Thematische Führung durch die Ausstellung Di, 24.5.2022, 19 Uhr Di, 31.5.2022, 19 Uhr Di, 12.7.2022, 19 Uhr
‚Auf der Suche …‘ – Was sucht der Mensch? Diese Frage erscheint uns heute aktueller denn je: Trotz großer technischer und medizinischer Errungenschaften bestimmt Verunsicherung das Leben der Menschen weltweit. Die anhaltende Klimakrise, der Krieg mitten in Europa und die Corona-Pandemie haben das Gefühl von „Normalität“ zerrissen.
Ein Ausstellungsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.
Frank Bölter’s Faltaktion ‚Weiße Rose (XXL)‘ am Viktualienmarkt München. Foto: Gerald von Foris Frank Bölter, Weiße Rose (XXL), 2022, FaltaktionFrank Bölter’s Faltaktion ‚Weiße Rose (XXL)‘ am Viktualienmarkt München. Foto: Gerald von ForisFrank Bölter’s Faltaktion ‚Weiße Rose (XXL)‘ am Viktualienmarkt München. Foto: Gerald von ForisFrank Bölter, Weiße Rose (XXL), 2022, FaltaktionFrank Bölter, Weiße Rose (XXL), 2022, FaltaktionFrank Bölter, Weiße Rose (XXL), 2022, Heilig-Geist-Kirche
Frank Bölter’s Faltaktion ‚Weiße Rose (XXL)‘ am Viktualienmarkt München am 18. Mai 2022. Video: Lion Bischof
Im Rahmen von ‚Auf der Suche …‘, dem Ausstellungsprojekt im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft, initiiert Frank Bölter ein eintägiges öffentliches Papierfalten auf dem Viktualienmarkt in München. Die Aktion „Weiße Rose (XXL)“ beinhaltet das öffentliche, gemeinschaftliche Falten einer überdimensionierten weißen Rose aus Karton in der kunsthandwerklichen Technik des Origami mit dem Laufpublikum auf dem Münchener Viktualienmarkt. Anlass für diese öffentlichkeitsinvolvierende, bildkünstlerische Form der Erinnerungskultur ist das 80-jährige Jubiläum der Gründung der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen die NS-Terrorherrschaft im Juni 1942.
Als Ort der Realisierung der Faltaktion wird der viel frequentierte Viktualienmarkt gewählt, an dem Münchner Bürgerinnen und Touristinnen eingeladen sind, am Herstellungsprozess einer 2 x 2 Meter großen weißen Rosenblüte – inklusive Stängel in einer Gesamtlänge von 5 Metern – mitzuwirken. Das mehrteilige Faltobjekt wird so innerhalb einer „öffentlichen Bildhauerwerkstatt“ mit der Marktkundschaft als vielschichtigem bildhauerischen Akteur entstehen. Die zeitliche Inanspruchnahme jedes/jeder Faltenden variiert – angefangen beim bloßen Falten, über das Ineinanderlegen der einzelnen Faltobjekte bis hin zum Anbringen des Stängels am Blütenkopf bleibt jedem Marktbesuchenden selbst überlassen, ob er nur ein paar Minuten seiner Zeit schenkt oder sogar etliche Stunden. So entsteht über die Dauer eines Tages ein komplexes, gemeinschaftlich erarbeitetes Papierobjekt. Anschließend soll die Rose in der Heilig-Geist-Kirche ausgestellt werden; auch dorthin wird die riesige Origami-Skulptur von Freiwilligen gemeinschaftlich transportiert und erzählt so vom öffentlichen Herstellungsprozess samt Gebrauchsspuren, Fußabdrücke, unvorhergesehener Knicke und korrigierter Falten.
Lokale Bezüge zu tatsächlichen Ereignissen in München wie zur überregionalen und internationalen Bedeutung und Strahlkraft der „Weißen Rose“ korrespondieren hier mit der Spannung zwischen den Attributen der kunsthandwerklichen Origami-Technik in üblicherweise kleinem Format, gepaart mit solitärer, kontemplativer und friedfertiger Beschäftigung auf der einen Seite und formaler Überdimensionierung und inhaltlich-politischer Aufladung auf der anderen. Neben der rein formalen Äquivalenz zur Weißen Rose greift die Kunstaktion das Material Papier auch als Informationsträger auf, wie auch die Ebene der öffentlichkeitswirksamen Beteiligung der Bevölkerung. So wird direkt eine Parallele zur folgeträchtigen Aktion der Gruppe Weiße Rose gezogen, deren Mitglieder am 18. Februar 1943 Exemplare ihres 6. Flugblatts gegen das NS-Regime von der Galerie in den Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München warfen und daraufhin verhaftet wurden. Der Beitrag „Weiße Rose (XXL)“ ist der Versuch, das Bewusstsein für die grundsätzliche Gefahr von Diskurs- und Demokratieverlust, Ausgrenzung, Separation und Faschismus in der Form des kunstpraktischen Zitats des historisch konkreten und museal-institutionalisierten Beispiels des Bodendenkmals von Robert Schmidt-Matt vor dem Haupteingang der LMU mit dieser „neuen“ Übung zu schärfen. So lässt sich die Palette der geschichtsvermittelnden Möglichkeiten erweitern, in der Gesellschaft verankern und bestenfalls verstetigen. Alle Flanierenden am Viktualienmarkt sind eingeladen, zur Weiterentwicklung dieses Vorhabens in Form eines offenen Dialogs beizutragen.
Faltaktion: 18. Mai 2022, 10 bis 18 Uhr, Viktualienmarkt München Ausstellungszeitraum: 18. Mai bis 2. Juni 2022, Heilig Geist, Prälat-Miller-Weg 1, 80331 München
Frank Bölter, 1969 in Lippstadt geboren, begann bereits während seines Studiums an der Kunstakademie Münster von 1998 bis 2003 mit seinen Arbeiten, Erwartungen innerhalb und außerhalb des akademischen Kunstbetriebs zu hinterfragen. Bölters Projekte zeichnen sich gleichermaßen durch ihre kraftvolle poetische Bildsprache wie durch die Präzision ihrer Ausführung aus, die oft unter den schwierigen Bedingungen des öffentlichen Raums erfolgt. Darüber hinaus basieren seine Projekte auf einem beeindruckenden Kommunikationswillen, der die traditionellen Definitionen von Objekt und Praxis hinter sich lässt und seine Installationen in den Bereich des Performativen ausweitet. www.frankboelter.com www.wegdesgeringstenwiderstandes.de
der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel- Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig- Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.
Federico Delfrati ‚The Library of Jane Goodall‘, Nazareth KircheFederico Delfrati ‚The Library of Jane Goodall‘, Nazareth Kirche
Aufführung mit Jane Goodall’s Library Choir unter Leitung von Christian Seidler
Evang.-Luth. Nazarethkirche Barbarossastraße 3 81677 München
“The Library of Jane Goodall“ ist ein Konzert experimenteller Musik mit Synthpop-Anklängen und eine Performance, die durch einen narrativen Faden miteinander verbunden sind, der mal von einer Stimme erzählt und gesungen, mal von einem Chor und vier Synthesizern gespielt wird.
Das zentrale Thema der Geschichte ist inspiriert von den Schriften Hans Blumenbergs über den Moment, in dem der letzte Affe zum Menschen wurde, weil er sich mit einem Steinwurf verteidigte. Indem er die erste räumliche Distanz zwischen sich selbst als Beute und seinem Raubtier mit Hilfe eines Objekts herstellte, begann der letzte Primat, sein eigenes Ich wahrzunehmen. Von diesem Moment an waren es gerade die Entfernungen, die als leere Räume zwischen den Körpern verstanden wurden, die die Phasen abgrenzten, in denen der Geist begann, die Zeit in einer erweiterten Weise wahrzunehmen, sich selbst zu hinterfragen, zu antizipieren.
Die Performance dekonstruiert diese Etappen rückwärts in mögliche Kapitel, jedes mit einer anderen Erzählstimme (einer Generation von Köpfen), die zwanghaft versucht, sich selbst zu verstehen und ihrer Existenz einen Sinn zu geben, indem sie sich auf einen Mythos, eine Autorität, eine Mutter beruft – eine Figur, die hier von der britischen Primatologin Jane Goodall repräsentiert wird.
In den letzten Jahren hat sie sich zu einer Verfechterin der Rechte aller Tierarten mit starkem ökologischem und naturschützerischem Charakter entwickelt. 50 Jahre lang hat sie das Leben, das Verhalten, die „Kultur“ und den Tod unzähliger Generationen von Schimpansen untersucht. Sie besitzt die Bibliothek mit allen Notizen, Studien und Antworten, die für die studierten Subjekten unverständlich sind. Es ist die Figur des Gott-Wissenschaftlers und des Wissenschaftler-Gottes, der hier eine nicht wertende Rolle einnimmt, analytisch und stumm gegenüber den Obsessionen ihrer Untertanen. Und die “Distanz” zwischen den Fragen und einer möglichen Antwort wird immer größer, denn die Kapitel des Konzerts erzählen von einer Zeit, die rückwärts läuft, bis der Stein geworfen wird.
So singen Generationen von Menschen, Hominiden und Affen:
Jane, Jane, did you read them all, Jane? Tell me how to behave, Like the boy in your cage.
Jane, Jane, where’s the start of the maze? Am I part of your game? Are there rules to be played by?
Jane Jane, did you read them all, Jane? Tell me how to behave, Tell me how to behave.
Die Veranstaltung wird im Rahmen des Ausstellungsprojektes Auf der Suche… durchgeführt. Die Performance ist als Video während der Laufzeit der Ausstellung im DG Kunstraum und in der Evang.-Luth. Nazarethkirche zu sehen.
Die ganze Produktion ist auch zu hören auf Spotify.
„In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit – für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung erfahren.“ (aus: Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit, von Franziska Schutzbach)
Mit ihrer Kunst mischt sich Gabi Blum in politische Debatten ein und weist unter anderem immer wieder auf die prekäre Situation von Künstler:innen hin. Kirsten Kleie hatte von 2019 bis 2021 einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste München mit dem Titel: ‚KlasseMusterFrau – 100 Jahre Öffnung der Akademie der Bildenden Künste für Frauen‘. Beide engagieren sich in unterschiedlichen Initiativen wie z.B. K&K – Bündnis Kunst und Kind, das sich für die Interessen von Künstler:innen mit Kindern einsetzt.
Gabi Blum www.gabiblum.de ist Künstlerin, Kuratorin und Aktivistin. Sie kombiniert raumgreifende begehbare Installationen mit Performance, Malerei und Video. Ihre meist ortsspezifisch konzipierten Arbeiten arrangieren Menschen in kulissenartigen stereotypen Räumen und verstehen sich als prozesshafte experimentelle Anordnung von Material, Akteur:in und zeitbasierten Medien.
Mit ihrer Kunst mischt sie sich in politische Debatten ein und weist unter anderem immer wieder auf die prekäre Situation von Künstler:innen hin, ist Mitbegründerin der Initiativen #EXIST – Raum für Kunst in München und K&K – Bündnis Kunst und Kind . Zusammen mit Mitgründerin Anna Schölß und mehr als 100 Anhänger:innen setzt sich K&K für die Interessen von Künstler:innen mit Kindern ein, schafft sich eine eigene Plattform, Sprachrohr und Stimme.
Kirsten Kleie www.kleie.net Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie, Studium der Philosophie an der LMU München und an der Akademie der Bildenden Künste, München, Diplom als Meisterschülerin, 2014
Lehrtätigkeit 2019 – 2021 Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste, München Projekt ‚KlasseMusterFrau – 100 Jahre Öffnung der Akademie der Bildenden Künste für Frauen‘ 1997 – 2001 Dozentin für Fotografie an der Münchner Volkshochschule
Mitglied in folgenden Verbänden und Netzwerken seit 2020 2. Vorstand des Sozialfonds e.V. des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V. seit 2019 GEDOK München – Gemeinschaft der Künstlerinnen und KunstförderInnen seit 2019 K&K Bündnis von und für Künstlerinnen mit Kindern seit 2017 Beisitzerin im Sozialfonds e.V. des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V. seit 2015 Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V.
Einführung: Inka Gressel, Co-Direktorin ifa-Galerie Berlin
Olaf Holzapfel im Gespräch mit Andrea Fernández, Künstlerin Prof. Julienne Lorz, Universität für angewandte Kunst Wien Börries von Notz, Geschäftsführer Stiftung Kunst und Natur
Moderation: Benita Meißner
In der Ausstellung ‚Notre Dame‘ in Zusammenarbeit mit der Galerie Kunst Kunz, gefördert von Projektfonds Kunst Goethe Institut.
Seit 2009 reist Olaf Holzapfel immer wieder in den Chaco Salteño und andere Landschaften wie Patagonien, um diese zu verstehen; die Menschen und kulturellen Produktionen, die mit diesen Regionen und ihren Klima verbunden sind. Holzapfel arbeitet mit grundlegenden handwerklichen Techniken und setzt sich gezielt für das Neuetablieren lokaler kultureller Sprachen ein.
Im Rahmen des Projects ‚The colors of the woodland‘ begann Olaf Holzapfel 2021 die Zusammenarbeit mit Claudia Alarcón und Melania Pereira des Kollektivs Thañí (dt. aus dem Waldland kommend). Sie werden begleitet von der Künstlerin / Kuratorin Andrea Fernández aus Salta. Thañí formierte sich mit dem Ziel, eine neue Organisationsform für die Arbeit der Frauen und für den Handel ihrer Textilien zu etablieren. Andrea Fernández begleitet diesen Transformationsprozess seit 2015.
Der Dialog mit der zeitgenössischen Kunst (Ausstellungen in der ifa-Galerie Berlin 2020 und im Rahmen der Bienalsur 2021 in Argentinien und Paraguay) eröffnet der Gruppe Möglichkeiten, mit neuen Elementen und Materialien zu experimentieren. In dem gemeinsamen Prozess mit Holzapfel vertiefen sie ihre Erfahrungen als Teilnehmerinnen künstlerischer Produktion, mit einem Schwerpunkt eigener Untersuchung von Naturfarben.
Die beteiligten Künstler:innen setzen sich so mit dem Verhältnis von kultureller Produktion und Landschaft als grüne Themen auseinander. In Zukunft wird die ökologische Produktion in relativer Subsistenzwirtschaft ein wesentlicher Faktor für eine nachhaltige regionale Wirtschaft in Südamerika wie in Europa sein. Die Rücksicht und Diversifikation von unterschiedlichen Lebensräumen bei gleichzeitigem kulturellem Austausch, ist das zentrale politisch wirtschaftliche Motiv der Zusammenarbeit.
Regelmäßig bieten wir Studierenden (Bachelor/Master) Praktika in unserem Haus an. Geboten wird ein umfassender Einblick in die Tätigkeit der Ausstellungsorganisation sowie praktische Erfahrungen in einer Institution, die ein ambitioniertes Programm zeitgenössischer Kunst verfolgt. Wir freuen uns über Bewerbungen von Studierenden, die Freude an einer intensiven Zusammenarbeit in einem kleinen Team haben und bereit sind, breit gefächerte Aufgaben zu übernehmen. Möglich ist ein Praktikum in Vollzeit (Mindestdauer 6 Wochen) und Teilzeit (mindestens 15 Std. pro Woche für mindestens 2 Monate) und kann in Absprache an den Lehrplan angepasst werden. Maximale Laufzeit sind drei Monate. Pflichtpraktika werden bevorzugt.
Für eine Bewerbung senden Sie bitte Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (PDF) unter Angabe Ihrer zeitlichen Verfügbarkeit per E‑Mail an info@dg-kunstraum.de.
Passend zum Frühlingsanfang laden 22 Galerien mit 5 Partner-Institutionen auch in diesem Jahr zu einem Kunstspaziergang durch die Stadt ein. Gehen Sie selbst auf Entdeckertour oder machen Sie sich mit unseren erfahrenen Guides auf dem Weg durch die Ausstellungen und lassen Sie sich von den Einblicken begeistern. Der DG Kunstraum ist im Rundgang 4 zu sehen.
Führungen
Geführte Rundgänge durch die Galerien Karten beim Guide Kosten: 10 Euro pro Person Dauer: ca. 2 Stunden Anmeldung erforderlich unter info@muenchner-galerien.de & Tel. 089 – 288 08 509
RUNDGANG 1 Maximilianstraße I Beginn: 11 Uhr I mit Tatjana Vall Start: Galerie Rieder, Maximilianstraße 22
Galerie Rieder Max Goelitz Galerie Andreas Binder Artoxin Galerie
RUNDGANG 2 Kunstareal I Beginn: 12:45 Uhr I mit Catrin Morschek Start: Galerie an der Pinakothek der Moderne – Barbara Ruetz, Gabelsbergerstraße 7
Galerie an der Pinakothek der Moderne – Barbara Ruetz Galerie Wittenbrink Galerie Thomas Quittenbaum Gallery Boutwell Schabrowsky Gallery
RUNDGANG 3 Kunstareal I Beginn: 15 Uhr I mit Rüdiger Heise Start: Galerie Biedermann, Barer Straße 44 / Rgb.
Galerie Biedermann Walter Storms Galerie Galerie Fenna Wehlau Galerie Klaus Lea
RUNDGANG 4 Um den Odeonsplatz I Beginn: 16 Uhr Start: Knust Kunz Gallery Edition, Ludwigstraße 7
Wir wünschen Ihnen/Euch eine ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Tage und alles Gute für das kommende Jahr!
Die laufende Ausstellung ‚Depot oder Deponie‘ von Christoph und Sebastian Mügge ist vom 22. Dezember 2021 bis zum 7. Januar 2022 geschlossen. Ab Dienstag, den 11. Januar 2022, können Sie uns zu den gewohnten Öffnungszeiten – Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr – wieder besuchen.
Wir freuen uns auf Sie/Euch in 2022!
Abbildung: Filmstill, Maria Berauer, Triade, 5:49, Video Triptychon, 2017. Das Video ist ein Beitrag auf www.kunst-netz-werk.online und dort noch bis zum 31.12.2021 zu sehen!
‚Depot oder Deponie‘ Warum soll man sich für Künstler*innen-Nachlässe engagieren? Zoom-Webinar
Referent*innen: Karolina Sarbia, Berufsverband Bildender Künstler*innen München und Oberbayern e.V. Dr. Caroline Sternberg, Vorstand Bayerische Künstlernachlässe e.V. Dr. Annette Philp und Dr. Cornelia Oßwald-Hoffmann, Kristine Oßwald Nachlass Dr. Andreas Strobl, Vorstand der Stiftung Kurt Benning Christiane von Nordenskjöld, Kustodin der Magda Bittner-Simmet Stiftung
Videogrußbotschaft von Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Videogrußbotschaft von Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München
Anlässlich der Ausstellung ‚Depot oder Deponie – Doppelpass V‘ der Brüder Christoph und Sebastian Mügge (12.11.2021 bis 18.2.2022) veranstaltet der DG Kunstraum am 15.2.2022 ab 19 Uhr eine Online-Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen zweier Nachlasseinrichtungenund Vertretern von Stiftungen zum Thema ‚Depot oder Deponie – über Künstler*innen-Nachlässe‘.
Künstlerisches Erbe ist kulturelle Vielfalt, die bewahrt werden muss. Es gibt zwar inzwischen verschiedene Nachlasseinrichtungen und ‑initiativen in München und Bayern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit Enthusiasmus und Tatkraft das kulturelle Erbe der bildenden Künste zu sichern. Dennoch sind die Herausforderungen immer noch enorm, und es bedürfte eines viel größeren Engagements, da die staatlichen Institutionen, wie Museen und Archive, bei der Übernahme und Aufarbeitung von Nachlässen von Künstler*innen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Es gibt aber eine Vielzahl arrivierter Künstler*innen im Raum München und in Bayern, die das städtische und überregionale Kulturleben ihrer Zeit entscheidend mitgeprägt haben, deren Werke aber aus vielfältigen Gründen den Weg ins Museum nicht finden, obwohl sie erhaltenswert sind.
Spezielle Nachlassmaßnahmen und zivilbürgerliches Engagement sind also vermehrt notwendig, um die Kulturgüter vor ihrer Vernichtung zu retten. Was sich in diesem Bereich in Bayern, einem Bundesland ohne öffentliches Nachlassarchiv für Kunst, in den letzten Jahren getan hat, welche Schritte bereits unternommen wurden und welche Maßnahmen notwendig sind, wird in der Veranstaltung diskutiert. Drei der Referent*innen stellen konkret vor, wie sich ihr Nachlass gebildet hat, und wie dieser von den Kunstschaffenden vorbereitet wurde.
Ziel der Veranstaltung ist es, die bundesweiten Initiativen vorzustellen und diese mit der Situation der Künstler*innenvor- und ‑nachlässe in München und Bayern zu vergleichen. Darüber hinaus sollen Kunstschaffende informiert werden, welche Schritte schon zu Lebzeiten sinnvoll sind. Was ist bei der Gründung einer Stiftung zu beachten? Was sind die Voraussetzungen, um eine Stiftung zu gründen? Teilnehmende sollen für die Frage sensibilisiert werden, warum es sich lohnt, sich für Künstler*innen-Nachlässe zu engagieren, und welche langfristigen Perspektiven und Visionen formuliert werden sollten.
Seit 2014 befindet sich die Videoinstallation ‚Gegenwart …!‘ des Künstlers Stefan Hunstein im Besitz der Münchner Paulskirche. Die Arbeit entstand 2008 für eine Ausstellung im Diözesanmuseum Freising. Eine Reihe von Videoportraits mit vom Leben gezeichneten Männergesichtern verharrt in geheimnisvoller Reglosigkeit.
Seit 2016 zeigt der Künstler im Wechsel im rechten Seitenschiff die Installation ‚Zukunft‘, bei der Kinder am Übergang zum Erwachsenwerden in stiller Betrachtung auf eine Lichtquelle konzentriert sind.
Am 13. Oktober 2021 wurde nun der von Anfang an geplante dritte Teil ‚Von Ewigkeit zu Ewigkeit‘ eröffnet: Unterschiedliche Frauenbilder verschiedenen Alters und jeglicher Herkunft gehen in einem endlosen Zyklus auseinander hervor. Und wenn Gott doch eine Frau wäre? Das ist nur eine von vielen spannenden Fragen, zu denen dieses neue Werk einlädt.