Maria Berauer…


…nimmt das Publikum auf eine eindringliche Reise rund um das Thema Mutterschaft mit. … „Maria, Maria, Maria…“ immer und immer wieder den eigenen Namen schreiben, mit roter Farbe auf weißem Tuch. Die Farbe enthält Menstruationsblut der Künstlerin, von ihren Freundinnen und deren Freundinnen. Eine Meditation über Identität, Sichtbarkeit und Sisterhood.
Maria Berauer (*1982 ) lebt und arbeitet in München. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist der eigene Körper als Ressource für Selbstausdruck und Widerstand. In Performances, Videoinstallationen und Soundarbeiten wird dieser weibliche Körper zum Handlungs- und Erfahrungsraum an der Schnittstelle von biografischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen nach Identität, Geschlechterrollen, Machtstrukturen und Tabus. Durch die unmittelbare Präsenz leiblicher und klanglicher Äußerungen bahnen sich Emotionen, Affekte, Unsagbares und implizites Wissen Wege und erzeugen spürbare Resonanzfelder. Seit ihrem Studium der Medienkunst an der Akademie der bildenden Künste München, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und der Faculdad de Bellas Artes Granada, werden ihre Arbeiten international in unterschiedlichen Kontexten gezeigt. Sie ist Gründungsmitglied des Performance Kollektivs The Hercules and Leo Case und seit 2021 Stipendiatin der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung in den Otto – Steidle – Ateliers München.
Judith Egger…


…gestaltet eine performative Demonstrations-Aktion als Gründungsmitglied der fiktiven United Holobiontic Protection Alliance: In einer meist nonverbalen Manifest-Performance verleiht sie den Anliegen der Holobionten Ausdruck und wirbt für eine verantwortungsvolle, verbundene Beziehung zu allem Lebendigen. Das Motto ‚Hab Mut! Steh auf!‘ erscheint in diesem Kontext als besonders geeignet, da die Intention der Demonstrationsaktion darin besteht, einen künstlerischen Impuls zu setzen, der auf non-verbale, anarchische, ernste und zugleich humorvolle Weise aufrüttelt, berührt und Neugier weckt. Im Kern ihrer künstlerischen Auseinandersetzung steht die Frage danach, woher wir kommen, wie das Leben begann und was es ist, das alles Lebendige antreibt.
Egger (*1973) absolvierte eine Ausbildung zur Holzschnitzerin in Oberammergau und studierte Kommunikationsdesign an der FH Augsburg sowie am Royal College of Art in London. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann. Sie plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit. Dabei bewegt sie sich mit Vorliebe in den Grenzbereichen von bildender Kunst, Installation und Performance.
Ruth Geiersberger…


…lädt Anwesende dazu ein mit dem ‚Andachtsquadrat‘, gemeinsam ins Schweigen zu finden und vom Zuhören ins bewusste Horchen überzugehen – gelegentlich begleitet von Tönen und Jodeln. „Was sollen wir tun und wohin tragen wir unsere Fragen?“ – Ein Zitat aus dem Gedicht von Hilde Domin, welches die Herangehensweise der Künstlerin einfängt. In ihrem einzigartigen Stil verbindet sie Performance, Gesang und Beobachtung, um eine Mischung aus Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Wahnsinn, Humor und Schönheit zu schaffen.
Sie lebt und arbeitet in München. Performerin, Sprecherin, Schauspielerin, Beobachterin. Ausbildung in München, Berlin und Paris. Sie lenkt ihren Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und entdeckt darin absurde Zusammenhänge. Seit vielen Jahren ist sie als umtriebige Performerin an den merkwürdigsten Orten anzutreffen. Seit 1990 entwickelt sie Projekte, die sie auch Verrichtungen nennt, im Bereich theatraler Performance und szenischer Installation, die sie mit Hilfe von Projektförderungen und Stipendien vor allem des Kulturreferates der LH München realisieren konnte und kann. 2023 ausgezeichnet mit dem Theaterpreis 2023 der Stadt München. www.verrichtungen.de
Béla Juttner…


…verbindet in seiner Kunst den Werdegang als Tänzer, Choreograph und Modedesigner zu einer Art Gesamtkunstwerk. Thematisch setzt er sich in seinen Arbeiten mit Machtverhältnissen, gesellschaftlichen Strukturen und der Freiheit des Einzelnen auseinander.
(*1997 in München ) Er absolvierte 2021 seinen Master in Modedesign an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen und schloss 2025 sein Kunststudium bei Peter Kogler in München ab. 2024 erhielt er den Leonhard-und-Ida-Wolf-Preis, 2025 den Debütantenpreis sowie den Preis Junge Kunst. Ausgestellt wurden seine Arbeiten u. a. in München, Belgien und Paris. In seiner künstlerischen Arbeit spielen Gattungsgrenzen kaum noch eine Rolle; die Übergänge von Installation, Performance, Mode, Design, Malerei und Film sind fließend. Seine Performances thematisieren Körperverwandlungen, Häutung und Auflösung von Geschlechtsidentitäten. Die Erfahrungen der Arbeit am und mit dem eigenen Körper durch seine Ballettausbildung sowie während des Modedesignstudiums verschränkt Béla Juttner in seinem Kunststudium mit gesellschaftlichen Fragestellungen.