Eröffnung Donnerstag, 9. Oktober 2025, 18 bis 21 Uhr Ausstellung 10. Oktober bis 18. Dezember 2025
Künstler*innen Olaf Otto Becker Herman de Vries Markus Heinsdorff Caro Jost Jonas Maria Ried Panty Paradise (Veronica Burnuthian und Aelita Le Quément) Carola Vogt und Peter Boerboom Maxine Weiss Stefanie Zoche
Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig. Die Beziehung des Menschen zur Natur ist eine zentrale Ursache für den tiefgreifenden Wandel der Erde. Der Kunstverein präsentiert in der Ausstellung ‚Together Forever – macht euch die Erde untertan?‘ Werke aus den Bereichen der Fotografie, Malerei und Installation, die diese komplexen Entwicklungen reflektieren und neue Denkanstöße ermöglichen.
Die Bibelstelle „macht euch die Erde untertan“ Genesis 1,28 wurde vom amerikanischen Wissenschaftshistoriker Lynn White 1967 als Wurzel, der ökologischen Krise, benannt. Was bedeutet verantwortliches Handeln und ist der Mensch nicht ohnehin Teil der Natur? Wir sind von der Natur abhängig, um unser Wohlbefinden, unsere Lebensgrundlagen und unsere kulturelle Identität zu erhalten. Tierwerden, Pflanzewerden, Indigenwerden bilden Formen einer ästhetischen Praxis, die Selbsterfahrung im Zusammenwirken mit den vielen anderen ergründen. Die Kunst macht schon lange grenzüberschreitende Tier-Pflanze-Mensch-Wesen möglich und agiert in symbiotischen Zusammenhängen von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie. Kunst bietet Raum für neue Perspektiven, doch als Spiegel der Gegenwart ist sie zugleich der Ort, an dem Kritik an gesellschaftlichen Irrwegen aufscheint. Die Ausstellung gibt verschiedenen künstlerischen Positionen Raum.
Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr ‚Macht euch die Erde untertan. Die Kunst des Miteinanders von Mensch und Natur‘ Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing spricht in der Evangelischen Stadtakademie München Herzog-Wilhelm-Straße 24, 80331 München
Dienstag, 11. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Dr. Sofie Valk, Leiterin der Lise Meitner Forschungsgruppe, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Montag, 17. November 2025, 19 Uhr Kunst und Wissenschaft im Dialog Prof. Dr. Andreas Burkert, Astrophysiker. Inhaber des Lehrstuhls für theoretische und numerische Astrophysik an der LMU
Mittwoch, 19. November 2025, 14 bis 17 Uhr ‚together forever. Zusammen-Spiel‘ Alter: ab 8 Jahren in Kooperation mit Filomele Anmeldung erforderlich
Donnerstag, 20. November 2025, 19 Uhr Together Forever? im Gespräch mit den Künstler*innen
Donnerstag, 18. Dezember 2025, 19 Uhr Finissage mit Performance Panty Paradise
Eröffnung Samstag, 13. Juli 2024, 20 Uhr Beim KloHäuschen, Thalkirchner Str. 81, München
Künstler*innen: Michael von Brentano Judith Egger Katharina Gaenssler Susanne Hanus Lioba Leibl Werner Mally Sabine Straub
Kuratorin: Benita Meißner
Dazwischensein wollen wir als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen. Die Künstler*innen im Vorstand des Kunstvereins haben einen Moment des Dazwischenseins auf den Kacheln festgehalten.
Von Brentano präsentiert eine in Epoxydharz festgehaltene Komposition angefressener Lorbeerblätter. Es ist ein Spiel zwischen Körper und Nichtkörper, Zufall und Spuren des Lebens. Judith Egger spielt mit Unkontrolliertem organischen Wachstum: Auf ihrer Kachel trohnt eine Collage aus organisch-anmutenden Elementen. Aus zwei fingerförmigen Ausstülpungen ergießen sich Flüssigkeiten. Katharina Gaenssler zeigt eine authentische Momentaufnahme. Die Arbeitsebenen des Computers entsprechen den vielen unterschiedlichen Projekten und Aufgaben eines Tages. Susanne Hanus verknüpft das in die Kachel geritzte Bild einer Figur mit ihren typischen Verstrickungen aus roten und grünen Wollfäden. Die Figur befindet sich in einem Spiel aus haltenden Verbindungen und einem Balanceakt. Lioba Leibl schafft einen komplexen zerklüfteten Raum, der sich aus aktuellen Themen der Zeit aufbaut und sich der Idee des Mengerschwamms, einer Figur der fraktalen Geometrie, annähert. Werner Mally hält mittels tschechisch-deutschen Tagebuchnotizen seine künstlerischen Aktivitäten in einem 10-tägigen Zeitraum fest. Sabine Straub rückt der Kachel zu Leibe und verändert ihre Oberfläche, verlängert die 2D Fläche in die Tiefe durch Rillen und füllt diese mit Gips wieder auf.
Zu den Künstler*innen Michael von Brentano (*1960 in Augsburg) lebt und arbeitet in Seeshaupt. Nach seiner Ausbildung zum Schreiner absolvierte er 1984 bis 1990 das Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Hans Ladner. Zwischen 1997 und 2018 war von Brentano Fachlehrer für Bildhauerei an Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch–Partenkirchen. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Installation, Skulptur und Interventionen im öffentlichen Raum. Immer wieder geht es in seinen Arbeiten auch um die Rezeption von Natur. Von Brentano fügt Polaritäten des Lebens zusammen: Das Innen des Organs, des Sinns, des Glücks, als künstlich gestaltetes Gebilde mit dem Außen der Welt, der Natur, dem Gewachsenen. Er konserviert Vergangenes und stellt es in neuem Zusammenhang in die Gegenwart. https://www.michaelvonbrentano.com
Judith Egger (*1973) lebt und arbeitet in München. Egger absolvierte eine Ausbildung zur Holzschnitzerin in Oberammergau und studierte Kommunikationsdesign an der FH Augsburg sowie am Royal College of Art in London. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann. https://www.judithegger.de
Katharina Gaenssler (*1974 in München) lebt und arbeitet in München. Nach einer Ausbildung zur Silberschmiedin studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ihre Arbeiten werden international gezeigt. Gaenssler erhielt den Bayerischen Kunstförderpreis für Bildende Kunst, das USA-Reisestipendium des Bayerischen Staatsministeriums und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn. Von 2013 bis 2015 lehrte sie im Rahmen einer Gastprofessur an der HFBK Hamburg. http://www.katharinagaenssler.de
Susanne Hanus (*1975 Berlin) lebt und arbeitet in Penzberg. Von 1996 bis 2002 studierte sie Malerei, Grafik und Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, der Hochschule der Künste Berlin und der Glasgow School of Art in Schottland. Nach dem Diplom war sie von 2002 bis 2004 Meisterschülerin von Prof. Martin Honert an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 2008 erhielt sie den Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis München und 2009 die Debütant*innenförderung des BBK München. Hanus arbeitet konzeptuell, aber auch mit den Medien Holzschnitt, Zeichnung und Installation. https://www.susannehanus.de
Lioba Leibl (*1960 Straubing) lebt und arbeitet in Hebertshausen, München. Von 1981 bis 1987 studierte sie Bildhauerei bei Prof. Hubertus von Pilgrim und Prof. Sir Eduardo Paolozzi an der Akademie der Bildenden Künste München sowie Ethnologie von 1984 bis 1989 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1989 erhielt sie ihr Diplom an der Akademie der bildenden Künste München. http://www.liobaleibl.de
Werner Mally (*1955 in Karlovy Vary, CZ) lebt und arbeitet in München. Von 1975 bis 1980 studierte er visuellen Kommunikation an der FHS München. Von 1980 bis 1984 studierte er Bildhauerei an den Akademie der bildenden Künste München sowie von 1984 bis 1985 an den Akademie der bildenden Künste Wien. 1987 erhielt er sein Diplom an der Akademie der bildenden Künste München. http://www.wernermally.de
Sabine Straub (*1963 in Köln) lebt und arbeitet in München. Von 1984 bis 1988 studierte sie an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien.1987 studierte sie an der School of Art, Architecture and Design (vormals St. John Cass) in London. Von 1988 bis 1991 studierte sie an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Mit einem Auge die spontane Skizze, mit dem anderen den räumlichen Kontext im Blick, so entwickelt sie meist großformatigen Skulpturen. Die Transformation von der Idee zum gültigen Werk ist fließend. Das Wachsen der Objekte erscheint wie eine Metamorphose über viele, manchmal völlig überraschende Stadien. Der architektonische Kontext entscheidet immer wieder neu über Material, Dimension und Form. http://sabinestraub.com
Die Ausstellung ‚Himmelsstürmer‘ zeigt zwei raumgreifende Installation der beiden Konzeptkünstler*innen Frenzy Höhne und Peter Kees, die das Höher, Schneller, Weiter unserer Zeit auf sehr ungewöhnliche wie auch feinsinnige Art reflektieren.
Dabei versteht Frenzy Höhne es sehr treffend und humorvoll aus Dingen des Alltags signifikante Bilder unserer zeitgenössischen Gesellschaft zu entwickeln. Die eigens für die Ausstellung entstandene, raumgreifende Installation ‚Bessermenschen-Babbel‘ versammelt unzählige kleine, kitschig anmutende Porzellanfiguren, die anhand ihrer Kleidung und ihrem Gestus an eine vergangene Zeit erinnern. Die Künstlerin lässt den Biedermeier unter einer poppigen Farbschicht verschwinden und versieht die Skulpturen mit weißen Taschen, die – mit Werbeslogans aus 2024 beschriftet – die Werte und Kultur unserer Gegenwart thematisieren. Jede Figur oder Figurengruppe erhält dabei mindestens zwei Botschaften, die von der Künstlerin mit Bedacht ausgewählt und kombiniert werden so trifft zum Beispiel ein „alles was dein Herz begehrt“ auf „wann hebst du ab vor Glück“. Auf einem himmelwärts strebenden schwarzen Regalturm schrauben sich ihre bunten ‚Bessermenschen‘ in die Höhe des Ausstellungsraums, den Botschaften und Verlockungen unendlicher Erneuerung und Selbstoptimierung der Werbung folgend, die grenzenlos neue Bedürfnisse erschafft. Neben der Anmutung von Warenregalen, lässt die Installation auch an den Turmbau zu Babel denken, der als mythologisches Bild der Selbstüberhöhung des Menschen gilt und dessen Fertigstellung mit der Verwirrung der einst gemeinsamen Sprache vereitelt wurde. In welche Höhen peitscht diese Sprache uns heute?
„Die Künste haben die Aufgabe, gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren“, sagt Peter Kees, dessen Arbeiten immer wieder frische Denkanstöße liefern. Im DG Kunstraum zeigt er eine monumentale Skulptur: die Hülle einer Cessna 340 A, ein sechssitziges kleines Flugzeug aus den 1970er Jahren. 2023 wurde es erstmals anlässlich des von ihm initiierten und kuratierten Arkadien-Festivals im Ebersberger Forst gezeigt. Es trägt die Aufschrift „LIBERTÉ“ – eine Einladung zum Einsteigen und Losfliegen? Das Flugzeug ruht im Raum, gleich einer Hülle einer Insektenlarve und erzählt von einer bewegten Zeit, die einmal war. Die Lüfte, das All, ein Raum der Freiheit? Das war er vielleicht einmal, bevor mehr als 13.000 Satelliten die Erde umkreisten. Ab 2026 kann man mit Virgin Galactic für 250.000 bis 500.000 Dollar wöchentlich ins All durchstarten, oder man leistet sich einen Flug mit einer der privaten Raketen von SpaceX. Während das im Wald liegende Flugzeug unmittelbare Absturzfantasien erzeugen kann, konterkariert es im Ausstellungsraum die Idee von Freiheit an sich, denn ohne Flügel und ohne Motor vermittelt das Objekt vielmehr ein Bild der Ausweglosigkeit – eingepfercht im Raum, wie ein Singvogel im Käfig. Wie verlor das Flugzeug die Flügel? Das Bild des Ikarus schwingt mit; der Übermütige flog zu hoch in die Sonne und stürzte ab. Der Glaube an ewiges Wachstum darf gerne mit einem Fragezeichen versehen werden.
Frenzy Höhne (*1975 Dresden) studierte Philosophie und Pädagogik an der Leibniz Universität Hannover, Freie Kunst mit Diplom an der Hochschule für bildende Künste – HfbK Hamburg und war Meisterschülerin an der der Hochschule für Grafik und Buchkunst – HGB Leipzig, wo sie aktuell lebt und arbeitet. Scharfsinnig bedient sich die Konzeptkünstlerin aus einer Vielzahl von medialen Techniken; entwickelt Objekte, raumbezogene Skulpturen und Soundinstallationen, Fotografien, Grafiken und Zeichnungen, die die Werte und Bedürfnisse unseres gemeinschaftlichen Lebens auf vielschichtige Weise thematisieren und das Publikum auch im Rahmen performativer Interventionen und Aktionen im öffentlichen Raum unmittelbar integrieren. Ihre Arbeit wurde zuletzt vom LVR-Landesmuseum Bonn mit dem Leo Breuer Preis 2024 ausgezeichnet und in einer umfangreichen Einzelausstellung in der gkg – Gesellschaft für Kunst und Gestaltung in Bonn präsentiert. www.frenzy-hoehne.de
Peter Kees (*1965 in Bayreuth) befasst sich als Künstler mit Sehnsüchten, Idealen und Visionen. Seit der Biennale von Havanna 2006 hat er mehrfach einzelne Quadratmeter in europäischen Ländern annektiert und zu arkadischem Staatsgebiet erklärt. Als Arkadischer Botschafter vergibt er Visa und gewährt Asyl. Zu sehen waren seine Arbeiten u.a. auf der Mediations Biennale in Posen, im Museum of Contemporary Art Skopje, in La Capella Barcelona, im PAN Palazzo delle Arti Napoli, in der Neue Nationalgalerie Berlin, im Berliner Martin-Gropius-Bau, am Kunsthaus Bregenz, an der Kunsthalle Rostock oder beim Kunstfest Weimar. www.peterkees.de
Programm Eröffnung Donnerstag, 30. Januar 2025, 18 bis 21 Uhr 19 Uhr Begrüßung und Einführung Lioba Leibl, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Tanzworkshop mit Serdar Yolcu Mittwoch, 20. November 2024, 16 bis 17.30 Uhr Cana Bilir-Meier im Gespräch mit Serdar Yolcu, 18 Uhr
Künstleringespräch Cana Bilir-Meier im Gespräch mit Simon Biallowons Dienstag, 26. November 2024, 19 Uhr
Abendöffnung Donnerstag, 12. Dezember 2024, bis 20 Uhr
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
Cana Bilir-Meier stellt das vermeintlich Normale in Frage und schafft mit ihrer Arbeit einen frischen Blick auf festgefahrene Gewohnheiten. So ist ihre erste künstlerische Handlung im DG Kunstraum den Möglichkeitsraum und den Diskursraum zu tauschen. Mittels eines Stempels kreiert sie eine großformatige Wandarbeit, die auf dem Symbol der Gemeinschaftsstruktur alevitischer Familien basiert, aber weit darüber hinaus erfahrbar macht, wie wir als Individuen über Familien, Freund*innen mit so vielen Menschen in Beziehung sind. In ihrer Bespielung des Möglichkeitsraumes erinnert sie das türkische Theaterstück ‚Düşler Ülkesi‘ (Land der Träume), welches am Theater der Jugend in München 1982 uraufgeführt wurde. Im Stück werden Alltagserfahrungen, Hoffnungen und Wünsche von migrantisierten Menschen in Deutschland betrachtet. Die Mutter der Künstlerin, Zühal Bilir-Meier, gründete in den 1980er Jahren gemeinsam mit Erman Okay, dem Autor des Theaterstückes, das Türkische Theater München. Die Aufführungen von ‚Düşler Ülkesi‘ fanden großen Anklang und das Stück wurde weit über die Grenzen Münchens gezeigt und besprochen.
Die Arbeit Cana Bilir-Meiers mit Bild- und Archivmaterialien aus familiärem Bestand ist ein Erinnern-Wollen, das zugleich den Weg, die Arbeit an der Erinnerung und den Umgang mit ihr offenlegt. Wie können wir unsere eigenen Geschichten erzählen und weiterschreiben durch Gedichte, Körperbewegungen, Rituale, Tanz und Musik? Lässt sich Erinnerung im Körper speichern und wie können wir diese an die nächsten Generationen weitergeben? Wie auch im Biennale Beitrag ‚Monument eines unbekannten Menschen‘ von Ersan Mondtag geht es um die Offenlegung der Wunden in der Vergangenheit ihrer Familien und die Frage, wie sich Versöhnung erreichen lässt. Auch Bilir-Meier involviert andere Menschen, mit ähnlichen Familiengeschichten, um die Installation zu aktivieren. Im Filmprogramm wird auf Anregung der Künstlerin ‚The Life of Yaya Jabbi’ gezeigt, ein Film der in Form von animierten Zeichnungen das Leben eines jungen Schwarzen Mannes erzählt, der durch Polizeigewalt in Hamburg umgekommen ist.
Auf Einladung der Künstlerin werden zur Eröffnung Münchner Akteuer*innen Sasha Agranov, İlayda Akbaba, Nihan Devecioğlu, Sezgin İnceel und Serdar Yolcu in unterschiedlichen Performances mittels Spoken Word, Tanz, Musik und Sound ihre Perspektiven auf das Erinnern, Resilienz und das Nicht-Vergessen-Lassens mit dem Publikum teilen.
Cana Bilir-Meier (*1986 in München) lebt und arbeitet in München und Wien. Sie studierte Kunst und Digitale Medien sowie Film und Kunstpädagogik an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin sowie in Kunst- und Kulturvermittlungsprojekten. Ihre filmischen, performativen und textbasierten Arbeiten bewegen sich an den Schnittstellen zwischen Archivarbeit, Textproduktion, historischer Forschung, zeitgenössischer Medienreflexivität und Archäologie. Sie ist Mitbegründerin der Initiative zum Gedenken an Semra Ertan und Co-Herausgeberin des Gedichtbandes „Mein Name ist Ausländer – Benim Adım Yabancı“. 2021 war sie Vertretungsprofessorin für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München.
Gesprächspartner: Simon Biallowons (*1984) ist studierter Philosoph, Journalist und Buchautor. Als Reporter war er weltweit tätig, seine Bücher beschäftigen sich in erster Linie mit philosophischen und religiös-spirituellen Themen. Er arbeitete als Korrespondent in Rom, lebte im Nahen Osten und berichtete als Reporter für verschiedene Medien aus vielen Ländern. Biallowons ist Verfasser mehrerer Bestseller und derzeit Geschäftsführer und Cheflektor des Herder Verlages.
Talya Feldman (*1990, Denver, Colorado) ist eine zeitbasierte Medienkünstlerin aus Denver, Colorado. Sie erwarb einen BFA an der School of the Art Institute of Chicago und ist derzeit Doktorandin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Sie hat in Chicago, New York, Hamburg, Halle (Saale), Frankfurt und Berlin ausgestellt. Feldman wurde 2021 mit dem DAGESH-Kunstpreis für ihre Klanginstallation ‚The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts‘ im Jüdischen Museum in Berlin ausgezeichnet und hat für ihre Projekte gegen rechten Terror in Zusammenarbeit mit aktivistischen und forschungsbasierten Netzwerken weltweite Anerkennung erhalten.
Yulia Lokshina (*1986 in Moskau, Russland) studierte Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Film- und Videoarbeiten beschäftigen sich mit der Interferenz sozialer Umgebungen und ihrer Protagonist*innen. Ihr Abschlussfilm – gleichsam künstlerisches wie politisches Projekt – ‚Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit‘ befasst sich mit Leiharbeit und Arbeitsmigration aus dem europäischen Osten in Deutschland, Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und des Klassenbewusstseins und wurde mit dem Max Ophüls Preis für den besten Dokumentarfilm 2020 ausgezeichnet. Ihre Arbeit fragt kritisch: Wie sprechen wir über Dinge, die uns angehen? Wer trägt für was Verantwortung? Was wird zu einem Thema? Sie arbeitet im Grenzbereich von Film und Wissenschaft am Forum Internationale Wissenschaft Bonn, sowie in offenen Formationen mit befreundeten Künstler*innen.
Initiative in Remembrance of Yaya Jabbi: Die Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi setzt sich für eine lückenlose Aufklärung der Umstände seines Todes ein und fordert aktives Erinnern, öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung des Todes von Yaya Jabbi ein und setzt sich zusammen aus Freund*innen und Familie von Yaya Jabbi und Aktivist*innen aus verschiedenen antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen.
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.
Mareike Bernien & Alex Gerbaulet Minhye Chu kuratiert von Fabian Hesse & Mitra Wakil (Filmprogramm)
Ausstellung von 11. Oktober bis 7. November 2024
Programm Eröffnung Donnerstag, 10. Oktober 2024, 18 bis 21 Uhr Einführung 19.30 Uhr
Künstleringespräch Judith Egger im Gespräch mit Roland Wenninger Donnerstag, 17. Oktober 2024, 19 Uhr
Finissage mit Musik Magdalena Geiger und Lukas Schrüfer im Duo mit Hackbrett und Klarinette Donnerstag, 7. November 2024, 19 Uhr
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
In Dazwischensein 8 lädt Judith Egger dazu ein, den Möglichkeitsraum ganz neu zu erfahren. Über die Installation ‚Hemdchen‘ von Bettina Khano findet man Zugang zu einem niedrigen Gang, der in eine künstliche Höhle mit kleinen Nischen führt, die Wände sind im Halbdunkel nur schwer zu sehen. Es riecht nach Erde und getrockneten Blättern. Die Künstlerin hat die Nischen mit verschiedenen Videoarbeiten bestückt. Wir entdecken mit Licht gezeichnete Wesen, die an Höhlenmalerei erinnern und uns vom Jagen und Sammeln berichten. Zu sehen ist aber auch der Prozess des Grabens eines echten Erdlochs. Die physische Anstrengung wird ablesbar, man sieht wie viel Material abgetragen werden muss, damit man sich mit dem ganzen Körper in dieses Loch begeben kann. Es ist ein prozessuales Vorgehen. In einem dritten Video wird ein brennender Ast zum Kronleuchter der Höhle installiert über einer Art Altar aus frischem Ton, der bei genauerem Betrachten die Form eines Muttermunds hat.
Für die Entwicklung von Kunst oder Organismen ist Energie nötig, dies bringt uns zum zentralen Thema der Installation. Egger bezieht sich auf die Entdeckung des Feuers, die es dem Menschen ermöglichte, bedeutende evolutionäre Entwicklungsschritte zu vollziehen. Energie in Form von Wärme ist für viele Wachstums- und Wandlungsprozesse zentral und daher ein sehr passendes Element im Prozess des ‚Dazwischensein‘. Die Höhle kann als größerer Beutel, Schutzraum, ja menschliches Organ gelesen werden, auf jeden Fall wird in dieser Erdstätte gesammelt, verdaut und gebrütet. Ein Gefäß ob Beutel, Höhle oder auch der menschliche Magen, ermöglicht uns Nahrung aufzunehmen, zu sammeln oder wichtige Gegenstände aufzubewahren – dies ist eine große Errungenschaft am Anfang des Menschwerdens. In diesem Beutel nährt die Kunst. Damit knüpft die Künstlerin an die These von Ursula K. Le Guin in ‚Am Anfang war der Beutel‘ an, dass der Speer – also die Waffe – nicht die erste Technologie des Menschen war. Diese Perspektive hebt das Kooperative, das Sammeln und das Pflegen über das Heroische und Gewalttätige. Für Le Guin ist der Beutel ein Symbol für Geschichten, die nicht auf Macht und Eroberung basieren, sondern auf zyklischen Prozessen, Fürsorge und Verbindung.
Eine weitere wichtige Überlegung, die in die Arbeit einfließt, ist die ‚cooking hypothesis‘ des Anthropologen und Harvard Forschers Richard Wrangham. In seinem Buch ‚Feuer fangen‘ versucht er nachzuweisen, dass die Aufnahme von gekochter Nahrung, dazu führte, dass sich die körperliche Gestalt unserer Vorfahren veränderte, das Gebiss und der Verdauungstrakt schrumpften und das Gehirn zu wachsen begann. Dies bedeutet, dass der Homo sapiens nur existiert, weil er das Feuer beherrschte und das Kochen entwickelte. Seitdem besteht eine Abhängigkeit von energieerzeugenden Substanzen. „Wir sind an die für uns adäquate Nahrung in gekochter Form gebunden, und die Folgen dieses Faktums durchdringen unser ganzes Dasein, vom Körper bis zum Denken. Wir Menschen sind (…) Geschöpfe des Feuers.“ R. Wrangham
Eggers Installation zeigt die Entstehung des Neuen aus der Kombination der dunklen Höhle und Wärme, die uns mit unseren Ursprüngen verbindet. Die Höhle ist weniger als Grube zu sehen, sondern als Keimzelle oder Transformationsraum, wobei natürlich im zyklischen Denken der Tod und der Verfall immer mitgedacht wird und ebenfalls die Basis bildet für das Neue.
Wir befinden uns in einer Zeit, in der Menschen sowie andere Lebewesen darauf angewiesen sind, sich in kollaborativen Netzwerken zusammenfinden, um den Herausforderungen des Anthropozäns zu begegnen. Judith Egger plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit und Verantwortung. Damit möchte sie auch an unsere Wurzeln als Lebewesen erinnern – durch die zunehmende Digitalisierung, das Internet und alle dazugehörenden Medien leben die meisten Menschen parallel oder abwechselnd in zwei Welten – der digitalen, körperlosen und der analogen, materiellen Welt. In zunehmendem Maß verschiebt sich das Leben in den digitalen Raum, in dem unsere Körperlichkeit keine Rolle mehr spielt. So groß und aufregend die Vorteile dieser ‚Entkörperlichung‘ sein mögen, sind wir doch immer noch körperlich mit der einen Erde verbunden. Körper, die sich in ihrer Grundausstattung nicht stark von denen der ersten Menschen unterscheiden. Wir sind immer noch auf die Erdkrume, die Nahrung und die Witterung angewiesen und leben in Koexistenz mit allen anderen Organismen. Wir sind zutiefst mit dieser Basis verbunden. Nur im Bewusstsein darüber können wir neue Wege beschreiten, denn zum Menschsein gehört das vollständige Bewohnen unserer Körper.
Judith Egger (*1973 in Gräfelfing) lebt und arbeitet in München. Sie schloss ihre Studien 2001 mit einem Masters am Royal College of Art in London ab und erhielt seitdem zahlreiche Stipendien und Förderpreise, darunter ein einjähriges DAAD-Stipendium für London, ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, sowie 2015 den erstmals verliehenen interdisziplinären Kunstpreis ‚zwei:eins‘, bei dem sie das Projekt ‚Ursprung/Origins – eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und die Entstehung ersten Lebens auf der Erde‘ realisieren konnte. 2018 wurde sie eingeladen, die Ergebnisse dieser Erfahrung beim TEDxTUM Salon ‚Tiny Superpowers‘ im Deutschen Museum zu präsentieren. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann.
Filmprogramm Mareike Bernien & Alex Gerbaulet Sonne Unter Tage, 2022
Mareike Bernien & Alex Gerbaulet leben und arbeiten als Künstler*innen und Filmemacher*innen in Berlin. Ihren Arbeitsweisen ist gemeinsam, dass sie häufig von Objekten oder Orten ausgehen und sich für die darin lagernden gesellschaftspolitischen Formationen und Konflikte interessieren. Das kann zu einer bio-fiktionalen Auseinandersetzung mit der Geschichte einer deutschen Industriestadt führen wie im Cine-Poem ‚Schicht‘ (2015) von Alex Gerbaulet oder zu einer medienarchäologischen Untersuchung des Farbfilmmaterials der Agfa im Nationalsozialismus wie in ‚Rainbow’s Gravity‘ (2014) von Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger. Seit 2015 sind verschiedene gemeinsame Projekte entstanden, wie der Kurzfilm ‚Tiefenschärfe‘ (2017), oder das Film- und Webprojekt ‚Spots‘ (2017). Der gemeinsame Film ‚Sonne Unter Tage‘ (2022) wurde von ihnen im Rahmen des Berliner Förderprogramms Künstlerische Forschung /gkfd realisiert. Gerbaulet und Bernien sind beide Teil der Produktionsplattform pong film in Berlin.
Minhye Chu lebt und arbeitet als Medienkünstlerin in Leipzig. Ihre Arbeiten umfassen Videos, Installationen und Skulpturen. In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit experimentellen Verfahren des 3D-Druck beschäftigt (Serie ‚Cocoons‘ 2023). Sie untersucht das Zusammenspiel von menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen in konstruktiven Prozessen. Das Nicht-Menschliche meint hier nicht nur Roboter, Maschinen und Werkzeuge, sondern auch die Materialien und Rohstoffe selbst, die oft ein Eigenleben haben und eigenen Gesetzen folgen (,Starchitectures‘ 2022). Ein wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis von körperlicher Arbeit und Architektur, wie etwa bei der Demontage eines Riesenrads im Film ‚Fair Grounds‘ 2019. Wiederholungen, Routinen und Prozesse sind der Fokus von Minhye Chus Arbeiten und bestimmen gleichzeitig auch die jeweilige Form.
Fabian Hesse & Mitra Wakil (*1980 in Augsburg und *1975 Kabul) sind ein Kunst-Duo, die sich mit den Tech-Knowledgies der digitalen Fabrikation beschäftigen, sie leben und arbeiten in München, Berlin, Leipzig. In ihrer künstlerischen Praxis nutzen sie 3D-Druck, (post-)digitale Modellierverfahren sowie die Lücken und Leerstellen neuer Technologien, um deren Potenzial für alternative Realitäten zu erforschen. Sie verwenden Modi der Verfremdung als spekulative Formen des Weltenbauens in Skulptur, Installation und performativen Szenarien. In kollektiven Situationen und Plattformen auch an der Schnittstelle zur Mediation, schaffen Wakil und Hesse Ausgangspunkte für eigenwillige und selbstbestimmte Veränderungen, um emanzipatorischen Perspektiven und Nutzungen digitaler Fabrikationstechnologien Raum zu geben. Hesse & Wakils Werke waren u.a. in der Pinakothek der Moderne, dem Haus der Kunst München, dem Kunstmuseum Bonn, Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstverein Wolfsburg, Halle für Kunst Lüneburg, dem Lenbachhaus München, Kunstverein Göttingen, Haus der Kulturen der Welt in Berlin, Goethe-Institut Bangalore, 54th Venice Biennale, Architecture Biennale Rotterdam, nGbK Berlin, zu sehen. Im Rahmen ihrer Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) im Bereich Medienkunst bauen Hesse & Wakil einen Lehr- und Forschungsbereich für digitale Fabrikation auf.
Das Filmprogramm wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung.
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.
Ausstellung von 6. September bis 2. Oktober 2024 Eröffnung Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
Sandra Boeschenstein kombiniert für ‚Dazwischensein 7‘ Zeichnungen auf Papier und Zeichnungen in situ: Linien auf Wand und Boden begegnen Papierarbeiten und realen Objekten. Jede der feinen Linien in ihren Zeichnungen ist ein Ereignis, im Kopf und im Raum. Die vielgestaltigen Phänomene und deren Wahrnehmung kreieren ein mehrschichtiges Seherlebnis, wobei der Akt des Betrachtens selbst im Zentrum steht. Was präsentiert sich den Augen und wie entsteht daraus Bedeutung?
Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Übergängen von Wahrnehmen und Denken, den Fenstern unserer Erwartung. Sie begibt sich in ihrem Werk auf die Suche nach Grenzbereichen zwischen Fassbarem und Unfassbarem, zwischen Bild und Sprache, zwischen epistemischen und poetischen Qualitäten. So gibt es beispielsweise reale Löcher in gegenständlichen Wandzeichnungen, welche in paradoxer Weise den Blick auf die Zeichnung mit einem Durchblick durch die Wand verbinden, oder es gibt Wörter, welche im Vorübergehen ihre Bedeutung verändern. Es ist ein lustvolles, spielerisches Angebot, das uns an die Grenzen unserer Wahrnehmung führt.
Gezeigt werden u.a. Zeichnungen aus dem Zyklus ‚Institute‘ die Sandra Boeschenstein seit 2023 entwickelt. Es sind Institute, die es noch nicht gibt, aber geben könnte oder sollte und die nun mittels Zeichnung in minimaler Weise real werden. Diese hybriden Zeichnungen aus Körperabdruck und Linien laden zudem die Schrift zur Namensgebung ein: so gibt es beispielsweise ein ‚Institut für Minimalanimismus ‘, genauso wie ein ‚Institut zur Gürtellinie‘.
Hier trifft linear entworfene Architektur auf die Spur einer Berührung des menschlichen Körpers mit dem Papier. Diese körperliche Präsenz in den gezeichneten Instituten, steht für die faszinierende Qualität der natürlichen Intelligenz, welche Dank dem Zusammenspiel von Wahrnehmen und Denken zu ihrer Differenziertheit und Verantwortungsfähigkeit finden kann.
Durch den Druck des Körpergewichts und das Spiel mit dem Muskeltonus ist jedes Haar und jede Pore der eingefärbten Haut auf dem Papier sichtbar, jeder Abdruck ist dabei einzigartig. Als Orientierungspunkte sind der Nabel und die Behaarung des Venushügels sowie Teil der Vulva zu erkennen. Wie bereits in der Serie ‚Rückläufige Kausalitäten‘ (2021–2023) spielt sie mit den Ausschnitten, die sie den Betrachtenden offeriert. Der Fingerabdruck ist für Sandra Boeschenstein der „Ur-Stempel“, der auch schon in der prähistorischen Kunst auffindbar ist. In ihren Arbeiten gibt es seit langem solche Fingerabdrücke und auch Stempel mit zeichnerischen Elementen. Bei den Arbeiten, die 2015 in der Ausstellung ‚Die Gabe‘ ausgestellt waren, wurden Fingerabdrücke zu kleinen Protagonisten, die das Bild bewohnten.
Als Teil eines größeren Verbundprojektes nähert sich ‚Dazwischensein 7‘ künstlerisch an das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ an, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Im Rahmen von ‚Dazwischensein 7′ wird die Publikation ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen‘ präsentiert.
Sandra Boeschenstein (*1967 in Zürich) lebt und arbeitet in Zürich. Boeschenstein studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und wechselte nach zwei Jahren ins Kunststudium an die Hochschule der Künste Bern. Sie verbrachte viele Stipendienaufenthalte in u.a. Stuttgart, Berlin, Paris, Bukarest oder São Paulo. Ihr Werk umfasst Zeichnungen auf Papier sowie raumgreifende Zeichnungen in situ. Sie begreift das Zeichnen als ihr primäres Erkenntniswerkzeug und begeht damit die Grenzbereiche zwischen Fassbarem und Unfassbarem, zwischen Bild und Sprache, zwischen epistemischen und poetischen Qualitäten. Im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stehen die vielfältigen Übergänge zwischen Wahrnehmen und Denken. Boeschenstein arbeitet mit den Aufbau- und den Zerfallsenergien von Bedeutungen und macht den – wie sie es nennt – „Wackelkontakt zwischen Sprache und Materie“ erfahrbar. „Wann ist etwas und wie bekommt es Bedeutung? Wie berühren sich Situation, Bild und Sprache? Wie sieht eine Erkenntnis aus, die zwischen Material, Bild und Sprache winkt und nicht weiter extrahierbar ist?“ sind zentrale Fragen die ihr Schaffen prägen. Boeschensteins Werke wurden international ausgestellt, u.a. 2009 Aargauer Kunsthaus, 2009 Kunsthalle Düsseldorf, 2015 Arter Istanbul, 2016 Hamburger Kunsthalle, 2022 CEUMA São Paulo und Museum zu Allerheiligen Schaffhausen.
Gesprächspartnerin: Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati (*1966) lehrt und forscht in Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, seit 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie interessiert sich für das Verhältnis von Religion und Medien, insbesondere dem Film und der Kunst. Ihre Veröffentlichungen und Forschungsschwerpunkte behandeln unterschiedliche Aspekte von Religion als ein Phänomen, dass die heutige Kultur stark prägt.
Lion Bischof (*1988 in München) studierte Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und erhielt ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Im Regie-Kollektiv Motelfilm entstanden die Filme ‚Station: Pathologie‘, ‚Hinterwelten‘, und ‚Tara‘, der auf der Berlinale 2016 gezeigt wurde. Im Jahr 2018 wurde sein Dokumentarfilm ‚Germania‘ (Regie & Produktion) auf dem Max Ophüls Festival gezeigt und prämiert. Er lief 2019 in den Kinos. Zudem ist er als Kameramann und Videokünstler tätig und arbeitete unter anderem mit Falk Richter und Jan-Christoph Gockel an den Münchner Kammerspielen, der Schaubühne Berlin und dem Schauspiel Frankfurt sowie dem Nationaltheater in Straßburg an Theaterproduktionen.
Filmprogramm Lion Bischof Passing, 2023 42 Minuten Videoinstallation mit sieben Kurzfilmen zu Musikstücken auf drei Bildschirmen Musikstücke: Refrain (4 Minuten), Gletscher (5 Minuten), Weatherbells (5 Minuten), Gipelfkreuz (6 Minuten), Il Curius Pader (5 Minuten), Descent (7 Minuten), Tunnel (10 Minuten)
Lion Bischof hat zu musikalischen Kompositionen ‚Akustischen Grenzgänge‘ von Matthias Arter und Darija Andovska dokumentarische Kurzfilme gedreht, die zusammengenommen unter dem Titel ‚Passing‘ erscheinen und im DG Kunstraum zu sehen sein werden. Im August 2023 wurden die ‚Akustischen Grenzgänge‘ im Rahmen des Festivals ‚Alpentöne‘ in Altdorf (CH) uraufgeführt. Lion Bischof hat dazu acht dokumentarische Kurzfilme gedreht (von denen sieben zu sehen sind), die unter dem Titel ‚Passing‘ zu sehen sein werden. Acht Kurzgeschichten und Erzählungen aus dem inter- und transdisziplinären Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ inspirierten Darija Andovska und Matthias Arter zu neuen Kompositionen. Die Alpen bilden als geomorphologische Formation den gemeinsamen Ausgangspunkt, um mit den Mitteln der Musik und des Films über das Unvorhergesehene und Bedrohliche der Berge, aber auch über die geografischen Besonderheiten und den menschlichen Einfluss nachzudenken.
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.
Ausstellung von 12. Juli bis 8. August 2024 Eröffnung Donnerstag, 11. Juli 2024, 18 bis 21 Uhr
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
„Es gibt keine außerordentliche Schönheit ohne eine gewisse Seltsamkeit in der Proportion.“ (Edgar Allen Poe 1922)
Katrin Bittl beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit gesellschaftlichen Stereotypen. Sie selbst ist eine behinderte Frau. Ihr wäre es am liebsten zu sagen, dass alle Menschen funktional divers sind. Professor Hermann Pitz über ihre Arbeit: „Katrin Bittl setzt sich mit dem menschlichen Körper auf eine fantastische Weise auseinander. Besonders gut finde ich auch, dass die Bilder auch unabhängig vom politischen Diskurs funktionieren. Sie brauchen ihn nicht zwingend.“
Während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste sind viele Selbstporträts in unterschiedlichen Medien entstanden: Miniaturgemälde oder auch per Video dokumentierte Performances. Für die Ausstellung im DG Kunstraum wählt sie einen neuen Weg. Sie hat mit Hilfe einer KI Bilder generiert, die aus einem persönlichen Foto aus ihrem Archiv ein Van Gogh Gemälde generieren. Dabei war die KI zuerst nicht in der Lage ihren Körper im Rollstuhl als menschlichen zu erkennen, sondern hat aus ihr eine Pflanze erstellt, meist eine Sonnenblume. Damit war eine ungeplante Fortsetzung der Werkserie ‚Mein Leben als Pflanze‘ entstanden. Erst nach einigen Bilderfahrungen hatte die KI, die wohl nur mit stereotypischen Bildern von Menschen bislang gefüttert wurde, gelernt, dass es sich auch bei den Abbildungen der Künstlerin um einen Menschen handelt.
Katrin Bittl reagiert auf die Schlussfolgerungen der KI und kreiert ein neues digitales Pflanzenwesen, aber mit dem Aussehen einer menschlichen Haut. Die digitale Zeichnung erlaubt es der Künstlerin ihre Werke auch überlebensgroß zu konzipieren. Die Hautpflanze erinnert an die Werke in der Ausstellung ‚Sensation‘ der YBA (Brooklyn Museum, 1999). Die Künstler*innen verdankten die Schockwirkung ihrer Kunstwerke weniger dem Bruch mit bestimmten ästhetischen Prinzipien als den gezeigten Körpern und organischen Materialien selbst. Die digitalen Pflanzen von Katrin Bittl stellen einen Schönheitsbruch dar und evozieren absichtsvoll eine gewisse Form von Ekel. Die Haare erinnern an Schamhaare und die Form der Blüte an Genitalien. Die Frage was Kunst zeigen darf und was Gesellschaft zulässt ist leider erneut ein sehr aktuelles Thema. Tobin Siebers reflektiert in seinen Schriften zur ‚Zerbrochenen Schönheit‘ (transcript Verlag) über unsere Sehgewohnheiten und gesellschaftlichen Ängste, die sich auf Menschen die nicht ‚der Norm‘ entsprechen, projizieren.
Ein auf Harmonie, körperliche und gesundheitliche Normvorstellungen gegründetes Kunstverständnis muss dringend hinterfragt werden. Die gesellschaftliche Durchlässigkeit für einen ästhetischen Eigenwert der körperlichen und geistigen Behinderung wird für unser zukünftiges Kunstverständnis entscheidend sein. Man könnte die Venus von Milo als versehrt oder behindert begreifen. Wäre sie auch ein herausragendes Beispiel ästhetischer und menschlicher Schönheit, wenn ihr beide Arme nicht fehlten?
Katrin Bittl konfrontiert die Betrachter*innen mit dem Unbekannten, mit Formen jenseits des allgemeinen Schönheitskanons und fordert uns auf, unsere normativen Vorstellungen von Körpern zu überdenken.
Katrin Bittl (* 1994 in München) lebt und arbeitet in Dachau. Sie studierte bis 2023 an der Akademie der Bildenden Künste in München. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Idealbildern und Normvorstellungen. Sie untersucht ihren eigenen Körper, als Frau mit Behinderung mittels Video, Performance und Animation. Es entstehen intime Räume, durch private Gegenstände und Möbelstücke, die sie in Installationen einbezieht und ihre biographische Arbeit unterstreichen. Sie verortet ihren eigenen Körper in der Pflanzenwelt und wirft Fragen über den Fürsorgebegriff, Care-Arbeit und die Familie auf. In Zeichnung und Malerei erforscht sie Körpernormierungen, die manipuliert und dekonstruiert werden, indem sie diese skaliert, übermalt oder in neue Kontexte stellt. Außerdem ist sie als freie Autorin tätig und schreibt zu den Themen Intersektionalität von Frauen mit Behinderung, Kunst und Inklusion. Zuletzt waren ihre Arbeiten in der Galerie des Bezirks Oberbayern (,We Are Plants‘) und im Stadtmuseum München (,[K]ein Puppenheim‘) ausgestellt.
Gesprächspartner: Dr. Ulrich Schäfert (*1973) ist Theologe, Kunsthistoriker und gelernter Kirchenmaler und staunt über die Weite und Tiefe, die in der Begegnung dieser Felder liegt. Schäfert ist Leiter des Fachbereichs Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V.
Filmprogramm
Thomas Bratzke Sorpresa, 2023 Film, 25 Minuten
Der Berliner Künstler Thomas Bratzke beschreibt in seinem Film ‚Sorpresa‘ wie er seinen Ziehvater Omelio auf Kuba aufspürt und ein Familienrätsel auflöst, welches sein Leben nachhaltig beeinflusst hat. Es ist eine berührende Geschichte einer Wiedervereinigung seiner deutsch- kubanischen Familie. Bratzke vermittelt die Ohnmacht der Eltern im Spannungsfeld der staatlichen Autoritäten Kubas und der DDR, die Perspektiven des Kindes bzw. des heutigen Künstlers. Der Kubaner Omelio Espinosa Ramirez, kam 1978 aus Havanna nach Ostberlin zum Studium. Mit dem Abschluss des Studiums heiratete er 1982 die langjährige Freundin Sonja Prehn, die mit ihm und einem Sohn aus einer anderen Beziehung bereits zusammenlebte. Omelio wollte in Havanna einige Formalitäten für das weitere Familienleben in Ostberlin regeln, von dieser Reise kam er nie wieder zurück und wurde von den kubanischen Behörden zu einer verschollenen Person erklärt.
Thomas Bratzke aka ZASD (*1977 in Berlin) studierte Bildhauerei – Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weissensee und Kunst im Kontext mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Raum an der UDK Berlin. ZASD war seit Mitte der 90er Jahre Teil des kulturellen Phänomen Graffiti und Writing in Berlin und hat von dort ausgehend bildhauerische, installative und performative Arbeiten entwickelt. Bei dem Vorhaben Writing kritisch zu erforschen, um die künstlerische Qualität des Writing herauszuarbeiten, arbeitete er seit 1997 eng mit seinem Partner AKIM (Berlin) sowie mit verschiedenen Crews und Kollektiven aus der Berliner Writingszene zusammen. Seine seit Anfang der 2000er Jahre autonom in die Stadt eingefügten, plastischen 3D Tags sowie das von ihm initiierte Projekt ‚City of Names‘, welches die darauf folgende Berliner Generation des Writings inspirierte. Seit 2013 arbeitet er an der Weiterentwicklung dreidimensionaler Schriftzüge im Rahmen des Projektes ‚Half Half Paintings‘ in Zusammenarbeit mit Keez Duyves, PIPS:lab (NL). Seit 2019 ist er Teil der Hybrid Sculptors.
Der Film ‚Zucker‘ von Franziska Cusminus aus dem Jahr 2015 zeigt die Künstlerin, wie sie versucht mittels ihres Körpers Zucker aufzuhalten, der aus zehn Öffnungen in einer Scheibe fließt. Die Löcher befinden sich in einer Membran einer Trampolinscheibe, die von der Decke hängt. Damit sich die Künstlerin dieser Scheibe nähern kann befindet sie sich auf einer Holzkonstruktion. Auf der Scheibe ist ein großer Berg Zucker zu sehen, der kontinuierlich durch die Löcher rieselt. Meist gelingt es der Künstlerin nur die Hälfte der Löcher mit ihrem Rumpf und den Extremitäten zuzuhalten. Ihre Bemühungen lassen an Sisyphos erinnern, denn sobald ein Loch erfolgreich geschlossen wurde rieselt der Zucker an einer anderen Stelle hervor. Die Aufgabe, die sich die Künstlerin selbst gestellt hat scheint nicht zu bewältigen zu sein. Gedanken an den Alltag vieler Menschen, vor allem Müttern, werden laut, die sich jeden Tag um so viele Dinge gleichzeitig kümmern müssen nach dem Sprichwort: wir hatten keine Zeit den Zaun zu reparieren, weil wir immer die Hühner fangen müssen.
Franziska Cusminus (*1991 in Weilburg) studierte bis 2022 Medienkunst an der Kunsthochschule Mainz. Cusminus verbindet Videoinstallation und Malerei gekonnt miteinander. Ihre für die Videos aufwendig gebauten Installationen als Bewegungsraum der gefilmten Akteure verleihen ihren Arbeiten eine absurde Aura, die einen nicht loslässt. Cusminus untersucht mit vollem Körpereinsatz, wie sich unterschiedliche Materialien in Verbindung mit dem menschlichen Körper verhalten. Die Videos zeigen den performativen Umgang mit diversen Materialien, beispielsweise mit Zucker, Salzteig oder Metallkonstruktionen: Der Mensch, der versucht, sich bestimmten Strukturen anzupassen, sich daran aufreibt, verformt, so selbst zu einer Art Skulptur wird, ein fragiler organischer Körper in Bezug zu eher hartem, statischem Material. Die Abhängigkeit des Menschen in einem vorgegebenen System wird zum Thema, Lebensformen werden hinterfragt, welche ihn zum Funktionieren zwingen. 2022 erhielt sie den Mainzer Kunstpreis und 2023 das Georg-Meistermann-Stipendium.
Programm
Eröffnung Donnerstag, 11. Juli 2024, 18 bis 21 Uhr Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr Sabine Straub, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Künstleringespräch Katrin Bittl im Gespräch mit Dr. Ulrich Schäfert Dienstag, 16. Juli 2024, 19 Uhr
Kinderworkshop Zwischen den Zeilen Dienstag, 30. Juli 2024, 10 bis 12 Uhr
Natur und Struktur Impuls·Führung und Kreativ·Angebot mit Kilian Ihler Freitag, 2. August 2024, 15 bis 17 Uhr
Finissage Wie menschlich ist die Pflanze, wie pflanzlich ist der Mensch? Verrichtung von Ruth Geiersberger Donnerstag, 8. August 2024, 19 Uhr
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.
Abb. 1–8: Ausstellungsansichten Dazwischensein 6 – Katrin Bittl, Möglichkeitsraum und Diskusraum, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris Abb. 9.: Poster Dazwischensein 6 – Katrin Bittl, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
Die kolumbianische Künstlerin Manuela Illera entwickelt die Installation ‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) eigens für den DG Kunstraum und knüpft dabei an ihr letztes Projekt ‚Lenguas Solares‘ (Sprachen der Sonne) an, das sie für das Istituto Cervantes in München geschaffen hat. Diese Installation beschäftigt sich mit der spanischen Sprache als Instrument der Kolonialisierung und lenkt die Aufmerksamkeit auf vergessene und unbekannte Muttersprachen aus Südamerika. Es ist das zweite Projekt in einer Reihe ortsspezifischer, dekolonialer Praktiken mit ihrer Diplomarbeit ‚Sentimental Disobedience‘ im Jahr 2023, in der Illera eine neue Lesart der Wandteppiche in der Historischen Aula der Akademie der Bildenden Künste München anregt, die klassische Raffael-Gemälde zeigen: Denkmäler westlicher Vorstellung von Wissen und Schönheit. ‚Piedras Lunares‘ ist nun der dritte Teil in dieser Reihe.
In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Illera die Auswirkungen des Kolonialismus auf Kultur- und Machtstrukturen. Die Missionierung des amerikanischen Kontinents vor fünf Jahrhunderten war das Ergebnis eines politischen Ereignisses. Der italienische Seefahrer Christophorus Columbus unternahm vier Reisen für die spanische Krone zwischen 1492 und 1504 auf der Suche nach einem einfachen Seeweg nach Indien. Nach einem Studium der Schriften von Augustinus und Pierre d’Ailly war er der Überzeugung, dass die Welt nur noch 150 Jahre bestehen würde. Er fühlte sich daher berufen das Christentum den Indianern, wie die indigenen Völker Amerikas genannt wurden, zu predigen. Die Evangelisierung Lateinamerikas, die durch die ‚Entdeckungsreisen‘ eingeleitet und durch päpstliche Erlasse verstärkt wurden, führte zur Zwangskonvertierung und Unterwerfung der indigenen Bevölkerung. Bartolomé de Las Casas dokumentierte diese brutalen Praktiken und wies bereits im Jahr 1542 auf die Gewalt und Zerstörung der einheimischen Kulturen hin.
Heute forscht die indigene Wissenschaftlerin Nicolle Torres Sierra im Bereich der Linguistik an der Wiederherstellung von Muysc Cubun, der Muttersprache des heutigen Bogotá. Torres Sierra ist Mitglied der Muysca-Gemeinschaft von Suba, einem Gebiet, das seit mehr als 100 Jahren ein indigenes Reservat ist. Die Wiederherstellung der Bräuche und des Glaubens ihrer Vorfahr*innen wurde durch die Evangelisierungsprozesse zu einem sehr schwierigen Unterfangen. Die Koexistenz der unterschiedlichen Kulturen hat zu einer Mischung von Glaubenssätzen und Synkretismen geführt, die die indigene Kultur für immer verändert haben.
Illera arbeitet bewusst mit Expert*innen, anderen Künstler*innen, Designer*innen und Mitgliedern der genannten Communities in diesem Projekt zusammen, um ihrer Praxis vielfältige Perspektiven zu verleihen und es den Besucher*innen zu ermöglichen, verdrängte Kulturgeschichten durch Klang- und Bildsprache zu erkunden. In ‚Piedras Lunares‘ ähneln die zentralen Gestaltungselemente – ein Fledermauskopf und ein ‚Tunjo‘ (Votivfigur) – Kirchenfenstern. Diese Symbole, die auch in den bewegten Bildern vorkommen, stellen Codes dar, die westliche Betrachter*innen für alternative Sichtweisen sensibilisieren wollen und eine spirituelle Wiedergutmachung einfordern.
Basierend auf historischen Dokumenten aus der Kolonialzeit besteht die Klanginstallation aus Audiodateien mit christlichen Gebeten, die aus dem Altkastilischen ins Muysc Cubun übersetzt wurden und von Nicole Torres Sierra in Bogotá aufgenommen wurden. Die christliche Ausrichtung des Ausstellungsraumes ist ein konzeptionelles Element, das dazu beiträgt, dass die Setzung als ortsspezifische, dekoloniale Praktik bezeichnet werden kann.
Mit Atabey Mamasita eröffnet die Künstlerin performativ einen Kraftraum, um sich mit der Geschichte der Christianisierung und den Strategien des Widerstands und der Reparatur, die darauf folgten, auseinanderzusetzen. Zur Finissage werden das Duo Suba Chune (Nicolle Torres und Alejandro Durán) in Begleitung von La Jaguara und El Rayo die Klanginstallation mit traditionellen indigenen Instrumenten aktivieren.
‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) ist ein Projekt von und mit Manuela Illera (Konzept), Nicolle Torres (Research), Guadalupe Arribas (Design), David Blitz (Klanginstallation), Merlin Stadler (Animation), Atabey Mamita (Performatives Künstleringespräch), Benita Meißner (Kuratorin)
Manuela Illera (*1988 in Bogotá, Kolumbien) lebt und arbeitet in München. Sie studierte Malerei in Buenos Aires und Bildende Kunst an der Universidad Javeriana in Bogotá. Bis 2023 studierte sie Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Julian Rosefeldt. Illeras Werke sind eng verwoben mit ihrer feministischen Praxis, die durch die migrantische Perspektive geprägt ist. Ihre interdisziplinäre Arbeit beschäftigt sich mit zeitbasierten Medien und der Verbindungen aus Klang- und Darstellenden Künsten. Dabei verarbeitet sie Themen wie Dekolonialität, Queerness, Körper und subversive Identitäten. Illera ist Mitbegründerin der Band ‚Cosmica Bandida‘, Co-Direktorin des dekolonialen Musikfestivals ‚La Retornona‘ in Bogotá und produziert den feministischen Podcast ‚Extravagant Mortals‘.
Gesprächspartner*in: Atabey Mamasita (bürgerl. Carlos Maria Romero *1979) ist Künstler*in und Kurator*in mit Fokus auf Praktiken des kulturellen Erbes, die für historisch marginalisierte Communitys und sozialen Zusammenhalt relevant sind. Unter anderem war Atabey Mamasita Co-Kurator*in am Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro und Kurator*in des Contemporary Dance University Festivals in Bogotá. Aktuell ist Atabey Mamasita Kurator*in für Performative Praktiken im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.
Philipp Gufler (*1989 in Augsburg) lebt in Amsterdam und München und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. In seiner künstlerischen Arbeitsweise vereint Philipp Gufler verschiedene Medien. Darunter fallen Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videos. Darüber hinaus spielen der menschliche Körper und Aids eine wichtige Rolle in seinen Kunstwerken, zum Beispiel bei den Videoinstallationen ‚The Responsive Body‘ oder ‚Becoming-Rabe‘. 2015 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis, 2020 den Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung und 2021 den niederländischen Royal Award for Painting. Er ist aktives Mitglied im selbstorganisierten Forum Queeres Archiv München. Zuletzt waren seine Arbeiten in der Einzelausstellung ‚Dis/Identificationin‘ in der Kunsthalle Mainz zu sehen.
Filmprogramm Philipp Gufler Lana Kaiser, 2020 Film, 13 Minuten Rory Pilgrim (Musik), Julia Swoboda (Kamera), Nathalie Bruys (Ton), Theo Cook (Grading), Hammann Von Mier Verlag (Begleitende Publikation). In Erinnerung an Lana Kaiser (1985–2018)
Der Münchner Künstler Philipp Gufler widmet seinen Film ‚Lana Kaiser‘ der gleichnamigen Person, die im Jahr 2018 bei einer Kreuzfahrt auf dem Weg nach Nordamerika verschwand. Lana Kaiser ist der angenommene Name der Person, die als Daniel Küblböck vor 20 Jahren in diversen Castingformaten des Privatfernsehens bekannt wurde. Der Film ist eine Kritik an den Medien in Bezug auf die Darstellung von queeren Personen. Gufler arbeitet dabei mit hochemotionalen Collagen, die aus Videoaufnahmen der Fernsehsender und einer eigenen Interpretation der Figur bestehen, und schafft so ein queeres Denkmal.
Manuela Illera konzipierte den Kurzfilm ‚Animal Ventus‘ (ebenfalls produziert als Konzept-Musikalbum für Kinder) mit großem Feingefühl gemeinsam mit León Rivera einem migrantischen Jungen. Der Achtjährige lädt uns ein, in seine Welt des Tanzes, der Animalität, Verletzlichkeit, und Wut einzutauchen.
Programm Eröffnung Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr Dr. Richard Graupner, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Power Space Opening Performatives Künstleringespräch mit Atabey Mamasita Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr Die Performance findet auf Englisch statt.
Power Space Closing Finissage mit Suba Chune und La Jaguara & El Rayo Donnerstag, 4. Juli 2024, 19 Uhr
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Dazwischensein ist eine Kooperation mit dem Projekt ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna.
‚Grenzgänge‘ ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen.
Im Kontext des Verbundes wird ein Buch realisiert, mit dem eine breite Öffentlichkeit auf eine Entdeckungsreise in die kulturelle Welt der Alpen mitgenommen wird. Jeder Beitrag ist an einem konkreten Ort in den Alpen angesiedelt, so dass auch eine ‚Begehung‘ möglich ist: Das Buch lädt ein, an ausgewählten Orten in Bayern, in verschiedenen Kantonen der Schweiz, in Italien und in Österreich zu weilen und die unterschiedlichen und gemeinsamen Aspekte von religiösen Praktiken, Gemeinschaften und Traditionen zu betrachten. Das Buch ‚Grenzgänge. Religion und die Alpen‘ wird am 5. September 2024 im DG Kunstraum präsentiert.
Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Auch die Fotorgrafien von Marco Volken (Dr. sc. nat., *1965) spielen eine zentrale Rolle. Volken ist freier Fotograf und Autor. Er hat zahlreiche Bücher zum Alpenraum verfasst und illustriert.
Als Teil des Verbundprojektes nähern sich zwei Setzungen im Jahresprogramm ‚Dazwischensein‘ im DG Kunstraum künstlerisch an die ‚Grenzgänge‘ an.
Dazwischensein 4 3. bis 29. Mai 2024
Andrea Wolfensberger (Möglichkeitsraum)
Filmprogramm: Judith Neuhäuserer ‚Everything Flows‘, 2023 und ‚All Heat Is The Same‘, 2023
Andrea Wolfensberger materialisiert in zwei Skulpturen aus Wellpappe Klang. Die Skulptur ‚Certainly Not‘ spielt mit dem Echo eines Berges auf ein ‚Ja‘ und ein ‚Nein‘. Die Anatomie des Klangs fragt nach dem schöpferischen Potenzial von Sprache, nach dem Zusammenhang zwischen Wort und Materie, Welle und Körper, dem Jetzt und seinem bleibenden Widerhall. „Wie es technisch zu dieser Formation kommt“, meint die Künstlerin, „muss man gar nicht genau wissen. Es ist eine Übersetzung.“ Durch die Schichtung zahlreicher Kartonteile ergibt sich eine verwobene, aufstrebende Struktur, die von einer Seite an einen Schutzort, eine Schutzmantel-Madonna, erinnert und von den anderen Seiten die Formation von Felsspalten aufnimmt.
Judith Neunhäuserer lebt in München und Mailand. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Abgrenzungsversuchen und ästhetischen und epistemischen Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Religion. Dabei geht es beispielsweise um Mythen und Träume als Grundlage von Entdeckungen, die Ritualisierung von Forschungsprozessen sowie unterschiedliche Sprachen und Symbolsysteme zur Formulierung von Modellen der und für die Welt. Expeditionen führten sie u.a. über den Atlantik an Bord der CMA CGM Puget, per Segelschiff nach Spitzbergen und zur Neumayer-Station III in der Antarktis.
Programm
Andrea Wolfensberger im Gespräch mit Prof. Dr. Boris Previšić Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr
Finissage mit Musik von pre-art Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr Akustische Grenzgänge: Konzert mit Lesung Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)
Sandra Boeschenstein ist Zeichnerin und Bergsteigerin. Diese zwei Handlungs-und Erkenntnisformen prägen ihre Wahrnehmung und schärfen sich gegenseitig im kontinuierlichen Überlagern durch die letzten Jahrzehnte. Der bisher expliziteste Aufruf der Alpen in ihrer Arbeit ist der Titel eines Zeichnungszyklus. Angesichts der ungestümen Präsenz der Bergkörper wurden Titel und Widmung eins: ‚Dem innersten m3 der Alpen‘. Es ist klar, dass sich das Vorstellungsbild des innersten Kubikmeters der Alpen niemals von der unantastbaren Größe seiner Imagination in reales Gesteinsmaterial überführen lässt. Sollte jemals ein Auge dem innersten m3 der Alpen begegnen, so würde dieser zu einem entblößten Felskubus oder eher zu einer ihm entsprechenden Staubwolke und seine Bezeichnung wäre verdampft und verloren. Dieser Vorstellung widmet die Künstlerin ihre Installation für den Möglichkeitsraum.
Der in München geborene Filmemacher und Videokünstler Lion Bischof hat zu musikalischen Kompositionen von Matthias Arter und Darija Andovska dokumentarische Kurzfilme gedreht, die zusammengenommen unter dem Titel ‚Passing‘ erscheinen und im DG Kunstraum zu sehen sein werden. Die Alpen bilden als geomorphologische Formation den gemeinsamen Ausgangspunkt, um mit den Mitteln der Musik und des Films über das Unvorhergesehene und Bedrohliche der Berge, aber auch über die geografischen Besonderheiten und den menschlichen Einfluss nachzudenken.
Programm
Buchpräsentation Grenzgänge – Religion und die Alpen Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024 Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr
Sandra Boeschenstein im Gespräch mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati Mittwoch, 11. September 2024, 19 Uhr
Finissage mit Musik 2. Oktober 2024
Weitere Informationen zum Projekt ‚Grenzgänge‘ finden Sie hier.
Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.
Abb. 1: Foto: Marco Volken Abb. 2: Buchcover ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen‘, Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.); mit Fotografien von Marco Volken, Zürich, TVZ 2024
(1) Bettina Khano 19. Januar bis 15. Februar 2024 (2) Simona Andrioletti 23. Februar bis 21. März 2024 (3) Viron Erol Vert 29. März bis 25. April 2024 (4) Andrea Wolfensberger 3. Mai bis 29. Mai 2024 (5) Manuela Illera 7. Juni bis 4. Juli 2024 (6) Katrin Bittl 12. Juli bis 8. August 2024 (7) Sandra Boeschenstein 6. September bis 2. Oktober 2024 (8) Judith Egger 11. Oktober bis 7. November 2024 (9) Cana Bilir-Meier 15. November bis 12. Dezember 2024 (+) Manfred Mayerle 9. bis 16. Januar 2025
Limitierte Auflage (je 10 Stück pro Setzung) DIN A0, ca. 80 x 120 cm Je EUR 5,- Erhältlich im DG Kunstraum oder unter info@dg-kunstraum.de
**Sonderplakate** Elektronische Kammermusik Pole & Sunroof
limitierte Auflage DIN A0, ca. 80 x 120 cm EUR 10,-
Abb. 1–10: Plakate Dazwischensein 1–7, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Abb. 11: Außenansicht DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris Abb. 12: Plakat Sonderkonzert Elektronische Kammermusik Pole und Sunroof, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser