DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Auf der Suche …‘
Programm im
DG Kunstraum

Thematische Führung durch die Ausstellung
Di, 24.5.2022, 19 Uhr
Di, 31.5.2022, 19 Uhr
Di, 12.7.2022, 19 Uhr

Katalogpräsentation mit musikalischem Programm
Lesung: Franziska Ball, Schauspielerin
Musik: Janine Schrader, Monika Olszak
Di, 21.6.2022, ab 19 Uhr

Diskussionsabend mit Künstler*innen
Screening „The Library of Jane Goodall“ von und mit Federico Delfrati
Do, 30.6.2022, 19 Uhr

Auf der Suche …‘, findet an folgenden Orten statt:
DG Kunstraum (12. Mai bis 22. Juli 2022)
St. Markus München (11. Mai bis 22. Juli 2022)
Nazarethkirche München (12. Mai bis 22. Juli 2022)
St. Paul (15. Mai bis 3. Oktober 2022)
Erlöserkirche München (15. Mai bis 24. Juli 2022)
Heilig Geist München (18. Mai bis 2. Juni 2022)
Akademiegalerie (7. Juni bis 17. Juni 2022)

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr
Die Ausstellung ist am Fr, 17. Juni 2022 geschlossen.

Künstler*innen im DG Kunstraum
Cheng-Hsin Chiang
Annabel Daou
Federico Delfrati
Zenita Komad
Schirin Kretschmann
Bea Meyer
Paula Niño
Julian Röder
Khashayar Zandyavari
Hang Zhou

Auf der Suche …‘ – Was sucht der Mensch? Diese Frage erscheint uns heute aktueller denn je: Trotz großer technischer und medizinischer Errungenschaften bestimmt Verunsicherung das Leben der Menschen weltweit. Die anhaltende Klimakrise, der Krieg mitten in Europa und die Corona-Pandemie haben das Gefühl von „Normalität“ zerrissen. Es sind Ereignisse, die die Öffentlichkeit polarisieren, grundlegende, demokratische Werte erschüttern und den sozialen Zusammenhalt auf gravierende Weise in Frage stellen. Die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Frieden, Gesundheit und einer konstruktiven Zukunft erscheint kaum erfüllbar.

Ein Ausstellungsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Empfangshalle
Woher Kollege Wohin Kollege
Markuskirche
11.5. bis 22.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Pfarramt St. Markus Gabelsbergerstraße 6
80333 München
Tel. 089 28 67 69 0 
pfarramt.stmarkus‑m@elkb.de
www​.markuskirche​-muenchen​.de

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr von 9 bis 17 Uhr – und bei den Gottesdiensten

Auf der Suche …“ sind wir immer auch nach Heimat, nach einem Heimatgefühl, wie das Künstlerduo EMPFANGSHALLE in St. Markus eindringlich zeigt. WOHER KOLLEGE WOHIN KOLLEGE ist 2002 bis 2006 entstanden und als mobile Ausstellung in der Stadt präsent gewesen: „Heimat“ kann man nicht einfach anfassen oder abbilden. „Heimat“ ist ein Gefühl, das sich zusammensetzt aus unterschiedlichsten Stimmungen, Erinnerungen an Erlebtes und Hoffnungen auf ein glückliches Leben. Erst wenn dieses Gefühl mit einem Ausschnitt der realen Welt zur Deckung gebracht ist, kann ein „Heimatbild“ entstehen. EMPFANGSHALLE befragte Angestellte der Münchner Abfallwirtschaft mit Herkunft aus den verschiedensten Ländern zu ihren Bildern für Heimat. Damit diese Bilder entstehen konnten, baute EMPFANGSHALLE ein Müllauto zu einem Wohnmobil um. Mit diesem Wagen sollten die Männer sich auf den Weg machen – einer nach dem anderen – ihr ganz persönliches Heimatgefühl zu fotografieren. Ein einziges Foto, auf dem immer auch das Müllauto zu sehen sein musste, sollte alles sagen, ihre Geschichte erzählen, alle Fragen beantworten. Zurück in München, wurde das Heimatbild dann auf dem Müllauto angebracht, mit dem der Kollege täglich arbeitete. So schwärmte morgens eine mobile Ausstellung in die Stadt aus, bei der die Müllwerker den Münchner*innen ihr Heimatbild zeigten. Kommunikation und Interaktionen auf der Straße sind die Träger des Kunstwerkers im öffentlichen Raum.

Eine Auswahl dieser Fototafeln wird nun im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Auf der Suche …“ in St. Markus gezeigt. In einem Vorgespräch konstatierte Michael Gruber: „Unser Projekt ist fast zwanzig Jahre alt. Und ich habe den Eindruck, mit jedem Jahr wird es aktueller.“ Die Verbindung von Öffentlichkeit und Privatheit findet sich in vielen Aktionen und Installationen von Empfangshalle. Dabei ist ihre Kunst immer ein soziales Geschehen, eine Verortung von Menschen und Gruppen in neu entstehenden Räumen aus Themen, Netzwerken oder Strukturen.

Durch den Krieg in der Ukraine und Tausende geflüchteter Menschen auch in München stellt sich – ganz aktuell und plötzlich sehr nahe gerückt – auch den Besuchenden noch einmal neu die Frage, was Heimat eigentlich ist und bedeutet. Schon in einer halben Stunde Weg durch die Maxvorstadt kann man leicht ein halbes Dutzend Sprachen hören. Wer von den Menschen, die in München leben, ist von Herkunft Münchner*in? Für wen ist München Heimat? Herkunft und Heimat gehen in vielen Biografien eine spannende bis spannungsvolle Verbindung ein. Die Ausstellung in St. Markus geht diesen Fragen nach und macht deutlich, wie alltäglich Transnationalität im Münchner Stadtbild war und ist.

Kuratierung: Sabine Geyer, Benita Meißner und Gunter Schaumann

Über die Künstler …

Corbinian Böhm und Michael Gruber arbeiten seit 2000 gemeinsam als Empfangshalle.

https://​www​.empfangshalle​.de

Corbinian Böhm, geboren 1966, München, lebt und arbeitet in München
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Hans Ladner, Anthony Gormley, Pia Stadtbäumer, Timm Ulrichs, Asta Gröting, Rita McBride.
2000 Meisterschüler, Diplom
Michael Gruber, geboren 1965 in Mallersdorf, lebt und arbeitet in München
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Hans Ladner, Anthony Gormley, Pia Stadtbäumer, Timm Ulrichs, Asta Gröting, Rita McBride.
1999 Meisterschüler, Diplom

Programm …

Mittwoch, 11. Mai, 18.30 Uhr
Vernissage mit Vorführung des Dokumentarfilms
WOHER KOLLEGE WOHIN KOLLEGE – EIN GEFÜHL VON HEIMAT mit Corbinian Böhm und Michael Gruber

Sonntag, 15. Mai, 11.15 Uhr
„Auf der Suche … nach Heimat“
Kunstgottesdienst zur Ausstellung mit Stadtdekan Dr. Bernhard Liess

Samstag, 16. Juli, 18–22 Uhr
FreiRaum St. Markus. Offene Kirche mit Ausstellung und Musik

Donnerstag, 21. Juli, 14.30 Uhr
„(M)ein Gefühl von Heimat“. Erzählcafé in der Ausstellung Im Rahmen des Seniorenprogramms von St. Markus; Anmeldung im Pfarramt erbeten unter 089/28 67 69 0

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 3)

Charwei Tsai
Feather Project
St. Paul
15.5. bis 2.10.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Kirche St. Paul
St. Pauls-Platz 11
80336 München
kunstpastoral@eomuc.de

Öffnungszeiten:
täglich von 8:30 bis 17 Uhr

Sehr persönliche und doch universelle Anliegen sind Ausgangspunkt von Tsais Multimedia-Arbeiten. Geografische, soziale und spirituelle Motive prägen ein Werk, das den Betrachter zur Teilnahme außerhalb der Grenzen selbstbezogener Reflexion anregt. In Auseinandersetzung mit der Beziehung von Mensch und Natur meditiert Tsai über die Komplexität kultureller Überzeugungen, Spiritualität und Vergänglichkeit. Deutlich spricht aus ihren Arbeiten die Suche nach Einklang, der Wunsch in Verbindung zu treten und zu sein.

In St. Paul zeigt Charwei Tsai eine Arbeit aus ihrem seit 2011 fortdauernden „Feather Project“. Die Installation besteht aus einem Haufen beschrifteter Federn, die die auf einem großen Spiegel mittig auf einer oktogonalen Sitz-Plattform ruhen.
Die Texte auf den Federn sind Wünsche und Gebete, die von den Kirchenbesucher*innen geschrieben wurden. Während die Künstlerin bei früheren Arbeiten aus dieser Reihe Sätze aus der Sufi-Poesie geschrieben hatte, die sich ebenso auf einen Liebhaber beziehen können, wie symbolisch auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch, so ist hier die partizipative Einbeziehung der Besucher*innen verstärkt: diese sind es die ihren Wünschen und Hoffnungen auf den Federn Ausdruck verleihen.

Das leichte und erstaunlich stabile Wunderwerk „Feder“, das Vögeln das Fliegen ermöglicht und diesen zugleich Wärme und Schutz bietet, regt die Betrachtenden zu vielfältigen Assoziationen an. Die Suche und der Wunsch nach Leichtigkeit, nach Geborgenheit verbinden sich mit der Meditation dieses Naturphänomens. Angesichts des Angriffskrieges im Jahr 2022 gegen die Ukraine mitten in Europa drängen sich auch Assoziationen zu Frieden und Hoffnung auf neue Leichtigkeit und Verbundenheit auf.

Die Reflexion des Spiegels in die Vertikale weist auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde hin, die in der religiösen Architektur traditionell wesentlich ist, während die Federn als Boten der Transzendenz dienen. Es kann sich ein Gefühl der Einheit eröffnen, der Geist erhebt sich über das wahrgenommene Wissen und die Erfahrung hinaus.

Die Gestaltung der oktogonalen Plattform im nördlichen Querhaus der Kirche entspricht formal dem oktogonalen Taufort und der diesen umgebenden Bodengestaltung im südlichen Querhaus. Die Zahl Acht entsteht durch die Verbindung der Zahlen 7 und 1: an sieben Tagen wurde die Erde erschaffen, am ersten Tag der Woche, also dem achten Tag, wurde Jesus Christus von den Toten auferweckt – im christlichen Glauben wird die Taufe als neue Schöpfung und Auferstehung zu neuem Leben gesehen.

Den religiösen Traditionen gemeinsam ist die Verwendung von Bildern aus der Natur, um die Nähe und Fürsorge des Göttlichen zu beschreiben. In der Bibel findet sich u.a. diese Beschreibung der Nähe Gottes im Bild der gefiederten Flügel:
„Er deckt dich schützend mit seinen Schwingen, unter seinen Flügeln findest du Geborgenheit. Seine Treue gibt dir Deckung, sie ist dein Schild, der dich schützt.“ (Psalm 91,4, Neue Genfer Übersetzung)

Kuratierung : Dr. Ulrich Schäfert und Benita Meißner

Über die Künstlerin …

Die Taiwanesischen Künstlerin Charwei Tsai (*1980, Taiwan) studierte an der ‚Rhode Island School of Design‘ Industriedesign und Kunst- und Architekturgeschichte (2002) und absolvierte das postgraduale Forschungsprogramm ‚La Seine‘ an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris (2010).
Ihre Arbeiten wurden vielfach international in Museen, Galerien, auf Biennalen und Kunstmessen ausgestellt. In der kath. Kirche Saint-Séverin in Paris führte Charwei Tsai 2009 die Projekte „A Dedication to Saint Ursula“ und „Baptism“ aus.

Programm …

So. 15.05., 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht mit Eröffnung „Feather Project“ von Charwei Tsai
Einführung und Gedanken von Ulrich Schäfert. Interview mit der Künstlerin. Essay-Texte aus dem Katalog „Auf der Suche…“ vorgetragen von Franziska Ball, Schauspielerin. Zeitgenössische Musik von Thomas Etschmann, Gitarre

So. 29.05., 11.00 Uhr, St. Paul München
Eucharistiefeier der Gemeinde St. Paul mit Bildbetrachtung von Ulrich Schäfert zum „Feather Project“ von Charwei Tsai.

So. 29.05., 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum „Feather Project“ von Charwei Tsai, Gedanken von Ulrich Schäfert. Essay-Texte aus dem Katalog „Auf der Suche…“ vorgetragen von Franziska Bronnen, Schauspielerin.
Zeitgenössische Musik mit Andreas Höricht, Bratsche, und Peter Gerhartz, Tasten

So., 19.06, 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum „Feather Project“ von Charwei Tsai, Gedanken von Marion Mauer-Diesch, Seniorenseelsorge, zur Feder als Symbol für Leichtes und Wahres.
Zeitgenössische Musik

So., 2.10, 20.15 Uhr, St. Paul München
TatOrtZeit.Andacht zum Abschluss des Projektes „Auf der Suche…“ mit Gedanken von Rainer Hepler.
Zeitgenössische Musik

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel- Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig- Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 4)

Herbert Nauderer
Polyphone Ablagerungen 
Erlöserkirche
15.5. bis 24.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Pfarramt St. Markus
Gabelsbergerstraße 6
80333 München
Tel. 089 28 67 69 0 
pfarramt.stmarkus‑m@elkb.de
www​.markuskirche​-muenchen​.de

Öffnungszeiten:
in der Regel von 10 bis 18 Uhr

Unter dem Titel „Auf der Suche“ präsentieren mehrere Münchner Kirchen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst (DG), der Kunstakademie München sowie der LMU von Mai bis Juli 2022 ein gemeinsames Ausstellungsprojekt.
In der Erlöserkirche wird in diesem Rahmen eine neue Installation von Herbert Nauderer gezeigt.

Herbert Nauderer (* 1958) studierte nach einer Lehre zum Drucker an der Kunstakademie München. Seit 1986 arbeitet er als freier Künstler und Musiker in Weipertshausen am Starnberger See und Maciarello, Elba.

Lange Zeit war die Zeichnung sein vorherrschendes Ausdrucksmittel, das er seit einigen Jahren installativ durch Objekte, Photocomposings und Videos ergänzt und in den Raum erweitert. Außerdem entstehen seit 2015 eigenständige Filmprojekte, so die mehrteilige Videoarbeit „Das Haus des Erfinders“, die Nauderer nach und nach zu einem umfangreichen Werkzyklus erweitert, zu dem auch die Installation „Polyphone Ablagerungen“ gehört. Er nimmt darin Bezug auf Ereignisse der Geschichte, auf aktuelle Geschehnisse, auf Traumata und Verschwörungstheorien.

Nauderer nimmt die Betrachter*innen seiner Werke mit in eine Fantasiewelt von hoher Suggestionskraft. In der Kombination von Installationen, Einbauten, Videos, Zeichnungen, gefundenen Bildern und anderen Materialien erschafft er düstere Traumsequenzen sowie rätselhafte Erzählungen, die mysteriös, absurd, komisch und bedrohlich zugleich sind, dabei aber äußerst intensiv in ihrer Wirkung.

Für die Erlöserkirche baut Nauderer aus rohen Seekieferplatten zwei Boxen mit einem Durchgang dazwischen, die mit Wellbitumenplatten gedeckt sind. Die Materialien sind für eine Kirche untypisch und stellen einen Kontrast zur Architektur dar. Sie erinnern an Slums, formal aber auch an Beichtstühle oder Umkleidekabinen. In jeder Box läuft ein Video, links spricht eine Frau (Jutta Schmuttermaier) einen philosophisch wissenschaftlichen Text zur Lage unserer Gesellschaft, während rechts ein Mann (Alexander Duda) über eine Insel redet, auf der sich angeblich geheime Labore befinden, in denen Experimente an Menschen durchgeführt werden. Der Text der Frau ist anspruchsvoll und komplex, während der des Mannes im Verlauf des Vortrags immer absurder und surrealer wird und uns immer mehr an seiner Erzählung zweifeln lässt.

Programm …

Sonntag, 15. Mai, ab 10 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
// 10 Uhr: Kunstgottesdienst
// 11 Uhr: Künstlergespräch

Sonntag, 24. Juli, 17 Uhr
Finissage – Konzert und Künstler- Gespräch mit Herbert Nauderer

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Fotos
Gerald von Foris (1 – 4)

Federico Delfrati
‚The Library of Jane Goodall‘ 
Nazarethkirche
12.5. bis 22.7.2022

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Auf der Suche … „, im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft.

Evang.-Luth. Nazarethkirche
Barbarossastraße 3
81677 München
https://​www​.immanuel​-nazareth​-kirche​.de/

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr. 9 bis 17 Uhr und bei Gottesdiensten

The Library of Jane Goodall‘ ist ein performatives Konzert mit experimenteller Musik von Federico Delfrati. Das zentrale Thema der Geschichte ist inspiriert von den Schriften Hans Blumenbergs und beschreibt den Moment in dem der letzte Affe zum Menschen wurde, weil er sich mittels eines Steinwurfs verteidigte. Er stellte so eine räumliche Distanz zwischen sich selbst als Beute und dem Raubtier mit Hilfe eines Objekts her. So begann einer der Primaten sein eigenes Ich wahrzunehmen. Von diesem Moment an waren es gerade die Entfernungen, die als leere Räume zwischen den Körpern verstanden wurden, die die Phasen abgrenzten, in denen der Geist begann, die Zeit in einer erweiterten Weise wahrzunehmen, sich selbst zu hinterfragen.

Die Performance dekonstruiert diese Etappen rückwärts in mögliche Kapitel, indem sie sich auf einen Mythos, eine Autorität, eine Mutter beruft – eine Figur, die hier von der britischen Primatologin Jane Goodall repräsentiert wird. Goddall entwickelte sich zu einer Verfechterin der Rechte aller Tierarten mit starkem ökologischem und naturschützerischem Charakter. Fünfzig Jahre lang hat sie das Leben, das Verhalten, die „Kultur“ und den Tod unzähliger Generationen von Schimpansen untersucht. Sie besitzt eine Bibliothek mit allen Notizen, Studien und Antworten, die für die studierten Subjekten unverständlich sind. Es ist die Figur des Gott-Wissenschaftlers und des Wissenschaftler-Gottes, der hier eine nicht wertende Rolle einnimmt, analytisch und stumm gegenüber den Obsessionen ihrer Untertanen.

Die “Distanz” zwischen den Fragen und einer möglichen Antwort wird immer größer, denn die Kapitel des Konzerts erzählen von einer Zeit, die rückwärts läuft, bis der Stein geworfen wird. So singen Generationen von Menschen, Hominiden und Affen:

Jane, Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave, 

Like the boy in your cage.

Jane, Jane, where’s the start of the maze?

Am I part of your game?

Are there rules to be played by?

Jane Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave,

Tell me how to behave.

Was sucht der Mensch? Diese Frage erscheint uns heute aktueller denn je: Trotz großer technischer und medizinischer Errungenschaften bestimmt Verunsicherung das Leben der Menschen weltweit. Die anhaltende Klimakrise, der Krieg mitten in Europa und die Corona-Pandemie haben das Gefühl von „Normalität“ zerrissen. Es sind Ereignisse, die die Öffentlichkeit polarisieren, grundlegende, demokratische Werte erschüttern und den sozialen Zusammenhalt auf gravierende Weise in Frage stellen. Die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Frieden, Gesundheit und einer konstruktiven Zukunft erscheint unerfüllbar. 

Das Ausstellungsprojekt Auf der Suche… möchte die Frage, was der Mensch sucht, auf eigene Weise angehen: Die Kunst in ihrer vielfältigen Bandbreite macht Suchbewegungen des Menschen sinnlich wahrnehmbar. Sie involviert Menschen in die grundlegende, existenzielle Tätigkeit des Sehens und Schauens und macht sie somit zum wesentlichen Bestandteil des Kunstwerks. Die Begegnung mit dem Kunstwerk kann Menschen überraschen, irritieren, verändern – wenn auch nur vorübergehend, transitorisch. Dennoch vermögen es Kunstwerke, Orientierung zu stiften, indem sie aufzeigen, wie existenziell, vielschichtig und widersprüchlich unser menschliches Suchen und Sehnen ist.

Über den Künstler …

Federico Delfrati, geboren 1987 in Mailand, Italien, lebt und arbeitet zwischen München und Mailand.
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Herman Pitz.
2015 Diplom Akademie der Bildenden Künste München.
Seine künstlerische Forschung konzentriert sich darauf, wie die Neugier des Menschen die Realität interpretiert; wie sie nach Bedeutung sucht und diese schafft, was oft zu Gegensätzen und Paradoxien, ethischen Dilemmata, Verletzlichkeit und Größenwahn führt. Er arbeitet mit Performance, Video und Multimedia-Installation und wendet sich in seiner künstlerischen Produktion seit kurzem auch der Musik und dem Sound zu.

https://​federico​-delfrati​.com

Programm …

Samstag, 30. April, 19 Uhr
Federico Delfrati ‚The Library of Jane Goodall‘ – Aufführung mit Jane Goodall’s Library Choir unter Leitung von Christian Seidler

Sonntag, 1. Mai, 19.15 Uhr
Künstlergespräch mit Federico Delfrati

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel-Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Das Ausstellungsprojekt ‚Auf der Suche …‘  wird gefördert durch den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst (VAH) sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

Frank Bölter
Weiße Rose (XXL)
Heilig-Geist-Kirche
18.5. bis 2.6.2022

Frank Bölter’s Faltaktion ‚Weiße Rose (XXL)‘ am Viktualienmarkt München am 18. Mai 2022. Video: Lion Bischof

Im Rahmen von ‚Auf der Suche …‘, dem Ausstellungsprojekt im Dialog von Kunst, Kirche und Wissenschaft, initiiert Frank Bölter ein eintägiges öffentliches Papierfalten auf dem Viktualienmarkt in München. Die Aktion „Weiße Rose (XXL)“ beinhaltet das öffentliche, gemeinschaftliche Falten einer überdimensionierten weißen Rose aus Karton in der kunsthandwerklichen Technik des Origami mit dem Laufpublikum auf dem Münchener Viktualienmarkt. Anlass für diese öffentlichkeitsinvolvierende, bildkünstlerische Form der Erinnerungskultur ist das 80-jährige Jubiläum der Gründung der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen die NS-Terrorherrschaft im Juni 1942.

Als Ort der Realisierung der Faltaktion wird der viel frequentierte Viktualienmarkt gewählt, an dem Münchner Bürgerinnen und Touristinnen eingeladen sind, am Herstellungsprozess einer 2 x 2 Meter großen weißen Rosenblüte – inklusive Stängel in einer Gesamtlänge von 5 Metern – mitzuwirken.
Das mehrteilige Faltobjekt wird so innerhalb einer „öffentlichen Bildhauerwerkstatt“ mit der Marktkundschaft als vielschichtigem bildhauerischen Akteur entstehen. Die zeitliche Inanspruchnahme jedes/jeder Faltenden variiert – angefangen beim bloßen Falten, über das Ineinanderlegen der einzelnen Faltobjekte bis hin zum Anbringen des Stängels am Blütenkopf bleibt jedem Marktbesuchenden selbst überlassen, ob er nur ein paar Minuten seiner Zeit schenkt oder sogar etliche Stunden. So entsteht über die Dauer eines Tages ein komplexes, gemeinschaftlich erarbeitetes Papierobjekt. Anschließend soll die Rose in der Heilig-Geist-Kirche ausgestellt werden; auch dorthin wird die riesige Origami-Skulptur von Freiwilligen gemeinschaftlich transportiert und erzählt so vom öffentlichen Herstellungsprozess samt Gebrauchsspuren, Fußabdrücke, unvorhergesehener Knicke und korrigierter Falten.

Lokale Bezüge zu tatsächlichen Ereignissen in München wie zur überregionalen und internationalen Bedeutung und Strahlkraft der „Weißen Rose“ korrespondieren hier mit der Spannung zwischen den Attributen der kunsthandwerklichen Origami-Technik in üblicherweise kleinem Format, gepaart mit solitärer, kontemplativer und friedfertiger Beschäftigung auf der einen Seite und formaler Überdimensionierung und inhaltlich-politischer Aufladung auf der anderen. Neben der rein formalen Äquivalenz zur Weißen Rose greift die Kunstaktion das Material Papier auch als Informationsträger auf, wie auch die Ebene der öffentlichkeitswirksamen Beteiligung der Bevölkerung. So wird direkt eine Parallele zur folgeträchtigen Aktion der Gruppe Weiße Rose gezogen, deren Mitglieder am 18. Februar 1943 Exemplare ihres 6. Flugblatts gegen das NS-Regime von der Galerie in den Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München warfen und daraufhin verhaftet wurden.
Der Beitrag „Weiße Rose (XXL)“ ist der Versuch, das Bewusstsein für die grundsätzliche Gefahr von Diskurs- und Demokratieverlust, Ausgrenzung, Separation und Faschismus in der Form des kunstpraktischen Zitats des historisch konkreten und museal-institutionalisierten Beispiels des Bodendenkmals von Robert Schmidt-Matt vor dem Haupteingang der LMU mit dieser „neuen“ Übung zu schärfen. So lässt sich die Palette der geschichtsvermittelnden Möglichkeiten erweitern, in der Gesellschaft verankern und bestenfalls verstetigen.
Alle Flanierenden am Viktualienmarkt sind eingeladen, zur Weiterentwicklung dieses Vorhabens in Form eines offenen Dialogs beizutragen.

Faltaktion: 18. Mai 2022, 10 bis 18 Uhr, Viktualienmarkt München
Ausstellungszeitraum: 18. Mai bis 2. Juni 2022, Heilig Geist, Prälat-Miller-Weg 1, 80331 München

Heilig-Geist-Kirche
Prälat-Miller-Weg 3
80331 München
https://​heilig​-geist​-muenchen​.de/

Kuratiert von Benita Meißner und Ulrich Schäfert

Über den Künstler …

Frank Bölter, 1969 in Lippstadt geboren, begann bereits während seines Studiums an der Kunstakademie Münster von 1998 bis 2003 mit seinen Arbeiten, Erwartungen innerhalb und außerhalb des akademischen Kunstbetriebs zu hinterfragen. Bölters Projekte zeichnen sich gleichermaßen durch ihre kraftvolle poetische Bildsprache wie durch die Präzision ihrer Ausführung aus, die oft unter den schwierigen Bedingungen des öffentlichen Raums erfolgt. Darüber hinaus basieren seine Projekte auf einem beeindruckenden Kommunikationswillen, der die traditionellen Definitionen von Objekt und Praxis hinter sich lässt und seine Installationen in den Bereich des Performativen ausweitet.
www​.frankboelter​.com
www​.wegdesgeringstenwiderstandes​.de

Ein Ausstellungsprojekt …

der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising mit Sitz in St. Paul, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Erlöserkirche, St. Markus und Immanuel- Nazareth und der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in München, dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig- Maximilians-Universität sowie der Klasse von Schirin Kretschmann an der Akademie der Bildenden Künste München.

Geschützt: ‚Auf der Suche …‘

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Auf der Suche.…
Federico Delfrati
The Library of Jane Goodall
Sa, 30.4.22 um 19 Uhr

Aufführung mit Jane Goodall’s Library Choir unter Leitung von Christian Seidler.

Evang.-Luth. Nazarethkirche
Barbarossastraße 3
81677 München

The Library of Jane Goodall“ ist ein Konzert experimenteller Musik mit Synthpop-Anklängen und eine Performance, die durch einen narrativen Faden miteinander verbunden sind, der mal von einer Stimme erzählt und gesungen, mal von einem Chor und vier Synthesizern gespielt wird.

Das zentrale Thema der Geschichte ist inspiriert von den Schriften Hans Blumenbergs über den Moment, in dem der letzte Affe zum Menschen wurde, weil er sich mit einem Steinwurf verteidigte. Indem er die erste räumliche Distanz zwischen sich selbst als Beute und seinem Raubtier mit Hilfe eines Objekts herstellte, begann der letzte Primat, sein eigenes Ich wahrzunehmen. Von diesem Moment an waren es gerade die Entfernungen, die als leere Räume zwischen den Körpern verstanden wurden, die die Phasen abgrenzten, in denen der Geist begann, die Zeit in einer erweiterten Weise wahrzunehmen, sich selbst zu hinterfragen, zu antizipieren.

Die Performance dekonstruiert diese Etappen rückwärts in mögliche Kapitel, jedes mit einer anderen Erzählstimme (einer Generation von Köpfen), die zwanghaft versucht, sich selbst zu verstehen und ihrer Existenz einen Sinn zu geben, indem sie sich auf einen Mythos, eine Autorität, eine Mutter beruft – eine Figur, die hier von der britischen Primatologin Jane Goodall repräsentiert wird.

In den letzten Jahren hat sie sich zu einer Verfechterin der Rechte aller Tierarten mit starkem ökologischem und naturschützerischem Charakter entwickelt. 50 Jahre lang hat sie das Leben, das Verhalten, die „Kultur“ und den Tod unzähliger Generationen von Schimpansen untersucht. Sie besitzt die Bibliothek mit allen Notizen, Studien und Antworten, die für die studierten Subjekten unverständlich sind. Es ist die Figur des Gott-Wissenschaftlers und des Wissenschaftler-Gottes, der hier eine nicht wertende Rolle einnimmt, analytisch und stumm gegenüber den Obsessionen ihrer Untertanen.

Und die “Distanz” zwischen den Fragen und einer möglichen Antwort wird immer größer, denn die Kapitel des Konzerts erzählen von einer Zeit, die rückwärts läuft, bis der Stein geworfen wird.

So singen Generationen von Menschen, Hominiden und Affen:

Jane, Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave, 

Like the boy in your cage.

Jane, Jane, where’s the start of the maze?

Am I part of your game?

Are there rules to be played by?

Jane Jane, did you read them all, Jane?

Tell me how to behave,

Tell me how to behave.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an
info@dg-kunstraum.de

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Ausstellungsprojektes Auf der Suche… durchgeführt. Die Performance ist als Video während der Laufzeit der Ausstellung im DG Kunstraum und in der Evang.-Luth. Nazarethkirche zu sehen.

Kampf um Sichtbarkeit
Wo stehen Künstlerinnen heute?
Do, 31.3.2022, 19 Uhr

Gabi Blum und Kirsten Kleie
im Gespräch mit Benita Meißner

In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit – für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung erfahren.“
(aus: Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit, von Franziska Schutzbach)

Mit ihrer Kunst mischt sich Gabi Blum in politische Debatten ein und weist unter anderem immer wieder auf die prekäre Situation von Künstler:innen hin. Kirsten Kleie hatte von 2019 bis 2021 einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste München mit dem Titel: ‚KlasseMusterFrau – 100 Jahre Öffnung der Akademie der Bildenden Künste für Frauen‘. Beide engagieren sich in unterschiedlichen Initiativen wie z.B. K&K – Bündnis Kunst und Kind, das sich für die Interessen von Künstler:innen mit Kindern einsetzt.

Gabi Blum
www​.gabiblum​.de
ist Künstlerin, Kuratorin und Aktivistin. Sie kombiniert raumgreifende begehbare Installationen mit Performance, Malerei und Video. Ihre meist ortsspezifisch konzipierten Arbeiten arrangieren Menschen in kulissenartigen stereotypen Räumen und verstehen sich als prozesshafte experimentelle Anordnung von Material, Akteur:in und zeitbasierten Medien. 

Mit ihrer Kunst mischt sie sich in politische Debatten ein und weist unter anderem immer wieder auf die prekäre Situation von Künstler:innen hin, ist Mitbegründerin der Initiativen #EXIST – Raum für Kunst in München und K&K – Bündnis Kunst und Kind . Zusammen mit Mitgründerin Anna Schölß und mehr als 100 Anhänger:innen setzt sich K&K für die Interessen von Künstler:innen mit Kindern ein, schafft sich eine eigene Plattform, Sprachrohr und Stimme. 

Mit dem 2020 in Berlin gegründeten Aktionsbündnis fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen finden gemeinsame überregionale Aktionen statt. 

Kirsten Kleie
www​.kleie​.net 
Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie, Studium der Philosophie an der LMU München und an der Akademie der Bildenden Künste, München, Diplom als Meisterschülerin, 2014

Lehrtätigkeit
2019 – 2021
Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste, München
Projekt ‚KlasseMusterFrau – 100 Jahre Öffnung der Akademie der Bildenden Künste für Frauen‘
1997 – 2001
Dozentin für Fotografie an der Münchner Volkshochschule

Mitglied in folgenden Verbänden und Netzwerken
seit 2020
2. Vorstand des Sozialfonds e.V. des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V.
seit 2019
GEDOK München – Gemeinschaft der Künstlerinnen und KunstförderInnen
seit 2019
K&K Bündnis von und für Künstlerinnen mit Kindern
seit 2017
Beisitzerin im Sozialfonds e.V. des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V.
seit 2015
Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V.

textiles
Ökonomien der Landschaft
Ein Gespräch
Fr, 25.3.2022, 19 Uhr

Einführung: Inka Gressel, Co-Direktorin ifa-Galerie Berlin

Olaf Holzapfel im Gespräch mit
Andrea Fernández, Künstlerin
Prof. Julienne Lorz, Universität für angewandte Kunst Wien
Börries von Notz, Geschäftsführer Stiftung Kunst und Natur

Moderation: Benita Meißner

In der Ausstellung ‚Notre Dame‘ in Zusammenarbeit mit der Galerie Kunst Kunz, gefördert von Projektfonds Kunst Goethe Institut.

Seit 2009 reist Olaf Holzapfel immer wieder in den Chaco Salteño und andere Landschaften wie Patagonien, um diese zu verstehen; die Menschen und kulturellen Produktionen, die mit diesen Regionen und ihren Klima verbunden sind. Holzapfel arbeitet mit grundlegenden handwerklichen Techniken und setzt sich gezielt für das Neuetablieren lokaler kultureller Sprachen ein.

Im Rahmen des Projects ‚The colors of the woodland‘ begann Olaf Holzapfel 2021 die Zusammenarbeit mit Claudia Alarcón und Melania Pereira des Kollektivs Thañí (dt. aus dem Waldland kommend). Sie werden begleitet von der Künstlerin / Kuratorin Andrea Fernández aus Salta. Thañí formierte sich mit dem Ziel, eine neue Organisationsform für die Arbeit der Frauen und für den Handel ihrer Textilien zu etablieren. Andrea Fernández begleitet diesen Transformationsprozess seit 2015. 

Der Dialog mit der zeitgenössischen Kunst (Ausstellungen in der ifa-Galerie Berlin 2020 und im Rahmen der Bienalsur 2021 in Argentinien und Paraguay) eröffnet der Gruppe Möglichkeiten, mit neuen Elementen und Materialien zu experimentieren. In dem gemeinsamen Prozess mit Holzapfel vertiefen sie ihre Erfahrungen als Teilnehmerinnen künstlerischer Produktion, mit einem Schwerpunkt eigener Untersuchung von Naturfarben.

Die beteiligten Künstler:innen setzen sich so mit dem Verhältnis von kultureller Produktion und Landschaft als grüne Themen auseinander. In Zukunft wird die ökologische Produktion in relativer Subsistenzwirtschaft ein wesentlicher Faktor für eine nachhaltige regionale Wirtschaft in Südamerika wie in Europa sein. Die Rücksicht und Diversifikation von unterschiedlichen Lebensräumen bei gleichzeitigem kulturellem Austausch, ist das zentrale politisch wirtschaftliche Motiv der Zusammenarbeit.

(Link) Ausstellung in der Galerie Knust Kunz