Der DG Kunstraum lädt herzlich zur Kuratorenführung durch die Ausstellung „Doppelpass VIII. Erdanziehung“ ein. Benita Meißner, Kuratorin des DG Kunstraums, führt durch die Ausstellung und gibt Einblicke in ihre Entstehung. Dabei gibt es Raum für Fragen, eigene Beobachtungen und ein gemeinsames Gespräch.
Die Erdanziehung hält uns auf der Erde – und doch sind wir Teil eines größeren Kosmos. Diesen Zusammenhang versucht der Mensch seit jeher zu deuten und begreifbar zu machen: mit naturwissenschaftlichen Berechnungen, philosophischen Überlegungen und spirituellen Vorstellungen. ‚Doppelpass VIII. Erdanziehung‘ bringt die künstlerischen Positionen von Judith Neunhaeuserer und Lukas Kindermann zusammen. Beide verhandeln die Schwerkraft als physikalische wie poetische Kraft. Unser Sonnensystem wird dabei zum künstlerischen Experimentierfeld.
Ort: Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V., Finkenstraße 4, 80333 München
Im Rahmen der Ausstellung ‚Doppelpass VIII. Erdanziehung‘ lädt der DG Kunstraum zur wiederkehrenden Veranstaltungsreihe Kunst und Wissenschaft im Dialog ein. Zu Gast ist Dr. Patrick Stoffel von der Leuphana Universität Lüneburg. Im Gespräch geht es um Erdgeschichte und Umwelt sowie um die Frage, wie sich unser Verhältnis zur Erde im Laufe der Zeit verändert hat. Patrick Stoffel studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Bochum, Bonn, Paris und Florenz. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt ‚Urzeit und Umwelt‘ an der Leuphana Universität Lüneburg.
Zur Ausstellung Die Erdanziehung hält uns auf der Erde – und doch sind wir Teil eines größeren Kosmos. Diesen Zusammenhang versucht der Mensch seit jeher zu deuten und begreifbar zu machen: mit naturwissenschaftlichen Berechnungen, philosophischen Überlegungen und spirituellen Vorstellungen. ‚Doppelpass VIII. Erdanziehung‘ bringt die künstlerischen Positionen von Judith Neunhaeuserer und Lukas Kindermann zusammen. Beide verhandeln die Schwerkraft als physikalische wie poetische Kraft. Unser Sonnensystem wird dabei zum künstlerischen Experimentierfeld.
Ort: DG Kunstraum Diskurs Gegenwart, Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V., Finkenstraße 4, 80333 München
Im Rahmen der Ausstellung ‚Doppelpass VIII. Erdanziehung‘ lädt der DG Kunstraum zu einem Gespräch mit Judith Neunhaeuserer und Lukas Kindermann ein.
Die beiden Künstlerinnen sprechen über die Entstehung ihrer Arbeiten, ihre künstlerischen Methoden und die gedanklichen Hintergründe der Ausstellung. Die Besucherinnen sind eingeladen, Fragen zu stellen, eigene Beobachtungen einzubringen und mit den Künstler*innen ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss führt ein gemeinsamer Gang zum Digital Art Space, wo der zweite Teil der Ausstellung zu sehen ist.
Zur Ausstellung
Die Schwerkraft hält uns auf der Erde – und doch sind wir Teil eines größeren Kosmos. Diesen Zusammenhang versucht der Mensch seit jeher zu deuten und begreifbar zu machen: mit naturwissenschaftlichen Berechnungen, philosophischen Überlegungen und spirituellen Vorstellungen. ‚Doppelpass VIII. Erdanziehung‘ bringt die künstlerischen Positionen von Judith Neunhaeuserer und Lukas Kindermann zusammen. Beide verhandeln die Erdanziehung als physikalische wie poetische Kraft. Unser Sonnensystem wird dabei zum künstlerischen Experimentierfeld.
Ort: Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V., Finkenstraße 4, 80333 München
Der DG Kunstraum lädt herzlich zur Finissage von ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ ein. Bei kühlen Getränken und Musik lassen wir die vergangenen Ausstellungswochen gemeinsam ausklingen.
Die Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ widmete sich dem Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins. Unterschiedliche künstlerische Positionen setzten sich mit Luft, Atem und körperlicher Wahrnehmung auseinander und machten diesen meist unsichtbaren Prozess auf vielfältige Weise erfahrbar.
‚AUS-ATEM‘ Zum Abschluss der Ausstellung präsentiert Wolfrik Fischer eine besondere Klangperformance, die das Atmen – insbesondere das Ausatmen – in den Mittelpunkt stellt. Der interdisziplinäre Künstler arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten im multimedialen Bereich und ist stets auf der Suche nach neuen Perspektiven. Er entwickelt ein musikalisches Ritual des Übergangs: Während das Einatmen den Auftakt der Ausstellung markierte und den Beginn eines Zyklus symbolisierte, wird das Ausatmen nun zum Moment des Loslassens – all dessen, was sich im Verlauf der vergangenen Wochen angesammelt hat.
Ausatmen lässt Altes zurück und schafft Raum für Neues – ohne Ausatmen ist kein weiteres Einatmen möglich. Die Besucher*innen der Finissage sind eingeladen, sich zu Beginn des Stückes aktiv zu beteiligen und gemeinsam mit Wolfrik Fischer den Atem als gemeinsames Medium der Erfahrung zu erkunden.
Ort: DG Kunstraum Diskurs Gegenwart, Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V., Finkenstraße 4, 80333 München
Abb. Ausstellungsansicht: ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ Abb. Kachel: Stefan Ehrlich, 2021
Im Rahmen der Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ lädt der DG Kunstraum zu einer Ausstellungsführung mit der Kuratorin Benita Meißner ein. Dabei gibt es die Möglichkeit, gemeinsam durch die Ausstellung zu gehen und über die gezeigten Arbeiten ins Gespräch zu kommen.
Die Gruppenausstellung reflektiert das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Zehn künstlerische Positionen setzen sich auf unterschiedliche Weise mit Luft, Atem und körperlicher Wahrnehmung auseinander.
Die Kunst versucht seit Jahrhunderten, das Unsichtbare und Flüchtige der Luft sichtbar zu machen. Während Luft lange vor allem als Motiv erschien – etwa als Wind, Wolke, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem –, wird sie in der Moderne zunehmend selbst zum Material künstlerischer Arbeit. Zeitgenössische Positionen machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar und eröffnen mit dem Atem einen Denkraum zwischen Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderem.
Abb.: Ausstellungsansicht ‚Fast eine Tonne‘, DG Kunstraum 2026, Foto: Gerald von Foris
Im Rahmen der Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ lädt der DG Kunstraum zu einer Atemmeditation mit dem Meditationsleiter Kurt Horz ein. Die Gruppenausstellung setzt sich mit Luft, Atem und körperlicher Wahrnehmung auseinander und fragt nach dem Verhältnis von Körper, Raum und Umgebung.
Die Meditation findet zwischen den ausgestellten Arbeiten statt und eröffnet einen besonderen Zugang zur Ausstellung. Durch Atem- und Wahrnehmungsübungen entsteht ein ruhiger gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem sich die Themen der Ausstellung auf körperlicher Ebene erleben lassen.
Laudatio und Preisverleihung Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzende der DG
im Anschluss
Künstlergespräch Dr. Alexander Heisig, 1. Vorsitzende VAH und Benita Meißner im Gespräch mit Susanne Wagner
Susanne Wagners künstlerische Arbeit setzt sich in kreativer, überraschender und immer tiefgründiger Weise mit den sozialen und existentiellen Fragen unserer Zeit auseinander und findet dafür innovative Umsetzungen mit großer Stimmigkeit und formaler Kraft.
In einem vielgestaltigen Werk, das sich souverän zwischen Skulptur, Installation, Video und ortsspezifischen Arbeiten bewegt, hat sie insbesondere in kirchlichen und öffentlichen Räumen eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelt. Ihre Arbeit wurde entsprechend mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Charakteristisch für Wagners Arbeiten ist die Verbindung formaler Präzision mit inhaltlicher Vielschichtigkeit. Themen wie Textilität, Körperlichkeit und gesellschaftliche Zuschreibungen durchziehen ihr Werk – etwa in der Rauminstallation ‚Sigrid‘, 2019 in St. Paul, München, in der Keramikskulptur ‚Schwarzbild‘ (2015 und 2025), in der Installation ‚Mamma‘ (2025), die auf eindringliche Weise Fragen von Verletzlichkeit, Gewalt und öffentlicher Inszenierung verhandeln oder in der Arbeit ‚Schmerzpunkt‘, die im Rahmen des Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags Würzburg 2026 zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche ausgewählt und an vielen Orten in Deutschland umgesetzt wurde und wird.
Auch im sakralen Kontext, beginnend mit der innovativen Gestaltung der liturgischen Orte 2011bis 2013 in keramischer Technik für St. Johann Baptist Eching bei Landshut bis zuletzt 2023 bis 2025 in Sichtbeton für ‚Maria Schutz Altar‘ in München-Pasing, gelingt es ihr, traditionelle Bildwelten sensibel zu transformieren und zugleich aktuelle Perspektiven einzubringen.
Susanne Wagners Kunst überzeugt durch ihre formale Kraft, ihre mediale Vielfalt und eine oft subtile, humorvolle Doppelbödigkeit. Gerade weil sie nicht laut auftritt, sondern ihre Themen mit leiser Konsequenz verfolgt, erscheint sie als besonders würdige Preisträgerin des Kunstpreises der DG 2026.
Ort: Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V., Finkenstraße 4, 80333 München Wann: 7. Juli 2026, 19 Uhr
Abb. Susanne Wagner, Installation „MAMMA“ in der Rathausgalerie, 2025, Foto: Johannes Seyerlein
Lunge optional: wie atmen Tiere? – Ein Gesprächsabend mit Hendrik Müller
Wie atmen Tiere – und was lässt sich daran über Leben, Körper und Umwelt ablesen? Diesen Fragen widmet sich der Gesprächsabend mit Hendrik Müller im Rahmen der Reihe ‚Wissenschaft und Kunst im Dialog‘ zur Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘. Als stellvertretender Leiter und Kustos der Zoologischen Sammlung der Universität Halle beschäftigt sich Hendrik Müller mit Tieratmung und eröffnet wissenschaftliche Perspektiven auf ein meist unbewusstes, aber grundlegendes Element des Lebens.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit Luft und Atem als künstlerischem Motiv und Material. Der Gesprächsabend greift diese Themen auf und bringt wissenschaftliche und künstlerische Zugänge miteinander ins Gespräch.
Programm 19 Uhr Performance ‚Becoming‘ Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee
19:30 Uhr Begrüßung und Einführung Dr. Uli Schäfert, Vorstand DG Benita Meißner, Kuratorin
Performance Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee
Die Gruppenausstellung Fast eine Tonne: Atemraum reflektiert das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Als ewiges Symbol für Geist und Seele taucht der Atem seit jeher in Mythologie, Religion und Philosophie auf: Die antiken Götter erweckten damit Pygmalions Skulptur Galathea zum Leben, in der Schöpfungsgeschichte haucht Gott dem Menschen den Odem des Lebens ein, und auch Buddha nutzt den Atem als Weg zur Erleuchtung.
Auch die Kunst versucht seit Jahrhunderten, das Unsichtbare und Flüchtige der Luft sichtbar zu machen. Spätestens seit der Renaissance gehört ihre Darstellung zu den besonderen Herausforderungen der Kunst, insbesondere der Malerei. Luft selbst als Material einzusetzen, ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen. Seit der Moderne wenden sich Künstler*innen der Luft nicht mehr nur als Motiv, sondern auch als Werkstoff zu. Sie erscheint nicht länger allein als Wind, Wolke, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem, sondern wird selbst zum Medium künstlerischer Arbeit. Zeitgenössische Positionen machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar und eröffnen mit dem Atem einen Denkraum zwischen Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderem.
Der Ausstellungstitel verweist zugleich auf die physische Präsenz der Luft. Obwohl unsichtbar, besitzt Luft Gewicht: Ihre Moleküle haben Masse. Ein Kubikmeter Luft wiegt rund 1,3 Kilogramm – auf das Volumen des Ausstellungsraums gerechnet ergibt das fast eine Tonne Luft.
Die Bandbreite der Möglichkeiten Atem oder Luft darzustellen in der Kunst ist groß und so sind von Videoarbeiten, über Installation, auch klassischen Medien wie Malerei und Zeichnung in der Ausstellung vertreten. Daiki Kimoto zog zu Beginn der Pandemie für sein Studium der Bildenden Kunst nach Deutschland. Herausfordernd für einen jungen Menschen, in einem fremden Land. In dieser Zeit entwickelte er einen eigenen künstlerischen Coronatest: So lange er den Atem anhalten konnte, zeichnete er Linien auf kleine Blätter. Je gesünder die Lunge, desto verspielter und freier wurden die Linien. Jedes Blatt versah er akribisch mit Datum und Uhrzeit.
Ob Klang, Bewegung oder Zeichnung – der Atemrhythmus und der Takt des Geschehens sind stets eng miteinander verwoben. Vor dem Hintergrund experimentieren Jin Lee, Alexander Gerner und Christoph Lammers damit, wie sie sich gegenseitig durch ihre Atmung beeinflussen, Rhythmen neu gestalten und sich im Raum begegnen. Der Atem, der uns ein Leben lang begleitet, vom ersten Atemzug bei der Geburt bis zum letzten Seufzer. Der Rhythmus ist und uns mit allem und allen verbindet. Es ist ein Spiel zwischen den Akteuren, das von Spontanität, Intuition, Vertrauen in dem Moment geprägt ist. Die Performance ‚Becoming‘ wurde in der Vorbereitung der Ausstellung aufgezeichnet und ist als Videoarbeit zu sehen.
Wie viel Luft passt in unsere Lungenflügel? Ausgehend von dieser Frage entwickelte Afra Dopfer eine partizipative Installation. Die Besucher*innen sind eingeladen schwarze Luftballons mit ihrem Atem zu füllen – jeder Ballon trägt ein Lungenvolumen in sich. Der ‚formlose‘ Atem erhält eine Grenze, eine Form, eine Farbe: eine Gestalt. Das Luftvolumen wird von außen ins Körperinnere, vom Körperinneren zurück nach Außen geatmet. Dazu sind assoziative Videosequenzen entstanden, die an die verschiedenen Eigenschaften des Atems spielerisch anknüpfen.
Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Carsten Fock steht die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Landschaftsmalerei. Landschaftsdarstellungen sind für Fock Projektionsflächen gesellschaftlicher und politischer Vorstellungen – von romantischen Naturbildern bis zu den Bildpolitiken des geteilten Deutschlands. Das Kunstwerk in der Ausstellung stammt aus dem Zyklus ‚Heaven Above‘ und lässt direkt Assoziationen an barocke Himmel zu. Farbwolken, teils mit den Fingern aufgetragen, türmen sich nebeneinander auf. Dabei sind die Wolken sind nicht nur heiter, sie wirken bedrohlich und frei nach dem Sprichwort, ‚da braut sich etwas zusammen‘ steht das Bild eher für eine Gefühls-als eine Wetterlage.
Sara Mayoral Jimenez absolvierte in diesem Jahr ihr Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die Ausstellung zeigt eine Weiterentwicklung ihrer Installation ‚Ora‘. Die gezeigten Glasobjekte entstanden in traditioneller Glasbläserkunst – sie sind durch Atem geformt. In ihrer organischen Form erinnern sie an Verdauungsorgane und innere Körperlandschaften. Einige der Gefäße enthalten Flüssigkeiten, Früchte, Pflanzen und Blüten, die einem Gärungsprozess unterliegen und dabei Gase freisetzen. Durch dieses Zusammenspiel verbindet die Installation skulpturale Formen mit natürlichen Prozessen von Transformation, Verfall und Erneuerung.
Janna Jirkova beschäftigt sich in ihrer Kunst u.a. mit Wahrnehmung des eigenen Körpers. Oft verschwinden dabei die Grenzen zwischen Skulptur, Installation oder Videoarbeiten, aber auch zwischen organisch anmutenden Materialien und Technik. Seit längerem arbeitet sie an einer Art Körpererweiterung, die wiederum die Wahrnehmung des Körpers beeinflusst. In der Ausstellung ist die Abformung eines Oberkörpers zu sehen, der von myzelartigen Strukturen überzogen ist.
Benjamin Zuber hinterfragt in seiner Installation „We are the storm“ kritisch das Streben nach permanenter Selbstoptimierung. Im Inneren eines Pavillons hängen Handtücher, bedruckt mit den Titeln international erfolgreicher Selbstoptimierungsliteratur. Die Besucher*innen sind eingeladen, eine Handpumpe zu betätigen: Die erzeugte Luft strömt durch einen Schlauch in die sportliche Interpretation einer Bahre.
Susanne Wagner eignet sich in einem performativen Akt das ‚Hot Lips‘-Logo der The Rolling Stones an. Unter einem lebensgroßen Papier kauernd entfaltet sie durch die Streckung ihres Körpers ein gemaltes Bild: Sichtbar wird ein Mund, dem ein Ausatmen, ein ‚Ahh‘, entweicht. Das Logo wurde 1970 von John Pasche im Auftrag von Mick Jagger entworfen und bezog sich ursprünglich auf Eigenschaften der indischen Göttin Kali, die für weibliche Energie, Tod und radikale Erneuerung steht – ein Bezug, der über die Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Die Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Wir laden zu partizipativen Stationen und thematischen Führungen ein.
Abb. 1–2: Aufnahmen Performance, Jin Lee, Alexander Gerner, Christoph Lammers
Im Rahmen der Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ lädt der DG Kunstraum zu einer Lesung mit Aperó und Eva-Maria Braun ein. Die Lesung trägt den Titel „Zwischen den Atemräumen“. In diesem Raum bewegen sich ihre Texte auch inhaltlich. Ein Raum, der eigentlich kaum greifbar ist, ein kurzer Moment zwischen Ausatmen und Einatmen. Der Atem hält für einen Augenblick inne und die Zeit scheint stillzustehen. Es ist ein Zustand zwischen Vergangenem und Zukunft, zwischen Loslassen und Neubeginnen. Ein Zustand zwischen Nicht-mehr und Noch-nicht. Ein Zwischenraum, in dem wir verbunden sind, in dem uns aber gleichzeitig auch die Begrenztheit des Lebens bewusst wird.
Eva-Maria Braun (*1979) lebt und schreibt in Bamberg. Aufgewachsen in einem Haus voller Bücher und ausgestattet mit einer großen Liebe zur Literatur, studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg und arbeitete später in Hörfunk und TV-Produktion. Als Texterin und Autorin schreibt sie heute Auftragstexte, Lyrik und Kurzprosa. Ihre Gedichte wurden in verschiedenen Anthologien, Magazinen und im Rahmen von Kunstprojekten veröffentlicht. Eva-Maria Braun war Teil des Projekts ‚Das Lyrische Foyer‘ um den Hamburger Lyriker Fritz Sebastian Konka und veröffentlichte gemeinsam mit ihm den Band ‚Vom Leben und anderen Unwägbarkeiten‘ (edition neje tieden). Im Verlag ruach.jetzt erschien ihr Lyrischer Begleiter ‚Fragst Du, antworte ich‘. Derzeit arbeitet sie an einem Kurzprosa-Band über die weibliche Erinnerung, der 2027 erscheinen soll.