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Sehnsucht …
Videoarbeiten und installative Momente‘
Gruppenausstellung
18. Juni bis 6. August 2020

Künstler*innen
Birthe Blauth
Frank Bölter
Judith Egger
Leonie Felle
Boris Maximowitz
Heike Mutter und Ulrich Genth
Sebastian Stumpf
Susanne Wagner

Die Ausstellung rückt das Thema der Sehnsucht in den Fokus. Wir lassen uns treiben in einer künstlerischen Bilderwelt und öffnen den Blick für die Sehnsucht nach Freiheit, nach Gemeinschaft, nach der Vereinigung des Menschen mit der Natur, nach Erkenntnis und nach Heilung.

Das Jahr 2020 wird immer ein besonderes Jahr (gewesen) sein, egal wie lange der Ausnahmezustand noch anhalten wird. Weltweit fügen sich Menschen neuartigen Kontaktbeschränkungen sowie den von den Regierungen erlassenen Verhaltensregeln, mit dem Ziel, Mitmenschen zu schützen und einem Kollaps des Gesundheitssystems vorzubeugen. Die neue, schützende „soziale Distanz“ bestimmt unseren Alltag.

Der Begriff „Sehnsucht“ tritt neu in den Fokus. Die alten Sehnsüchte gibt es nach wie vor, nur anders. Kein Geld der Welt kann die Sehnsucht nach Urlaub, Meer und fremden Kulturen in der Zeit von Ausgangsbeschränkungen stillen. Brennend ist nach dem Lockdown die Sehnsucht nach Begegnungen, die Sehnsucht nach diesem Gefühl mit vielen anderen einen Moment teilen zu können; sei es bei einer Opernaufführung, einem Konzertbesuch oder auch einer langen Nacht im Club.

Mit unserem Videoprogramm rücken wir das Thema „Sehnsucht“ in den Fokus und geben den momentanen Sehnsüchten des Menschen ein mögliches Gesicht. Wir öffnen den Blick für die Sehnsüchte anderer und lassen uns treiben in einer künstlerischen Bilderwelt. Wünsche, Träume und Sehnsüchte innerer, immaterieller Bilder werden in den Videoarbeiten sichtbar. Einzelne Elemente aus der realen Welt in der Ausstellung, die in Verbindung mit den Videoarbeiten stehen, verweisen darauf, dass Sehnsucht nicht im Virtuellen verweilen muss, sondern sich auch materialisieren und in kurzen Momenten vielleicht auch erfüllen kann …

Sehnsucht erleben wir als körperliches Gefühl. Es kann als Ziehen in der Brust oder als Kloß im Hals wahrgenommen werden. Sehnsucht kann schmerzhaft sein und uns traurig stimmen, gerade wenn sie unerfüllbar bleibt. Und sie kann zu einem warmen inneren Strahlen führen, wenn damit schöne Erinnerungen assoziiert und Energien und Visionen freigesetzt werden. Forschergruppen in der Psychologie unterscheiden laut Prof. Dr. Alexandra M. Freund (Psychologisches Institut der Universität in Zürich) verschiedene Merkmale der Sehnsucht und schreiben ihr Funktionen zu. So soll diese helfen, mit der eigenen Unfertigkeit oder Verlusten umzugehen, und sie unterstützt den Menschen dabei, sich im Leben Ziele zu setzen.

Historisch gesehen wird mit der Sehnsucht zu allererst die Epoche der Romantik (ca. 1795–1848) verknüpft. Novalis setzt in seiner Dichtung als Symbol die Blaue Blume ein, die für die schwärmerische Sehnsucht nach einem unerreichbaren, unbekannten Ziel, nach dem Unendlichen gilt, die in diesem Leben unbefriedigt bleiben muss. In der Unbestimmtheit der Sehnsucht sahen die Romantiker eine metaphysische Entsprechung der eigenen künstlerischen Arbeit, die eher als ein Suchen und Streben wahrgenommen wurde.

Im Verständnis der christlichen Tradition ist wesentliche Sehnsucht des Menschen die nach Gott. Friedrich Schleiermacher sprach davon, dass dem Menschen mit seiner religiösen Anlage die Sehnsucht „nach dem Wunderbaren und Übernatürlichen“ eigen sei. Der Theologe Paul Zulehner etwa sagt zur Gottessehnsucht des Menschen: „Sie macht uns lebendig.“

Joseph von Eichendorff (1788–1857)
Mondnacht
Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Leonie Felle
Deine Reise
Was glaubst du wer du bist
Was du kannst – in der Welt
Wo ist dein Platz in der großen, weiten Welt?
Wer hält dich in der Hand
Wer zieht am Faden – Wer lässt los

Schwimmst du immer noch im Meer?
Wo geht deine Reise hin
Wo liegt all dein Streben, wo der Sinn
Warum bist du hier?

Du kannst mir viel erzählen,
doch nicht dass du schon alles weißt.
Denk an die Sterne und wie weit…
Das Universum ist groß … (und wir unendlich klein)
Schwimmst du immer noch im Meer?

Wo geht deine Reise hin
Wo liegt all dein Streben, wo der Sinn
Warum bist du hier?
Warum bleibst du hier?

Everything is going to be alright‘
Andreas Greiner und Maximilian Prüfer
8. September bis 29. Oktober 2020

Die Ausstellung ‚Everything is going to be alright‘ bringt ein Versprechen oder eine Hoffnung zum Ausdruck. Andreas Greiner und Maximilian Prüfer nähern sich aus sehr unterschiedlichen Richtungen dem Thema des fehlenden Gleichgewichts in unserem Umgang mit der Umwelt beziehungsweise Natur. In beinahe wissenschaftlichen Versuchsanordnungen untersuchen die beiden Künstler die Einflüsse des Menschen auf die biologischen Prozesse unserer Erde und damit wiederum auf uns. Der Ausstellungstitel ist der flammenden Rede der damals 12-jährigen Kanadierin Severn Cullis-Suzuki entnommen, die 1992 – ähnlich der skandinavischen Klimaaktivistin Greta Thunberg 2019 vor dem EU-Parlament in Straßburg – die Delegierten des Weltklimagipfels in Rio de Janeiro sprachlos machte.

Neben einer hängenden Baumschule zeigt Andreas Greiner eine mehrteilige Installation zum Thema Wald. Abbildungen sowie eine Videoarbeit wurden von einer künstlichen Intelligenz geschaffen. Die KI wurde dafür vom Künstler mit unzähligen Aufnahmen aus dem Hambacher Forst und dem nicht minder gefährdeten polnisch-weißrussischen Bialowieza-Urwald gefüttert. Greiner reiste mehrfach nach Nordrhein-Westfalen in die Nähe seiner Heimatstadt Aachen, um dort im Hambacher Forst zu kampieren, zu fotografieren und für das Überleben des Waldes vor der Braunkohlegrube zu demonstrieren. Einige der Arbeiten sind mehrschichtig aufgebaut und zeigen über der Fotografie Berechnungen zur Kompensation von CO₂-Ausstößen.

Maximilian Prüfer thematisiert in dieser Ausstellung die Auswirkungen des Menschen auf unser Ökosystem – anhand des Insektensterbens in einer hoch gelegenen Bergregion Sichuans. Hier sind Menschen in Folge eines massiven Pestizideinsatzes seit den 1980er Jahren in die Rolle der Bienen geschlüpft und bestäuben die Bäume bis heute mühsam von Hand. Prüfer reiste sowohl zur Zeit der Bestäubung als auch der Ernte in diese Region, um das Handwerk der Bauern zu erlernen. Er erwarb einen Baum, den er selbst bestäubte, und dessen Früchte er nach seiner Rückkehr im Herbst ernten konnte. Fotografien, Objekte wie Bestäubungswerkzeuge, Pollengefäße und Transportkörbe sowie der Abguss „seiner“ Birne führen uns die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen der durch unser Handeln ausgelösten ökologischen Störungen vor Augen. Ergänzt wird dieser Zyklus mit Arbeiten die den derzeitigen Pestizideinsatz in unseren Breitengraden thematisieren.

Eigens gezogene Setzlinge hängen in Taschen von der Decke und erinnern damit an Gebinde, wie sie die NASA für ihre Weltraumforschung (plant pillow) nutzt. Bewässert werden sie durch kleine Schläuche und Gefäße, die an Infusionsflaschen erinnern.

Andreas Greiner
*1979, lebt und arbeitet in Berlin
www​.andreasgreiner​.com

Maximilian Prüfer
*1986, lebt und arbeitet in Augsburg
www​.maximilian​-pruefer​.com

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Wieder und Wieder. Ritual, Kontemplation, Obsession‘
Gruppenausstellung
16. Januar bis 29. Mai 2020

In der Gruppenausstellung geht es um Wiederholungen, um künstlerische Tätigkeiten, die in den Alltag der Ausübenden, meist nach einem genau ausgeklügelten Stundenplan, fest integriert wurden. Die meisten Werke werden in kleinen unterschiedlichen Raumskulpturen präsentiert, die jeweils nur von ein bis zwei Besuchern betreten werden dürfen. Der viel beschworene „Dialog der Arbeiten“ findet nur in den Gedanken der Besucher statt.

Rituale können zum Symbol einer Gemeinschaft werden. Sie verwandeln nach Byung-Chul Han das In-der-Welt-sein in ein Zu-Hause-Sein. Sie machen aus der Welt einen verlässlichen Ort. Sie machen die Zeit bewohnbar, sie machen sie begehbar wie ein Haus. Unsere Gegenwart ist vom Verlust der Rituale geprägt, denn das Außergewöhnliche wird zum Alltäglichen, wird somit flach und seiner Bedeutung entleert. Die gleichförmige, ständige Intensität medialer Reize durch Smartphones und soziale Medien führt zur Verflachung unserer Aufmerksamkeit. Die ausgewählten vier Videoarbeiten der Ausstellung verhandeln das Thema des Rituals und der Kontemplation sowie ihrer Bedeutung für unser Leben.

In einer Videobox wird an jedem Wochentag ein jeweils anderer Videofilm gezeigt.

Künstler
Peter Granser
Lars Koepsel
Claudia Starkloff
Ignacio Uriarte

Videobox
Dienstag
: Judith Albert, Wandlung, 2011
Mittwoch: Anne Pfeifer & Bernhard Kreutzer, Walking through Gwangju, 2019
Donnerstag: Thomas Thiede, Standartbibel, 140212–200314
Freitag: Lin Wei-Lung, Circulation Tianfu District, 2015–2016

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Essential is Visible‘
Magdalena Jetelová
11. September bis 7. Dezember 2019

Eröffnung der Ausstellung
Dienstag, 10. September 2019, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Andreas Kühne, Vorstand VAH | Benita Meißner, Kuratorin

Mit der Ausstellung ‚Essential is Visible‘ stellt die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst den jüngsten Werkzyklus der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelová vor. Seit vielen Jahren erscheint das Thema der Grenze, der Ausgrenzung oder Markierung zentral in Jetelovás Arbeit. Dabei ist der Zeitbezug eine bedeutende inhaltliche Komponente.

Das jüngste Projekt ‚Pacific Ring of Fire‘ greift eine der drängendsten Fragen unserer Zeit auf: die Veränderung unseres Lebensraumes durch den Klimawandel. Ein Rezeptionsraum, der Ausstellungsraum sein kann, hat für Jetelová das Potential eines geistigen Areals, von dem streitbare künstlerische Impulse ausgehen können, ob nun in Form von rotem Rauch, Feuer oder Eisschmelze. Die Verankerung im Jetzt erfolgt aber auch durch die Art und Weise, wie Jetelová Kunst und Wissenschaft zusammenführt. 

Die Arbeiten zu ‚Pacific Ring of Fire‘ kann man als Weiterentwicklung des ‚Iceland Projects‘ sehen, da beide Projekte Naturgrenzen thematisieren. Während der Laserstrahl in Island der Form eines Bergrückens folgt, der sich da, wo die europäische und die amerikanische tektonische Platte aufeinander treffen, erhebt, werden in Patagonien mathematische Berechnungen der geologischen Nahtstelle markiert, da deutliche Erhebungen wegen des ‚ewigen‘ Eises nicht zu sehen sind. Nachrichten wie ‚Essential is visible‘ wurden mit einem Laserpointer auf die sich verändernden, zum Teil einstürzenden Eisberge geschrieben. Besonders in der Nähe der Pole führt zum heutigen Zeitpunkt der Klimawandel zu drastischen geologischen Veränderungen und wird durch die fotografischen Aufnahmen als bedrohter Lebensraum in der Ausstellung präsent.

Die heute in München lebende Künstlerin wurde in den 1970er und 1980er Jahren durch ihre monumentalen, archaischen Skulpturen international bekannt. Ihre künstlerische Ausdruckskraft formierte sich unter den Rahmenbedingungen einer sozialistischen Tschechoslowakei, die sie erst 1985 verlassen hat. Das Arbeiten ohne Grenzen entwickelte sich aus dem Arbeiten ohne Atelierräume: Die Werke waren von Anfang an für die Öffentlichkeit geschaffen und nicht für Innenräume. So entwickelte sich Jetelovás Kunst stets weg von der Skulptur im Raum hin zu einer Auffassung des Raumes als Skulptur. Die künstlerische Inszenierung spezifischer Raumerfahrungen zieht sich demnach wie ein roter Faden durch ihr Werk.

Das Oeuvre der Künstlerin kann als Meditation über die Endlichkeit des Daseins, des individuellen Lebens wie auch des Planeten Erde verstanden werden, wie auch als Reflexion über die Möglichkeiten, der Verwüstung – der Physis wie der Seele – etwas entgegenzusetzen.

Wir bedanken uns für die Förderung durch den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München sowie bei der Hypo-Kulturstiftung für ihre Unterstützung.


Press Release

Stille über den kalten Fluten des Inns‘
Silvia Hatzl und C.A. Wasserburger
17. Mai bis 24. Juli 2019

Doppelpass III

Vernissage, Donnerstag, 16. Mai 2019, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr
Begrüßung:
Helmut Braun, Schatzmeister DG

Einführung:
Benita Meißner, Kuratorin
Erinnernde Worte an ihren Großvater:
Anna Hatzl

Im Dialog mit den Werken ihres jüngst verstorbenen Vaters C.A. Wasserburger (1940 – 2018) entwickelt Silvia Hatzl eine Installation für den Ausstellungsraum der DG. Das Thema der Zeit, der eigenen, der erlebten und der vergangenen, ist allseits präsent. Die Ausstellung wird die innige persönliche Auseinandersetzung von Vater und Tochter und gleichzeitig die künstlerische Eigenständigkeit der Werke herausarbeiten.

Silvia Hatzl sieht für den hohen Galerieraum eine aufwärtsstrebende, raumgreifende Skulptur aus Textilien vor. Eine Vitrine rahmt eine mehrteilige Kleiderinstallation. Form und Stofflichkeit eröffnen Antipoden der Gefühlswelt: Erschlagenheit und Verletzung sowie Glücksempfindung und Seligkeit.

Die im Frühjahr 2018 ausgewählten Arbeiten von C.A. Wasserburger umkreisen fast alle das Thema „Zeit“. Eine große Vitrine birgt eine Sammlung von Gefäßen mit Bleistiftabrieb. Daneben ein Tisch mit vierzehn Büchern, die vom Künstler tagtäglich angefüllt wurden mit Berichten und seinen persönlichen Erlebnissen. Diese Tagebücher wurden vom Künstler mit mehreren miteinander verschweißten Metallbändern vor neugierigen Blicken geschützt.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 4)

Sichtlinien des Möglichen‘
Brigitte Kowanz
22. Februar bis 4. Mai 2019

Eröffnung: Donnerstag, 21.2.2019, 18 bis 21 Uhr

19:30 Uhr Begrüßung:
George Resenberg, 1. Vorsitzender VAH
Lioba Leibl, 3. Vorsitzende DG

Einführung:
Wilhelm Christoph Warning, Publizist und Kunstkritiker, Vorstand VAH

Mit der Einzelausstellung ‚Sichtlinien des Möglichen‘ präsentiert die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. neuere Werke der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz (*1957, Wien). Nicht erst seit ihrem überzeugenden Auftritt im Österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2017 ist ihr Werk international bekannt. Bereits seit den 1980er Jahren konzentriert sich ihr Schaffen auf Zeichen und Sprache, die mittels Neonlicht zu leuchtenden Codes werden. Diese fungieren als visuelle Poesien als auch analytisch präzise Definitionen gleichermaßen.

Auftakt der Ausstellung ist die Einweihung einer eigens für die Räumlichkeiten konzipierten Arbeit der Künstlerin, die die DG mit dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V. in Auftrag gegeben hat. Die Lichtinstallation besteht aus drei interagierenden Kuben aus Zweiwegspiegeln, Spiegeln und Neonschriften. Die Leuchtschriften sind auf einem Innenkubus aus Glas montiert. Der Text ‚Sichtlinien des Möglichen‘ erstreckt sich über die drei Kuben und innerhalb der Außenkuben über verschiedene Seiten der Innenkuben in weißem und gelbem Neonlicht. Die Skulptur befindet sich im Innenraum der Galerie und öffnet sich über die Glasfassade zum Außenraum. Damit wird sie zu einem wahrnehmbaren Lichtzeichen im Straßenbild. Die Arbeit kann aus unterschiedlichen Entfernungen und Blickwinkeln wahrgenommen werden und erschließt dabei immer neue Lichträume. Es ist das erste Kunstwerk, das den neuen Räumen in der Finkenstraße eine langfristige Prägung geben wird.

Als Sichtlinie bezeichnet man die Linie, von der aus eine Straße oder Kreuzung eingesehen werden kann. Der Text zielt nicht auf eine eindeutige Aussage ab, vielmehr eröffnet er immer neue Perspektiven, eine Vielzahl an visueller und ideeller Ebenen. Doch das Werk markiert auch eine Grenze zwischen dem großen Ganzen, der Siemens Konzernzentrale, und dem darin integrierten nicht kommerziellen Bereich des christlichen Kunstvereins. Hier ist alles möglich, da die Künstler ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

In der Ausstellung gilt es zudem eine neue Werkserie von Brigitte Kowanz zu entdecken: Zeichnungen, die sich aus dem Text ‚Sichtlinien des Möglichen‘ entwickeln und die Buchstaben als Architektur neu interpretieren. Desweiteren tauchen Wandvitrinen und eine Bodenskulptur den großen Ausstellungsraum in farbiges Licht. Textbotschaften wie ‚unexpected‘, ‚inspiration‘, ‚opportunity‘ und ‚contemplation‘ animieren den Besucher, sich in diese Begriffe fallen zu lassen und diese nicht nur visuell auf sich wirken zu lassen. Die Schrift für die Neonarbeiten wird aus der Handschrift der Künstlerin entwickelt, und das zutiefst Menschliche ist dadurch auch in die industriellen Materialien Glas und Metall eingeschrieben. Diese handgeschriebenen Botschaften reflektieren sich über Spiegel und Zweiwegspiegel ins Unendliche und eröffnen neue Lichträume. Ihre Werksprache erscheint puristisch und zeitlos.

Brigitte Kowanz über ihre Arbeit: „Licht ist der Grundstock für alles, die Grundlage für Leben. Es macht alles sichtbar und ist dabei selbst unsichtbar. Dabei ist es immer wieder eine neue Herausforderung, mit Licht als Material zu arbeiten. Vor allem, weil es so vielfältig ist. Mit Licht lassen sich Räume erzeugen, man kann damit aber auch informieren und Daten transportieren. In Lichtgeschwindigkeit.“

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Zusammenspiel: Kunst im sakralen Raum‘
23. November 2018 bis 9. Februar 2019

 

Eröffnung: Donnerstag, 22.11.2018, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr

Begrüßung:
George Resenberg, 1. Vorsitzender des VAH
Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender der DG

Einführung:
Benita Meißner, Kuratorin

Mit der Wanderausstellung ‚Zusammenspiel‘ setzt die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst (DG) einen weiteren Akzent im Jahr ihres 125-jährigen Jubiläums. In Kooperation mit dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst (VAH) wird in der Ausstellung Fragestellungen nachgegangen, die sich in dem weiten und hochaktuellen Feld der ‚Kunst im sakralen Raum‘ ergeben. Dabei bündeln beide Vereine ihre vielfältigen Initiativen der letzten Jahre.

Die Überblicksausstellung widmet sich den Werken, die nach dem Jahr 2000 im katholischen und evangelischen Raum entstanden sind. Es wird veranschaulicht, dass der Kirche als Bewahrerin und Förderin des kulturellen und künstlerischen Erbes auch heute eine wichtige Rolle zukommt. Als Auftraggeberin regt sie nach wie vor kulturelle Leistungen im öffentlichen Raum an und eröffnet den in unserer Gesellschaft notwendigen Diskurs zwischen Religion und Glaube.

Die Ausstellung zeigt anhand konkreter Realisierungen, wie vielfältig und für den Auftraggeber gewinnbringend der Einsatz von Künstlerinnen und Künstlern im Bereich der Kirche ist. Es werden die Bereiche Neubau, Umbau, raumprägende Gestaltungen/liturgische Geräte, neue Altäre sowie Fenster präsentiert.

 
Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Über das Geistige in der Kunst. 100 Jahre nach Kandinsky und Malewitsch‘
12. September bis 10. November 2018

Über das Geistige in der Kunst.
100 Jahre nach Kandinsky und Malewitsch

Eröffnung: 11. September 2018, 18 bis 21 Uhr

Ein Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. (DG) in München
und dem Museum für Konkrete Kunst (MKK) in Ingolstadt

KünstlerInnen
Anna Borgman/Candy Lenk (*1975, Århus, Dänemark/*1974, Sonneberg, Deutschland)
Edith Dekyndt (*1960, Ieper, Belgien)
Rainer Eisch (*1967, Thun, Schweiz)
Hubert Kiecol (*1950, Bremen-Blumenthal, Deutschland)
Bastian Muhr (*1981, Braunschweig, Deutschland)
Yelena Popova (*1978, Ural, Russland)
Brigitte Schwacke (*1957, Marl, Deutschland)

Im Herbst 2018, dem Jahr des 125-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, eröffnet eine ungewöhnliche Kooperation zweier Ausstellungshäuser den frischen Blick auf „veraltete Definitionen“. Der Rückblick auf die Geburtsstunde der Konkreten Kunst eng verwoben mit der Suche nach dem Geistigen, lässt die aktuelle Kunst in einem neuen Licht erscheinen.

1912 erschien die bahnbrechende Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ von Wassily Kandinsky. Zeitgleich mit ihm beschäftigten sich Künstler wie Piet Mondrian und Kasimir Malewitsch mit ähnlichen Gedanken. Sie suchten nach Möglichkeiten, wie man das Unsichtbare, das Transzendente, das Spirituelle darstellen könnte, und sie gelangten alle zu einem ungegenständlichen Malstil, bei dem allein der Farbe und der Form Bedeutung zukam.

Über hundert Jahre später stellt sich die Frage, welche Relevanz dieser geistigen Dimension in der ungegenständlichen Kunst geblieben ist. Die Konkrete Kunst gilt seit der Nachkriegszeit als eine streng mathematische Richtung, der jede spirituelle Bedeutung angeblich fehle, obwohl ihre Ursprünge bei Kandinsky und Malewitsch liegen. Eine junge Generation sieht sich nicht mehr in direkter Nachfolge solcher engen Stilbezeichnungen. Sie bezieht sich vielmehr assoziativ auf die Künstler zu Beginn des
20. Jahrhunderts und ihren synästhetischen Ansatz, Klang, Farbe und Bewegung zu einem Kunstwerk zu formen.

In der gemeinsamen Ausstellung von DG und MKK soll an exemplarischen Positionen aktueller Kunst dieser Suche nach dem „Geistigen“ nachgegangen werden. Anders als bei Kandinsky und seinen Zeitgenossen geschieht dies heute ohne den missionarischen Eifer und das Streben nach einer gesellschaftlichen Utopie. Was jedoch über die Zeit verbindet, ist der Glaube an die Kraft und die Magie der Kunst.

Kuratorinnen
Benita Meißner, Simone Schimpf, Yvonne Ziegler

Zur gemeinsamen Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Hinweis:

Der 2. Teil der Ausstellung ist noch bis zum 10.3.2019 im Museum für Konkrete Kunst (MKK) in Ingolstadt zu sehen.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Eines Morgens vielleicht’
Mitgliederausstellung
4.7. bis 27.7.2018

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Dienstag, 3.7.2018
19:30 Uhr
Begrüßung: Dr. Walter Zahner
Einführung: Benita Meißner
Die Künstler sind anwesend.

Ausstellung: 4.7. bis 27.7.2018

Jury:
Dr. Stefan Graupner
Benita Meißner
Dr. Daniela Stöppel
Dr. Karin Wimmer

Die kuratierte Gruppenausstellung eröffnet einen Einblick in die Vielfalt des künstlerischen Schaffens der Vereinsmitglieder.
Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Galerie der DG wird mit dieser Präsentation an die Tradition der Mitgliederausstellung angeknüpft.

Ausgewählte Künstler:
Nicole Ahland (*1970, Trier)
Judith Egger (*1973, Bayern)
Carsten Fock (*1968, Deutschland)
Katharina Kneip (*1990, Trier)
Nikodemus Löffl (*1960, Süddeutschland)
Michael Merkel (*1987, Dresden)
Sybille Rath (*1970, Bonn)
Nele Ströbel (*1957, Stuttgart)


Eines Morgens vielleicht (Forse un mattino)
Eines Morgens vielleicht, schreitend in einer Luft,
gläsern und dünn, wend ich mich um und sehe sich das Wunder vollziehn,
das Nichts mir zur Seite, Leere im Rücken,
mit der Angst des Betrunkenen.

Dann wie auf einem Bildschirm lagern sich plötzlich
Bäume, Häuser und Hügel, wie in gewohntem Trug.
Doch dann ist es zu spät; und schweigsam geh ich
unter den Menschen, die nie sich wenden, mit meinem Geheimnis.

(Eugenio Montale, 1896–1981)

Fotos
Gerald von Foris (1 – 5)

Tread softly because you tread on my dreams’
Bettina Khano und Andrea Wolfensberger
27.4. bis 23.6.2018

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 26.4.2018
von 18 bis 21 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

19:30 Uhr
Begrüßung: Benita Meißner
Einführung: Jörg van den Berg (Große Kunstschau Worpswede)
Die Künstlerinnen sind anwesend.

The Cloths of Heaven

Had I the heavens‘ embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half-light,
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams;
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.

William Butler Yeats (1865–1939)

Tread softly because you tread on my dreams‘ ist der Titel der zweiten Ausstellung der Reihe ‘Doppelpass‘, in der jeweils zwei KünstlerInnen auf den Ausstellungsraum der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst reagieren. Bettina Khano (*1972 in Hamburg) und Andrea Wolfensberger (*1961 in Zürich) begegnen sich über einen konzentrierten Gedankenraum, der die Besucher in eine andere Dimension eintauchen lässt, sie erdet und umschließt. Beide Künstlerinnen vereint ihr formal breit angelegtes Oeuvre. Ihr jeweils stark konzeptuell ausgerichteter Arbeitsprozess geht von konkreten Raumsituationen oder Gedanken-Konstrukten aus. Elementare Phänomene der menschlichen Wahrnehmung, aber auch der Natur werden in einer sinnlich rezipierbaren Gestalt zur Anschauung gebracht. Die künstlerische Aufmerksamkeit gilt dem unsichtbaren Dazwischen. Der Versuch einer Formfindung für das Unsichtbare stellt dabei ein Leitmotiv dar. Die geschaffenen Bilder erscheinen vertraut, erinnern an alltägliche Momente, vergessen geglaubte Seherlebnisse, an beiläufig Registriertes. Trotz dieser Bezüge bleiben die Arbeiten bis zu einem gewissen Grad undurchdringlich, lösen Irritation aus, unter anderem aufgrund der inhärenten Spannung zwischen dem Bekannten und seiner unmittelbar wahrgenommenen Übersetzung, zwischen dem ‚Bild im Kopf‘ und seinem konkreten Gegenüber.

Beide Künstlerinnen arbeiten für den Ausstellungsraum an neuen raumgreifenden Werken, die sie wohlüberlegt im Raum platzieren. Bettina Khano lässt einen farbigen Raum entstehen, der der Kraft des Lichtes Entfaltungsmöglichkeiten bietet. „Wo bin ich im Hier?“ Diese Frage umkreist Khano in ihrem Werk und damit das Kernthema unserer menschlichen Existenz: Das Suchen und Finden unseres Platzes in der Welt. Der Betrachter schlüpft in die Rolle des Akteurs, der den Raum in einer Zeitlichkeit erfährt. Das Thema Lyrik ist nicht nur in Form des Ausstellungstitels präsent, sondern auch ganz konkret über die Arbeiten von Andrea Wolfensberger. Die Künstlerin überführt Sonogramme in greifbare Strukturen. So haben in einer großen Skulptur aus Wellpappe ein Gedicht von Ingeborg Bachmann und in einer Wandarbeit ein arabisches Gedicht von Hanane Aad neue Formen gefunden.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)