Zusätzlich zu den gewohnten Öffnungszeiten haben wir während des Laufs der Ausstellung ‚Everything is going to be alright. Andreas Greiner und Maximilian Prüfer‘ an allen Donnerstagen verlängerte Öffnungszeiten bis 20 Uhr.
Die Ausstellung rückt das Thema der Sehnsucht in den Fokus. Wir lassen uns treiben in einer künstlerischen Bilderwelt und öffnen den Blick für die Sehnsucht nach Freiheit, nach Gemeinschaft, nach der Vereinigung des Menschen mit der Natur, nach Erkenntnis und nach Heilung.
PROGRAMM
Aufgrund der aktuellen Lage kann weder eine Vernissage noch unser übliches Begleitprogramm stattfinden.
Wir laden stattdessen an den allen Donnerstagen, bis einschließlich 23.7.2020, zu einem Besuch der Ausstellung bis 20 Uhr ein.
Die Videoarbeit von Birthe Blauth ist für alle nächtlichen Flaneure ab 20 Uhr im Außenraum auf der Galeriefassade zu sehen.
Sebastian Stumpf, Standbild aus der Videoprojektion „Inseln“, 2014, courtesy Sebastian Stumpf und Galerie Thomas Fischer, Berlin Birthe Blauth, Trapped, Außenansicht DG Kunstraum 2020, Foto: Gerald von DorisJudith Egger, ‚Transmission Waves‘ , 2019, VideostillFrank Bölter, To the World’s End, 2014
Karton, 900 x 258 x 246 cm, Foto: Alexander BattrellAusstellungsansicht, ‚Sehnsucht…‘, DG Kunstraum, 18.6. bis 6.8.2020, Foto: Gerald von Foris, MünchenAusstellungsansicht, ‚Sehnsucht…‘, DG Kunstraum, 18.6. bis 6.8.2020, Foto: Gerald von Foris, München
Die Ausstellung rückt das Thema der Sehnsucht in den Fokus. Wir lassen uns treiben in einer künstlerischen Bilderwelt und öffnen den Blick für die Sehnsucht nach Freiheit, nach Gemeinschaft, nach der Vereinigung des Menschen mit der Natur, nach Erkenntnis und nach Heilung.
Das Jahr 2020 wird immer ein besonderes Jahr (gewesen) sein, egal wie lange der Ausnahmezustand noch anhalten wird. Weltweit fügen sich Menschen neuartigen Kontaktbeschränkungen sowie den von den Regierungen erlassenen Verhaltensregeln, mit dem Ziel, Mitmenschen zu schützen und einem Kollaps des Gesundheitssystems vorzubeugen. Die neue, schützende „soziale Distanz“ bestimmt unseren Alltag.
Der Begriff „Sehnsucht“ tritt neu in den Fokus. Die alten Sehnsüchte gibt es nach wie vor, nur anders. Kein Geld der Welt kann die Sehnsucht nach Urlaub, Meer und fremden Kulturen in der Zeit von Ausgangsbeschränkungen stillen. Brennend ist nach dem Lockdown die Sehnsucht nach Begegnungen, die Sehnsucht nach diesem Gefühl mit vielen anderen einen Moment teilen zu können; sei es bei einer Opernaufführung, einem Konzertbesuch oder auch einer langen Nacht im Club.
Mit unserem Videoprogramm rücken wir das Thema „Sehnsucht“ in den Fokus und geben den momentanen Sehnsüchten des Menschen ein mögliches Gesicht. Wir öffnen den Blick für die Sehnsüchte anderer und lassen uns treiben in einer künstlerischen Bilderwelt. Wünsche, Träume und Sehnsüchte innerer, immaterieller Bilder werden in den Videoarbeiten sichtbar. Einzelne Elemente aus der realen Welt in der Ausstellung, die in Verbindung mit den Videoarbeiten stehen, verweisen darauf, dass Sehnsucht nicht im Virtuellen verweilen muss, sondern sich auch materialisieren und in kurzen Momenten vielleicht auch erfüllen kann …
Sehnsucht erleben wir als körperliches Gefühl. Es kann als Ziehen in der Brust oder als Kloß im Hals wahrgenommen werden. Sehnsucht kann schmerzhaft sein und uns traurig stimmen, gerade wenn sie unerfüllbar bleibt. Und sie kann zu einem warmen inneren Strahlen führen, wenn damit schöne Erinnerungen assoziiert und Energien und Visionen freigesetzt werden. Forschergruppen in der Psychologie unterscheiden laut Prof. Dr. Alexandra M. Freund (Psychologisches Institut der Universität in Zürich) verschiedene Merkmale der Sehnsucht und schreiben ihr Funktionen zu. So soll diese helfen, mit der eigenen Unfertigkeit oder Verlusten umzugehen, und sie unterstützt den Menschen dabei, sich im Leben Ziele zu setzen.
Historisch gesehen wird mit der Sehnsucht zu allererst die Epoche der Romantik (ca. 1795–1848) verknüpft. Novalis setzt in seiner Dichtung als Symbol die Blaue Blume ein, die für die schwärmerische Sehnsucht nach einem unerreichbaren, unbekannten Ziel, nach dem Unendlichen gilt, die in diesem Leben unbefriedigt bleiben muss. In der Unbestimmtheit der Sehnsucht sahen die Romantiker eine metaphysische Entsprechung der eigenen künstlerischen Arbeit, die eher als ein Suchen und Streben wahrgenommen wurde.
Im Verständnis der christlichen Tradition ist wesentliche Sehnsucht des Menschen die nach Gott. Friedrich Schleiermacher sprach davon, dass dem Menschen mit seiner religiösen Anlage die Sehnsucht „nach dem Wunderbaren und Übernatürlichen“ eigen sei. Der Theologe Paul Zulehner etwa sagt zur Gottessehnsucht des Menschen: „Sie macht uns lebendig.“
Joseph von Eichendorff (1788–1857) Mondnacht Es war, als hätt’ der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt‘.
Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.
Leonie Felle Deine Reise Was glaubst du wer du bist Was du kannst – in der Welt Wo ist dein Platz in der großen, weiten Welt? Wer hält dich in der Hand Wer zieht am Faden – Wer lässt los
Schwimmst du immer noch im Meer? Wo geht deine Reise hin Wo liegt all dein Streben, wo der Sinn Warum bist du hier?
Du kannst mir viel erzählen, doch nicht dass du schon alles weißt. Denk an die Sterne und wie weit… Das Universum ist groß … (und wir unendlich klein) Schwimmst du immer noch im Meer?
Wo geht deine Reise hin Wo liegt all dein Streben, wo der Sinn Warum bist du hier? Warum bleibst du hier?
Videoinstallation „Waschende Hände“ der EMPFANGSHALLE, Corbinian Böhm und Michael Gruber
Klanginstallation
„lavabis me“ von Axel Nitz und Peter Gerhartz
Die Installationen entstanden im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2017 und werden nun neu präsentiert. Die Videoarbeit geht zurück auf das Ausstellungsprojekt „Wäsche“ von EMPFANGSHALLE (9.09.–11.11.2017), einer Kooperation der Kunstpastoral mit dem DG Kunstraum der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst.
Der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern haben unter dem Eindruck der Corona-Pandemie die temporäre Online-Ausstellung www.kunst-netz-werk.online (nicht mehr verfügbar) als digitales Kunstprojekt ins Leben gerufen.
Drei Wochen nach dem Lockdown, im Frühjahr 2020, gingen die ersten Beiträge Tag für Tag online – dem digitalen Medium gemäß mit dem Schwerpunkt auf Videoarbeiten. Einzelne Arbeiten sind extra für dieses Projekt entstanden; alle Beiträge eröffneten im Kontext der Corona-Pandemie neue Deutungsperspektiven.
Entscheidende Qualität dieser Plattform ist der Dialog, der sehr persönliche Zugang: Die angefragten Kunstvermittler*innen wählten die Künstler*innen aus, mit denen sie als Duo ins Gespräch traten. Ein kurzer Text der Kunstvermittler*innen stellte Hintergrundinformationen bereit und erläuterte das Konzept der ausgewählten Arbeit. Die Künstler*innen äußerten sich dazu in einem kurzen Interview, und sie gaben Einblicke in ihre aktuellen Erfahrungen, die Herausforderungen des Alltags, aber auch ihre Hoffnungen für die Gesellschaft. Gedanken, Gedichte und Überlegungen wurden geteilt: „Bei dem Bau der Modelle am Küchentisch kam mir mal der Gedanke, ob es möglich wäre, auch für sein Leben ein Modell zu entwickeln oder gewisse Dinge modellhaft auszuprobieren und durchzuspielen. (…) Auch mussten sich viele in dieser Krise quasi beschränken und verkleinern. Können wir aus kleineren Einheiten heraus nicht das Große bilden?“ (Markus Zimmermann)
Kunstvermittler*innen und Künstler*innen gehören gleichermaßen zu den Berufsgruppen, denen zwar die Reflexion über unser Leben und die Erneuerung unserer Gesellschaft besonders am Herzen liegen, die aber von den mit der Krise verbundenen Einschränkungen unmittelbar und existentiell betroffen sind. Die Plattform kunst-netz-werk bot ihnen die Möglichkeit, sich zu äußern und auch in dieser Zeit für die eigene Arbeit honoriert zu werden. Insgesamt konnten bisher 22 Duos finanziert werden. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, das Projekt über Spenden weiterwachsen zu lassen. Diese Gelder kamen den Kunstvermittler*innen und Künstler*innen vollumfänglich zu.
Mit Beiträgen von
Gretta Louw, Fotini Potamia & Dine Doneff, Afra Dopfer & Katharina Weishäupl, Empfangshalle, Judith Egger, Sandra Filic, Carsten Fock, Manuela Hartel, Hubert Hasler, Robert Keil, Eveline Kooijman, Pfeifer & Kreutzer, Herbert Nauderer, Gisbert Stach, Sonja Töpfer, Camill von Egloffstein, Max Weisthoff und Markus Zimmermann
Die „Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche.Artheon“ lobt im Jahr 2020 einen Kunstpreis für beispielhafte und innovative Kunstprojekte im Raum der Kirche aus. Der Preisträger wird im Rahmen eines offenen, nicht anonymen Wettbewerbs ermittelt. Der Hauptpreis ist mit 3.000 € dotiert, zusätzlich werden Anerkennungen vergeben.
Was ist der Artheon.Kunstpreis? Die 1992 gegründete Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kirche zu fördern. Sie vergibt seit 1996 den Artheon.Kunstpreis. Mit ihm werden Projekte unterstützt und publik gemacht, die exemplarisch sind für einen Dialog zwischen Gegenwartskunst, Kirche und Theologie und die im künstlerischen Prozess neue Sichtweisen und Fragestellungen eröffnen.
Wofür wird der Artheon.Kunstpreis vergeben? Ausgezeichnet werden temporäre künstlerische Projekte in Kirchen, dauerhafte Neugestaltungen von Kirchen sowie weitere Projekte, die in enger Kooperation zwischen Autor/in und kirchlichem Auftraggeber im Jahr 2019 bis Ende 2020 durchgeführt worden sind.
Wer ist teilnahmeberechtigt? Teilnahmeberechtigt sind Künstlerinnen und Künstler, Architekturbüros, Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen. Das Projekt muss ausfinanziert sein. Den Preis erhalten Autor/in und Auftraggeber/in gemeinsam. Das Projekt kann nur von beiden gemeinsam eingereicht werden.
Was ist einzureichen? Einzureichen sind eine kurze textliche (eine DIN A4-Seite) und fotografische Dokumentation des Projekts (bis zu fünf Abbildungen), eine Erklärung, dass das Projekt ausfinanziert ist sowie ein Anmeldeblatt. Das Anmeldeblatt kann online unter www.artheon.de/kunstpreis.html heruntergeladen werden. Es ist ausgefüllt, den online eingereichten Unterlagen beizufügen. Die/Der Projektverfasser/in muss deutlich kenntlich gemacht werden.
Abgabeschluss 30.06.2020 – VERLÄNGERT BIS ZUM 01. SEPTEMBER 2020
Beurteilungskriterien Leitende Kriterien für die Beurteilung sind die künstlerische Qualität, Innovation, Mut, Einbezug der spezifischen örtlichen Gegebenheiten sowie die Intensität der Zusammenarbeit zwischen Autor/in und Auftraggeberin.
Jury Die Jury setzt sich zusammen aus drei Mitgliedern des Artheon.Präsidiums, einer externen Künstlerin/eines externen Künstlers sowie einer Kuratorin/eines Kurators.
Preisverleihung Die Preisverleihung findet im Kontext des Projektortes statt.
Einsendung Ausschließlich per E‑Mail an: info@artheon.de
Fragen Fragen sind zu richten an die Geschäftsstelle von Artheon: Frau Anne-Catherine Jüdes, Auguststraße 80, D‑10117 Berlin, T 030 283 95 283, F 030 283 95 187, info@artheon.de.
Der Paul Klinger Künstlersozialwerk e.V. hat wichtige Links für alle im Kreativbereich tätigen Menschen und Institutionen zusammengetragen.
Auch die Facebookseite des Vereins ist immer auf dem neusten Stand.
Der Katalog Nr. 150 erscheint begleitend zur Ausstellung ‚Wieder und Wieder. Ritual, Kontemplation, Obsession‘ im DG Kunstraum | Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst vom 17. Januar bis 21. März 2020.
Der Katalog ist für € 5,00 im DG Kunstraum zu erhalten (+ Porto bei Versand).
Bestellungen senden Sie bitte an: info@dg-kunstraum.de
Herausgeber*innen: Dr. Walter Zahner, Benita Meißner Texte: Paul Bräg, Dr. Damian Lentini, Benita Meißner, Anne Segler Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Projekte Lektorat: Dr. Hanne Borchmeyer Übersetzung Englisch-Deutsch, Text Lentini: Olivia Borger Druck: Memminger MedienCentrum Fotos: Gerald von Foris (Ausstellungsansichten) und die Künstler*innen