Wir laden Sie und Euch herzlich ein zur Verrichtung von Ruth Geiersberger
Wie menschlich ist die Pflanze, wie pflanzlich ist der Mensch?
Donnerstag, 8. August 2024, 19 Uhr Performance 30 Minuten
Ruth Geiersberger ist eine herausragende Performerin, Schauspielerin, Sprecherin, und Beobachterin. Sie lenkt ihren Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und entdeckt darin absurde Zusammenhänge. Seit vielen Jahren ist sie als umtriebige Performerin an den merkwürdigsten Orten anzutreffen.
„Was sollen wir tun und wohin tragen wir unsere Fragen?“ – Ein Zitat aus dem Gedicht von Hilde Domin, das Ruths Herangehensweise perfekt einfängt. In ihrem einzigartigen Stil verbindet sie Performance, Gesang und Beobachtung, um eine Mischung aus Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Wahnsinn, Humor und Schönheit zu schaffen.
Suba Chune sind Nicolle Torres und Alejandro Durán, Musiker*innen des Muysca-Volkes von Suba, die bei der Abschlussvorstellung die Klanginstallation mit traditionellen indigenen Instrumenten aktivieren werden. Das Duo wird von La Jaguara und El Rayo begleitet.
‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) ist ein Projekt konzipiert für Dazwischensein 5 von und mit Manuela Illera (Konzept), Nicolle Torres (Research), Guadalupe Arribas (Design), David Blitz (Klanginstallation), Merlin Stadler (Animation), Atabey Mamasita (Performatives Künstleringespräch), Benita Meißner (Kuratorin).
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Abb.: Power Space Closing, 4. Juli 2024 DG Kunstraum, Foto: Benita Meißner
Dienstag, 15. Oktober 2024, 19 Uhr mit Prof. Mikala Samsøe und Yvonne Außmann Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum Ort: DG Kunstraum
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Mikala Holme Samsøe ist Mitinhaberin von ensømble Studio Architektur, Berlin. Sie ist Professorin für Entwerfen und Gestalten an der Technische Hochschule Augsburg, Fakultät für Architektur und Bauwesen. www.ensomble.de/mikala-holme-samsøe
Yvonne Außmann ist Diplom-Geographin, Vorständin der Wogeno und in der Geschäftsführung Cohaus München GmbH
Re* Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.
Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich: Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken. Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen.
Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?
Weitere Informationen zur Re* Vortragsreihe finden Sie hier
Eine Kooperation von DG Kunstraum Diskurs Gegenwart Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
♲ Re* 2 Donnerstag, 26. September 2024, 19 Uhr Dipl. Ing. Univ. Stefan Lautner, Leiter des Baureferats der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern mit Matteo Pelagatti und Niclas Reinke vom Kreativkollektiv Point of No Return (München) Moderation: Helmut Braun, Kunstreferent der Ev.-Luth. Kirche in Bayern Ort: DG Kunstraum
Re* Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.
Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich: Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken. Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen.
Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?
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♲ Re* 1 Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr Dipl. Ing. Univ. Architekt Marinus Kohlhauf, Diözesanbaumeister Erzdiözese München und Freising mit Bernhard König, Breath Earth Collective, Graz, Klima Biennale Pavilion, Wien Moderation: Dr. Ulrich Schäfert, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising Ort: Karmeliterkirche, Karmeliterstraße 1, 80333 München
Re* Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.
Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich: Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken. Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen.
Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?
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Eine Kooperation von DG Kunstraum Diskurs Gegenwart Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Eröffnung Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr Dr. Richard Graupner, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Die kolumbianische Künstlerin Manuela Illera entwickelt die Installation ‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) eigens für den DG Kunstraum und knüpft dabei an ihr letztes Projekt ‚Lenguas Solares‘ (Sprachen der Sonne) an, das sie für das Istituto Cervantes in München geschaffen hat. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Illera die Auswirkungen des Kolonialismus auf Kultur- und Machtstrukturen.
Die Christianisierung Südamerikas, die durch die Reisen von Kolumbus eingeleitet und durch päpstliche Erlasse verstärkt wurden, führte zur Zwangskonvertierung und Unterwerfung der indigenen Bevölkerung. Die Wiederherstellung der Bräuche und des Glaubens ihrer Vorfahr*innen wurde durch die Evangelisierungsprozesse zu einem sehr schwierigen Unterfangen. Illeras Arbeiten ermöglichen es den Besucher*innen verdrängte Kulturgeschichten durch Klang- und Bildsprache zu erkunden. In ‚Piedras Lunares‘ ähneln die zentralen Gestaltungselemente – ein Fledermauskopf und ein ‚Tunjo‘ (Votivfigur) – Kirchenfenstern. Diese Symbole, die auch in den bewegten Bildern vorkommen, stellen Codes dar, die westliche Betrachter*innen für alternative Sichtweisen sensibilisieren wollen und eine spirituelle Wiedergutmachung einfordern.
‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) ist ein Projekt konzipiert für Dazwischensein 5 von und mit Manuela Illera (Konzept), Nicolle Torres (Research), Guadalupe Arribas (Design), David Blitz (Klanginstallation), Merlin Stadler (Animation), Atabey Mamasita (Performatives Künstleringespräch), Benita Meißner (Kuratorin).
Philipp Gufler schafft ein queeres Denkmal und widmet seinen Film ‚Lana Kaiser‘ der gleichnamigen Person, die als Daniel Küblböck vor 20 Jahren in diversen Castingformaten des Privatfernsehens bekannt wurde und im Jahr 2018 bei einer Kreuzfahrt auf dem Weg nach Nordamerika verschwand. Der Film ist eine Kritik an den Medien in Bezug auf die Darstellung von queeren Personen.
Ausstellung von 12. Juli bis 8. August 2024 Eröffnung Donnerstag, 11. Juli 2024, 18 bis 21 Uhr
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
„Es gibt keine außerordentliche Schönheit ohne eine gewisse Seltsamkeit in der Proportion.“ (Edgar Allen Poe 1922)
Katrin Bittl beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit gesellschaftlichen Stereotypen. Sie selbst ist eine behinderte Frau. Ihr wäre es am liebsten zu sagen, dass alle Menschen funktional divers sind. Professor Hermann Pitz über ihre Arbeit: „Katrin Bittl setzt sich mit dem menschlichen Körper auf eine fantastische Weise auseinander. Besonders gut finde ich auch, dass die Bilder auch unabhängig vom politischen Diskurs funktionieren. Sie brauchen ihn nicht zwingend.“
Während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste sind viele Selbstporträts in unterschiedlichen Medien entstanden: Miniaturgemälde oder auch per Video dokumentierte Performances. Für die Ausstellung im DG Kunstraum wählt sie einen neuen Weg. Sie hat mit Hilfe einer KI Bilder generiert, die aus einem persönlichen Foto aus ihrem Archiv ein Van Gogh Gemälde generieren. Dabei war die KI zuerst nicht in der Lage ihren Körper im Rollstuhl als menschlichen zu erkennen, sondern hat aus ihr eine Pflanze erstellt, meist eine Sonnenblume. Damit war eine ungeplante Fortsetzung der Werkserie ‚Mein Leben als Pflanze‘ entstanden. Erst nach einigen Bilderfahrungen hatte die KI, die wohl nur mit stereotypischen Bildern von Menschen bislang gefüttert wurde, gelernt, dass es sich auch bei den Abbildungen der Künstlerin um einen Menschen handelt.
Katrin Bittl reagiert auf die Schlussfolgerungen der KI und kreiert ein neues digitales Pflanzenwesen, aber mit dem Aussehen einer menschlichen Haut. Die digitale Zeichnung erlaubt es der Künstlerin ihre Werke auch überlebensgroß zu konzipieren. Die Hautpflanze erinnert an die Werke in der Ausstellung ‚Sensation‘ der YBA (Brooklyn Museum, 1999). Die Künstler*innen verdankten die Schockwirkung ihrer Kunstwerke weniger dem Bruch mit bestimmten ästhetischen Prinzipien als den gezeigten Körpern und organischen Materialien selbst. Die digitalen Pflanzen von Katrin Bittl stellen einen Schönheitsbruch dar und evozieren absichtsvoll eine gewisse Form von Ekel. Die Haare erinnern an Schamhaare und die Form der Blüte an Genitalien. Die Frage was Kunst zeigen darf und was Gesellschaft zulässt ist leider erneut ein sehr aktuelles Thema. Tobin Siebers reflektiert in seinen Schriften zur ‚Zerbrochenen Schönheit‘ (transcript Verlag) über unsere Sehgewohnheiten und gesellschaftlichen Ängste, die sich auf Menschen die nicht ‚der Norm‘ entsprechen, projizieren.
Ein auf Harmonie, körperliche und gesundheitliche Normvorstellungen gegründetes Kunstverständnis muss dringend hinterfragt werden. Die gesellschaftliche Durchlässigkeit für einen ästhetischen Eigenwert der körperlichen und geistigen Behinderung wird für unser zukünftiges Kunstverständnis entscheidend sein. Man könnte die Venus von Milo als versehrt oder behindert begreifen. Wäre sie auch ein herausragendes Beispiel ästhetischer und menschlicher Schönheit, wenn ihr beide Arme nicht fehlten?
Katrin Bittl konfrontiert die Betrachter*innen mit dem Unbekannten, mit Formen jenseits des allgemeinen Schönheitskanons und fordert uns auf, unsere normativen Vorstellungen von Körpern zu überdenken.
Katrin Bittl (* 1994 in München) lebt und arbeitet in Dachau. Sie studierte bis 2023 an der Akademie der Bildenden Künste in München. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Idealbildern und Normvorstellungen. Sie untersucht ihren eigenen Körper, als Frau mit Behinderung mittels Video, Performance und Animation. Es entstehen intime Räume, durch private Gegenstände und Möbelstücke, die sie in Installationen einbezieht und ihre biographische Arbeit unterstreichen. Sie verortet ihren eigenen Körper in der Pflanzenwelt und wirft Fragen über den Fürsorgebegriff, Care-Arbeit und die Familie auf. In Zeichnung und Malerei erforscht sie Körpernormierungen, die manipuliert und dekonstruiert werden, indem sie diese skaliert, übermalt oder in neue Kontexte stellt. Außerdem ist sie als freie Autorin tätig und schreibt zu den Themen Intersektionalität von Frauen mit Behinderung, Kunst und Inklusion. Zuletzt waren ihre Arbeiten in der Galerie des Bezirks Oberbayern (,We Are Plants‘) und im Stadtmuseum München (,[K]ein Puppenheim‘) ausgestellt.
Gesprächspartner: Dr. Ulrich Schäfert (*1973) ist Theologe, Kunsthistoriker und gelernter Kirchenmaler und staunt über die Weite und Tiefe, die in der Begegnung dieser Felder liegt. Schäfert ist Leiter des Fachbereichs Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V.
Filmprogramm
Thomas Bratzke Sorpresa, 2023 Film, 25 Minuten
Der Berliner Künstler Thomas Bratzke beschreibt in seinem Film ‚Sorpresa‘ wie er seinen Ziehvater Omelio auf Kuba aufspürt und ein Familienrätsel auflöst, welches sein Leben nachhaltig beeinflusst hat. Es ist eine berührende Geschichte einer Wiedervereinigung seiner deutsch- kubanischen Familie. Bratzke vermittelt die Ohnmacht der Eltern im Spannungsfeld der staatlichen Autoritäten Kubas und der DDR, die Perspektiven des Kindes bzw. des heutigen Künstlers. Der Kubaner Omelio Espinosa Ramirez, kam 1978 aus Havanna nach Ostberlin zum Studium. Mit dem Abschluss des Studiums heiratete er 1982 die langjährige Freundin Sonja Prehn, die mit ihm und einem Sohn aus einer anderen Beziehung bereits zusammenlebte. Omelio wollte in Havanna einige Formalitäten für das weitere Familienleben in Ostberlin regeln, von dieser Reise kam er nie wieder zurück und wurde von den kubanischen Behörden zu einer verschollenen Person erklärt.
Thomas Bratzke aka ZASD (*1977 in Berlin) studierte Bildhauerei – Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weissensee und Kunst im Kontext mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Raum an der UDK Berlin. ZASD war seit Mitte der 90er Jahre Teil des kulturellen Phänomen Graffiti und Writing in Berlin und hat von dort ausgehend bildhauerische, installative und performative Arbeiten entwickelt. Bei dem Vorhaben Writing kritisch zu erforschen, um die künstlerische Qualität des Writing herauszuarbeiten, arbeitete er seit 1997 eng mit seinem Partner AKIM (Berlin) sowie mit verschiedenen Crews und Kollektiven aus der Berliner Writingszene zusammen. Seine seit Anfang der 2000er Jahre autonom in die Stadt eingefügten, plastischen 3D Tags sowie das von ihm initiierte Projekt ‚City of Names‘, welches die darauf folgende Berliner Generation des Writings inspirierte. Seit 2013 arbeitet er an der Weiterentwicklung dreidimensionaler Schriftzüge im Rahmen des Projektes ‚Half Half Paintings‘ in Zusammenarbeit mit Keez Duyves, PIPS:lab (NL). Seit 2019 ist er Teil der Hybrid Sculptors.
Der Film ‚Zucker‘ von Franziska Cusminus aus dem Jahr 2015 zeigt die Künstlerin, wie sie versucht mittels ihres Körpers Zucker aufzuhalten, der aus zehn Öffnungen in einer Scheibe fließt. Die Löcher befinden sich in einer Membran einer Trampolinscheibe, die von der Decke hängt. Damit sich die Künstlerin dieser Scheibe nähern kann befindet sie sich auf einer Holzkonstruktion. Auf der Scheibe ist ein großer Berg Zucker zu sehen, der kontinuierlich durch die Löcher rieselt. Meist gelingt es der Künstlerin nur die Hälfte der Löcher mit ihrem Rumpf und den Extremitäten zuzuhalten. Ihre Bemühungen lassen an Sisyphos erinnern, denn sobald ein Loch erfolgreich geschlossen wurde rieselt der Zucker an einer anderen Stelle hervor. Die Aufgabe, die sich die Künstlerin selbst gestellt hat scheint nicht zu bewältigen zu sein. Gedanken an den Alltag vieler Menschen, vor allem Müttern, werden laut, die sich jeden Tag um so viele Dinge gleichzeitig kümmern müssen nach dem Sprichwort: wir hatten keine Zeit den Zaun zu reparieren, weil wir immer die Hühner fangen müssen.
Franziska Cusminus (*1991 in Weilburg) studierte bis 2022 Medienkunst an der Kunsthochschule Mainz. Cusminus verbindet Videoinstallation und Malerei gekonnt miteinander. Ihre für die Videos aufwendig gebauten Installationen als Bewegungsraum der gefilmten Akteure verleihen ihren Arbeiten eine absurde Aura, die einen nicht loslässt. Cusminus untersucht mit vollem Körpereinsatz, wie sich unterschiedliche Materialien in Verbindung mit dem menschlichen Körper verhalten. Die Videos zeigen den performativen Umgang mit diversen Materialien, beispielsweise mit Zucker, Salzteig oder Metallkonstruktionen: Der Mensch, der versucht, sich bestimmten Strukturen anzupassen, sich daran aufreibt, verformt, so selbst zu einer Art Skulptur wird, ein fragiler organischer Körper in Bezug zu eher hartem, statischem Material. Die Abhängigkeit des Menschen in einem vorgegebenen System wird zum Thema, Lebensformen werden hinterfragt, welche ihn zum Funktionieren zwingen. 2022 erhielt sie den Mainzer Kunstpreis und 2023 das Georg-Meistermann-Stipendium.
Programm
Eröffnung Donnerstag, 11. Juli 2024, 18 bis 21 Uhr Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr Sabine Straub, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Künstleringespräch Katrin Bittl im Gespräch mit Dr. Ulrich Schäfert Dienstag, 16. Juli 2024, 19 Uhr
Kinderworkshop Zwischen den Zeilen Dienstag, 30. Juli 2024, 10 bis 12 Uhr
Natur und Struktur Impuls·Führung und Kreativ·Angebot mit Kilian Ihler Freitag, 2. August 2024, 15 bis 17 Uhr
Finissage Wie menschlich ist die Pflanze, wie pflanzlich ist der Mensch? Verrichtung von Ruth Geiersberger Donnerstag, 8. August 2024, 19 Uhr
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.
Abb. 1–8: Ausstellungsansichten Dazwischensein 6 – Katrin Bittl, Möglichkeitsraum und Diskusraum, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris Abb. 9.: Poster Dazwischensein 6 – Katrin Bittl, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Auch im Jahr 2021, wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020, wollten der DG Kunstraum, die Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern durch eine temporäre Online-Präsentation auf www.kunst-netz-werk.online den Dialog mit Kunstschaffenden und eine Auseinandersetzung mit ihren Arbeiten unterstützen.
Künstler*innen aller Sparten litten mit am stärksten unter der pandemiebedingten Kontakteinschränkung. Mittlerweile wurde die Tragweite der Maßnahmen für Kunst- und Kulturschaffende gesellschaftlich anerkannt, doch gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung finanzieller staatlicher Förderungen für die Bereitstellung von Präsentationsmöglichkeiten von Kunst und Kultur. Die Isolation von ihrem Publikum bedeutete für viele Kunstschaffende den Verlust ihrer Lebensgrundlage, weil sie ihr gesellschaftlich so entscheidendes Tun nicht ausüben konnten.
Inzwischen wurden vielerlei digitale Angebote ins Leben gerufen. Die Besonderheit von www.kunst-netz-werk.online war sein dialogischer Charakter. Waren es in der ersten Runde im Jahr 2020 Kunstvermittler*innen, die bildende Künstler*innen vorstellten, so luden wir im Jahr 2021 freischaffende bildende Künstler*innen ein, freischaffende Künstler*innen aus anderen Sparten (Musik, Tanz, Literatur, darstellende Kunst) auszuwählen. Der Austausch der Künstler*innen konnte zu einer einzigen, gemeinsamen Präsentation führen; oder aber es standen zwei ausgewählte Werke nebeneinander und wurden in der Verbindung neu gelesen.
Auch dieses Mal gaben Interviewfragen Einblick, wie die beteiligten Künstler*innen diese besondere Zeit erlebten, und ermöglichen Reflexionen zur Bedeutung von Kunst für den Menschen. Kunst- bzw. musikwissenschaftliche Texte boten eine kurze Einführung und Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Beteiligten.
Ab dem 5. Februar 2021, wurden wöchentlich die Beiträge der Duos online unter www.kunst-netz-werk.online (nicht mehr verfügbar) gestellt.
Dialoge Nanni Schiffl-Deiler mit Wolfgang Gleixner, Christian Schnurer mit Paul Stebbings, Gerald von Foris mit Lydia Daher, Brigitte Schwacke mit Tom Fährmann, Angela Stauber mit This Zogg, Sebastian Tröger mit Daniel Kiss, Katharina Kneip mit Duoni Liu, Neringa Vasiliauskaite mit Lina Augustin, Christoph Lammers mit Stefan Kling, Monika Humm mit Isabel Haase, Janna Jirkova mit Lina Zylla, Judith Neunhäuserer mit Federico Delfrati, Guido Weggenmann mit Leonie Felle, Florian Tuercke mit Peter Kees, Karen Irmer mit Lydia Haider, Cristina Ohlmer mit Maria Cristina Tangorra, Fumie Ogura mit Maria Berauer, Susanne Schütte-Steinig mit Graham Waterhouse, Jochen Kitzbihler mit Ephraim Wegner, Johannes Evers mit Nora Gomringer
Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.
Die kolumbianische Künstlerin Manuela Illera entwickelt die Installation ‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) eigens für den DG Kunstraum und knüpft dabei an ihr letztes Projekt ‚Lenguas Solares‘ (Sprachen der Sonne) an, das sie für das Istituto Cervantes in München geschaffen hat. Diese Installation beschäftigt sich mit der spanischen Sprache als Instrument der Kolonialisierung und lenkt die Aufmerksamkeit auf vergessene und unbekannte Muttersprachen aus Südamerika. Es ist das zweite Projekt in einer Reihe ortsspezifischer, dekolonialer Praktiken mit ihrer Diplomarbeit ‚Sentimental Disobedience‘ im Jahr 2023, in der Illera eine neue Lesart der Wandteppiche in der Historischen Aula der Akademie der Bildenden Künste München anregt, die klassische Raffael-Gemälde zeigen: Denkmäler westlicher Vorstellung von Wissen und Schönheit. ‚Piedras Lunares‘ ist nun der dritte Teil in dieser Reihe.
In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Illera die Auswirkungen des Kolonialismus auf Kultur- und Machtstrukturen. Die Missionierung des amerikanischen Kontinents vor fünf Jahrhunderten war das Ergebnis eines politischen Ereignisses. Der italienische Seefahrer Christophorus Columbus unternahm vier Reisen für die spanische Krone zwischen 1492 und 1504 auf der Suche nach einem einfachen Seeweg nach Indien. Nach einem Studium der Schriften von Augustinus und Pierre d’Ailly war er der Überzeugung, dass die Welt nur noch 150 Jahre bestehen würde. Er fühlte sich daher berufen das Christentum den Indianern, wie die indigenen Völker Amerikas genannt wurden, zu predigen. Die Evangelisierung Lateinamerikas, die durch die ‚Entdeckungsreisen‘ eingeleitet und durch päpstliche Erlasse verstärkt wurden, führte zur Zwangskonvertierung und Unterwerfung der indigenen Bevölkerung. Bartolomé de Las Casas dokumentierte diese brutalen Praktiken und wies bereits im Jahr 1542 auf die Gewalt und Zerstörung der einheimischen Kulturen hin.
Heute forscht die indigene Wissenschaftlerin Nicolle Torres Sierra im Bereich der Linguistik an der Wiederherstellung von Muysc Cubun, der Muttersprache des heutigen Bogotá. Torres Sierra ist Mitglied der Muysca-Gemeinschaft von Suba, einem Gebiet, das seit mehr als 100 Jahren ein indigenes Reservat ist. Die Wiederherstellung der Bräuche und des Glaubens ihrer Vorfahr*innen wurde durch die Evangelisierungsprozesse zu einem sehr schwierigen Unterfangen. Die Koexistenz der unterschiedlichen Kulturen hat zu einer Mischung von Glaubenssätzen und Synkretismen geführt, die die indigene Kultur für immer verändert haben.
Illera arbeitet bewusst mit Expert*innen, anderen Künstler*innen, Designer*innen und Mitgliedern der genannten Communities in diesem Projekt zusammen, um ihrer Praxis vielfältige Perspektiven zu verleihen und es den Besucher*innen zu ermöglichen, verdrängte Kulturgeschichten durch Klang- und Bildsprache zu erkunden. In ‚Piedras Lunares‘ ähneln die zentralen Gestaltungselemente – ein Fledermauskopf und ein ‚Tunjo‘ (Votivfigur) – Kirchenfenstern. Diese Symbole, die auch in den bewegten Bildern vorkommen, stellen Codes dar, die westliche Betrachter*innen für alternative Sichtweisen sensibilisieren wollen und eine spirituelle Wiedergutmachung einfordern.
Basierend auf historischen Dokumenten aus der Kolonialzeit besteht die Klanginstallation aus Audiodateien mit christlichen Gebeten, die aus dem Altkastilischen ins Muysc Cubun übersetzt wurden und von Nicole Torres Sierra in Bogotá aufgenommen wurden. Die christliche Ausrichtung des Ausstellungsraumes ist ein konzeptionelles Element, das dazu beiträgt, dass die Setzung als ortsspezifische, dekoloniale Praktik bezeichnet werden kann.
Mit Atabey Mamasita eröffnet die Künstlerin performativ einen Kraftraum, um sich mit der Geschichte der Christianisierung und den Strategien des Widerstands und der Reparatur, die darauf folgten, auseinanderzusetzen. Zur Finissage werden das Duo Suba Chune (Nicolle Torres und Alejandro Durán) in Begleitung von La Jaguara und El Rayo die Klanginstallation mit traditionellen indigenen Instrumenten aktivieren.
‚Piedras Lunares‘ (Mondsteine) ist ein Projekt von und mit Manuela Illera (Konzept), Nicolle Torres (Research), Guadalupe Arribas (Design), David Blitz (Klanginstallation), Merlin Stadler (Animation), Atabey Mamita (Performatives Künstleringespräch), Benita Meißner (Kuratorin)
Manuela Illera (*1988 in Bogotá, Kolumbien) lebt und arbeitet in München. Sie studierte Malerei in Buenos Aires und Bildende Kunst an der Universidad Javeriana in Bogotá. Bis 2023 studierte sie Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Julian Rosefeldt. Illeras Werke sind eng verwoben mit ihrer feministischen Praxis, die durch die migrantische Perspektive geprägt ist. Ihre interdisziplinäre Arbeit beschäftigt sich mit zeitbasierten Medien und der Verbindungen aus Klang- und Darstellenden Künsten. Dabei verarbeitet sie Themen wie Dekolonialität, Queerness, Körper und subversive Identitäten. Illera ist Mitbegründerin der Band ‚Cosmica Bandida‘, Co-Direktorin des dekolonialen Musikfestivals ‚La Retornona‘ in Bogotá und produziert den feministischen Podcast ‚Extravagant Mortals‘.
Gesprächspartner*in: Atabey Mamasita (bürgerl. Carlos Maria Romero *1979) ist Künstler*in und Kurator*in mit Fokus auf Praktiken des kulturellen Erbes, die für historisch marginalisierte Communitys und sozialen Zusammenhalt relevant sind. Unter anderem war Atabey Mamasita Co-Kurator*in am Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro und Kurator*in des Contemporary Dance University Festivals in Bogotá. Aktuell ist Atabey Mamasita Kurator*in für Performative Praktiken im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.
Philipp Gufler (*1989 in Augsburg) lebt in Amsterdam und München und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. In seiner künstlerischen Arbeitsweise vereint Philipp Gufler verschiedene Medien. Darunter fallen Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videos. Darüber hinaus spielen der menschliche Körper und Aids eine wichtige Rolle in seinen Kunstwerken, zum Beispiel bei den Videoinstallationen ‚The Responsive Body‘ oder ‚Becoming-Rabe‘. 2015 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis, 2020 den Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung und 2021 den niederländischen Royal Award for Painting. Er ist aktives Mitglied im selbstorganisierten Forum Queeres Archiv München. Zuletzt waren seine Arbeiten in der Einzelausstellung ‚Dis/Identificationin‘ in der Kunsthalle Mainz zu sehen.
Filmprogramm Philipp Gufler Lana Kaiser, 2020 Film, 13 Minuten Rory Pilgrim (Musik), Julia Swoboda (Kamera), Nathalie Bruys (Ton), Theo Cook (Grading), Hammann Von Mier Verlag (Begleitende Publikation). In Erinnerung an Lana Kaiser (1985–2018)
Der Münchner Künstler Philipp Gufler widmet seinen Film ‚Lana Kaiser‘ der gleichnamigen Person, die im Jahr 2018 bei einer Kreuzfahrt auf dem Weg nach Nordamerika verschwand. Lana Kaiser ist der angenommene Name der Person, die als Daniel Küblböck vor 20 Jahren in diversen Castingformaten des Privatfernsehens bekannt wurde. Der Film ist eine Kritik an den Medien in Bezug auf die Darstellung von queeren Personen. Gufler arbeitet dabei mit hochemotionalen Collagen, die aus Videoaufnahmen der Fernsehsender und einer eigenen Interpretation der Figur bestehen, und schafft so ein queeres Denkmal.
Manuela Illera konzipierte den Kurzfilm ‚Animal Ventus‘ (ebenfalls produziert als Konzept-Musikalbum für Kinder) mit großem Feingefühl gemeinsam mit León Rivera einem migrantischen Jungen. Der Achtjährige lädt uns ein, in seine Welt des Tanzes, der Animalität, Verletzlichkeit, und Wut einzutauchen.
Programm Eröffnung Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 bis 21 Uhr Begrüßung und Einführung 19.30 Uhr Dr. Richard Graupner, Geschäftsführender Vorstand Benita Meißner, Kuratorin
Power Space Opening Performatives Künstleringespräch mit Atabey Mamasita Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr Die Performance findet auf Englisch statt.
Power Space Closing Finissage mit Suba Chune und La Jaguara & El Rayo Donnerstag, 4. Juli 2024, 19 Uhr
Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Dazwischensein 4 Andrea Wolfensberger (Möglichkeitsraum)
Manaf Halbouni Judith Neunhäuserer (Filmprogramm)
Wir laden Sie und Euch herzlich ein zur
Finissage mit Musik von pre-art Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
pre-art soloists Matthias Arter (Oboe und Lupophon), Karolina Öhman (Violoncello), Vladimir Blagojević (Akkordeon)
Programm
Matthias Arter: ‚Gletscher‘ für Lupophon, Violoncello und Akkordeon (Text) Anna K. Höpflinger: ‚Die Göttin und der Hirtenknabe’ Matthias Arter: ‚Refrain‘ für Lupophon, Violoncello und Akkordeon
Darija Andovska: ‚Weather Bells‘ für Oboe, Violoncello und Akkordeon (Text) Boris Previšić: ‚Hallers Toteis’ Darija Andovska: ‚Descent‘ für Oboe, Violoncello und Akkordeon Darija Andovska: ‚For Eternal Watchtowers‘ für Oboe, Violoncello und Akkordeon
(Text) Daria Pezzoli-Olgiati: ‚Stimmen an der Grenze der Transzendenz’ Matthias Arter: ‚Tunnel‘ für Lupophon, Violoncello und Akkordeon
Aufführung 19 bis 20 Uhr
Im Rahmen der Finissage von Dazwischensein 4 werden die von Darija Andovska und Matthias Arter eigens komponierten ‚Akustischen Grenzgänge‘ mit Geschichten von Anna K. Höpflinger, Boris Previšić und Daria Pezzoli-Olgiati von den pre-art soloists präsentiert.
Im August 2023 wurden die ‚Akustischen Grenzgänge‘ im Rahmen des Festivals ‚Alpentöne‘ in Altdorf (CH) uraufgeführt. Acht Kurzgeschichten und Erzählungen, die einen ersten Einblick in das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ geben, inspirierten Darija Andovska und Matthias Arter zu je 4 neuen Kompostitionen. Drei der Geschichten sowie sechs Kompositionen werden im DG Kunstraum aufgeführt.
pre-art pre-art verbindet die Tradition mit der Gegenwart und Zeitgenössisches mit seiner Geschichtlichkeit.
Die pre-art soloists entstanden gleichsam als ‚Nebenprodukt‘ von pre-art, nämlich als Tournéeensemble, das seine ersten Auftritte im Jahr 2001 in Tbilissi (Georgien) hatte. In der Folge wurde es zu einem flexiblen 3- bis 7 köpfigen Spezialensemble für Zeitgenössisches und erhielt bereits ein Jahr später den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Wichtige Funktionen als ‚Ensemble in Residence‘ erhielten die pre-art soloists an verschiedenen Festivals für zeitgenössische Musik in Tbilissi, an den beiden Safien-Triennalen 2004 und 2007, und als Partnerensemble von insgesamt fünf pre-art-Wettbewerben. Die Ergebnisse dieser Wettbewerbe präsentierte das Ensemble nicht nur in ganz Südosteuropa – etwa am Sonemus-Fest in Sarajevo und an der Biennale Zagreb – sondern auch immer in der Schweiz, so auch anlässlich verschiedener ‚Culturescapes‘-Ausgaben (Basel), an den Konzerten der SMC Lausanne und an den Tagen für Neue Musik Zürich. 2016 wurden die pre-art soloists mit dem ‚Werkjahr Interpretation‘ der Stadt Zürich ausgezeichnet.