Gespräch mit Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, LMU und Maximilian Prüfer Moderation: Benita Meißner
Mittwoch, 30. September 2020, 19 Uhr
in der Ausstellung ‚Everything is going to be alright’ Doppelpass IV: Andreas Greiner und Maximilian Prüfer
Der Wirmboden ist ein Vorsäss am steil abfallenden Nordhang der Kanisfluh. Dieses wird von einer Genossenschaft aus Bauern zur Beweidung des Viehs über den Sommer genutzt. Jedes Vorsäss verfügt in der Regel über eine Kapelle oder zumindest einen gemeinsamen Platz zur Abhaltung von Messen, bei denen Mensch und Vieh geweiht werden.
32 Jahre lang hatte das Vorsäss Wirmboden eine kleine Kapelle. Nebst mehrere Alphütten wurde diese jedoch 2012 durch eine Lawine vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der verlorenen Hütten war selbstverständlich, jener der Kapelle weniger. Die größte Herausforderung war dabei nicht architektonischer, sondern zwischenmenschlicher Natur – Auftraggeber war eine ganze Genossenschaft, deren Mitglieder unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Lösung zu finden, die alle zufriedenstellen würde, schien zu Beginn unmöglich.
Und doch, was nun da steht ist ein Zeichen der Gemeinschaft – gemeinschaftlich erdacht, geplant und gebaut. Nach drei Jahren der gemeinsamen Planungs- und Bauzeit, also umgerechnet 6 Monate je Quadratmeter Nutzfläche, vervollständigt die kleine Bergkapelle das gewachsene Gebilde aus Hütten ganz selbstverständlich. Es entstand ein kleiner Platz, an dem man sich beiläufig trifft, Versammlungen und Feste abhält, aber auch ein Ort des Innehaltens und der Andacht.
Die einfache und elementare Ausformung der neuen Kapelle greift die Urform eines geistlichen Hauses auf und betont die Besonderheit von Ort und Nutzung. In traditioneller Weise aus gesammelten Steinen und Stampfbeton aufgemauert, birgt die äussere Hülle einen kleinen Andachtsraum. Grob gespaltene Schindeln bedecken den steil aufragenden Dachstuhl, ein schmaler, hölzerner Zugang führt in das Innere.
Bescheidenheit und Einfachheit prägen den Innenraum und schaffen einen Ort der Erinnerung und Besinnung. Tageslicht dringt diffus durch den geöffneten Dachfirst aus gestrahltem Edelstahl und unterstreicht in Zusammenspiel mit dem bläulich schimmernden Altarfenster die dem Alltäglichen entrückte Anmutung. Zwischen den eng gelegten Dachsparren hängen Bilder von Verstorbenen, denen die Wirmbödner gerne gedenken. Eingangstüre, Dachstuhl und Glockenraum über dem Eingang sind aus Haselfichte konstruiert, einem Holz, dem üblicherweise Geigen und Gitarren ihre besondere Akustik verdanken.
Die neue Kapelle wurde in gemeinschaftlicher Anstrengung der Wirmbödner ausschliesslich in Eigenleistung erbaut. Beinahe alle Genossenschaftsmitglieder brachten sich in der einen oder anderen Weise ein. Durch diesen Beteiligungsprozess entstand ein Kleinod in den Bergen, das schafft was anfangs unmöglich schien: (fast) alle zufrieden zu stellen.
Text: IMA
Zur Reihe 3+6 Reduktion und Erneuerung von Sakralbauten
In der Vortragsreihe der DG 2019 stellen Architekturbüros ihre neuesten Projekte im Bereich Kirchenumbauten und Kapellen vor. Kapellen, kleine Andachtsräume, die oftmals auf Privatinitiativen zurückgehen, haben eine lange Tradition und erfahren gerade in den letzten Jahrzehnten wieder großen Zuspruch. Sie werden genutzt als Orte der Zuflucht und Stille und werden nicht als Bastionen des Glaubens angesehen. So bilderlos der neue Sakralbau ist, so präzise werden Architektur und künstlerische Beiträge geplant.
Die Kirche untersteht dem Wandel gesellschaftlicher Werte sowie demografischer und finanzieller Rahmenbedingungen. Das geht nicht selten mit neuen Aufgaben für den Kirchenraum einher, der baulichen Veränderungen unterzogen werden muss. Teilprofanierungen oder Verkleinerungen von Kirchenräumen sind Aufträge, mit denen Architekten immer häufiger konfrontiert werden.
Magdalena Jetelová im Gespräch mit Benita Meißner, Kuratorin der DG Bei der Gelegenheit wird der Katalog zur Ausstellung ‚Essential is Visible‘ vorgestellt.
Studierende der Hochschule für Musik und Theater München gestalten den Abend musikalisch mit.
Ferner ins Gespräch mit eingebunden ist Ødegårds deutscher Verleger, der deutsch-türkische Dichter Dincer Gücyeter. Wolf Gaudlitz, Filmemacher, Autor und Weltreisender, wird den Dialog zwischen den von der Poesie beseelten Herren moderieren.
Mehr als nur eine literarische Begegnung Knut Ødegård liest aus ‚Die Zeit ist gekommen‘
Knut Ødegård, einer der bedeutendsten Dichter unserer Zeit, kommt exklusiv in der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst und damit auch erstmals in München am 14.11.2019 um 19 Uhr auf Norwegisch, Englisch und Deutsch zu Wort.
Der Lyriker liest aus seinem soeben auch in der deutschen Sprache erschienenen Gedichtband ‚Die Zeit ist gekommen‘ (Elif Verlag). Eine Lesung, die im Austausch mit seinem langjährigen Englisch-Übersetzer und Freund, Pater Dr. Brian McNeil, Leiter des Pfarramts Sankt Michael in Berg am Laim, stattfindet.
Knut Ødegårds Gedichte sind bislang in annähernd 50 Sprachen übersetzt worden – mehr als die Hälfte dieser Übersetzungen orientierte sich an den kongenialen Englisch-Übersetzungen, die Pater Dr. Brian McNeil seit nun fast vier Jahrzehnten für den norwegischen Dichter verfasst.
Wir bedanken uns bei NORLA (Norwegian Literature Abroad) sowie beim Königlich Norwegischen Honorarkonsulat München für die großzügige Unterstützung, die diese außergewöhnliche Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht hat.
Die Veranstaltung findet in der Ausstellung ‚Essential is Visible‘ der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelová statt.
Weitere Informationen zur Ausstellung sowie Veranstaltungshinweise finden Sie auf unserer Website www.dg-galerie.de.
„Jetelová hat ihre Heimat, ihren Ort, ihre (Mond-)Landschaft längst gefunden, namentlich im Weltzwischenraum ihrer staunenden Momente und künstlerischen Monumente.“ (Paolo Bianchi)
Referenten: Prof. Dr. Andreas Burkert, Leiter des Lehrstuhls für Theoretische und Numerische Astrophysik an der LMU München Univ.-Prof. Paolo Bianchi, Kulturpublizist, Kurator, Kreativitätsforscher an der Zürcher Hochschule der Künste
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Magdalena Jetelová, Moon Drawing, 2018, 120 x 120 cm, Aquarell-Zeichnung auf Alucarbon und Fotografie, Foto: Gerald von Foris
Seit Oktober 2017 veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München Konzerte in der jeweiligen aktuellen Ausstellung.
Juli 2025 Mitgliederausstellung ‚Zunder und Zartheit‘ Finissage mit Musik ,Outline‘ – Musikalische Performance von und mit Mira Foron, Sophia Nussbichler, Hanyu Xiao, Jana Förster, Emma Longo Valente Fach Konzertdesign, Klasse Hanni Liang Hochschule für Musik und Theater
November 2024 ,Dazwischensein 8 – Judith Egger‘ Finissage mit Musik Magdalena Geiger (Klasse Prof. Birgit Stolzenburg de Biasio, Hochschule für Musik und Theater München) und Lukas Schrüfer (Klasse Lars Zolling an der Hochschule für Musik und Theater München) im Duo mit Hackbrett und Klarinette
Februar 2024 ,Dazwischensein 1 – Bettina Khano‘ Finissage mit Musik Melis Çom, Harfe der Klasse Neue Musik bei Prof. Cristina Bianchi an der Hochschule für Musik und Theater München
Dezember 2023 ,One Planet, One Family‘ Finissage mit Musik Balázs Dolfin, Violoncello der Klasse Prof. Wen-Sinn Yang an der Hochschule für Musik und Theater München
November 2023 Doppelpass VI Finissage mit Musik Xaver Eckert und Magdalena Geiger, Hackbrett Klasse Prof. Birgit Stolzenburg de Biasio, Hochschule für Musik und Theater München
Dezember 2022 Lesung von Franziska Ball und Musik von dem Jazz-Duo Enji Erkhem, Gesang und Paul Brändle, Gitarre 2018 bis 2020 studierte Enji Erkhem der Hochschule für Musik und Theater München Jazz Gesang Paul Brändle ist ebendort Lehrbeauftragter für Stile und Spieltechniken der Popularmusik
Juni 2022 Katalogpräsentation mit Lesung von Franziska Ball und Musik vom Saxophon-Duo Janine Schrader und Monika Olszak Franzsika Ball ist Lehrbeauftragte für Sprecherziehung und Sprachgestaltung an der Hochschule für Musik und Theater München
Januar 2022 Leseverrichtung von Ruth Geiersberger mit Musik Arabella Purucker und Carmen Rodriguez Hitschfeld, Klarinette Klasse Prof. Georg Arzberger, Hochschule für Musik und Theater München
Sepember 2021 Various Others Balázs Dolfin, Violoncello Klasse Prof. Wen-Sinn Yang, Hochschule für Musik und Theater München
Juli 2021 Kunstareal-Fest Jacoba Barber-Rozema, Sopran Klasse Prof. Julian Prégardien, Hochschule für Musik und Theater München Masterstudium in Musiktheater/Operngesang an der Theaterakademie August Everding in München
Januar 2020 Künstlergespräch mit Musik Leon Lorenz, Marimbaphon und Percussion Klasse Prof. Alexej Gerassimez, Hochschule für Musik und Theater München
November 2019 Künstlerinnengespräch mit Musik Thomas Ganzenmüller, Jazz-Kontrabass Klasse Prof. Henning Sieverts, Hochschule für Musik und Theater München
September 2019 Künstlergespräch mit Musik Alexandra Kahrer und Sarah Moser, Violoncello Klasse Prof. Wen-Sinn Yang, Hochschule für Musik und Theater München
Juli 2019 Sommerfest mit Musik Alexandra Kahrer und Sarah Moser, Violoncello Klasse Prof. Wen-Sinn Yang, Hochschule für Musik und Theater München
März 2019 Künstlerinnengespräch mit Musik Rafael Adobas und Riccardo Cellacchi, Flöte Klasse Prof. Andrea Lieberknecht, Hochschule für Musik und Theater München
September 2018 Konzert Claire Augier de Lajallet, Harfe Klasse Prof. Cristina Bianchi, Hochschule für Musik und Theater München
Juli 2018 Sommerfest mit Musik Jonas Brinckmann (Saxophon), Vincent Crusius (Schlagzeug), Maximilian Hirning (Kontrabass) Jazz-Institut, Hochschule für Musik und Theater München
Mai 2018 Konzert Claire Augier de Lajallet, Harfe Klasse Prof. Cristina Bianchi, Hochschule für Musik und Theater München
Februar 2018 Künstlergespräch mit Musik Omid Niavarani, Persische Percussion auf Daf und Tombak Klasse Prof. Dr. Dettmann, Hochschule für Musik und Theater München
Januar 2018 Lesung mit Musik Omid Niavarani, Persische Percussion auf Daf und Tombak Klasse Prof. Dr. Dettmann, Hochschule für Musik und Theater München
Oktober 2017 Konzert zur Langen Nacht der Museen Saskia Hirschinger und Johannes Välja, Violoncello Klasse Prof. Wen-Sinn Yang, Hochschule für Musik und Theater München
Wir laden Sie herzlich ein zum Künstlergespräch mit Katalogpräsentation!
‚Stille über den kalten Fluten des Inns’ Doppelpass III: Silvia Hatzl und C.A. Wasserburger
Mittwoch, den 26.6.2019, um 19 Uhr Ort: Galerie der DG
Silvia Hatzl im Gespräch mit Benita Meißner
Musikalisches Programm Das Celloduo Alexandra Kahrer und Sarah Moser (Hochschule für Musik und Theater München, Klasse Prof. Wen-Sinn Yang) gestaltet den Abend musikalisch mit. Gespielt werden Stücke von Boris Blacher (1903–1975), Gaspar Cassado (1897–1966), Hans Werner Henze (1926–2012) und Ennio Morricone (*1928).