DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

♲ Re* 5
mit Ulrike Rose und Prof. Mathias Pfeil
Dienstag, 18. Februar 2025, 19 Uhr

♲ Re* 5
Dienstag, 18. Februar 2025, 19 Uhr
Ulrike Rose, Kulturmanagerin und Vorsitzende Zukunft Kulturraum Kloster e.V.
im Gespräch mit Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, Generalkonservator, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Moderation: Dr. Ulrich Schäfert und Helmut Braun
Ort: DG Kunstraum

Ulrike Maria Rose (*1965) engagiert sich seit Anfang der 2000er-Jahre für die Baukultur in Deutschland. Sie hat am Aufbau der Bundesstiftung Baukultur mitgewirkt, die Landesinitiative StadtBauKultur NRW sowie die Stiftung Insel Hombroich geleitet. Seit 2015 erarbeitet sie mit ihrem Büro kulturräume gestalten Umnutzungsmöglichkeiten für herausragende historische Gebäude. Sie hat im Auftrag der Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO eG die Konzeption für die Transformation des Kloster Schlehdorf erstellt und sich auf die Transformation von Frauenklöstern spezialisiert. zukunftkulturraumkloster​.de/

Mathias Pfeil (*1961) ist ein deutscher Architekt und Denkmalpfleger. Er ist seit 2014 Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Von 2001 bis 2006 wurde Pfeil Referatsleiters in der Bayerischen Staatskanzlei mit Standort Brüssel, wo er für den Umbau der neuen bayerischen Vertretung bei der Europäischen Union verantwortlich war. Nach der Zeit in Brüssel war Pfeil acht Jahre lang als Leiter der Bauabteilung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen tätig. Zum 1. März 2014 wurde er Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Seit 2016 hat Pfeil einen Lehrauftrag an der Technischen Universität München, wo er als Honorarprofessor wirkt.

Re*
Unter dem Titel ‚Re*‘ laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Veranstaltungsreihe rund um das drängende Thema der Nachhaltigkeit im Bausektor ein.

Jeweils zwei Referent*innen sprechen über ihr Engagement in diesem Bereich: Im Fokus steht eine nachhaltig-lebenswerte Zukunft in unseren Städten, es geht um Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur, Transformation und Neudenken. Die unterschiedlichen Potenziale von Institution und Innovation treffen aufeinander und daraus können neue Synergien in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und der Nutzung erwachsen.

Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?

Weitere Informationen zur Re* Vortragsreihe finden Sie hier

Eine Kooperation von
DG Kunstraum Diskurs Gegenwart
Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

♲ Re* 4
Elisabeth Merk und Alexander Römer
Montag, 11. November 2024, 19 Uhr
DG Kunstraum

♲ Re* 4
Montag, 11. November 2024, 19 Uhr
mit Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk
und Alexander Römer, Constructlab Berlin
Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum
Ort: DG Kunstraum

Prof. Dr. (Universität Florenz) Elisabeth Merk, Architektin, ist seit 2007 Stadtbaurätin von München und wurde Ende Oktober 2024 für eine vierte Amtszeit ab 2025 wiedergewählt. 1988 bis 1994 war sie freiberuflich im Bereich Architektur und Denkmalpflege tätig und legte ihr Staatsexamen in Florenz ab. Sie war von 1995 bis 2000 in München und Regensburg verantwortlich für Stadtgestaltung, städtebauliche Denkmalpflege und Sonderprojekte. 2000 bis 2006 war sie Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Stadtplanung in Halle/Saale. Neben ihrer Rolle als Beisitzerin im Bau- und Verkehrsausschuss des Deutschen Städtetages ist sie Mitglied im UNESCO Netzwerk Conservation of Modern Architecture and Integrated Territorial Urban Conservation, des International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), des Hochschulrats der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, des Vorstands für nationale Stadtentwicklungspolitik sowie der Bundesstiftung für Baukultur und des Deutschen Werkbundes. Elisabeth Merk war 2005 bis 2007 Professorin an der HfT Stuttgart, ist dort seit 2009 Honorarprofessorin, von 2015 bis 2022 Präsidentin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und seit 2020 Honorarprofessorin an der Technischen Universität München. Weitere Informationen zum Planungsreferat.

Der Architekt, Designer und Schreiner Alexander Römer initiierte 2012 als Mitglied des ehemaligen EXYZT-Kollektivs das internationale Design-Build-Netzwerk Constructlab. Constructlab ist ein Labor für Aktionsforschung, konstruktives Experimentieren und interdisziplinäres Schaffen. Die Projekte von Constructlab entwickeln eine Praxis des temporären und partizipativen Designs und der Architektur. Die Projekte verknüpfen Design und Fertigung, initiieren Kooperationen mit lokalen Gemeinschaften und heben das Know-how jedes Einzelnen hervor. Er versteht Architektur und Design als Werkzeug sozialer Intervention, um Räume für dynamischen, kritischen Austausch zu schaffen. Weitere Informationen zum Constructlab.

Re*
Die drängenden Fragen unserer Zeit verlangen nach innovativen Lösungen, besonders im Bereich des Bauens und der Stadtplanung. Unter dem Titel Re* laden der DG Kunstraum, der Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising sowie das Kunstreferat der Evangelischen Kirche in Bayern zu einer Vortragsreihe ein, die genau hier ansetzt.

Zwei Expert*innen pro Veranstaltung teilen ihre Visionen und Projekte für eine nachhaltigere und lebenswertere Zukunft in unseren Städten. Im Fokus stehen zentrale Themen wie Reduktion, Wiederverwendung, Recycling, Reparatur und Transformation, die auf neue Ansätze in Architektur, Stadtplanung und öffentlicher Raumnutzung abzielen. Dabei kommen innovative Ideen und bewährte Institutionen zusammen – mit dem Potenzial, Synergien zu schaffen, die über den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekt hinausgehen.

Wir bieten eine Plattform, um offen ins Gespräch zu kommen – was ist möglich, welche Bedürfnisse und Hürden gibt es auf der einen Seite und welche Möglichkeiten und Ideen gibt es auf der anderen Seite? Im Besonderen blicken wir auf die Kirchen als öffentliche Räume im Kontext des Stadtgefüges. Welche neue Nutzung könnten für die Stadtgesellschaft interessant sein?

Seien Sie Teil dieses Dialogs und erfahren Sie, wie eine nachhaltige Bauweise und Stadtentwicklung Realität werden kann!

Weitere Informationen zur Re* Vortragsreihe finden Sie hier.

Eine Kooperation von
DG Kunstraum Diskurs Gegenwart
Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Abb. 1: Diskursraum, Baupalast Berlin
Abb. 2: Zirkuläre Bauwerkstatt, Baupalast Berlin
Abb. 3: Koopbauhof, Baupalast Berlin
Abb. 4: Re* Vortragsreihe, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Doppelpass VII
Himmelsstürmer
Frenzy Höhne und Peter Kees
31. Januar bis 27. März 2025

Eröffnung Donnerstag, 30. Januar 2025, 18 bis 21 Uhr
Ausstellung von 31. Januar bis 27. März 2025

Die Ausstellung ‚Himmelsstürmer‘ zeigt zwei raumgreifende Installation der beiden Konzeptkünstler*innen Frenzy Höhne und Peter Kees, die das Höher, Schneller, Weiter unserer Zeit auf sehr ungewöhnliche wie auch feinsinnige Art reflektieren.

Dabei versteht Frenzy Höhne es sehr treffend und humorvoll aus Dingen des Alltags signifikante Bilder unserer zeitgenössischen Gesellschaft zu entwickeln. Die eigens für die Ausstellung entstandene, raumgreifende Installation ‚Bessermenschen-Babbel‘ versammelt unzählige kleine, kitschig anmutende Porzellanfiguren, die anhand ihrer Kleidung und ihrem Gestus an eine vergangene Zeit erinnern. Die Künstlerin lässt den Biedermeier unter einer poppigen Farbschicht verschwinden und versieht die Skulpturen mit weißen Taschen, die – mit Werbeslogans aus 2024 beschriftet – die Werte und Kultur unserer Gegenwart thematisieren. Jede Figur oder Figurengruppe erhält dabei mindestens zwei Botschaften, die von der Künstlerin mit Bedacht ausgewählt und kombiniert werden so trifft zum Beispiel ein „alles was dein Herz begehrt“ auf „wann hebst du ab vor Glück“.
Auf einem himmelwärts strebenden schwarzen Regalturm schrauben sich ihre bunten ‚Bessermenschen‘ in die Höhe des Ausstellungsraums, den Botschaften und Verlockungen unendlicher Erneuerung und Selbstoptimierung der Werbung folgend, die grenzenlos neue Bedürfnisse erschafft. Neben der Anmutung von Warenregalen, lässt die Installation auch an den Turmbau zu Babel denken, der als mythologisches Bild der Selbstüberhöhung des Menschen gilt und dessen Fertigstellung mit der Verwirrung der einst gemeinsamen Sprache vereitelt wurde. In welche Höhen peitscht diese Sprache uns heute?

Die Künste haben die Aufgabe, gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren“, sagt Peter Kees, dessen Arbeiten immer wieder frische Denkanstöße liefern. Im DG Kunstraum zeigt er eine monumentale Skulptur: die Hülle einer Cessna 340 A, ein sechssitziges kleines Flugzeug aus den 1970er Jahren. 2023 wurde es erstmals anlässlich des von ihm initiierten und kuratierten Arkadien-Festivals im Ebersberger Forst gezeigt. Es trägt die Aufschrift „LIBERTÉ“ – eine Einladung zum Einsteigen und Losfliegen? Das Flugzeug ruht im Raum, gleich einer Hülle einer Insektenlarve und erzählt von einer bewegten Zeit, die einmal war.
Die Lüfte, das All, ein Raum der Freiheit? Das war er vielleicht einmal, bevor mehr als 13.000 Satelliten die Erde umkreisten. Ab 2026 kann man mit Virgin Galactic für 250.000 bis 500.000 Dollar wöchentlich ins All durchstarten, oder man leistet sich einen Flug mit einer der privaten Raketen von SpaceX. Während das im Wald liegende Flugzeug unmittelbare Absturzfantasien erzeugen kann, konterkariert es im Ausstellungsraum die Idee von Freiheit an sich, denn ohne Flügel und ohne Motor vermittelt das Objekt vielmehr ein Bild der Ausweglosigkeit – eingepfercht im Raum, wie ein Singvogel im Käfig. Wie verlor das Flugzeug die Flügel? Das Bild des Ikarus schwingt mit; der Übermütige flog zu hoch in die Sonne und stürzte ab. Der Glaube an ewiges Wachstum darf gerne mit einem Fragezeichen versehen werden.

Frenzy Höhne (*1975 Dresden) studierte Philosophie und Pädagogik an der Leibniz Universität Hannover, Freie Kunst mit Diplom an der Hochschule für bildende Künste – HfbK Hamburg und war Meisterschülerin an der der Hochschule für Grafik und Buchkunst – HGB Leipzig, wo sie aktuell lebt und arbeitet. Scharfsinnig bedient sich die Konzeptkünstlerin aus einer Vielzahl von medialen Techniken; entwickelt Objekte, raumbezogene Skulpturen und Soundinstallationen, Fotografien, Grafiken und Zeichnungen, die die Werte und Bedürfnisse unseres gemeinschaftlichen Lebens auf vielschichtige Weise thematisieren und das Publikum auch im Rahmen performativer Interventionen und Aktionen im öffentlichen Raum unmittelbar integrieren. Ihre Arbeit wurde zuletzt vom LVR-Landesmuseum Bonn mit dem Leo Breuer Preis 2024 ausgezeichnet und in einer umfangreichen Einzelausstellung in der gkg – Gesellschaft für 
Kunst und Gestaltung in Bonn präsentiert.
www​.frenzy​-hoehne​.de

Peter Kees (*1965 in Bayreuth) befasst sich als Künstler mit Sehnsüchten, Idealen und Visionen. Seit der Biennale von Havanna 2006 hat er mehrfach einzelne Quadratmeter in europäischen Ländern annektiert und zu arkadischem Staatsgebiet erklärt. Als Arkadischer Botschafter vergibt er Visa und gewährt Asyl. Zu sehen waren seine Arbeiten u.a. auf der Mediations Biennale in Posen, im Museum of Contemporary Art Skopje, in La Capella Barcelona, im PAN Palazzo delle Arti Napoli, in der Neue Nationalgalerie Berlin, im Berliner Martin-Gropius-Bau, am Kunsthaus Bregenz, an der Kunsthalle Rostock oder beim Kunstfest Weimar. 
www​.peterkees​.de

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 30. Januar 2025, 18 bis 21 Uhr
19 Uhr
Begrüßung und Einführung
Lioba Leibl, Geschäftsführender Vorstand
Benita Meißner, Kuratorin

Künstler*innengespräch mit Frenzy Höhne und Peter Kees
Donnerstag, 20. Februar 2025, 19 Uhr

42 oder die Weltformel‘
Orgelperformance von Peter Kees
Sonntag, 23. Februar 2025, 19.30 Uhr
St. Paul, St.-Pauls-Platz 11, München

Führung mit der Kuratorin
Dienstag, 25. Februar 2025, 18:30 Uhr

Familienführung mit der Kuratorin
Samstag, 8. März 2025, 14 Uhr

Spring & Walk
Samstag, 22. März 2025, 11 bis 16 Uhr

Finissage mit Posaunenkonzert von Yannick-Maurice Groß
,Im Verzerrspiegelraum. Ricercar für Tenorposaune in acht Szenen‘ (Wolfgang Florey, 2008) 
Donnerstag, 27. März 2025, 19 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr
Eintritt frei


Auf der Empore im Ausstellungsraum läuft parallel zum Doppelpass die Archivschau DG 33 bis 55. Eine Ausstellung zur Vereinsgeschichte.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

Abb. 1–11: Ausstellungsansichten Doppelpass VII – Himmelsstürmer, DG Kunstraum 2025, Fotos: Gerald von Foris
Abb. 12: Plakat Doppelpass VII 2025, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Ausstellung
Dazwischensein 9
Cana Bilir-Meier
15. November bis 12. Dezember 2024

Dazwischensein 9
Cana Bilir-Meier
(Möglichkeitsraum)

Cana Bilir-Meier
Talya Feldman
Yulia Lokshina
Initiative in Remembrance of Yaya Jabbi
(Filmprogramm)

Ausstellung von 15. November bis 12. Dezember 2024

Programm
Eröffnung mit Performanceprogramm
Donnerstag, 14. November 2024, 18 bis 21 Uhr
19 bis 20 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Ausstellung, Benita Meißner
Performatives Programm:
Cana Bilir-Meier (Einführung)
İlayda Akbaba (Spoken Word)
Serdar Yolcu (Tanz)
Sezgin İnceel (Gitarre, Gesang) & Sasha Agranov (Cello)
Nihan Devecioğlu (Gesang) & Sasha Agranov (Cello)

Tanzworkshop mit Serdar Yolcu
Mittwoch, 20. November 2024, 16 bis 17.30 Uhr
Cana Bilir-Meier im Gespräch mit Serdar Yolcu, 18 Uhr

Künstleringespräch
Cana Bilir-Meier im Gespräch mit Simon Biallowons
Dienstag, 26. November 2024, 19 Uhr

Abendöffnung
Donnerstag, 12. Dezember 2024, bis 20 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

Cana Bilir-Meier stellt das vermeintlich Normale in Frage und schafft mit ihrer Arbeit einen frischen Blick auf festgefahrene Gewohnheiten. So ist ihre erste künstlerische Handlung im DG Kunstraum den Möglichkeitsraum und den Diskursraum zu tauschen. Mittels eines Stempels kreiert sie eine großformatige Wandarbeit, die auf dem Symbol der Gemeinschaftsstruktur alevitischer Familien basiert, aber weit darüber hinaus erfahrbar macht, wie wir als Individuen über Familien, Freund*innen mit so vielen Menschen in Beziehung sind. In ihrer Bespielung des Möglichkeitsraumes erinnert sie das türkische Theaterstück ‚Düşler Ülkesi‘ (Land der Träume), welches am Theater der Jugend in München 1982 uraufgeführt wurde. Im Stück werden Alltagserfahrungen, Hoffnungen und Wünsche von migrantisierten Menschen in Deutschland betrachtet. Die Mutter der Künstlerin, Zühal Bilir-Meier, gründete in den 1980er Jahren gemeinsam mit Erman Okay, dem Autor des Theaterstückes, das Türkische Theater München. Die Aufführungen von ‚Düşler Ülkesi‘ fanden großen Anklang und das Stück wurde weit über die Grenzen Münchens gezeigt und besprochen.

Die Arbeit Cana Bilir-Meiers mit Bild- und Archivmaterialien aus familiärem Bestand ist ein Erinnern-Wollen, das zugleich den Weg, die Arbeit an der Erinnerung und den Umgang mit ihr offenlegt. Wie können wir unsere eigenen Geschichten erzählen und weiterschreiben durch Gedichte, Körperbewegungen, Rituale, Tanz und Musik? Lässt sich Erinnerung im Körper speichern und wie können wir diese an die nächsten Generationen weitergeben? Wie auch im Biennale Beitrag ‚Monument eines unbekannten Menschen‘ von Ersan Mondtag geht es um die Offenlegung der Wunden in der Vergangenheit ihrer Familien und die Frage, wie sich Versöhnung erreichen lässt. Auch Bilir-Meier involviert andere Menschen, mit ähnlichen Familiengeschichten, um die Installation zu aktivieren. Im Filmprogramm wird auf Anregung der Künstlerin ‚The Life of Yaya Jabbi’ gezeigt, ein Film der in Form von animierten Zeichnungen das Leben eines jungen Schwarzen Mannes erzählt, der durch Polizeigewalt in Hamburg umgekommen ist.

Auf Einladung der Künstlerin werden zur Eröffnung Münchner Akteuer*innen Sasha Agranov, İlayda Akbaba, Nihan Devecioğlu, Sezgin İnceel und Serdar Yolcu in unterschiedlichen Performances mittels Spoken Word, Tanz, Musik und Sound ihre Perspektiven auf das Erinnern, Resilienz und das Nicht-Vergessen-Lassens mit dem Publikum teilen.

Cana Bilir-Meier (*1986 in München) lebt und arbeitet in München und Wien. Sie studierte Kunst und Digitale Medien sowie Film und Kunstpädagogik an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin sowie in Kunst- und Kulturvermittlungsprojekten. Ihre filmischen, performativen und textbasierten Arbeiten bewegen sich an den Schnittstellen zwischen Archivarbeit, Textproduktion, historischer Forschung, zeitgenössischer Medienreflexivität und Archäologie. Sie ist Mitbegründerin der Initiative zum Gedenken an Semra Ertan und Co-Herausgeberin des Gedichtbandes „Mein Name ist Ausländer – Benim Adım Yabancı“. 2021 war sie Vertretungsprofessorin für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München.

Gesprächspartner: Simon Biallowons (*1984) ist studierter Philosoph, Journalist und Buchautor. Als Reporter war er weltweit tätig, seine Bücher beschäftigen sich in erster Linie mit philosophischen und religiös-spirituellen Themen. Er arbeitete als Korrespondent in Rom, lebte im Nahen Osten und berichtete als Reporter für verschiedene Medien aus vielen Ländern. Biallowons ist Verfasser mehrerer Bestseller und derzeit Geschäftsführer und Cheflektor des Herder Verlages.

Talya Feldman (*1990, Denver, Colorado) ist eine zeitbasierte Medienkünstlerin aus Denver, Colorado. Sie erwarb einen BFA an der School of the Art Institute of Chicago und ist derzeit Doktorandin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Sie hat in Chicago, New York, Hamburg, Halle (Saale), Frankfurt und Berlin ausgestellt. Feldman wurde 2021 mit dem DAGESH-Kunstpreis für ihre Klanginstallation ‚The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts‘ im Jüdischen Museum in Berlin ausgezeichnet und hat für ihre Projekte gegen rechten Terror in Zusammenarbeit mit aktivistischen und forschungsbasierten Netzwerken weltweite Anerkennung erhalten.

Yulia Lokshina (*1986 in Moskau, Russland) studierte Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Film- und Videoarbeiten beschäftigen sich mit der Interferenz sozialer Umgebungen und ihrer Protagonist*innen. Ihr Abschlussfilm – gleichsam künstlerisches wie politisches Projekt – ‚Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit‘ befasst sich mit Leiharbeit und Arbeitsmigration aus dem europäischen Osten in Deutschland, Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und des Klassenbewusstseins und wurde mit dem Max Ophüls Preis für den besten Dokumentarfilm 2020 ausgezeichnet. Ihre Arbeit fragt kritisch: Wie sprechen wir über Dinge, die uns angehen? Wer trägt für was Verantwortung? Was wird zu einem Thema? Sie arbeitet im Grenzbereich von Film und Wissenschaft am Forum Internationale Wissenschaft Bonn, sowie in offenen Formationen mit befreundeten Künstler*innen.

Initiative in Remembrance of Yaya Jabbi: Die Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi setzt sich für eine lückenlose Aufklärung der Umstände seines Todes ein und fordert aktives Erinnern, öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung des Todes von Yaya Jabbi ein und setzt sich zusammen aus Freund*innen und Familie von Yaya Jabbi und Aktivist*innen aus verschiedenen antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen.

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.

Abb 1 bis 8.: Ausstellungsansichten Dazwischensein 9 – Cana Bilir-Meier, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris
Abb. 9: Poster Dazwischensein 9 – Cana Bilir-Meier, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

Ausstellung
Dazwischensein 8
Judith Egger
11. Oktober bis 7. November 2024

Dazwischensein 8
Judith Egger
(Möglichkeitsraum)

Mareike Bernien & Alex Gerbaulet
Minhye Chu
kuratiert von Fabian Hesse & Mitra Wakil
(Filmprogramm)

Ausstellung von 11. Oktober bis 7. November 2024

Programm
Eröffnung
Donnerstag, 10. Oktober 2024, 18 bis 21 Uhr
Einführung 19.30 Uhr

Künstleringespräch
Judith Egger im Gespräch mit Roland Wenninger
Donnerstag, 17. Oktober 2024, 19 Uhr

Finissage mit Musik

Magdalena Geiger und Lukas Schrüfer im Duo mit Hackbrett und Klarinette
Donnerstag, 7. November 2024, 19 Uhr

Im Jahr 2024 setzt ‚Dazwischensein’ den gedanklichen Überbau für neun kurze, künstlerische Einzelpräsentationen, die das Thema in seinen verschiedenen Aspekten untersuchen. Dazwischensein kann ein Gedanke, Zustand oder auch ein Gefühl sein. Wir wollen Dazwischensein als Möglichkeit begreifen, mehr zu sehen und verschiedene Sichtweisen gleichzeitig in sich zu erfassen.

In Dazwischensein 8 lädt Judith Egger dazu ein, den Möglichkeitsraum ganz neu zu erfahren. Über die Installation ‚Hemdchen‘ von Bettina Khano findet man Zugang zu einem niedrigen Gang, der in eine künstliche Höhle mit kleinen Nischen führt, die Wände sind im Halbdunkel nur schwer zu sehen. Es riecht nach Erde und getrockneten Blättern. Die Künstlerin hat die Nischen mit verschiedenen Videoarbeiten bestückt. Wir entdecken mit Licht gezeichnete Wesen, die an Höhlenmalerei erinnern und uns vom Jagen und Sammeln berichten. Zu sehen ist aber auch der Prozess des Grabens eines echten Erdlochs. Die physische Anstrengung wird ablesbar, man sieht wie viel Material abgetragen werden muss, damit man sich mit dem ganzen Körper in dieses Loch begeben kann. Es ist ein prozessuales Vorgehen. In einem dritten Video wird ein brennender Ast zum Kronleuchter der Höhle installiert über einer Art Altar aus frischem Ton, der bei genauerem Betrachten die Form eines Muttermunds hat.

Für die Entwicklung von Kunst oder Organismen ist Energie nötig, dies bringt uns zum zentralen Thema der Installation. Egger bezieht sich auf die Entdeckung des Feuers, die es dem Menschen ermöglichte, bedeutende evolutionäre Entwicklungsschritte zu vollziehen. Energie in Form von Wärme ist für viele Wachstums- und Wandlungsprozesse zentral und daher ein sehr passendes Element im Prozess des ‚Dazwischensein‘. Die Höhle kann als größerer Beutel, Schutzraum, ja menschliches Organ gelesen werden, auf jeden Fall wird in dieser Erdstätte gesammelt, verdaut und gebrütet. Ein Gefäß ob Beutel, Höhle oder auch der menschliche Magen, ermöglicht uns Nahrung aufzunehmen, zu sammeln oder wichtige Gegenstände aufzubewahren – dies ist eine große Errungenschaft am Anfang des Menschwerdens. In diesem Beutel nährt die Kunst. Damit knüpft die Künstlerin an die These von Ursula K. Le Guin in ‚Am Anfang war der Beutel‘ an, dass der Speer – also die Waffe – nicht die erste Technologie des Menschen war. Diese Perspektive hebt das Kooperative, das Sammeln und das Pflegen über das Heroische und Gewalttätige. Für Le Guin ist der Beutel ein Symbol für Geschichten, die nicht auf Macht und Eroberung basieren, sondern auf zyklischen Prozessen, Fürsorge und Verbindung.

Eine weitere wichtige Überlegung, die in die Arbeit einfließt, ist die ‚cooking hypothesis‘ des Anthropologen und Harvard Forschers Richard Wrangham. In seinem Buch ‚Feuer fangen‘ versucht er nachzuweisen, dass die Aufnahme von gekochter Nahrung, dazu führte, dass sich die körperliche Gestalt unserer Vorfahren veränderte, das Gebiss und der Verdauungstrakt schrumpften und das Gehirn zu wachsen begann. Dies bedeutet, dass der Homo sapiens nur existiert, weil er das Feuer beherrschte und das Kochen entwickelte. Seitdem besteht eine Abhängigkeit von energieerzeugenden Substanzen. „Wir sind an die für uns adäquate Nahrung in gekochter Form gebunden, und die Folgen dieses Faktums durchdringen unser ganzes Dasein, vom Körper bis zum Denken. Wir Menschen sind (…) Geschöpfe des Feuers.“ R. Wrangham

Eggers Installation zeigt die Entstehung des Neuen aus der Kombination der dunklen Höhle und Wärme, die uns mit unseren Ursprüngen verbindet. Die Höhle ist weniger als Grube zu sehen, sondern als Keimzelle oder Transformationsraum, wobei natürlich im zyklischen Denken der Tod und der Verfall immer mitgedacht wird und ebenfalls die Basis bildet für das Neue.

Wir befinden uns in einer Zeit, in der Menschen sowie andere Lebewesen darauf angewiesen sind, sich in kollaborativen Netzwerken zusammenfinden, um den Herausforderungen des Anthropozäns zu begegnen. Judith Egger plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit und Verantwortung. Damit möchte sie auch an unsere Wurzeln als Lebewesen erinnern – durch die zunehmende Digitalisierung, das Internet und alle dazugehörenden Medien leben die meisten Menschen parallel oder abwechselnd in zwei Welten – der digitalen, körperlosen und der analogen, materiellen Welt. In zunehmendem Maß verschiebt sich das Leben in den digitalen Raum, in dem unsere Körperlichkeit keine Rolle mehr spielt. So groß und aufregend die Vorteile dieser ‚Entkörperlichung‘ sein mögen, sind wir doch immer noch körperlich mit der einen Erde verbunden. Körper, die sich in ihrer Grundausstattung nicht stark von denen der ersten Menschen unterscheiden. Wir sind immer noch auf die Erdkrume, die Nahrung und die Witterung angewiesen und leben in Koexistenz mit allen anderen Organismen. Wir sind zutiefst mit dieser Basis verbunden. Nur im Bewusstsein darüber können wir neue Wege beschreiten, denn zum Menschsein gehört das vollständige Bewohnen unserer Körper.


Judith Egger (*1973 in Gräfelfing) lebt und arbeitet in München. Sie schloss ihre Studien 2001 mit einem Masters am Royal College of Art in London ab und erhielt seitdem zahlreiche Stipendien und Förderpreise, darunter ein einjähriges DAAD-Stipendium für London, ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, sowie 2015 den erstmals verliehenen interdisziplinären Kunstpreis ‚zwei:eins‘, bei dem sie das Projekt ‚Ursprung/Origins – eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und die Entstehung ersten Lebens auf der Erde‘ realisieren konnte. 2018 wurde sie eingeladen, die Ergebnisse dieser Erfahrung beim TEDxTUM Salon ‚Tiny Superpowers‘ im Deutschen Museum zu präsentieren. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann.

Filmprogramm
Mareike Bernien & Alex Gerbaulet
Sonne Unter Tage, 2022

Minhye Chu
Fair Grounds, 2018/2019
Starchitectures, 2022

Mareike Bernien & Alex Gerbaulet leben und arbeiten als Künstler*innen und Filmemacher*innen in Berlin. Ihren Arbeitsweisen ist gemeinsam, dass sie häufig von Objekten oder Orten ausgehen und sich für die darin lagernden gesellschaftspolitischen Formationen und Konflikte interessieren. Das kann zu einer bio-fiktionalen Auseinandersetzung mit der Geschichte einer deutschen Industriestadt führen wie im Cine-Poem ‚Schicht‘ (2015) von Alex Gerbaulet oder zu einer medienarchäologischen Untersuchung des Farbfilmmaterials der Agfa im Nationalsozialismus wie in ‚Rainbow’s Gravity‘ (2014) von Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger. Seit 2015 sind verschiedene gemeinsame Projekte entstanden, wie der Kurzfilm ‚Tiefenschärfe‘ (2017), oder das Film- und Webprojekt ‚Spots‘ (2017). Der gemeinsame Film ‚Sonne Unter Tage‘ (2022) wurde von ihnen im Rahmen des Berliner Förderprogramms Künstlerische Forschung /gkfd realisiert. Gerbaulet und Bernien sind beide Teil der Produktionsplattform pong film in Berlin.

Minhye Chu lebt und arbeitet als Medienkünstlerin in Leipzig. Ihre Arbeiten umfassen Videos, Installationen und Skulpturen. In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit experimentellen Verfahren des 3D-Druck beschäftigt (Serie ‚Cocoons‘ 2023). Sie untersucht das Zusammenspiel von menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen in konstruktiven Prozessen. Das Nicht-Menschliche meint hier nicht nur Roboter, Maschinen und Werkzeuge, sondern auch die Materialien und Rohstoffe selbst, die oft ein Eigenleben haben und eigenen Gesetzen folgen (,Starchitectures‘ 2022). Ein wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis von körperlicher Arbeit und Architektur, wie etwa bei der Demontage eines Riesenrads im Film ‚Fair Grounds‘ 2019. Wiederholungen, Routinen und Prozesse sind der Fokus von Minhye Chus Arbeiten und bestimmen gleichzeitig auch die jeweilige Form.

Fabian Hesse & Mitra Wakil (*1980 in Augsburg und *1975 Kabul) sind ein Kunst-Duo, die sich mit den Tech-Knowledgies der digitalen Fabrikation beschäftigen, sie leben und arbeiten in München, Berlin, Leipzig. In ihrer künstlerischen Praxis nutzen sie 3D-Druck, (post-)digitale Modellierverfahren sowie die Lücken und Leerstellen neuer Technologien, um deren Potenzial für alternative Realitäten zu erforschen. Sie verwenden Modi der Verfremdung als spekulative Formen des Weltenbauens in Skulptur, Installation und performativen Szenarien. In kollektiven Situationen und Plattformen auch an der Schnittstelle zur Mediation, schaffen Wakil und Hesse Ausgangspunkte für eigenwillige und selbstbestimmte Veränderungen, um emanzipatorischen Perspektiven und Nutzungen digitaler Fabrikationstechnologien Raum zu geben. Hesse & Wakils Werke waren u.a. in der Pinakothek der Moderne, dem Haus der Kunst München, dem Kunstmuseum Bonn, Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstverein Wolfsburg, Halle für Kunst Lüneburg, dem Lenbachhaus München, Kunstverein Göttingen, Haus der Kulturen der Welt in Berlin, Goethe-Institut Bangalore, 54th Venice Biennale, Architecture Biennale Rotterdam, nGbK Berlin, zu sehen. Im Rahmen ihrer Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) im Bereich Medienkunst bauen Hesse & Wakil einen Lehr- und Forschungsbereich für digitale Fabrikation auf.

Das Filmprogramm wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung.

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Urner Institut Kulturen der Alpen und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellungsarchitektur wird in Kooperation mit der treibgut Materialinitiative erstellt.

Abb. 1–9: Ausstellungsansichten Dazwischensein 8 – Judith Egger, DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris
Abb. 10: Poster Dazwischensein 8 – Judith Egger, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
Abb. 11: Selbstportrait, Foto: Judith Egger

Dazwischensein 2 
Simona Andrioletti
Text me when you get home
Performance im DG Kunstraum 2024

Für Dazwischensein 2 knüpft Simona Andrioletti im Möglichkeitsraum mit an das Projekt ‚If It Feels Wrong It Is Wrong‘ an, welches sie 2020 als Sensibilisierungskampagne zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt ins Leben gerufen hat. 



‚Text me when you get home <3‘ ist eine Installation bestehend aus zwölf Merinowolldecken, die an einem Aluminiumrahmen angeordnet sind. Auf jeder Decke finden sich Sätze zu psychischer Gesundheit, Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Grafiken erinnern an den Stil von sog. Fanzines, Amateurmagazine, die Mitte der 1950er Jahre in den USA aufkamen. Obwohl die abgedruckten Sätze unangenehm und unbequem sein mögen, können die Besucher*innen in der weichen Wolle vorübergehend Schutz finden, sie berühren und sich darin einwickeln.

Zur Eröffnung und Finissage der Ausstellung aktivieren zwei FLINTA* die Installation mit einer Performance und nehmen tänzerisch das Thema Gewalt und Selbstverteidigung auf. Die Aufführung mündet in ein ein Live-Konzert von Gündalein, die das Lied ‚If it Feels Wrong it is Wrong‘ singt, das von Simona Andrioletti und Gündalein gemeinsam geschrieben wurde.

Simona Andrioletti (Konzept)
Younsik Kim (Kamera)
Nicola Kötterl (Choreografie)
Wiebke Dobers und Eléonore Barbara Bovet (Performance)
Gündalein (Gesang)
Nicolas Maximilian (Musik)
Noah Kretschmann (Beat)
Felix Neumann (Grafikdesign)

Das Projekt wurde ermöglicht durch das Förderprogramm BBK – Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Dazwischensein ist ein Projekt in Kooperation mit der LMU, Ludwigs-Maximilians-Universtität München, Urner Institut Kulturen der Alpen‘ und der Stiftung Lucerna. Mit freundlicher Unterstützung der Curt Wills-Stiftung und der Förderung des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München.

Dazwischensein 7
Abendöffnung
Mittwoch, 2. Oktober 2024, bis 20 Uhr

Wir laden Sie und Euch herzlich ein zum letzten Ausstellungstag von Dazwischensein 7

Abendöffnung
Mittwoch, 2. Oktober 2024, bis 20 Uhr

Abb.: Ausstellungsansicht Dazwischensein 7 – Sandra Boeschenstein, DG Kunstraum 2024, Foto: Gerald von Foris

36. Open Art
6. bis 8. September 2024
Start in den Kunstherbst
mit Dazwischensein 7

Mit diesem Wochenende starten die Münchner Galerien gemeinsam mit zahlreichen Partner-Institutionen und Museen in den Münchner Kunstherbst. Das seit 1989 im Münchner Kulturleben fest verankerte Kunstwochenende lockt mit Sonderöffnungszeiten, geführten Rundgängen und einem breiten Vermittlungsangebot viele Besucher in die Kunstmetropole und ihre Galerien – und wir sind auch wieder mit dabei!

Im Rahmen der Open Art 2024 gibt es im DG Kunstraum die Ausstellung ‚Dazwischensein 7 – Sandra Boeschenstein‘ zu entdecken. Wie jedes Jahr blicken wir gespannt auf einen tollen Start in den Kunstherbst und freuen uns auf Ihren und Euren Besuch!

Sonderöffnungszeiten zur Open Art
Freitag, 6. September 2024, 12 bis 21 Uhr
Samstag, 7. September 2024, 11 bis 18 Uhr
Sonntag, 8. September 2024, 11 bis 18 Uhr

Am Sonntag um 11 Uhr können Sie beim Rundgang ‚Vom Hofgarten ins Kunstareal‘ unter anderem auch den DG Kunstraum bei einer Führung durch die Ausstellungsräume und Galerien erleben. Treffpunkt ist bei der Galerie Filser & Gräf, Galeriestr. 6.

Rundgang 4 
Guide: Gertrud Fassnacht

Galerien:
Galerie Filser & Gräf
Galerie Florian Sundheimer
DG Kunstraum
Galerie Renate Bender
Galerie an der Pinakothek der Moderne – Barbara Ruetz
Galerie ORIANE

Hier finden Sie den Open Art Katalog.

Alle weiteren Informationen gibt es hier.

Abb. 1–3: Ausstellungsansichten Dazwischensein 7 – Sandra Boeschenstein, DG Kunstraum 2024, Fotos: Gerald von Foris
Abb. 4: 36. Open Art Katalog der Münchner Galerien Initiative

Dazwischensein 7
Sandra Boeschenstein im Gespräch
mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati
Mittwoch, 11. September 2024, 19 Uhr

Wir laden Sie und Euch herzlich ein zum Künstleringespräch!

Sandra Boeschenstein im Gespräch mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati
Mittwoch, 11. September 2024, 19 Uhr

Jede der vielen feinen Linien in den Bildern von Sandra Boeschenstein ist ein Ereignis, im Kopf und im Raum. In der Serie der sogenannten ‚Institute‘ die Sandra Boeschenstein seit 2023 entwickelt, trifft zeichnerischer Raum auf eine flüchtige Berührung eines Körpers mit Papier. Sandra Boeschenstein und die Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati entführen uns in ihrem Gespräch in die Schweizer Bergwelt und wir sind eingeladen uns gedanklich in den neu gegründeten Instituten der Künstlerin einzufinden.

Sandra Boeschenstein (*1967 in Zürich) lebt und arbeitet in Zürich. Boeschenstein studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und wechselte nach zwei Jahren ins Kunststudium an die Hochschule der Künste Bern. Sie verbrachte viele Stipendienaufenthalte in u.a. Stuttgart, Berlin, Paris, Bukarest oder São Paulo. Ihr Werk umfasst Zeichnungen auf Papier sowie raumgreifende Zeichnungen in situ. Sie begreift das Zeichnen als ihr primäres Erkenntniswerkzeug und begeht damit die Grenzbereiche zwischen Fassbarem und Unfassbarem, zwischen Bild und Sprache, zwischen epistemischen und poetischen Qualitäten. Im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stehen die vielfältigen Übergänge zwischen Wahrnehmen und Denken. Boeschenstein arbeitet mit den Aufbau- und den Zerfallsenergien von Bedeutungen und macht den – wie sie es nennt – „Wackelkontakt zwischen Sprache und Materie“ erfahrbar. „Wann ist etwas und wie bekommt es Bedeutung? Wie berühren sich Situation, Bild und Sprache? Wie sieht eine Erkenntnis aus, die zwischen Material, Bild und Sprache winkt und nicht weiter extrahierbar ist?“ sind zentrale Fragen die ihr Schaffen prägen. Boeschensteins Werke wurden international ausgestellt, u.a. 2009 Aargauer Kunsthaus, 2009 Kunsthalle Düsseldorf, 2015 Arter Istanbul, 2016 Hamburger Kunsthalle, 2022 CEUMA São Paulo und Museum zu Allerheiligen Schaffhausen.

Gesprächspartnerin: Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati (*1966) lehrt und forscht in Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, seit 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie interessiert sich für das Verhältnis von Religion und Medien, insbesondere dem Film und der Kunst. Ihre Veröffentlichungen und Forschungsschwerpunkte behandeln unterschiedliche Aspekte von Religion als ein Phänomen, dass die heutige Kultur stark prägt.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Abb.: Künstleringespräch Sandra Boeschenstein, 11. September 2024, DG Kunstraum, Fotos: Daniela Lange

Eröffnung
Dazwischensein 7
Sandra Boeschenstein
mit Buchvorstellung ‚Grenzgänge’
Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr

Wir laden Sie und Euch herzlich ein zur Eröffnung von

Dazwischensein 7
Sandra Boeschenstein
(Möglichkeitsraum)

Lion Bischof
(Filmprogramm)

am Donnerstag, 5. September 2024, 18 bis 21 Uhr
**19 Uhr**
Begrüßung und Einführung
19.15 Uhr
Buchvorstellung ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen’
Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati und Prof. Dr. Anna-Katharina Höpflinger im Gespräch

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
Hier geht es zu den Informationen zur Buchpräsentation ‚Grenzgänge‘

Grenzgänge – Religion und die Alpen’
Anna-Katharina Höpflinger, Daria Pezzoli-Olgiati, Boris Previšić, Marco Volken (Hg.)
Mit Fotografien von Marco Volken

200 Seiten, 17 × 24 cm
Paperback mit Klappenbroschur und über 50 Farbfotografien
ISBN 978–3‑290–18666‑1
34 Euro

Ab 5.9. im DG Kunstraum erhältlich

Als Teil eines größeren Verbundprojektes nähert sich ‚Dazwischensein 7‘ künstlerisch an das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt ‚Grenzgänge‘ an, mit Fachleuten aus der Religionswissenschaft, der Kultur- und Literaturwissenschaft, der Theologie, Philosophie, Ethnologie und Geschichte, die ausgewählte Facetten des Verhältnisses von Religion und den Alpen untersuchen. Das Thema wird im intensiven Austausch mit Musik, Kunst und Fotografie erforscht. Im Rahmen von Dazwischensein 7 wird die Publikation ‚Grenzgänge – Religion und die Alpen‘ präsentiert.

Zur Ausstellung
Sandra Boeschenstein erstellt für den DG Kunstraum eine ortsspezifische Raumzeichnung, die Objekte und Zeichnungen auf Papier umfasst. Sie lotet damit die Grenzbereiche zwischen Fassbarem und Unfassbarem, zwischen Bild und Sprache, zwischen epistemischen und poetischen Qualitäten aus. Im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stehen die vielfältigen Übergänge zwischen Wahrnehmen und Denken.

Ausstellung von 6. September bis 2. Oktober 2024

Abb.: Poster Dazwischensein 7 – Sandra Boeschenstein, DG Kunstraum 2024, Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser