Kulisse für neue malerische Arbeiten fungiert, sondern die den Besucher empfängt, umschließt und ein neues Raumempfinden ermöglicht.
Das Werk von Carsten Fock erscheint einem sich ständig erneuernden Prozess unterworfen. Dieser baut auf aktuelle wie vergangene Erfahrungen und Bilderwelten auf – Vergangenheit und Gegenwart, Musik und Literatur treten in Diskussion. Ein leichtes Wechselspiel zwischen Abstraktion und Figuration fordert den Betrachter heraus, das Unmittelbare zu hinterfragen. In seinen prozessorientierten Werken jagen Striche über die Leinwände, Farbstrukturen explodieren oder verdichten sich zu gewebeartigen Flächen. Das Informell wird neu erlebbar in Focks energetisierter Bilderwelt. Carsten Fock, 1968 geboren, studierte Freie Kunst, zunächst an der Hochschule der bildenden Künste Kassel und von 1997 bis 2002 an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main in den Klassen von Georg Herold und Per Kirkeby.
Einführung: Dipl.-Ing. Stefanie Seeholzer Im Rahmen der Eröffnung: Gespräch mit Bernardo Bader
Der Umgang mit dem Tod unterliegt im 21. Jahrhundert einem allgemeinen gesellschaftlichen – und kulturellen – Wandlungsprozess. Eine Gedenkstätte kann für jedermann zugänglich im Internet eingerichtet werden oder sich in Form eines Friedjuwels nur einem kleinen Kreis erschließen. Den Menschen ist es ein tiefes Bedürfnis, einen konkreten Ort und eine bestimmte Form des Totengedenkens zu haben, und immer wieder sind Künstler und Architekten gefragt, diese Orte des Abschieds neu zu gestalten, damit sich Trauer und Trost annähern können. Die Ausstellung „Der letzte Garten“ gibt, mittels Fotografien und Modellen, Einblicke in die Umgestaltung christlicher Friedhofsanlagen und deren Erweiterung durch Krematorien und Urnenwände, die die Bedürfnisse der gegenwärtigen Bestattungskultur widerspiegeln. Die unterschiedlichen Friedhofskulturen legen Zeugnis von der Gesellschaft und der jeweiligen Religionszugehörigkeit ab. Als Antwort auf die kulturelle Vielfalt in Europa und die Begegnung mit anderen Religionen in der Diaspora werden zudem die muslimische und die jüdische Friedhofskultur exemplarisch vorgestellt.
Projekte
Bernardo Bader & Rene Bechter, Krumbach Friedhofsneugestaltung, 2005 Bernardo Bader, Ortsfriedhof Altach, 2015 Gion A. Caminada, Totenstube, 2002, Vrin Johan Celsing Arkitektkontor, Das neue Krematorium, Woodland Friedhof, 2013, Stockholm Jutta Heinze, Krematorium mit Trauerhalle, Duisburg, 2002 Günther Vogt Landschaftsarchitekten, Friedhof Steckborn, 2005
Vernissage: Donnerstag, 23. April 2015 von 18 bis 21 Uhr Begrüßung: Benita Meißner Künstlergespräch mit David Barbarino 19:30 Uhr
Ausstellung bis zum 20. Juni 2015 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12 bis 19 Uhr
Wir freuen uns, Sie zur ersten Einzelausstellung von David Barbarino in München in die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst einzuladen. Mit „Paramount“ wird ein neuer Zyklus großformatiger, silberfarbener Gemälde des Künstlers vorgestellt, der von der Landschaftsmalerei zu abstrakten Strukturen führt.
„Paramount“ – dieses Wort verspricht großes Kino, aber es bedeutet, wörtlich genommen, auch „überragend“. Das darf David Barbarino auch für seine Malerei in Anspruch nehmen. Während seines Studiums am Central Saint Martins College of Art and Design London begann er ab 2001 als Außenseiter den steinigen Weg der Malerei zu beschreiten, indem er sich der damals herrschenden Lehrmeinung: „Du darfst alles machen, aber bitte male nicht!“ widersetzte. Zu diesem Zeitpunkt war die Malerei totgesagt und Charles Saatchi fing erst Jahre später an, Werke junger deutscher Maler aufzukaufen, um 2005 mit der Ausstellung „The Triumph of Painting“ die Wiederkehr der Malerei auszurufen, und diese dann zu Höchstpreisen auf den Markt zu werfen. Eigentlich hoffte Barbarino, am Saint Martins College ein Laboratorium für künstlerische Versuche vorzufinden. Das „Du darfst nicht“ der Schule empfand der Künstler, der einem liberalen 1968er- Elternhaus entstammt, als Provokation. Er entschied sich für eine radikale Opposition und einen eigenen Weg.
Judith Albert Susanne Hanus Carsten Fock Jaromír Novotny Marco Schuler
Vernissage Donnerstag, 22. Januar 2015 von 18 bis 21 Uhr
Begrüßung: Dr. Walter Zahner, erster Vorsitzender der DG Einführung: Benita Meißner, Kuratorin
Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität ist die Inspiration. Aus der Antike bereits stammt die Vorstellung, dass die Inspiration dem Künstler durch einen göttlichen Wind eingehaucht werde. Cicero etwa bezeichnet die »Idee« oft als einen unerwarteten Hauch, der den Poeten ereilt. Sinnbild für diese kreative Eingebung ist die »Aeolsharfe«, deren Saiten durch einen natürlichen Lufthauch in Schwingung versetzt werden. Je nach Windrichtung und Windgeschwindigkeit entstehen unterschiedliche Melodiefolgen oder auch Akkorde. In der Ausstellung stimmt jeder Künstler mit seinem Beitrag unterschiedliche Töne an und im Zusammenspiel ergibt sich ein ganz eigener Klang.
Neben einer kleinen Reihe von neuen Papierarbeiten zeigt Carsten Fock die monumentale Arbeit »Zions Valley«. Der Name weist auf einen fernen Ort zwischen Utah und Arizona hin, doch gleichzeitig führt er uns auch auf eine biblische Reise. Zion: Zufluchtsort, Wohnsitz Gottes. Die Leinwand wird von einer gleichmäßigen Schraffur aus Tausenden von verschiedenfarbigen Pinselstrichen skandiert, die eine Überlagerung von Abstraktion und Wirklichkeit erzeugt. Dieser Widerspruch liegt nicht nur auf der formalen Ebene, sondern er gibt auch die innere Haltung des Malers wieder, die von dem Journalisten und Autor Georg Diez folgendermaßen beschrieben wird: »Glaube und Verzweiflung sind bei Fock kein Gegensatzpaar, es sind zwei Konzepte, um die menschliche Existenz zu beschreiben«.
Die andauernde Suche nach dem höheren Wesen verbindet Carsten Fock mit Marco Schuler, der diese in seinem Werk zum Teil sehr explizit zum Ausdruck bringt. Die Arbeit »Inspiration« zeigt eine Figur, die wie ein Raumfahrer schwerelos im All zu schweben scheint, gehalten nur durch die Berührung zweier Hände, die ihn mit dem vermeintlichen Erdball verankern. In »Alptraum 1« ist es ein hilflos suchender Protagonist, der allein durch die Landschaft schreitet. Der Weg wird zum Schlund und nur das Licht des Himmels erhellt die Berglandschaft rötlich.
Die Fotogramme von Jaromír Novotny entstehen durch ein industrielles Druckverfahren, das aber scheinbar sinnentleert ist, da kein reales Bild erzeugt wird. Jaromír Novotny ist am Prozess und den dadurch generierten Spuren interessiert. Seine Fotogramme visualisieren die Geschichte der Werkentstehung und bilden dabei kaum wahrnehmbare Strukturen ab, die aber eine eigene Räumlichkeit erahnen lassen und den Blick öffnen für eigene Interpretationen.
Die preisgekrönte Videoarbeit »Pomeriggio« von Judith Albert aus dem Jahr 2003 führt den Besucher in eine andere Jahreszeit, in der ein weit geöffnetes Fenster wohltuende Kühle verschafft. Das Bild eines sich im Wind rhythmisch bewegenden Vorhangs verströmt Ruhe und schafft eine meditative Situation. Wie das gleichmäßige Atmen eines Schlafenden am Nachmittag wird das Tuch von der Außenwelt angezogen, um sich dann prall gefüllt in den Raum zu ergießen. Im Hintergrund sind vielfältige Geräusche einer italienischen Piazza zu vernehmen. Der Vorhang, eine dünne Membran zwischen Außen- und Innenwelt, die viel Platz für Geschichten und Erinnerungen lässt. Als übergeordnetes Interesse schält sich die Befragung des Wesens der Zeit und seiner Beziehung zum menschlichen Bewusstsein aus den verschiedenen Werken von Judith Albert heraus. Anhand von Worten oder von zeitlich strukturierten Erlebnissen regt die Künstlerin eine spielerische Auseinandersetzung mit der dargestellten Handlung an.
Den Abschluss der Ausstellung bildet die Installation von Susanne Hanus »Nicht ganz von dieser Welt«, die im ersten Ausstellungsraum durch den Paravent »Experimente« vertreten ist. Heimat und Fremde, der Ort an sich, sind Themen, denen sich die Künstlerin mehrfach in Ihrem Schaffen stellt. Die ausgewählte Installation erschließt sich dem Besucher nur nach einer tiefen Verbeugung, der das Begehen der erst Arbeit ermöglicht, danach wird dieser aber – einer mütterlichen Umarmung gleich – mit warmem Licht und vertrauten Tönen empfangen.
Wir bedanken uns für die Förderung durch den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München
Begleitprogramm
Kuratorinnenführung 24. Februar 2015, 18.30 Uhr
Abendführung 27. März 2015, 18.30 Uhr und 20.00 Uhr
Sonderöffnung mit Führungen Samstag, 14. März 2015, 12 bis 16 Uhr
Alle großen finnischen Architekten der Moderne haben sich dem Kirchenbau gewidmet, von Alvar Aalto bis hin zu Juha Leiviskä. Doch auch am Beginn des 21. Jahrhunderts lassen sich finnische Architekten vom Sakralbau faszinieren. Sie setzen eine reiche Tradition fort, da sich im Unterschied zu anderen europäischen Regionen der Kirchenbau in Finnland als Ausdruck des Feierlichen und Erhabenen bis heute kontinuierlich entwickelt hat.
Die zweisprachige Ausstellung (deutsch/englisch) dokumentierte zehn beispielhafte Kirchen und Kapellen in Finnland aus den Jahren seit 2000, die überwiegend von jüngeren Architekten entworfen wurden. Sowohl die städtischen Gemeindekirchen als auch die ebenso markanten Kapellen zeichnen sich durch eine besondere Lichtführung und eine sorgfältige Materialwahl aus. Holz war der bevorzugte Baustoff. Über ihre eigentliche Aufgabe hinaus sind viele Sakralbauten auch Orte des kulturellen Alltags.
Projekte Laajasalo Kirche, Helsinki Kirche St. Andreas, Helsinki Schindel-Kirche, Kärsämäki Klaukkala Kirche, bei Helsinki Viikki Kirche, Helsinki Ökumenische Kunstkapelle, Turku Kauklahti Kapelle, Espoo Kuokkala Kirche, Jyväskylä Kapelle St. Lorenz, Vantaa Kamppi Kapelle, Helsinki
Die Ausstellung wird gefördert von der Bayerischen Architektenkammer, vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie vom Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.
Die Ausstellung wurde erstmals in der ehemaligen Galerie der DG in den Räumlichkeiten im Ausweichquartier in der Türkenstraße 16 vom 13. September bis 5. Dezember 2014 gezeigt. Seitdem ist sie als Wanderausstellung an weiteren Orten zu sehen.
Stationen
Versöhnungskirche in Stuttgart-Degerloch 20. Oktober bis 10. November 2024
Martin-Luther-Kirche Mössingen 8. Juni bis 15.Juli 2018
Stiftskirche Tübingen 16. Mai bis 03. Juni 2018
Architektur und Kunst e.V., Hofstallung der Stadtresidenz Landshut 1. bis 11. Oktober 2015
Ehem. Galerie der DG, München 13. September bis 5. Dezember 2014
Kunstpreis der DG – Gebhard Fugel Preis 2014 Kurator: Wolfgang Jean Stock Einführung: Pfarrerin Cornelia Zeißig
Anlass für die Ausstellung ist die Vergabe des Kunstpreises der DG – Gebhard Fugel Preis 2014 an Nicole Ahland. Die Laudatio in der Urkunde lautet: „Mit dem Preis würdigt die DG das außergewöhnliche Werk der 1970 in Trier geborenen Fotokünstlerin, die das kreative Zusammenwirken von Licht, Raum und Zeit zu ihrem Thema gemacht hat.“
Zusammen mit der Künstlerin haben wir für unsere Ausstellung 15 Arbeiten aus fünf Werkreihen ausgewählt. Den Schwerpunkt bilden Fotografien aus dem neuen, 2013 entstandenen Zyklus ‚Space‘. Alle Arbeiten führen vor Augen, dass Nicole Ahland im Lauf der Jahre eine eigene künstlerische Position abseits von Mode und Zeitgeist entwickelt hat. Es ist ein stilles Werk, in dem Räume nicht abgebildet oder dokumentiert werden, sondern erkundet und interpretiert, mitunter bis an die Grenzen der fotografischen Möglichkeiten. Zur Eröffnung der Ausstellung mit Preisvergabe am Dienstag, dem 24. Juni 2014, um 19 Uhr laden wir Sie herzlich ein. Die Einführung wird halten, Mitglied im Forum Kunst und Kirche der Evangelischen Kirche der Pfalz.
16-teilige Installation von Gerhard Trieb sowie Bilder, Zeichnungen und Skulpturen
Gastkurator Friedhelm Mennekes
Vernissage Dienstag, 28. Januar 2014
Der 1498 erstmals erschienene Holzschnitt-Zyklus ‚Apokalypse‘ machte Albrecht Dürer nicht nur schlagartig in ganz Europa bekannt, sondern legte auch den Grund für seinen geschäftlichen Erfolg. Mit dieser Inkunabel der christlichen Botschaft hat sich der 1958 geborene österreichische Bildhauer Gerhard Trieb in einem Zeitraum von fast fünfzehn Jahren intensiv auseinander gesetzt. Bei der 2006 vollendeten 16-teiligen Installation ‚Apocalypsis‘ hat Trieb den biblischen Inhalt in einem zeitlosen Sinn transzendiert. Es ging dem Künstler um Erkundungen in die Tiefe der mensch-lichen Seele, auch und gerade um Krisen und Abgründe. Seine Auseinandersetzung mit Dürer gipfelt in der Negation der Vorlage: Auf den Vorderseiten der 16 Doppelbilder sind die historischen Kunstdrucke mit dicken Wachsspuren überzogen, die Rückseiten hingegen prägen eine abstrakte tiefschwarze Malerei. Die Installation wird in unserer Galerie erstmals vollständig präsentiert. Die begleitend gezeigten älteren Arbeiten (Ölbilder und Tuschpinselzeichnungen) sind künstlerische Näherungen an den Zyklus der Dürervariationen.
Textile Bilder, Installation und Fotodokumentation
Ausstellung zum 80. Geburtstag des Künstlers
Vernissage Donnerstag, 10. April 2014
Kurator: Wolfgang Jean Stock
Im Anschluss an unsere Einführung findet ein Gespräch zwischen Heinz Neidel und Professor Hanns Herpich statt.
Mit dieser Ausstellung würdigen wir einen besonders renommierten Textilkünstler der Gegenwart zu seinem 80. Geburtstag. 1934 geboren, stieg Hanns Herpich vom Weberpraktikanten bis zum Präsidenten der Nürnberger Kunstakademie auf. Schon früh löste er sich von der klassischen Bildweberei und entwickelte eine eigene künstlerische Sprache: „Das Gewebe selbst ist das Objekt, die Strukturen ergeben das Bild.“ Im Zentrum seines Schaffens steht die geometrische Abstraktion. Die Ausstellung umfasst neben Einzelwerken von Hanns Herpich, gewebten Bildern aus seinen Serien und einer großen Installation auch eine Fotodokumentation von textilen Gestaltungen im öffentlichen und sakralen Raum. Die spannungsreiche Beziehung zwischen Kunst und Raum, der schöpferische Eingriff in vorhandene Architektur ist seine Leidenschaft.
Vernissage Freitag, 13. September, 19.00 Uhr zur OPEN ART 2013
Begrüßung: Wolfgang Jean Stock Einführung: Franz Armin Morat, Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg
Die Münchner Bildhauerin Christina von Bitter gestaltet in ihren plastischen Arbeiten eine poetische, licht- und luftdurchlässige Art von Dreidimensionalität. 1965 in Erlangen geboren, war sie zuletzt Meisterschülerin von Lothar Fischer an der Hochschule der Künste in Berlin. Seither entstehen ihre fragil wirkenden und scheinbar der Schwerkraft enthobenen Plastiken. Die Hohlkörper bestehen aus Metalldrähten, über die meist weiß bemalte Papierbahnen gewickelt sind.
Die Ausstellung zeigt neben kleineren Arbeiten mehrere Figurinen, die als „Himmelswesen“ von der Decke der Galerie abgehängt sind, außerdem die für unser Kabinett geschaffene Installation mit dem Titel „Himmelszelt“. Weiterhin sind Bildkästen zu sehen, die wie Theaterbühnen wirken. Zum Dreiklang wird die Ausstellung durch eine Folge zartfarbiger Zeichnungen im kleinen Format.
Kirchen und Kapellen in Bayern und Österreich seit 2000
Ausstellung vom 14. Juni bis zum 3. August 2013 Vernissage Donnerstag, 13. Juni, um 19.00 Uhr Begrüßung: Wolfgang Jean Stock Einführung: Prof. Dr. Winfried Nerdinger Kurator: Wolfgang Jean Stock
Viele Jahre lang war der zeitgenössische christliche Sakralbau ein Randthema. Auch wenn häufig das Gegenteil behauptet wird – noch immer werden in Europa sakrale Gebäude errichtet. Allerdings haben sich im Vergleich zum Kirchenbau-Boom während der letzten Nachkriegszeit die Aufgaben gewandelt. Statt mächtiger Pfarrkirchen sind im letzten Jahrzehnt eher kleinere Gebäude entstanden, darunter auch Kapellen und ‚Räume der Stille‘. Außerdem wurden historische Kirchen in moderner Formensprache umgebaut oder erweitert.
Als erste Region in einer geplanten Reihe zum europäischen Sakralbau nach 2000 hat die DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst die benachbarten Länder Bayern und Österreich ausgewählt. Besonders in diesem baukulturell übergreifenden Raum haben renommierte wie auch junge Architekten wieder die Verbindung von sakralem Raum und kunstvoll eingesetztem Licht gestaltet: eine neue Symbiose von Spiritualität und Sinnlichkeit anstelle von zuvor prosaischen Gemeindezentren.
Im Katalog, der eine Wanderausstellung begleitet, werden 14 Sakralbauten dokumentiert, die über ihre je eigene Qualität hinaus die heutigen Aufgaben anschaulich machen – von Neubauten und Erweiterungen bis hin zu Kapellen und einem kleinen Kloster. Dass sie als Höhepunkte heutiger Baukultur gelten, bezeugen auch die zahlreichen Preise und Auszeichnungen.
Projekte
Pfarrkirche St. Franziskus, 2001 Steyr, Oberösterreich Riepl Riepl Architekten
Klosterkirche Mater Salvatoris, 2001 Umbau und Erweiterung Börwang im Allgäu, Bayern Architekturbüro Wilhelm Huber
Römisch-katholisches Pfarrzentrum, 2002 Podersdorf am Neusiedler See, Burgenland Lichtblau Wagner Architekten
Pfarrkirche St. Peter, 2003 Umbau und Erweiterung Wenzenbach bei Regensburg, Bayern Brückner & Brückner Architekten