Mit dem Jahresprogramm 2024 steht nicht nur die Förderung der Künste im Fokus, sondern auch die Intensivierung des Diskurses von Mensch und Gegenwart. Für den DG Kunstraum heißt das, sich in ein diskursives Spannungsfeld zu bewegen. Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Mit ‚DazwischenSein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.
Der Kalender (Publikation Nr. 160) erscheint als Vorschau auf das Jahresprogramm ‚Dazwischensein – Möglichkeitsraum 2024‘ mit neun Präsentationen der Künstler*innen Simona Andrioletti, Cana Bilir-Meier, Katrin Bittl, Sandra Boeschenstein, Judith Egger, Manuela Illera, Bettina Khano, Viron Erol Vert, Andrea Wolfensberger im DG Kunstraum vom 19. Januar bis 12. Dezember 2024.
Der Kalender ist im DG Kunstraum kostenlos zu erhalten oder bestellbar (Porto bei Versand) unter info@dg-kunstraum.de
Herausgeber*innen: Benita Meißner, Dr. Walter Zahner (1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V.) Texte: Künstler*innen, Benita Meißner, Daniela Lange Lektorat: Daniela Lange Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Druck: DZA Druckerei zu Altenburg
Künstlerinnengespräch Dazwischensein 1 Donnerstag, 1. Februar 2024, 19 Uhr
Zu den Personen Bettina Khano (*1972 in Hamburg) arbeitet und lebt in Berlin. Aufgewachsen in Wien, studierte sie Grafik an der Pariser Académie Julien, Freie Kunst an Londons Chelsea College und Kingston University und zeitgenössische Kunstgeschichte an der Manchester University. Stipendien führten sie nach Nordirland (April 2019), als Artist-in-Residence an das Art Center College of Design, Pasadena, USA (2016/2017, Berliner Senat Kulturaustauschstipendium) und Spanien (2010, CCA Andratx, Atelierstipendium). 2015 erhielt sie das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. In ihren Arbeiten erforscht Khano die Ambivalenz gegenwärtigen Daseins in der heutigen Zeit, das Verhältnis von hier und anderswo, Anwesenheit und Abwesenheit, digitalen und analogen Welten. Aus ihrem Interesse am Konzept der Falte entsteht ihre Auseinandersetzung mit Zwischenräumen, dem Zuerst-Nicht-Sichtbaren, dem Beiläufigen. Khano erprobt die Schwelle, es geht um Verortung. Ihre Arbeiten beziehen die Betrachter*innen nicht nur visuell, sondern mit ihrer gesamten Körperlichkeit ein. Khano arbeitet in unterschiedlichen Medien und Materialien wie Glas, Nebel, Spiegel, PVC, Stoff, Video und mit entsorgten Alltagsobjekten. Der Kontext definiert die Materialien, das Projekt spezifiziert ihre Verwendung. Khanos Arbeiten wurden in Europa und den USA gezeigt, u.a. im Oldenburger Kunstverein, MARTa Herford, CCA Andratx, Torrance Art Museum.
Dr. Michael Hirsch (*1966 in Karlsruhe) ist promovierter Philosoph, Politikwissenschaftler und Kunsttheoretiker. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Neuere Geschichte in Freiburg und Paris. Er lehrt politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Siegen und lebt als freier Autor in München. Zuletzt veröffentlichte er das Buch ‚Kulturarbeit. Progressive Desillusionierung und professionelle Amateure‘.
Abb. Künstleringespräch Bettina Khano, 1. Februar 2024 DG Kunstraum, Fotos: Daniela Lange
Im Rahmen des Jahresprogramms ‚Dazwischensein – Möglichkeitsräume‘ laden wir Sie und Euch herzlich ein zur ersten Ausstellung
Dazwischensein 1 Bettina Khano (Möglichkeitsraum)
Karen Irmer Sven Johne (Filmprogramm)
Ausstellung von 19. Januar bis 15. Februar 2024
Im Jahr 2024 widmet sich der DG Kunstraum in neun aufeinanderfolgenden künstlerischen Präsentationen einem einzigen Thema: ‚Dazwischensein‘ – das kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein, es ist auf jeden Fall symptomatisch für eine Vielzahl an Themen, die die heutige Gesellschaft beschäftigen. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und uns darauf einzulassen. Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit Dazwischensein möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.
Eine vorhangähnliche Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum. Der Diskursraum lädt mit seinen eigens dafür konzipierten Sitzmöbeln ein, sich mit dem kuratierten Filmprogramm und einem begleitenden Buchangebot auseinanderzusetzen. In diesem Raum laden wir auch zu Gesprächen mit jeweils einem*r Geisteswissenschaftler*in ein.
Den ersten Möglichkeitsraum bespielt Bettina Khano, die mittig ein viereckiges Stahlgerüst platziert, das von einem Geflecht aus langen, bräunlichen PVC-Streifen überzogen ist. Aus einiger Entfernung blickt eine getufte schwarze Maske, die an ein übergroßes Gesicht erinnert, auf die Konstruktion im Raum. Auf dem Boden verstreut liegen Objekte aus Glas, die Erinnerungen an herabgefallene Blätter aufrufen doch gleichzeitig eine durch Gewalt zerbrochene Flasche zu erkennen ist. Die Szene hat etwas postapokalyptisches und gleichzeitig auch ganz Urtümliches: die Zeltkonstruktion lockt die Betrachter*innen an, die weiche dunkle Maske beobachtet und die Blätter aus Glas unterstreichen die Fragilität der Szene. Die scheinbar zusammenstürzende Zeltkonstruktion lässt Vergleiche mit nicht funktionierenden Systemen aufkommen, die neu überdacht werden sollten.
Bettina Khano nähert sich in ihrem Beitrag dem Thema ‚Denken versus Fühlen‘ an. Sie beschreibt, dass sie sich bei der Konzeption der Werke auf ihre Intuition und das Agieren der Hände konzentriert hat, um das Rationale in den Hintergrund treten zu lassen. Bestimmte Regionen unseres Gehirns sind mit kognitiven Funktionen verbunden, während andere mit emotionalen Prozessen in Verbindung stehen. In vielen Situationen arbeiten Denkprozesse und emotionale Reaktionen Hand in Hand, um menschliches Verhalten zu formen. Daher ist eine ganzheitliche Betrachtung dieser Aspekte oft sinnvoll. Das Sehen und Fühlen wird von der Künstlerin absichtlich in unterschiedliche Richtungen gelenkt: das was wir sehen erscheint vertraut, ist es aber nicht, es entsteht ein wahrnehmbarer Widerspruch. Die einzelnen Objekte sind alle figürlich und haben doch etwas Abstraktes. Es ist wie ein Ende oder auch ein Anfang, ein Dazwischen eben, in dem so viel Potenzial liegt.
Bettina Khanos Vorhang begleitet den DG Kunstraum durch das Jahresprogramm. Ausgangspunkt ist die dünne, gemeine Plastiktüte, da immer noch Teil unserer Konsumwelt, obwohl meistens nur für so kurze Zeit in Gebrauch. Bettina Khano arbeitet oftmals mit industriell genutzten Materialien, die aber in neuem Zusammenhang andere Qualitäten entwickeln und eine Schönheit entfalten, die sie in ihrem üblichen Kontext nicht haben. Ihre Arbeiten beziehen den*die Betrachter*innen nicht nur visuell, sondern mit ihrer gesamten Körperlichkeit und ihren Erfahrungen ein. Emotionen werden oft als Reaktionen auf bestimmte Reize betrachtet, die eine adaptive Rolle im Verhalten spielen können. Existenzialistische Philosophen wie Jean-Paul Sartre betonen die subjektive Erfahrung und die individuelle Verantwortung. Hier könnte das Denken als eine aktive Wahl und das Fühlen als eine authentische Reaktion auf die Welt betrachtet werden.
Das Filmprogramm reagiert auf das Unbehagen und die Fragen, die sich beim Betrachten auftun indirekt. Der Film von Karen Irmer ‚Vom Fischer‘ zeigt das verschwommene Spiegelbild eines Fischers im Wasser. Die Aufnahme spielt mit unseren Sehgewohnheiten und reflektiert die Erkenntnistheorie von Platons Höhlengleichnis. Der*die aufmerksam*er Betrachter*in erahnt im Fall dieser Videosequenz zwar die Existenz einer anderen Welt, offen gelassen wird jedoch, ob er dadurch befähigt wird, aus seinem eigenen Denken und Handeln herauszutreten.
Sven Johne verwebt in seinem Film ‚Vom Verschwinden‘ die Geschichten einer Familie mit der schwindenden Landschaft der Kreidefelsen auf Rügen, die auch schon für mache*n Künstler*in zum Sehnsuchtsort wurden. Die kindliche Erzählstimme lässt den*die Zuhörer*innen erst nach und nach entdecken, dass es sich nicht um eine beunruhigende fiktive Erzählung handelt, sondern um etwas, das uns tatsächlich in Zukunft erwartet.
Zu den Personen Bettina Khano (*1972 in Hamburg) arbeitet und lebt in Berlin. Aufgewachsen in Wien, studierte sie Grafik an der Pariser Académie Julien, Freie Kunst an Londons Chelsea College und Kingston University und zeitgenössische Kunstgeschichte an der Manchester University. Khano arbeitet in unterschiedlichen Medien und Materialien wie Glas, Nebel, Spiegel, PVC, Stoff, Video und mit entsorgten Alltagsobjekten. Der Kontext definiert die Materialien, das Projekt spezifiziert ihre Verwendung. Khanos Arbeiten wurden in Europa und den USA gezeigt, u.a. im Oldenburger Kunstverein, MARTa Herford, CCA Andratx, Torrance Art Museum.
Gesprächspartner: Michael Hirsch (*1966 in Karlsruhe) ist promovierter Philosoph, Politikwissenschaftler und Kunsttheoretiker. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Neuere Geschichte in Freiburg und Paris. Er lehrt politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Siegen und lebt als freier Autor in München. Zuletzt veröffentlichte er das Buch ‚Kulturarbeit. Progressive Desillusionierung und professionelle Amateure‘.
Karen Irmer (*1974 in Friedberg) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München. Irmers Arbeit speist sich aus langen Aufenthalten in der rauen, einsamen Natur und unbewohnten wie karge Gegenden, meist bei schlechter Witterung. Auf der Suche nach Bild- und Filmmaterial reist sie ins arktische Lappland, nach Schottland und Irland und oftmals auf entlegene kleine Inseln. Sie erschafft Werke, in denen die Grenzen zwischen realer und vorgestellter Welt verwischen.
Sven Johne (*1976 in Bergen auf Rügen) ist Fotograf, Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er studierte Germanistik, Journalismus und Namensforschung an der Universität Leipzig sowie Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Johnes dokumentarisch-fotografische Konzeptarbeiten spüren Geschichten nach, die zumeist von einer verstörenden Paradoxie geprägt sind: Der Suche nach persönlicher Erfüllung und dem Wunsch, ein gutes Leben zu führen, dem Einfluss und den tiefgreifenden Auswirkungen geschichtlicher Ereignisse auf individuelle Biografien und dem kläglichen Scheitern gesellschaftlicher Modelle und privater Lebensutopien.
Filmprogramm Karen Irmer Vom Fischer/The Fisherman, 2015/2016 Film, 11 Minuten
Sven Johne Vom Verschwinden, 2022 Film, 15:50 Minuten Sven Johne & Anton Rieloff (Skript), Anton Rieloff (Erzähler), Hilmar Schnick (Geologische Beratung), Dawn Michelle d’Atri (Übersetzung), Steve Kfoury & Sven Johne (Kamera, Beleuchtung), Martin Freitag (Studioaufnahme), Sven Voß & Sven Johne (Schnitt), Sven Voß (Grading, Ton, Untertitel).
Programm
Eröffnung Donnerstag, 18. Januar 2024, 18 bis 21 Uhr 19.30 Uhr Begrüßung Lioba Leibl, Geschäftsführender Vorstand Einführung Benita Meißner, Kuratorin
Bettina Khano im Gespräch mit Dr. Michael Hirsch Donnerstag, 1. Februar 2024, 19 Uhr
Finissage mit Musik von Melis Çom Donnerstag, 15. Februar 2024, 19 Uhr
Öffnungszeiten während laufender Ausstellungen Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
DE Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
Mit dem Jahresprogramm steht nicht nur die Förderung der Künste im Fokus, sondern auch die Intensivierung des Diskurses von Mensch und Gegenwart. Für den DG Kunstraum heißt das, sich in ein diskursives Spannungsfeld zu bewegen.
Auf welche Weise kann ein Ausstellungsraum auf die Entwicklungen einer Gesellschaft reagieren? Wie entsteht ein einladendes Umfeld, sodass Menschen ins Gespräch kommen, neue Ideen und Perspektiven entwickelt werden können oder man einfach nur ein wenig die Seele baumeln lassen kann? Die Kunst hat das Potential uns ins Ungewisse zu leiten und Fragen aufzuwerfen. Mit ‚Dazwischensein‘ möchten wir diesen Fragen nachgehen und einen Vermittlungsraum schaffen, der Ausstellungsraum bleibt, aber auch zum Verweilen einlädt.
Die vorhangähnliche, im Verlauf variierende Intervention ‚Hemdchen´ von Bettina Khano teilt die Räumlichkeiten in einen Diskursraum und den Möglichkeitsraum mit Werken von neun Künstler*innen.
Dazwischensein 1–9 Möglichkeitsräume 2024 (1) Bettina Khano – 19. Januar bis 15. Februar (2) Simona Andrioletti – 23. Februar bis 21. März (3) Viron Erol Vert – 29. März bis 25. April (4) Andrea Wolfensberger – 3. Mai bis 29. Mai (5) Manuela Illera – 7. Juni bis 4. Juli (6) Katrin Bittl – 12. Juli bis 8. August (7) Sandra Boeschenstein – 6. September bis 2. Oktober (8) Judith Egger – 11. Oktober bis 7. November (9) Cana Bilir-Meier – 15. November bis 12. Dezember
Eröffnungen jeweils am Vorabend ab 18 bis 21 Uhr
Gesprächspartner*innen Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.
Filmprogramm Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger u.a..
EN In 2024, ‚Dazwischensein‘ (Being in between) will provide the intellectual superstructure for nine short, individual artistic presentations that examine the topic in its various aspects. Being in between can be a thought, state or even a feeling. We want to understand being in between as an opportunity to see more and to grasp different perspectives at the same time.
The annual program not only focuses on promoting the arts, but also on intensifying the discourse on people and the present. For the DG Kunstraum this means moving into a discursive field of tension.
In what way can an exhibition space react to the developments of a society? How does an inviting environment arise so that people can talk, new ideas and perspectives can be developed or you can just unwind for a while? Art has the potential to lead us into the unknown and raise questions. With ‚Dazwischensein‘ we want to explore these questions and create a mediation space that remains an exhibition space, but also invites you to linger.
The curtain-like intervention ‚Hemdchen‘ by Bettina Khano, which varies over time, divides the space into a space of discourse and the ‚Möglichkeitsraum‘ (a space of possibility) with works by nine artists.
Dazwischensein 1–9 Spaces of possibility 2024 (1) Bettina Khano – January 19th to February 15th (2) Simona Andrioletti – February 23rd to March 21st (3) Viron Erol Vert – March 29th to April 25th (4) Andrea Wolfensberger – May 3rd to May 29th (5) Manuela Illera – June 7th to July 4th (6) Katrin Bittl – July 12th to August 8th (7) Sandra Boeschenstein – September 6th to October 2nd (8) Judith Egger – October 11th to November 7th (9) Cana Bilir-Meier – November 15th to December 12th
Openings the evening before from 6 p.m. to 9 p.m
Interlocutors Simon Biallowons, Dr. Claudia Büttner, Dr. Michael Hirsch, Thorsten Nolting, Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Prof. Dr. Boris Previšić, Carlos Maria Romero aka Atabey, Dr. Ulrich Schäfert, Christian Uhle.
Film program Thomas Bratzke, Lion Bischof, Franziska Cusminus, Empfangshalle, Philipp Gufler, Manaf Halbouni, Manuela Illera, Karen Irmer, Sven Johne, Yulia Lokshina, Judith Neunhäuserer, Nnenna Onuoha, Sonya Schönberger and others.
„Das Zulassen der Vergänglichkeit […] ist Kern von Nachhaltigkeit. Wenn wir im Einklang mit der Natur bauen wollen, müssen wir auch die Vergänglichkeit zulassen. Wenn wir partizipativ bauen wollen, müssen wir Imperfektion zulassen.“ (Anna Heringer)
Zum Abschluss der Ausstellung ‚One Planet, One Family‘ laden wir herzlich ein zur
Finissage mit Musik am Donnerstag, 14. Dezember 2023, 19 Uhr
Balázs Dolfin am Violoncello aus der Klasse Prof. Wen-Sinn Yang an der Hochschule für Musik und Theater München
Programm (circa 30 Minuten) mit Werken von Zoltán Kodály, J. S. Bach und Paul Hindemith
Zur Person Balázs Dolfin (*1997 in Ungarn) lebt und arbeitet in München. Mit vier Jahren begann er das Cello zu spielen. Bereits mit 12 Jahren wurde er in die Liszt Academy of Music in Budapest aufgenommen und begann dort sein Studium mit László Mező. Er gewann zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben in Österreich, Italien und Kroatien.
Ab 2018 studierte er bei Prof. Gustav Rivinius in Deutschland. Sein Masterdiplom erhielt er in der Klasse Prof. Wen-Sinn Yang an der Hochschule für Musik und Theater München. Zahlreiche Solo Konzerte führten Dolfin durch Europa, darunter Paris, London, Deutschland und die Niederlande. Zurzeit studiert er in München Konzert Examen bei Prof. Wen-Sinn Yang an der Hochschule für Musik und Theater München. Dolfin tritt regelmäßig im Cello-Klavier-Duo mit seinem Duopartner Tony Chen Lin auf.
Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.
Die Ausstellung ‚One Planet, One Family‘ von Anna Heringer 2023 bildete den Ausgangspunkt der neuen Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor. Die Re*-Reihe mündet ebenso wie die Kooperation mit Prof. Uta Graff am Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten an der TU München und dem Projekt ‚Ressource Research Reset – Architektonische Transformationen sakraler Räume’ im Jahr 2025 in eine gleichnamige Ausstellung im DG Kunstraum.
Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich: Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken. Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen.
Die Ökonomie bezieht sich auf die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der Gebäude, über dessen gesamten Lebenszyklus betrachtet. Die Ökologie beinhaltet den ressourcen- und umweltschonenden Bau von Gebäuden, die Vermeidung von Schad- und Risikostoffen, um eine klimafreundliche Bauweise mit einem möglichst geringen CO2-Fußabdruck sowie die Förderung von Biodiversität. Im Fokus des Sozialen stehen die Nutzenden der gebauten Umwelt mit ihrem Wunsch nach Gesundheit, Komfort und Wohlbefinden.
Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?
Termine ♲ Re* 6 Mittwoch, 30. April 2025, 19 Uhr mit Gerhard Matzig, Journalist und Autor und Prof. Amandus Samsøe Sattler, Architekt BDA und Professor Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum Ort: DG Kunstraum
♲ Re* 5 Dienstag, 18. Februar 2025, 19 Uhr mit Ulrike Maria Rose, Kulturmanagerin und Vorsitzende Zukunft Kulturraum Kloster e.V. und Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, Generalkonservator, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum Ort: DG Kunstraum
♲ Re* 3 Dienstag, 15. Oktober 2024, 19 Uhr mit Prof. Mikala Samsøe, ensømble Studio Architektur, Berlin und Yvonne Außmann, Diplom-Geographin, Vorständin Wogeno, Geschäftsführung Cohaus München GmbH Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum Ort: DG Kunstraum
♲ Re* 2 Donnerstag, 26. September 2024, 19 Uhr mit Dipl. Ing. Univ. Stefan Lautner, Leiter des Baureferats der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern und Point of No Return (München) Moderation: Helmut Braun, Kunstreferent der Ev.-Luth. Kirche in Bayern Ort: DG Kunstraum
♲ Re* 1 Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr mit Dipl. Ing. Univ. Architekt Marinus Kohlhauf, Diözesanbaumeister Erzdiözese München und Freising und Bernhard König, Breath Earth Collective, Graz, Klima Biennale Pavilion, Wien Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising Ort: Karmeliterkirche, Karmeliterstraße 1, 80333 München
„Form follows availability – die Gestaltung folgt der Verfügbarkeit. Diese Vorgehensweise reduziert den Verbrauch von Ressourcen konsequent und ermöglicht eine wirkliche CO2-Senke. Die sichtbar andere Ästhetik, die unsere Sinneseindrücke anregt, kann eine Quelle für Erkenntnisse sein.“ Prof. Amandus Samsøe Sattler, ensømble studio architektur
Eine Kooperation von DG Kunstraum Diskurs Gegenwart Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Sondertermine in Kooperation mit Stiftung Weiter-Denken. Protestantische Kultur und Stadtgesellschaft Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land, TUM
Dienstag, 4. Juni 2024, 18.30 Uhr Die Improvisation von Raum Lecture Performance mit Vibraphon Prof. Dr. Christopher Dell, Musiker, Komponist und Urban Design Theoretiker, Direktor des Instituts für Improvisationstechnologie (ifit), Berlin mit Sebastian Klawiter, Architekt ByAK, Wissenschaftlicher Mitarbeiter TUM-Sustainable Urbanism Ort: Auferstehungskirche, Gollierstraße 55, 80339 München
Dienstag, 25. Juni 2024, 18.30 Uhr Obsolete Stadt – Räume für Transformation Ina Laux, Dipl.-Ing. Univ., Architektin BDA, Stadtplanerin DASL, Geschäftsführende Gesellschafterin Laux Architekten GmbH, Juryvorsitzende des Wettbewerbs ‚Fritz District‘ Neuperlach mit Dipl.-Ing. Sabine Tastel, Institut für urbane Entwicklungen, Universität Kassel Ort: Auferstehungskirche, Gollierstraße 55, 80339 München
Abb. 1: Re* Vortragsreihe, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Abb. 2–4: Breathe Earth Collective, Foto: Bernhard König
Mit ‚One Planet, One Family‘ startet die neue Veranstaltungsreihe ‚Re*‘ rund um das drängende Thema Nachhaltigkeit. Im Rahmen der aktuellen Ausstellung sind Schätze aus dem Ausstellungsarchiv einmalig vergünstigt zu erhalten. Sie und Ihr seid eingeladen zum gemütlichen Stöbern: hier werden Klassiker und aktuelle Publikationen der DG sowie Bücher, Grafiken und mehr zu attraktiven Preisen angeboten.
Pro Verkauf geht 1 Euro Spende an Monsignore Fellerer-Fonds für bedürftige Künstler*innen. Monsignore Dr. Johannes Fellerer (1905–1986) war seit 1965 Künstler*innenseelsorger in der Erzdiözese München und Freising. Er legte in seinem Vermächtnis den Grundstock für den so genannten Fellerer-Fonds. Ziel des Fonds ist ausschließlich die materielle Unterstützung von bedürftigen Künstler*innen in Notsituationen.
Unter dem Titel ‚Re*‘ lädt die DG in 2024 in Kooperation mit der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie dem Kunstreferat der Evangelischen Landeskirche in Bayern zu unterschiedlichen Veranstaltungen wie Vorträgen und Gesprächen ein, rund um die Begriffe Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken.
Im Rahmen der Ausstellung ‚One Planet, One Family‘ wird Anna Heringer mit dem DG Kunstpreis 2023 ausgezeichnet.
Anna Heringer (*1977 in Rosenheim) ist eine deutsche Architektin, die als eine Vorreiterin des Nachhaltigen Bauens gilt. Sie realisierte weltweit Projekte mit lokalen Handwerker*innen unter Berücksichtigung traditioneller Bauformen und Baustoffen wie Lehm. Sie hat einen UNESCO-Lehrstuhl inne und jüngst (2022) das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.
Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst teilt Heringers ökologische und soziale Haltung, die ihrer Arbeit zu Grunde liegt. Anna Heringer arbeitet immer mit dem Vorgefundenen vor Ort, hat aber auch einen ausgeprägten eigenen ästhetischen Stil. Entscheidend sind die gemeinschaftliche Arbeit, die natürliche Bauweise sowie ein nachhaltiger Materialkreislauf, der zukunftsträchtig ist. Mit dem DG Kunstpreis 2023 würdigen wir dieses besondere Werk.
In ihrer Ausstellung ‚One Planet, One Family‘ wird die Bandbreite ihrer unterschiedlichen Architekturprojekte vorgestellt, die in den letzten Jahren in Asien und Afrika, aber auch im deutschsprachigen Raum konzipiert und realisiert wurden.
Eröffnung und Preisverleihung Donnerstag, 16. November 2023, 18 bis 21 Uhr 19 Uhr DG Kunstpreis-Verleihung, Dr. Ulrich Schäfert, Geschäftsführender Vorstand 19.15 Uhr Impulsvortrag, Anna Heringer
Sie sind herzlich eingeladen zur Führung mit der Kuratorin Benita Meißner durch die Ausstellung ‚Anna Heringer. One Planet, One Family‘. Die Ausstellung stellt die Bandbreite ihrer unterschiedlichen Architekturprojekte vor, die in den letzten Jahren in Asien und Afrika, aber auch im deutschsprachigen Raum konzipiert und realisiert wurden.
„Lehm ist das sozialste Material überhaupt, […] Lehm ist ein gesundes Material, ich kann ihn so häufig recyceln, wie ich will. […] Und ich kann noch einen Garten oben drauf pflanzen. Und ich kann mit seiner Verarbeitung Arbeitsplätze schaffen, indem ich Menschen vor Ort einbinde, vom Stampfen der Wände bis zur Gestaltung von Lehmreliefs.“ (Anna Heringer)
Nachhaltigkeit ist für die Architektin ein Synonym für Schönheit: Jedes der von Anna Heringer konzipierten Gebäude geht auf den Ort und den soziokulturellen Kontext ein. Vorhandene Materialien werden genutzt und in jeweilige Ökosystem eingefügt. Die Gebäude sind einfach, sinnvoll und schön durch die Kraft und die Authentizität natürlicher Materialien.
Termine
Dienstag, 5. Dezember 2023 Dienstag, 12. Dezember 2023 jeweils 14 bis 16 Uhr
Nach der Führung sind Sie eingeladen zum Adventskaffee im Dipdii Shop zu verweilen.
Falls Sie es zu diesen Führungsterminen verhindert sind, beachten Sie bitte unsere
***Sonderöffnung aufgrund von hoher Nachfrage*** Samstag, 9. Dezember 2023, 11 bis 14 Uhr
Anna Heringer (* 1977 in Rosenheim) studierte Architektur an der Kunstuniversität in Linz. Ein Jahr nach ihrem Abschluss gründet sie 2005 ihr eigenes Architekturbüro, das auf nachhaltiges Bauen mit Lehm und Bambus spezialisiert ist. Ihre Diplomarbeit, die METI School wurde 2005 gebaut und 2007 mit dem Aga Khan Award ausgezeichnet. 2011 erhielt sie den Global Award für Sustainable Architecture. Gastprofessuren an der ETH Zürich, UP Madrid und TU München sowie Harvard Graduate School of Desgin. Die UNESCO verlieh ihr einen Ehrenprofessorinnentitel und sie hat 2022 das Bundesverdienstkreuz erhalten. www.anna-heringer.com
Dipdii Textiles Dipdii ist eine partizipative, nachhaltige auf lokalen Textiltraditionen basierende Textilwerkstatt, die in dem Anna Heringer konzipierte Gebäude ‚Anandaloy‘ ihren Sitz hat. Die Kooperative wurde initiiert von Anna Heringer, der NGO Dipshikha, Elke Burmeister und Veronika Lang. Sie beschäftigt Schneiderinnen aus den Dörfern Rudrapur und Birgonj in Banglaesch. Der Erlös der Kissen und Oberteile verbessert unmittelbar die Lebensqualität der Schneiderinnen, da die Frauen auf dem Land nur sehr schwer Arbeit finden. www.dipdiitextiles.org
Abb. Ausstellungsansicht ‚One Planet, One Family‘, DG Kunstraum 2023, Foto: Gerald von Foris