DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Geschützt: U Can Take
9.9. bis 23.9.2022

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Videoarbeit ‚Flagge’
von Maximilian Prüfer
zu den European Championships

Im Rahmen der European Championships Munich 2022 empfängt München die größte Sportveranstaltung seit den Olympischen Sommerspielen 1972 vom 11. bis 21. August 2022. Das Erzbistum München und die Ev. Landeskirche in Bayern stellen dabei die Videoarbeit „Flagge“ von Maximilian Prüfer vor. In diesem Video schwingt der Künstler mit großer Kraftanstrengung eine Weiße Flagge – ein Bemühen, das Fragen stellt. An friedliche Sportwettkämpfe, nach Frieden in unserem  eigenen Leben und ganz aktuell: Wie schwer ist es doch, sich besonders hier in Europa für ein friedliches Miteinander einzusetzen! Das kräftezehrende Ringen um Frieden wird in jedem Moment spürbar.

Auf der Suche …‘ Ausstellung
in der AkademieGalerie
8.6. bis 17.6.2022

Mit Werken vonCheng-Hsin Chiang, Paula Niño, Khashayar Zandyavari, Hang Zhou

Eröffnung: Di, 7.6.2022, 19 Uhr

Öffnungszeiten: täglich 17 bis 19 Uhr

Ort: AkademieGalerie, U‑Bahnhof Universität, Ausgang Akademiestraße

Das Ausstellungsprojekt Auf der Suche beschäftigt sich mit verschiedenen Suchbewegungen des Menschen. In einem dialogischen Prozess entstehen Installationen, Malereien, performative Arbeiten, Text- und Videoarbeiten. Damit werden die Potenziale thematisiert, die aus der Begegnung von Menschen und Dingen entstehen. Diese Kontaktzonen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer wieder neu aktiviert werden – durch Handlungen, die einen neuen Fluss von Ereignissen und Widerständen erzeugen.

Sommerferien

Liebe Besucher*innen,

unsere nächste Ausstellung

U Can Take

eröffnen wir zur Open Art am
Freitag, 9. September 2022
18 bis 21 Uhr

Wir wünschen eine
schöne Sommerzeit!

Vorschau
U Can Take
9.9.22 bis 23.9.22

Programm

Eröffnung mit Performanceprogramm 
zur Open Art

Fr. 9.9.2022
18.15 Uhr Felix Helmut Wagner, Wien
19 Uhr Max Weisthoff, München

Sa. 10.9.2022
14 Uhr Esther Abdelghani, München
16 Uhr Haveit, Pristina (Kosovo)

So. 11.9.2022, 14 bis 16 Uhr
Gabi Blum, München
Lisa Stertz, Berlin

Finissage
Fr. 23.9.2022
19 Uhr Ruth Geiersberger liest
Marina Abramović ‚Durch Mauern gehen

Mittelpunkt der Ausstellung bildet die großformatige Wandmalerei ‚You Can Take‘ des Münchner Künstlers Lars Koepsel, die sich als komplexes mehrfarbiges Schriftbild in der gesamten Höhe des DG Kunstraums präsentiert. Inspiriert durch das Studium chinesischer Kalligrafie aus dem ersten Jahrtausend vor Christus setzt sich Koepsel seit den frühen 1990er Jahren in seinem Werk hauptsächlich mit Schrift auseinander. Die Arbeit ‚You Can Take‘ greift den Refrain „you can take my body, you can take my bones, you can take my blood, but not my soul” des Songs ‚At The Purchaser’s Option‘ von Rhiannon Giddens[1] auf. 

Bereits seit der Antike wird die grundlegende philosophische Frage nach der Beziehung von Körper und Seele, oder allgemeiner Materie und Geist, verhandelt. Sind Geist und Körper zwei verschiedene Substanzen? Wenn ja, wie sind sie miteinander verbunden? Wenn nein, ist der Geist etwas Körperliches, oder ist der Körper eine Form des Geistes? Ist die Seele frei und der Körper nicht? Diesen im Raum visualisierten Themenkomplex loten die regionalen und internationalen Künstler*innen mit einem kontrastreichen Video- und Performanceprogramm aus. ‚U Can Take’ eröffnet zum OPEN ART Wochenende unter anderem mit Max Weisthoff aus München, der Themen wie Maske, Kontrolle und Übergriffigkeit bearbeitet und dem HAVEIT-Kollektiv aus Pristina/Kosovo, die sich in ihrer Arbeit mit queerfeministischen Themen wie Frauen*- und LGBTQ+ Rechten auseinandersetzen.

In der klassischen Performance definiert sich Präsenz ganz entscheidend über den Körper und doch geht sie darüber hinaus. Gina Pane bringt es auf den Punkt: „Der Körper wird selbst zur Idee, während er vorher nichts anderes war als ein Übermittler von Ideen. Es gibt einen ziemlich ausgedehnten Bereich, der es wert ist, erforscht zu werden. Von dort aus ist es möglich, andere Räume zu betreten, wie den der Kunst zum Leben, in denen der Körper nicht länger eine Repräsentation ist, sondern eine Transformation.“[2] Der Körper wird in einem selbstreflexiven Akt verdinglicht, er wird aber auch zum Schauplatz von Wunden, Schmerz und Gewalt. 

Performancekunst ist für manche Menschen, die sich für zeitgenössische Kunst interessieren, schwer zugänglich. Marina Abramović beweist mit der Performance ‚The Artist Is Present‘, die im New Yorker MoMA Tausende von Besucher*innen anzog, dass das auch ganz anders sein kann. Und so liest sich auch ihre Autobiografie[3]: Es ist als säße sie beim Erzählen ihrer Geschichte direkt vor der lesenden Person. Im Rahmen der Finissage leiht die Münchner Performancekünstlerin Ruth Geiersberger, auf den ersten Blick scheinbar das Gegenteil von Marina Abramović, der Performance-Ikone ihre Stimme.

Wandmalerei 
Lars Koepsel

Videoprogramm
Gabi Blum
Johannes Evers
Marco Schuler

Performanceprogramm
Esther Abdelghani
Gabi Blum
Haveit
Lisa Stertz
Felix Helmut Wagner
Max Weisthoff

Fotos
Lars Koepsel, You Can Take, 2022
Haveit, 8th of March, 2021

Die Ausstellung wird gefördert durch „Verbindungslinien BBK“

[1] Rhiannon Giddens (* 21. Februar 1977 in Greensboro, North Carolina) ist eine Sängerin traditioneller US-amerikanischer Folk- und Old-Time-Musik, aber auch irisch-gaelischer Musik.
[2] Gina Pane, übersetzt und zitiert nach: Francesca Alfano Miglietti, Extreme bodies. The use and abuse of the body in art, Mailand 2003. S. 28
[3] Marina Abramović: Durch Mauern gehen, München 2016.

Vorschau
Im Augenblick des Staunens fällt das Ich mit der Welt in eins
5.10. bis 16.12.2022

Hanna Nitsch, Birth 15 aus La Source/Die Quelle, 2022

Eröffnung 5.10.2022, 18 bis 21 Uhr

Ausstellungsorte
DG Kunstraum & Katholische Akademie in Bayern 

Ausstellung bis 16. Dezember 2022

Künstler*innen im DG Kunstraum

Fadi Aljabour (*1980, Damaskus, lebt und arbeitet in Berlin)
Nina Lamiel Bruchhaus (*1990 Borken, lebt und arbeitet in Berlin)
Lea Corves (*1993 in Lübeck, lebt und arbeitet in Dresden)
Katrin Esser (*1985, lebt und arbeitet in Leipzig) 
Flora Fritz (*1998 in Bretten, lebt und arbeitet in Karlsruhe)
Hanna Nitsch (*1974 in Freiburg i.Br, lebt und arbeitet in Braunschweig)
Birgit Szepanski (*1970 in Hagen, lebt und arbeitet in Berlin)
Markus Zimmermann (*1978 in Hannover, lebt und arbeitet in Berlin)

Künstler*innen in der Katholische Akademie in Bayern

Alwine Baresch (*1995 in Caransebeș, lebt und arbeitet in Braunschweig)
Toni Mauersberg (*1989 in Hannover, lebt und arbeitet in Berlin)
Lukas Sünder (*1989 in Hanau, lebt und arbeitet in Offenbach)
Markus Zimmermann (*1978 in Hannover, lebt und arbeitet in Berlin)

Der Titel verweist auf existentielle Grenzerfahrungen im weitesten Sinne. Die Zusammenstellung der Arbeiten erfolgte durch ein Kuratorium mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst (DG), des Vereins Ausstellungshaus (VAH), dem Cusanuswerk und der Katholischen Akademie in Bayern

Auf der Suche …‘
Programm im
DG Kunstraum

Thematische Führung durch die Ausstellung
Di, 24.5.2022, 19 Uhr
Di, 31.5.2022, 19 Uhr
Di, 12.7.2022, 19 Uhr

Katalogpräsentation mit musikalischem Programm
Lesung: Franziska Ball, Schauspielerin
Musik: Janine Schrader, Monika Olszak
Di, 21.6.2022, ab 19 Uhr

****Fällt ersatzlos aus: ****

Diskussionsabend mit Künstler*innen
Screening „The Library of Jane Goodall“ von und mit Federico Delfrati
Do, 30.6.2022, 19 Uhr

****

Auf der Suche …‘, findet an folgenden Orten statt:
DG Kunstraum (12. Mai bis 22. Juli 2022)
St. Markus München (11. Mai bis 22. Juli 2022)
Nazarethkirche München (12. Mai bis 22. Juli 2022)
St. Paul (15. Mai bis 3. Oktober 2022)
Erlöserkirche München (15. Mai bis 24. Juli 2022)
Heilig Geist München (18. Mai bis 2. Juni 2022)
Akademiegalerie (7. Juni bis 17. Juni 2022)

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr

Künstler*innen im DG Kunstraum
Cheng-Hsin Chiang
Annabel Daou
Federico Delfrati
Zenita Komad
Schirin Kretschmann
Bea Meyer
Paula Niño
Julian Röder
Khashayar Zandyavari
Hang Zhou

Auf der Suche …‘ – Was sucht der Mensch? Diese Frage erscheint uns heute aktueller denn je: Trotz großer technischer und medizinischer Errungenschaften bestimmt Verunsicherung das Leben der Menschen weltweit. Die anhaltende Klimakrise, der Krieg mitten in Europa und die Corona-Pandemie haben das Gefühl von „Normalität“ zerrissen. Es sind Ereignisse, die die Öffentlichkeit polarisieren, grundlegende, demokratische Werte erschüttern und den sozialen Zusammenhalt auf gravierende Weise in Frage stellen. Die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Frieden, Gesundheit und einer konstruktiven Zukunft erscheint kaum erfüllbar.

Ein Ausstellungsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Empfangshalle
Woher Kollege Wohin Kollege
Markuskirche
11.5. bis 22.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Pfarramt St. Markus Gabelsbergerstraße 6
80333 München
Tel. 089 28 67 69 0 
pfarramt.stmarkus‑m@elkb.de
www​.markuskirche​-muenchen​.de

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr von 9 bis 17 Uhr – und bei den Gottesdiensten

Auf der Suche …“ sind wir immer auch nach Heimat, nach einem Heimatgefühl, wie das Künstlerduo EMPFANGSHALLE in St. Markus eindringlich zeigt. WOHER KOLLEGE WOHIN KOLLEGE ist 2002 bis 2006 entstanden und als mobile Ausstellung in der Stadt präsent gewesen: „Heimat“ kann man nicht einfach anfassen oder abbilden. „Heimat“ ist ein Gefühl, das sich zusammensetzt aus unterschiedlichsten Stimmungen, Erinnerungen an Erlebtes und Hoffnungen auf ein glückliches Leben. Erst wenn dieses Gefühl mit einem Ausschnitt der realen Welt zur Deckung gebracht ist, kann ein „Heimatbild“ entstehen. EMPFANGSHALLE befragte Angestellte der Münchner Abfallwirtschaft mit Herkunft aus den verschiedensten Ländern zu ihren Bildern für Heimat. Damit diese Bilder entstehen konnten, baute EMPFANGSHALLE ein Müllauto zu einem Wohnmobil um. Mit diesem Wagen sollten die Männer sich auf den Weg machen – einer nach dem anderen – ihr ganz persönliches Heimatgefühl zu fotografieren. Ein einziges Foto, auf dem immer auch das Müllauto zu sehen sein musste, sollte alles sagen, ihre Geschichte erzählen, alle Fragen beantworten. Zurück in München, wurde das Heimatbild dann auf dem Müllauto angebracht, mit dem der Kollege täglich arbeitete. So schwärmte morgens eine mobile Ausstellung in die Stadt aus, bei der die Müllwerker den Münchner*innen ihr Heimatbild zeigten. Kommunikation und Interaktionen auf der Straße sind die Träger des Kunstwerkers im öffentlichen Raum.

Eine Auswahl dieser Fototafeln wird nun im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Auf der Suche …“ in St. Markus gezeigt. In einem Vorgespräch konstatierte Michael Gruber: „Unser Projekt ist fast zwanzig Jahre alt. Und ich habe den Eindruck, mit jedem Jahr wird es aktueller.“ Die Verbindung von Öffentlichkeit und Privatheit findet sich in vielen Aktionen und Installationen von Empfangshalle. Dabei ist ihre Kunst immer ein soziales Geschehen, eine Verortung von Menschen und Gruppen in neu entstehenden Räumen aus Themen, Netzwerken oder Strukturen.

Durch den Krieg in der Ukraine und Tausende geflüchteter Menschen auch in München stellt sich – ganz aktuell und plötzlich sehr nahe gerückt – auch den Besuchenden noch einmal neu die Frage, was Heimat eigentlich ist und bedeutet. Schon in einer halben Stunde Weg durch die Maxvorstadt kann man leicht ein halbes Dutzend Sprachen hören. Wer von den Menschen, die in München leben, ist von Herkunft Münchner*in? Für wen ist München Heimat? Herkunft und Heimat gehen in vielen Biografien eine spannende bis spannungsvolle Verbindung ein. Die Ausstellung in St. Markus geht diesen Fragen nach und macht deutlich, wie alltäglich Transnationalität im Münchner Stadtbild war und ist.

Kuratierung: Sabine Geyer, Benita Meißner und Gunter Schaumann

Über die Künstler …

Corbinian Böhm und Michael Gruber arbeiten seit 2000 gemeinsam als Empfangshalle.

https://​www​.empfangshalle​.de

Corbinian Böhm, geboren 1966, München, lebt und arbeitet in München
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Hans Ladner, Anthony Gormley, Pia Stadtbäumer, Timm Ulrichs, Asta Gröting, Rita McBride.
2000 Meisterschüler, Diplom
Michael Gruber, geboren 1965 in Mallersdorf, lebt und arbeitet in München
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Hans Ladner, Anthony Gormley, Pia Stadtbäumer, Timm Ulrichs, Asta Gröting, Rita McBride.
1999 Meisterschüler, Diplom

Programm …

Mittwoch, 11. Mai, 18.30 Uhr
Vernissage mit Vorführung des Dokumentarfilms
WOHER KOLLEGE WOHIN KOLLEGE – EIN GEFÜHL VON HEIMAT mit Corbinian Böhm und Michael Gruber

Sonntag, 15. Mai, 11.15 Uhr
„Auf der Suche … nach Heimat“
Kunstgottesdienst zur Ausstellung mit Stadtdekan Dr. Bernhard Liess

Samstag, 16. Juli, 18–22 Uhr
FreiRaum St. Markus. Offene Kirche mit Ausstellung und Musik

Donnerstag, 21. Juli, 14.30 Uhr
„(M)ein Gefühl von Heimat“. Erzählcafé in der Ausstellung Im Rahmen des Seniorenprogramms von St. Markus; Anmeldung im Pfarramt erbeten unter 089/28 67 69 0

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Charwei Tsai
Feather Project
St. Paul
15.5. bis 2.10.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Kirche St. Paul
St. Pauls-Platz 11
80336 München
kunstpastoral@eomuc.de

Öffnungszeiten:
täglich von 8:30 bis 17 Uhr

Sehr persönliche und doch universelle Anliegen sind Ausgangspunkt von Tsais Multimedia-Arbeiten. Geografische, soziale und spirituelle Motive prägen ein Werk, das den Betrachter zur Teilnahme außerhalb der Grenzen selbstbezogener Reflexion anregt. In Auseinandersetzung mit der Beziehung von Mensch und Natur meditiert Tsai über die Komplexität kultureller Überzeugungen, Spiritualität und Vergänglichkeit. Deutlich spricht aus ihren Arbeiten die Suche nach Einklang, der Wunsch in Verbindung zu treten und zu sein.

In St. Paul zeigt Charwei Tsai eine Arbeit aus ihrem seit 2011 fortdauernden „Feather Project“. Die Installation besteht aus einem Haufen beschrifteter Federn, die die auf einem großen Spiegel mittig auf einer oktogonalen Sitz-Plattform ruhen.
Die Texte auf den Federn sind Wünsche und Gebete, die von den Kirchenbesucher*innen geschrieben wurden. Während die Künstlerin bei früheren Arbeiten aus dieser Reihe Sätze aus der Sufi-Poesie geschrieben hatte, die sich ebenso auf einen Liebhaber beziehen können, wie symbolisch auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch, so ist hier die partizipative Einbeziehung der Besucher*innen verstärkt: diese sind es die ihren Wünschen und Hoffnungen auf den Federn Ausdruck verleihen.

Das leichte und erstaunlich stabile Wunderwerk „Feder“, das Vögeln das Fliegen ermöglicht und diesen zugleich Wärme und Schutz bietet, regt die Betrachtenden zu vielfältigen Assoziationen an. Die Suche und der Wunsch nach Leichtigkeit, nach Geborgenheit verbinden sich mit der Meditation dieses Naturphänomens. Angesichts des Angriffskrieges im Jahr 2022 gegen die Ukraine mitten in Europa drängen sich auch Assoziationen zu Frieden und Hoffnung auf neue Leichtigkeit und Verbundenheit auf.

Die Reflexion des Spiegels in die Vertikale weist auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde hin, die in der religiösen Architektur traditionell wesentlich ist, während die Federn als Boten der Transzendenz dienen. Es kann sich ein Gefühl der Einheit eröffnen, der Geist erhebt sich über das wahrgenommene Wissen und die Erfahrung hinaus.

Die Gestaltung der oktogonalen Plattform im nördlichen Querhaus der Kirche entspricht formal dem oktogonalen Taufort und der diesen umgebenden Bodengestaltung im südlichen Querhaus. Die Zahl Acht entsteht durch die Verbindung der Zahlen 7 und 1: an sieben Tagen wurde die Erde erschaffen, am ersten Tag der Woche, also dem achten Tag, wurde Jesus Christus von den Toten auferweckt – im christlichen Glauben wird die Taufe als neue Schöpfung und Auferstehung zu neuem Leben gesehen.

Den religiösen Traditionen gemeinsam ist die Verwendung von Bildern aus der Natur, um die Nähe und Fürsorge des Göttlichen zu beschreiben. In der Bibel findet sich u.a. diese Beschreibung der Nähe Gottes im Bild der gefiederten Flügel:
„Er deckt dich schützend mit seinen Schwingen, unter seinen Flügeln findest du Geborgenheit. Seine Treue gibt dir Deckung, sie ist dein Schild, der dich schützt.“ (Psalm 91,4, Neue Genfer Übersetzung)

Kuratierung : Dr. Ulrich Schäfert und Benita Meißner

Über die Künstlerin …

Die Taiwanesischen Künstlerin Charwei Tsai (*1980, Taiwan) studierte an der ‚Rhode Island School of Design‘ Industriedesign und Kunst- und Architekturgeschichte (2002) und absolvierte das postgraduale Forschungsprogramm ‚La Seine‘ an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris (2010).
Ihre Arbeiten wurden vielfach international in Museen, Galerien, auf Biennalen und Kunstmessen ausgestellt. In der kath. Kirche Saint-Séverin in Paris führte Charwei Tsai 2009 die Projekte „A Dedication to Saint Ursula“ und „Baptism“ aus.

Programm …

So. 15.05., 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht mit Eröffnung „Feather Project“ von Charwei Tsai
Einführung und Gedanken von Ulrich Schäfert. Interview mit der Künstlerin. Essay-Texte aus dem Katalog „Auf der Suche…“ vorgetragen von Franziska Ball, Schauspielerin. Zeitgenössische Musik von Thomas Etschmann, Gitarre

So. 29.05., 11.00 Uhr, St. Paul München
Eucharistiefeier der Gemeinde St. Paul mit Bildbetrachtung von Ulrich Schäfert zum „Feather Project“ von Charwei Tsai.

So. 29.05., 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum „Feather Project“ von Charwei Tsai, Gedanken von Ulrich Schäfert. Essay-Texte aus dem Katalog „Auf der Suche…“ vorgetragen von Franziska Bronnen, Schauspielerin.
Zeitgenössische Musik mit Andreas Höricht, Bratsche, und Peter Gerhartz, Tasten

So., 19.06, 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum „Feather Project“ von Charwei Tsai, Gedanken von Marion Mauer-Diesch, Seniorenseelsorge, zur Feder als Symbol für Leichtes und Wahres.
Zeitgenössische Musik

So., 2.10, 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum Abschluss des Projektes „Auf der Suche…“ mit Gedanken von Rainer Hepler.
Zeitgenössische Musik

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel- Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig- Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 4)

Herbert Nauderer
Polyphone Ablagerungen 
Erlöserkirche
15.5. bis 24.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Pfarramt St. Markus
Gabelsbergerstraße 6
80333 München
Tel. 089 28 67 69 0 
pfarramt.stmarkus‑m@elkb.de
www​.markuskirche​-muenchen​.de

Öffnungszeiten:
in der Regel von 10 bis 18 Uhr

Unter dem Titel „Auf der Suche“ präsentieren mehrere Münchner Kirchen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst (DG), der Kunstakademie München sowie der LMU von Mai bis Juli 2022 ein gemeinsames Ausstellungsprojekt.
In der Erlöserkirche wird in diesem Rahmen eine neue Installation von Herbert Nauderer gezeigt.

Herbert Nauderer (* 1958) studierte nach einer Lehre zum Drucker an der Kunstakademie München. Seit 1986 arbeitet er als freier Künstler und Musiker in Weipertshausen am Starnberger See und Maciarello, Elba.

Lange Zeit war die Zeichnung sein vorherrschendes Ausdrucksmittel, das er seit einigen Jahren installativ durch Objekte, Photocomposings und Videos ergänzt und in den Raum erweitert. Außerdem entstehen seit 2015 eigenständige Filmprojekte, so die mehrteilige Videoarbeit „Das Haus des Erfinders“, die Nauderer nach und nach zu einem umfangreichen Werkzyklus erweitert, zu dem auch die Installation „Polyphone Ablagerungen“ gehört. Er nimmt darin Bezug auf Ereignisse der Geschichte, auf aktuelle Geschehnisse, auf Traumata und Verschwörungstheorien.

Nauderer nimmt die Betrachter*innen seiner Werke mit in eine Fantasiewelt von hoher Suggestionskraft. In der Kombination von Installationen, Einbauten, Videos, Zeichnungen, gefundenen Bildern und anderen Materialien erschafft er düstere Traumsequenzen sowie rätselhafte Erzählungen, die mysteriös, absurd, komisch und bedrohlich zugleich sind, dabei aber äußerst intensiv in ihrer Wirkung.

Für die Erlöserkirche baut Nauderer aus rohen Seekieferplatten zwei Boxen mit einem Durchgang dazwischen, die mit Wellbitumenplatten gedeckt sind. Die Materialien sind für eine Kirche untypisch und stellen einen Kontrast zur Architektur dar. Sie erinnern an Slums, formal aber auch an Beichtstühle oder Umkleidekabinen. In jeder Box läuft ein Video, links spricht eine Frau (Jutta Schmuttermaier) einen philosophisch wissenschaftlichen Text zur Lage unserer Gesellschaft, während rechts ein Mann (Alexander Duda) über eine Insel redet, auf der sich angeblich geheime Labore befinden, in denen Experimente an Menschen durchgeführt werden. Der Text der Frau ist anspruchsvoll und komplex, während der des Mannes im Verlauf des Vortrags immer absurder und surrealer wird und uns immer mehr an seiner Erzählung zweifeln lässt.

Programm …

Sonntag, 15. Mai, ab 10 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
// 10 Uhr: Kunstgottesdienst
// 11 Uhr: Künstlergespräch

Sonntag, 24. Juli, 17 Uhr
Finissage – Konzert und Künstler- Gespräch mit Herbert Nauderer

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 4)