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Susanne Wagner
Schmerzpunkt
Kunstinstallation in Würzburg
104. Katholikentag Würzburg

Mit einer Vernissage am Kiliansdom ist am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags die Kunstintervention Schmerzpunkt der Künstlerin Susanne Wagner eröffnet worden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags ausgewählt. Zahlreiche Besucher*innen und Vertreter*innen des lokalen Betroffenenbeirats, des ZdK sowie des Bistums nahmen an der Eröffnung teil. Die Künstlerin setzt sich in ihrem Werk mit sexualisierter Gewalt und dem Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche auseinander. Die Intervention versteht sich als eindrückliche Unterbrechung im Dienst einer aktiven Erinnerungskultur.

Die Installation arbeitet mit einem einfachen, eindrücklichen Bild: Ein roter Punkt markiert Schmerz. Er bleibt bewusst im Unbestimmten. So entsteht eine symbolische Verdichtung, die Raum für individuelle Erfahrungen lässt und zugleich die Kirche als Institution in die Verantwortung nimmt. Dort, wo zuvor ein Umhängekreuz angebracht war, bleibt eine Leerstelle zurück. Auf diese Weise wird sichtbar, was oft unsichtbar bleibt oder unsichtbar gemacht wird.

Schmerzpunkt versteht sich nicht als abgeschlossenes Kunstwerk, sondern als offene Intervention. Während des Katholikentags werden Schmerzpunkte als Hinterglasobjekte an Kirchen und Orten des Katholikentags in Würzburg sichtbar sein. Susanne Wagner: „Mir ist der dezentrale Charakter wichtig: Erinnerung und Verantwortung sind nicht an einen einzigen Ort gebunden. Zugleich wird die Verantwortung der Institution sichtbar.“

Das Konzept ist bewusst so angelegt, dass es weitergetragen werden kann – in Gemeinden, Einrichtungen mit dem jeweiligen konkreten Kontext. Für die Weiternutzung der Objekte nach dem Katholikentag haben sich bereits verschiedene Verbände und Gemeinden deutschlandweit gemeldet. „Meine Hoffnung ist, dass diese Intervention nicht elegant integriert wird in das große Narrativ vom Weg nach vorn. Denn der Schmerzpunkt bleibt. Vielleicht beginnt Trost genau dort: im Nicht-Wegsehen“, so Kai Christian Moritz, Mitglied des Arbeitskreises Kultur des 104. Deutschen Katholikentags und Betroffener.

Die Vernissage wurde einfühlsam von der Cellistin Milena Milatinova Ivanova musikalisch umrahmt.

Abb. 1 ‑3: Schmerzpunkte, Susanne Wagner, 2026, Fotos: Team DG

Sonya Schönberger
Nägel. Vergangenheit erinnern
Kunstinstallation in Stift Haug
104. Katholikentag Würzburg

Ausgangspunkt der Installation sind 13.000 Nägel, die aus Baracken der Zwangsarbeiter*innen in Berlin-Tempelhof stammen und bei einer archäologischen Grabung gefunden wurden. Sie stehen metaphorisch für die Anonymität der ausgebeuteten Menschen, deren Namen und Geschichten wir nicht kennen, die aber in allen deutschen Städten in der Zeit des Nationalsozialismus eingesetzt wurden. Auch in Würzburg wurden circa 9.000 Zwangsarbeiter*innen in Lagern inhaftiert und ausgebeutet.

Im Altarraum von Stift Haug entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Kirchenraum, der Leiden, Opfer, Schuld und Verantwortung in eine lebendige Erinnerung ruft. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf den Nägeln zu bewegen.

Abb. 1–3: Sonya Schönberger, Nägel, 2026, Fotos: Team DG

Ausstellungsführung, Di. 2. Juni 2026, 18 Uhr

Die Kuratorin Annika Schoenmann führt am Dienstag, den 2. Juni um 18 Uhr durch die Ausstellung ‚sichtbar. verknüpft. frei.‘.

sichtbar. verknüpft. frei.‘ ist eine Einladung, das 100 jährige Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. 

Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen, Gesprächen, Performances und offenen Formaten.

Weitere Informationen oder Anmeldung zur Führung erhalten Sie unter info@dg-kunstraum.de

Fast eine Tonne: Atemraum‘
Eröffnung
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18 bis 21 Uhr

Programm
19 Uhr
Performance ‚Becoming‘
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee

19:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Dr. Uli Schäfert, Vorstand DG
Benita Meißner, Kuratorin

Performance
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee

Die Gruppenausstellung Fast eine Tonne: Atemraum reflektiert das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Als ewiges Symbol für Geist und Seele taucht der Atem seit jeher in Mythologie, Religion und Philosophie auf: Die antiken Götter erweckten damit Pygmalions Skulptur Galathea zum Leben, in der Schöpfungsgeschichte haucht Gott dem Menschen den Odem des Lebens ein, und auch Buddha nutzt den Atem als Weg zur Erleuchtung.

Auch die Kunst versucht seit Jahrhunderten, das Unsichtbare und Flüchtige der Luft sichtbar zu machen. Spätestens seit der Renaissance gehört ihre Darstellung zu den besonderen Herausforderungen der Kunst, insbesondere der Malerei. Luft selbst als Material einzusetzen, ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen. Seit der Moderne wenden sich Künstler*innen der Luft nicht mehr nur als Motiv, sondern auch als Werkstoff zu. Sie erscheint nicht länger allein als Wind, Wolke, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem, sondern wird selbst zum Medium künstlerischer Arbeit. Zeitgenössische Positionen machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar und eröffnen mit dem Atem einen Denkraum zwischen Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderem.

Der Ausstellungstitel verweist zugleich auf die physische Präsenz der Luft. Obwohl unsichtbar, besitzt Luft Gewicht: Ihre Moleküle haben Masse. Ein Kubikmeter Luft wiegt rund 1,3 Kilogramm – auf das Volumen des Ausstellungsraums gerechnet ergibt das fast eine Tonne Luft.

Die Bandbreite der Möglichkeiten Atem oder Luft darzustellen in der Kunst ist groß und so sind von Videoarbeiten, über Installation, auch klassischen Medien wie Malerei und Zeichnung in der Ausstellung vertreten. Daiki Kimoto zog zu Beginn der Pandemie für sein Studium der Bildenden Kunst nach Deutschland. Herausfordernd für einen jungen Menschen, in einem fremden Land. In dieser Zeit entwickelte er einen eigenen künstlerischen Coronatest: So lange er den Atem anhalten konnte, zeichnete er Linien auf kleine Blätter. Je gesünder die Lunge, desto verspielter und freier wurden die Linien. Jedes Blatt versah er akribisch mit Datum und Uhrzeit.

Ob Klang, Bewegung oder Zeichnung – der Atemrhythmus und der Takt des Geschehens sind stets eng miteinander verwoben. Vor dem Hintergrund experimentieren Jin Lee, Alexander Gerner und Christoph Lammers damit, wie sie sich gegenseitig durch ihre Atmung beeinflussen, Rhythmen neu gestalten und sich im Raum begegnen. Der Atem, der uns ein Leben lang begleitet, vom ersten Atemzug bei der Geburt bis zum letzten Seufzer. Der Rhythmus ist und uns mit allem und allen verbindet. Es ist ein Spiel zwischen den Akteuren, das von Spontanität, Intuition, Vertrauen in dem Moment geprägt ist. Die Performance ‚Becoming‘ wurde in der Vorbereitung der Ausstellung aufgezeichnet und ist als Videoarbeit zu sehen.

Wie viel Luft passt in unsere Lungenflügel? Ausgehend von dieser Frage entwickelte Afra Dopfer eine partizipative Installation. Die Besucher*innen sind eingeladen schwarze Luftballons mit ihrem Atem zu füllen – jeder Ballon trägt ein Lungenvolumen in sich. Der ‚formlose‘ Atem erhält eine Grenze, eine Form, eine Farbe: eine Gestalt. Das Luftvolumen wird von außen ins Körperinnere, vom Körperinneren zurück nach Außen geatmet. Dazu sind assoziative Videosequenzen entstanden, die an die verschiedenen Eigenschaften des Atems spielerisch anknüpfen.

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Carsten Fock steht die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Landschaftsmalerei. Landschaftsdarstellungen sind für Fock Projektionsflächen gesellschaftlicher und politischer Vorstellungen – von romantischen Naturbildern bis zu den Bildpolitiken des geteilten Deutschlands. Das Kunstwerk in der Ausstellung stammt aus dem Zyklus ‚Heaven Above‘ und lässt direkt Assoziationen an barocke Himmel zu. Farbwolken, teils mit den Fingern aufgetragen, türmen sich nebeneinander auf. Dabei sind die Wolken sind nicht nur heiter, sie wirken bedrohlich und frei nach dem Sprichwort, ‚da braut sich etwas zusammen‘ steht das Bild eher für eine Gefühls-als eine Wetterlage.

Sara Mayoral Jimenez absolvierte in diesem Jahr ihr Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die Ausstellung zeigt eine Weiterentwicklung ihrer Installation ‚Ora‘. Die gezeigten Glasobjekte entstanden in traditioneller Glasbläserkunst – sie sind durch Atem geformt. In ihrer organischen Form erinnern sie an Verdauungsorgane und innere Körperlandschaften. Einige der Gefäße enthalten Flüssigkeiten, Früchte, Pflanzen und Blüten, die einem Gärungsprozess unterliegen und dabei Gase freisetzen. Durch dieses Zusammenspiel verbindet die Installation skulpturale Formen mit natürlichen Prozessen von Transformation, Verfall und Erneuerung.

Janna Jirkova beschäftigt sich in ihrer Kunst u.a. mit Wahrnehmung des eigenen Körpers. Oft verschwinden dabei die Grenzen zwischen Skulptur, Installation oder Videoarbeiten, aber auch zwischen organisch anmutenden Materialien und Technik. Seit längerem arbeitet sie an einer Art Körpererweiterung, die wiederum die Wahrnehmung des Körpers beeinflusst. In der Ausstellung ist die Abformung eines Oberkörpers zu sehen, der von myzelartigen Strukturen überzogen ist.

Benjamin Zuber hinterfragt in seiner Installation „We are the storm“ kritisch das Streben nach permanenter Selbstoptimierung. Im Inneren eines Pavillons hängen Handtücher, bedruckt mit den Titeln international erfolgreicher Selbstoptimierungsliteratur. Die Besucher*innen sind eingeladen, eine Handpumpe zu betätigen: Die erzeugte Luft strömt durch einen Schlauch in die sportliche Interpretation einer Bahre.

Susanne Wagner eignet sich in einem performativen Akt das ‚Hot Lips‘-Logo der The Rolling Stones an. Unter einem lebensgroßen Papier kauernd entfaltet sie durch die Streckung ihres Körpers ein gemaltes Bild: Sichtbar wird ein Mund, dem ein Ausatmen, ein ‚Ahh‘, entweicht. Das Logo wurde 1970 von John Pasche im Auftrag von Mick Jagger entworfen und bezog sich ursprünglich auf Eigenschaften der indischen Göttin Kali, die für weibliche Energie, Tod und radikale Erneuerung steht – ein Bezug, der über die Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Die Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Wir laden zu partizipativen Stationen und thematischen Führungen ein.

Abb. 1–2: Aufnahmen Performance, Jin Lee, Alexander Gerner, Christoph Lammers

Sichtbar.Verknüpft.Frei – 100 Jahre Gedok
Finissage
Donnerstag, 11. Juni 2026, 18 Uhr

100 Jahre Gedok – dieser Anlass wurde groß gefeiert! An drei Orten entstanden vielschichtige Resonanzräume für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigten 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. 

Das Ende der Ausstellung ‚Sichtbar. Verknüpft. Frei‘ im DG Kunstraum zelebrieren wir mit Party und Musik von Simone Fezer ‚new flesh‘ Sound Ele Runge. Come as you are!!

Abb. 1–2: Simone Fezer, in the flesh 2.1(skins), 2022, Foto: Hayo Heye

DG Kunstraum@
munich creative business week

Im Rahmen der Munich Creative Business Week (mcbw), die von bayern design veranstaltet wird, finden vom 4. bis 10. Mai 2026 finden auf der mcbw unter dem Motto „Playground of Possibilities“, Ausstellungen, Installationen im öffentlichen Raum und Diskussionen statt. 

In Kooperation mit GEDOK München e.V. entsteht ein Einblick in aktuelle künstlerische Positionen und Fragestellungen an der Schnittstelle von Kunst und Design mit der Ausstellung ‚sichtbar. verknüpft. frei‘

Chiaki Asanuma stellt feine Glasobjekte zwischen Kunst und Alltag aus, Susanne Elstner fertigt schwebende Broschen aus verkohltem Lärchenholz mit Silber, Pezi Novi stickt neue Muster und sich verbindende Liniengeflechte auf alte Materialien wie Küchenhandtücher, Kirsten Plank präsentiert zerlegbare Gesichterketten und Christine Ziegler transformiert Wolle zu kunstvollen Filzobjekten. 

Großformatige Tuschezeichnungen montiert die Bildhauerin Nina Annabelle Märkl auf Kupferrohr zu vielschichtigen, offenen Skulpturen, während Susanne Thiemann wesenhafte Objekte aus Kunststoffschläuchen flicht und Janina Totzauer in ihren Installationen Modelle neuer Lebensformen aus Keramik erschafft.

Doris Bardong (Wiesbaden-Mainz) zeigt Fake-Taschenobjekte aus Keramik, Ragela Bertoldo (Reutlingen) inszeniert in ihrer Fotografie die Frau als Chamäleon, Renata Brink (Berlin) präsentiert handgewebte abstrakte Objekte, Claudia Christoffel (Bremen) setzt sich in ihrer Sound-Installation mit Gewalt gegen Frauen auseinander und lädt ein zur spontanen Demonstration, Jenny Fässler-Obermeyer (Reutlingen) malt Frauen im Alter, Simone Fezer (Hamburg) installiert eine raumgreifende Arbeit aus Nylonstrümpfen, Emese Kazar (Bremen) nimmt in ihrer Malerei Bezug auf Valie Export und Helga Schwalt-Scherer (Frankfurt) lässt einen Petticoat aus NATO-Draht tanzen.

Kunst.Andacht
Sonntag, 19. April 2026, 19.30 Uhr Kirche St. Paul

Wenn eine Osterkerze mit einem Gang beginnt – Infinite Walk – Performance von Katharina Lehmann

Kirche St. Paul
St.-Pauls-Platz 11
80336 München
Sonntag, 19. April 2026, 19:30 Uhr


Annäherungen an die Osterkerze der Künstlerin Katharina Lehmann mit ihrer erstmals öffentlichen Infinite Walk Performance, Text, Gedanken und zeitgenössischer Klangimprovisation.
Einführung: Ulrich Schäfert, Leiter des Fachbereichs Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie Margit Huber, Vorständin der GEDOKmuc.
Text: Denis Lehmann, gesprochen von Franziska Ball.


Klangimprovisation: Peter Gerhartz (Tasteninstrumente), Monika Olszak (Querflöte/Saxophon). Am 19. April 2026 wird die Kirche St. Paul in München zum performativen Resonanzraum: Die Künstlerin Katharina Lehmann zeigt erstmals öffentlich ihren Infinite Walk – jene körperliche Handlung, aus der die Osterkerze 2026 für Paulskirche hervorgegangen ist.

Der Kirchenraum wird nicht inszeniert, sondern begangen. Schritt, Handbewegung, Faden und Farbe bilden ein fragiles Netzwerk-Gewebe. Der Akt ist präzise, körperlich, zeitgebunden. Das im Januar im leeren Kirchenraum entstandene Gewebe ist bereits materialisiert: als äußere Wachshaut der Osterkerze. Die Performance am 19. April öffnet diesen Prozess für ein Publikum. Die Osterkerze erscheint nicht als statisches Objekt, sondern als Resultat einer Handlung – als skulpturales Zeitprotokoll, das sich im Abbrennen weiter verändert. Musikalische Improvisationen reagieren live auf die Performance. Klang wird zum weiteren Körper im Raum. Sprache tritt hinzu – nicht erläuternd, sondern als Teil der Bewegung. Eine Annäherung an ein liturgisches Objekt aus der Perspektive zeitgenössischer Performancekunst – konzentriert, offen, gegenwärtig.

Rahmenprogramm: So., 5.04., 11 Uhr: Segnung der Osterkerze im Gottesdienst. Danach ist die Osterkerze bis zum Faschingsdienstag 2027 täglich von 9 bis 19 Uhr erfahrbar. So., 19.04., 11 Uhr: Gottesdienst zur Osterkerze. Artist Talk, musikalische Gestaltung. Einführung: Ulrich Schäfert.
*In Anwesenheit von Katharina Lehmann und Margit Huber.

Katharina Lehmann
Katharina Lehmann, 1984 in Westsibirien geboren, lebt und arbeitet in München. 2006 Abschluss der Designschule München; zuvor Studienaufenthalt an der Hyvinkää School of Art in Finnland. Sie erhielt mehrere nationale und internationale Auszeichnungen. 2019/20 nahm sie an der sechsmonatigen Künstlerresidenz „The Swatch Art Peace Hotel“ in Shanghai teil. Durch ihren „Infinite Walk“ erschafft sie Gewebeareale, indem sie Flächen abschreitet. Ihre Werke entführen in eine Welt, in der sich zarte Muster mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Fragen verbinden.

Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising versteht sich als Schnittstelle zwischen Kirche und zeitgenössischer Kunst. Mit Sitz in St. Paul in München initiiert, begleitet und fördert er künstlerische Projekte, die den Kirchenraum als offenen Ort der Wahrnehmung, des Dialogs und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, existenziellen und spirituellen Fragen begreifen. Ziel ist es, Kunst nicht illustrativ einzusetzen, sondern als eigenständige Form gegenwärtiger Erfahrung im sakralen Raum sichtbar und erfahrbar zu machen.

GEDOKmuc
Mit über 300 Mitgliedern ist die GEDOKmuc die größte Regionalgruppe der bundesweiten GEDOK-Organisation, der größten und traditionsreichsten interdisziplinären Künstlerinnenorganisation europaweit. Als gemeinnützig anerkannte Organisation hat sich die GEDOK zum Ziel gesetzt, die Arbeit von talentierten Künstlerinnen aus den Disziplinen Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Musik und Literatur besonders im Kontext grenz- und spartenüberschreitender Tendenzen der Gegenwartskunst nachhaltig zu fördern. Im Jahr 2026 feiert die GEDOK ihr 100-jähriges Bestehen.

Fast eine Tonne: Atemraum
Gruppenausstellung mit Performances
19. Juni bis 13. August 2026

Künstler*innen
Afra Dopfer
Carsten Fock
Alexander Gerner 
Janna Jirkova
Sara Mayoral Jimenez
Daiki Kimoto
Christoph Lammers
Jin Lee
Susanne Wagner
Benjamin Zuber

Lesung 
Eva-Maria Braun

Die Gruppenausstellung ‚ Fast eine Tonne. Atemraum‘ erforscht das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Jedes Einatmen ist ein Beginn, jedes Ausatmen ein Loslassen. Zeitgenössische Künstler*innen aus Bayern machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Der Atem wird zum Denkraum, in dem Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderes unaufhörlich ineinander übergehen. Der Atem ist ein ewig währendes Symbol für Geist und Seele. Die antiken Götter machten damit Pygmalions Skulptur Galathea lebendig, auch in der Schöpfungsgeschichte hat Gott dem Menschen den Odem des Lebens eingehaucht, aber auch Buddha nutzte den Atem, um durch Meditation Erleuchtung zu erlangen. Atem ist auch eine Metapher für Vergänglichkeit, Leben und Tod – denn er kann erlöschen. Aber wie kann so etwas Flüchtiges, Feinmaterielles dargestellt werden?

Luft ist existenziell für alles Lebendige auf der Welt. Sie ist überall, dabei unsichtbar und flüchtig, buchstäblich nicht zu begreifen. Die Darstellung von Luft gehört spätestens seit der Renaissance zu den künstlerischen Herausforderungen. Ihr stellte sich besonders die Malerei. Luft als Werkstoff hingegen ist ein relativ junges Phänomen in der Kunst. Seit der Moderne streben Künstlerinnen die künstlerische Aneignung der Welt wie auch ihre Entgrenzung und Transformation an. Es erscheint deshalb nur folgerichtig, dass sie sich der Luft nicht nur als Idee, sondern auch als Material zuwandten. Luft wird nicht mehr nur als Wind, Wolken, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem abgebildet, sondern bewusst als Medium eingesetzt. 

Die Ausstellung Fast eine Tonne. Atemraum wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Das Team des DG Kunstraums lädt zu einem buchbaren Kinderworkshop ein und thematischen Führungen durch die Ausstellung.

Programm

Eröffnung
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18 bis 21 Uhr
19 Uhr
Performance ‚Becoming‘
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee
19:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Dr. Uli Schäfert, Vorstand DG
Benita Meißner, Kuratorin

Atemmeditation 
Kurt Horz, Anmeldung unter info@dg-kunstraum.de
Freitag, 3./10./17. Juli 2026, 8:30 bis 10 Uhr

Wissenschaft und Kunst im Dialog
PD Dr. Hendrik Müller
Mi. 24. Juni 2026, 19 Uhr

DG Kunstpreis Verleihung an Susanne Wagner
Dienstag, 7. Juli 2026, 19 Uhr

Lesung und Aperó
Eva-Maria Braun
Samstag, 11. Juli 2026, 18 Uhr

Ausstellungsführung 
Dienstag, 22. Juli 2026, 19 Uhr
Dienstag, 4. August 2026, 19 Uhr

Finissage mit Musik
Donnerstag, 13. August 2026, 19 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter www​.dg​-kunstraum​.de. Bitte kontaktieren Sie uns bei Nachfragen zu Text- oder Bildmaterial telefonisch unter +49 89 282548 oder per E‑Mail unter presse@dg-kunstraum.de

Abb.1–2: Zeichnungen, Tinte auf Papier, Daiki Kimoto, 1.1.2023 – 12.1.2023
Abb. 3&6: Videostills, „Atem“, Afra Dopfer, 2006
Abb. 4&9.: Performance, Jin Lee, Alexander Gerner, Christoph Lammers
Abb. 5.: „Pulmonate (Lungenflügler)“, Silikon, Verpackungschips, Lautsprecher, MP3 Player, Wachs, 2022
Abb. 6–7: “ORA” (provisional title), Sara Mayoral Jimenez, 2025

Ungehörte Stimmen
Musikperformance von Anna Heller
Dienstag, 21. April 2026, 19 Uhr

Susanne Thiemann, Kunstpavillon München, 2024

Der DG Kunstraum lädt herzlich zur Musikperformance ‚Ungehörte Stimmen‘ im Rahmen der Ausstellung ‚sichtbar. verknüpft. frei.‘ ein. Die Musikerin und Künstlerin Anna Heller präsentiert Klaviermusik mit Textfragmenten.

sichtbar. verknüpft. frei.‘ist eine Einladung, das 100 jährige Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. 

Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen, Gesprächen, Performances und offenen Formaten.

Abb.: Black to Blue by Susanne Thiemann, Kunstpavillon München, 2024, Foto: Thomas Elsner

Sichtbar und frei?!
Frauen in Kirche und Gesellschaft
Mittwoch, 20. Mai 2026, 19 Uhr

Sichtbar und frei?! Frauen in Kirche und Gesellschaft‘ – das ist der Titel eines Gesprächabends, zu dem wir herzlich einladen. Wir thematisieren Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft von Maria Magdalena bis zur Rolle der Frauen heute.

Referentinnen: Dr. Annette Jantzen, Theologin, und Henriette Hufgard, Philosophin und Kunsthistorikerin
Veranstaltende: Domberg-Akademie, FB Katechese und Evangelisierung und FB Kunstpastoral Erzdiözese München und Freising, GEDOKmuc.

Emese Kazar Body Sign, 2022 60 x 30 x 4,5 cm

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung ‚sichtbar. verknüpft. frei.‘ statt. Sie ist eine Einladung, das 100 jährige Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen und Gesprächen.

Abb.: Emese Kazár, Body Sign, 2022, Öl auf Leinwand, 60 x 30 cm. Foto: Emese Kazár