DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Ausstellungskatalog
‚Kirche Raum Gegenwart‘
jovis Verlag

Bald ist es soweit! Wir freuen uns die begleitende Publikation zur aktuellen Ausstellung vorzustellen. 

Katalog 157 der DG erscheint begleitend zur Wanderausstellung ‚Kirche Raum Gegenwart‘, einem Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. (DG) und dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V. (VAH).

Aufgeschlossene Kirchen sind wertvolle öffentliche Räume, die liturgische Orte bleiben und sich gleichzeitig für Neues öffnen können. Im Zentrum von Kirche Raum Gegenwart steht die nachhaltige Transformation dieser Räume, die über eine rein architektonische Lösung hinausgeht. Anhand von vier Projekten in süddeutschen Kirchengemein-den, zeigen die Publikation und die gleichnamige Wanderausstellung, wie solche konkreten Verände-rungen aussehen könnten. Gemeinsam mit Be- zugspersonen aus den Gemeinden vor Ort, haben Kunstschaffende oder Architekt*innen sehr unter-schiedliche Ansätze für erweiterte Nutzungen entwickelt. Vierzehn besonders gelungene, bereits realisierte Transformationen von Kirchenräumen im süddeutschen Raum ergänzen die Entwürfe, vertiefende Textbeiträge geben Einblicke in die Veränderungsprozesse der beiden großen christ- lichen Kirchen und die besonderen Rahmen- bedingungen dieser immer häufiger anstehenden Transformationen.

Ausstellung im DG Kunstraum vom 20. Januar bis 16. März 2023.

Broschur mit Schutzumschlag
16 x 27 cm
276 Seiten, zahlr. farb. und s/w. Abb.
Deutsch
ISBN 978–3‑98612–019‑1
02.2023
Subskriptionspreis 25,00 Euro
Buchhandelspreis 32,00 Euro


Herausgeber: Dr. Walter Zahner (1. Vorsitzender DG)
Redaktion: Benita Meißner
Konzeption und Mitglieder der Jury: Dr. Manuela Klauser, Benita Meißner, Dr. Walter Zahner
Weiteres Jurymitglied: Dr. Andreas Kühne (Mitglied des Vorstands VAH)
Assistenz: Daniela Lange, Léa Manoussakis
Autor*innen: Prof. Dr. Albert Gerhards, Dr. Manuela Klauser, Thorsten Nolting, Benita Meißner, Dr. Werner Wolf-Holzäpfel, Dr. Walter Zahner
Kunstprojekte: Jutta Görlich und Peter Haimerl, Ludwig Hanisch und Karina Kueffner, Tom und Ursula Kristen, Benita Meißner für Empfangshalle
Projekttexte: Dr. Manuela Klauser (MK), Benita Meißner (BM)
Korrektorat: Gabriele Oldenburg
Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser Projekte
Druck: Memminger Mediencentrum

Geschäftsführerin und Kuratorin: Benita Meißner
Assistenz: Manuela Baur
Öffentlichkeitsarbeit: Daniela Lange

Für ein Presseexemplar des Katalogs wenden Sie sich bitte direkt an die Pressestelle des jovis Verlags.

jovis Verlag GmbH
Lützowstraße 33
10785 Berlin
www​.jovis​.de

Ansicht Cover Ausstellungskatalog ‚Kirche Raum Gegenwart’
Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser
©2023 by jovis Verlag GmbH

Gesprächsreihe
‚Kirche Raum Zukunft‘
im Rahmen von ‚Kirche Raum Gegenwart‘

Gespräch I
Dr. Susanne Fischer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Marinus Kohlhauf, Erzdiözese München und Freising, Hauptabteilungsleiter Bauwesen
Stefan Neukamm, Evang. ‑Luth. Kirchengemeindeamt München, Abteilung Bau und Liegenschaften
Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender der DG
Moderation: Benita Meißner
Dienstag, 24. Januar 2023, 19 Uhr

Gespräch II
Empfangshalle mit Vertreterinnen der Gemeinde St. Michael, Ulm Ludwig Hanisch und Karina Kueffner mit Vertreterinnen der Gemeinde St. Wendelin, Langenprozelten
Ursula und Tom Kristen mit Vertreter*innen der Gemeinde St. Martin, Leutkirch
Moderation: Benita Meißner
Donnerstag, 2. Februar 2023, 19 Uhr

Gespräch III
Helmut Braun, Kunstreferent der Ev. Kirche in Bayern
Dr. Jürgen Emmert, Würzburg
Manuela Klauser, Wiss. Mitarbeiterin im DFG-Forschungsgruppe Sakralraumtransformation (TRANSARA)
Moderation: Benita Meißner
Donnerstag, 9. Februar 2023, 19 Uhr

Gespräch IV
Wärmende Klänge in der kalten Kirche
Musik: Esther Schöpf und Norbert Groh
Jutta Görlich, Peter Haimerl, Benita Meißner und Pfarrer Gruzlewski im Gespräch
Ort: Ev. Lätarekirche, München
Sonntag, 12. März 2023, 16.30 Uhr

Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser

TatOrtZeit.Andacht
St. Paul München
So, 29. Januar 2023, 20.15 Uhr

Mystische Betrachtung des Kirchenraums
als Raum der Begegnung mit dem Göttlichen

Raumerleben mit Fundstücken aus der Bibel
von Abt Suger von Saint Denis und dem Architekten Rudolf Schwarz

Musik
von und mit Bettina Ullrich, Stimme
und Peter Gerhartz, Orgel und Synthesizer

Gedanken von Ulrich Schäfert

Ein Beitrag zum aktuellen Ausstellungsprojekt „Kirche Raum Gegenwart“ im DG Kunstraum

Foto: Thomas Geist

Bewundern statt wissen
Eine Schau im Münchner DG Kunstraum widmet sich dem Staunen
kulturWelt Bayern 2

Interview mit Benita Meißner über die Gruppenausstellung ‚Im Augenblick des Staunens fällt das Ich mit der Welt in eins‘.

Ein Beitrag von Roland Biswurm am 11. Oktober 2022.

Foto: Gerald von Foris

Be the Reason…‘
T‑Shirt von Carsten Fock
erhältlich im DG Kunstraum

Carsten Fock
,Be the reason someone feels welcomed, seen, heard, valued, loved and supported‘, 2022

T‑Shirt in violett (S) und weiß (S, M)

Hydra

Ich treffe Adam
Bei Isalos
Ohne Raki
Nuechtern
Ueber die Liebe
Das Leben
Und die Veraenderung

Wir schauen uns
Kurz
Zum Abschied an
Und wollen
Das wirklich.

Seit Corona haben wir alle große Lebensveränderungen erfahren. So auch unser lieber Freund und Künstler Carsten Fock, der auf dem besten Weg ist, ein besserer Mensch zu werden. Wie konkret? hat er sich gefragt und es in seiner bekannten Typografie auf den Punkt gebracht.

€ 75,-

Erhältlich im DG Kunstraum

Foto: Carsten Fock

Podiumsdiskussion
Öffnen statt schließen
Kirchen als öffentliche Räume
Mi, 1. März 2023, 18.30 Uhr

Symposium
der Stiftung Weiter-Denken

Kirchen sind Prototypen öffentlicher Bauten“ (cheweitz). Sie waren gebaut als große Versammlungsräume. Mit sich verändernder Bevölkerungsstruktur und mit der Säkularisierung der Gesellschaft wurden sie zunehmend zu reinen Gottesdienstorten. Heute besinnen sich Gemeinden und Kirchen erneut auf ihr Potenzial als öffentliche Räume, oft als hybride öffentliche Räume: Sie behalten ihre gottesdienstliche Funktion und geben zusätzlichen Nutzungen Raum. „Wir haben eine Kirche – Haben Sie eine Idee?“ Mit Fragen wie dieser werden Prozesse der geistigen und realen Öffnung, der Partizipation und Neugestaltung initiiert. Der Bezug aufs Stadtviertel und die Fragen der Zeit werden Thema und Aufgabe. Wir stellen drei solcher Prozesse kultureller Öffnung vor und diskutieren beispielhaft an ihnen bauliche und personelle Voraussetzungen, Dynamiken und Herausforderungen im Umgestaltungsprozess und die Visionen, die sich mit ihnen verbinden. Welche Qualitäten an öffentlichem Raum entstehen hier?

Mi, 1. März 2023, 18.30 Uhr 
Auferstehungskirche München
Gollierstraße 55, 80339 München

St. Maria als: „Wir haben eine Kirche – Haben Sie eine Idee?“ 
Der Prozess der Öffnung als Erfahrung
PR Andréas Hofstetter-Straka, St. Maria als – Kirche des Dialogs und der Vernetzung, Stuttgart

Eine Kirche erfindet sich neu. Aus einem anfangs als vorübergehend gedachten Prozess der Suche wird ein neues Selbstverständnis: St. Maria wird „St. Maria als“. Sie öffnet sich für den Stadtraum und für vielfältige Nutzungs-Ideen der Menschen um sie herum. Ein kuratorisches Team gestaltet den Prozess, der nun auf Dauer angelegt ist: Öffnung und Ermöglichung. Wissenschaftlich und städteplanerisch begleitet. Und mit einem Umbau des Innenraums unterstützt.

https://​www​.st​-maria​-als​.de/

Ein neuer Typus Kirche: Hybride öffentliche Räume
Dr. Sonja Beeck und Jürgen Willinghöfer, chezweitz GmbH – museale und urbane Szenografie, Berlin

Das Berliner Büro chezweitz hat einen Prozess in Zusammenarbeit der Mitteldeutschen Kirche und der Internationalen Bauausstellung Thüringen 2012 – 2023 begleitet und gestaltet. Aus 500 neuen Ideen für neue Nutzung sakraler Räume wurden sieben Modellprojekte ausgewählt und professionell umgesetzt. Die vorgestellten Projekte zeigen, wie lebensnahe weltliche Nutzungen das ursprüngliche Angebot der Kirche ergänzen können. Mitten im Ort entsteht so ein neuer Typus Kirche als hybrider Raum und vielleicht neuer Kern. chezweitz ist ein in Berlin ansässiges Büro für museale und urbane Szenografie. Es gestaltet Kunst- und Themenausstellungen für Museen und entwickelt planerische Strategien für die veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Stadtraumes. 

https://​www​.chezweitz​.de/de 

Auferstehungskirche als „Kraftwerk Westend“: Eine Vision
Bernd Berger, Pfarrer Auferstehungskirche München

Die denkmalsgeschützte Auferstehungskirche im Münchner Westend liegt in einer lebendigen und vielfältigen Nachbarschaft. Sie ist eine der größten Münchner Kirchen, doch die Bewohnerschaft im Westend hat sich verändert. Konzeptuell und baulich will sich die Kirche öffnen und zugleich neue Funktionen der heutigen Gesellschaft integrieren: Ein Migrationszentrum, Tafel und Vesperkirche, Kulturelle Öffnung. Westend Vibes kommen zum Klingen. Ein Kraftwerk für die Nachbarschaft. Konzeptionelle Herausforderungen für die Gemeinde und für Staab Architekten, die die bauliche Umsetzung leisten sollen.

https://​www​.auferstehungskirche​.de/​g​e​m​e​i​n​d​e​/​v​i​s​i​o​n​-25

Podiums- und Plenumsdiskussion
Systematische Fragen zu den Projekten 

eine Kooperation von
Stiftung Weiter-Denken
Auferstehungskirche München Westend
und DG Kunstraum
im Rahmen der Wanderausstellung 
‚Kirche Raum Gegenwart‘ vom 20.1. bis 16.3.2023

Ausstellung
‚Kirche Raum Gegenwart’
DG Kunstraum München
20. Januar bis 16. März 2023

Künstler*innen denken Kirche neu

Kirchenräume stellen für Stadt und Gesellschaft wertvolle öffentliche Räume dar. Kirchen sind identitätsstiftend und oft ortsbildprägend. Sie stellen einen unglaublichen bauhistorischen und kulturellen Schatz dar. Die Pflege und Wahrung von Grundstücken, Pfarrhäusern und eben Kirchengebäuden wird angesichts einer abnehmenden Zahl an Kirchenmitgliedern zunehmend schwieriger. Die Kirche ist mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen konfrontiert und steht nun durch innerkirchliche Themen selbst vor notwendigen Veränderungen.

Die Ausstellung widmet sich der Transformation von Kirchenräumen in Süddeutschland und nimmt Beispiele für konkrete Veränderungen und erweiterte Nutzungen in den Blick. In den Sommermonaten 2022 wurden ortsspezifische Projekte für vier Kirchengemeinden von jeweils einem Duo aus Kunstschaffenden oder Architekt*innen mit Bezugspersonen der Gemeinden vor Ort entwickelt. Es sind sehr unterschiedliche Ansätze, die jeder auf eigene Art und Weise dazu einladen über ‚aufgeschlossene Kirchenräume‘ nachzudenken – Kirchen, die liturgische Orte bleiben und sich gleichzeitig für Neues öffnen. Dabei steht eine nachhaltige Transformation der Räume im Zentrum, die sich nicht nur über architektonische Lösungen, sondern vor allem über inhaltliche Neubeschreibungen definiert.

Die Ergebnisse werden in Form von Renderings, Texten und Modellen in der Ausstellung vorgestellt. Darüber hinaus wird eine Auswahl von 14 bereits umgesetzten Transformationen von Kirchenräumen im süddeutschen Raum vorgestellt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im jovis Verlag, der unter anderem im Rahmen der Gesprächsreihe ‚Kirche Raum Zukunft‘ präsentiert wird.

Mit Arbeiten der folgenden Duos
zu den ausgewählten Projektkirchen

Empfangshalle
,Wengenkirche‘ St. Michael, Ulm

Jutta Görlich und Peter Haimerl
Lätare Kirche, München-Neuperlach

Ludwig Hanisch und Karina Kueffner
St. Wendelin, Langenprozelten am Main

Ursula und Tom Kristen
‚Leutekirch‘ St. Martin, Leutkirch

Programm

Vernissage
Donnerstag, 19. Januar 2023, 18 bis 21 Uhr
im DG Kunstraum

19:30 Uhr
Begrüßung
mit Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender der DG
sowie Dr. Alexander Heisig, Vertreter des Vorstands Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst

Einführung
Benita Meißner, Geschäftsführerin und Kuratorin des DG Kunstraums

Gesprächsreihe
‚Kirche Raum Zukunft‘

Finissage
Donnerstag, 16. März 2023, 18 bis 20 Uhr
im DG Kunstraum

Im Anschluss wird ‚Kirche Raum Gegenwart‘ als Wanderausstellung an weiteren Orten gezeigt werden.

Ausstellungsansichten ‚Kirche Raum Gegenwart’
Fotos: Gerald von Foris

Verlassenschaften
Ruth Geiersberger lädt zum performativen Gespräch:
Die Bedeutung sakraler Räume
So, 30. Oktober 2022, 11 Uhr

30. Oktober bis 27. November 2022

St. Paul an der Theresienwiese und weitere Orte

Ruth Geiersberger
VERLASSENSCHAFTEN

Installation, konzertante Andachten und Gespräche

Ruth Geiersberger untersucht, was bleibt, wenn man geht.
Ein beweglicher Beichtstuhl, die Kirche St. Paul, ein Laden für Begräbniskultur, der DG Kunstraum und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst sind die Orte, an denen – durchaus auch heiter – über das Memento mori sinniert wird.

Installation in St. Paul an der Theresienwiese
St.-Pauls-Platz 11, 80336 München

begehbar vom 6. bis 27. November zu den Kirchenöffnungszeiten
konzertante Andachten ebenda zur Tatort-Zeit um 20.15 Uhr

Idee, Konzept, Spiel, Stimme, Verrichtungen: Ruth Geiersberger  
Musik: Maria Reiter (Akkordeon), Evi Keglmaier (Bratsche, Stimme), Michel Watzinger (Hackbrett), Peter Gerhartz (Orgel)  
Film & Foto: Severin Vogl 
Textauswahl und dramaturgische Beratung: Andrea Kaufmann 
Beichtstuhlherrichterin: Kathi Schmidt
Helfer: Simon Spehr  
Grafikdesign: Beate List 
PR: Pfau PR 

Sonntag, 6. November und Sonntag, 27. November
Diskurs über Stille und Jenseitiges
Gras von hinten gelesen heißt Sarg

Performatives Gespräch im DG Kunstraum

Moderation: Ruth Geiersberger
mit musikalischen Störungen
Sonntag, 30. Oktober 2022, 11 Uhr
DG Kunstraum, Finkenstr. 4, 80333 München

Die Bedeutung sakraler Räume
mit Dr. Sylvia Schoske (Ägyptologin) und Rainer Hepler (Pfarrer)

Weitere Veranstaltungen und Informationen entnehmen Sie
www​.verrichtungen​.de

Der ‚DG Kunstraum‘ löst
die ‚Galerie der DG‘ ab
Neues Erscheinungsbild
Diskurs Gegenwart

Wir stellen ihn nun offiziell vor: unser neuer Name an der Tür (und auch sonst überall)!

Viele von Ihnen kennen unsere Räume in der Finkenstr. 4 als ‚Galerie der DG‘ oder trafen sich zu Ausstellungen, Künstler*innengesprächen, Performances und vieles mehr in ‚der DG‘.

In einem arbeitsamen Workshop über unsere gemeinsame Ausrichtung und durch einige Ideen und Austausch dazu, wie wir zukünftig das Programm gestalten wollen, haben wir unseren neuen Namen ‚DG Kunstraum‘ ins Lebens gerufen! Mithilfe von unseren kompetenten Gestaltern Bernd Kuchenbeiser und Simon Malz ist daraufhin unsere neue Website und das gesamte neue Erscheinungsbild inklusive einem wunderbaren Logo entstanden.

DG – erinnert an unseren alten Namen und dem Kunstraum zugrunde liegenden Verein Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. und weist auf unsere Ausrichtung: Diskurs und Gegenwart. 

Sie sind herzlichst eingeladen, in unseren Räumlichkeiten durch zeitgenössische Kunst aktuelle Gegenwartsthemen zu entdecken, neu zu sehen, zu besprechen und diskutieren. 

Es freut uns ganz besonders, Ihnen in den kommenden Jahren neue Formate zu präsentieren und unseren Namen mit tollen Ausstellungen und Erfahrungen zu füllen.

Wir sehen uns im DG Kunstraum!

U Can Take‘
Performances
zur Open Art 2022

Was für eine Open Art 2022…wir freuen uns über einen fulminantes Eröffnungswochenende von ‚U Can Take‘!

Neben dem Videoprogramm unserer Express-Ausstellung wurde der DG Kunstraum zur Bühne für unsere internationalen Performer*innen umfunktioniert.

Fotos: Gerald von Foris
Abbildungen:
Haveit
Felix Helmut Wagner
Lisa Stertz
Gabi Blum
Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl
Lars Koepsels ‚You Can Take’
Max Weisthoff

Felix Helmut Wagner, In Search of Humanity, Fr. 9.9.2022

Für die Performance ‚In Search of Humanity‘ schlüpft der Künstler in ein Nikolaus-Kostüm, einem der bekanntesten Heiligen, der sein ererbtes Vermögen zu Lebzeiten unter den Notleidenden verteilte. In einer unbekannten Sprache wendet er sich an sein Publikum und vermittelt sich den Anwesenden trotzdem sehr eindrücklich. Laut Wagner versucht er auf absurde Weise Logik in den für uns manchmal unverständlichen Handlungen von Menschen zu finden. Er nutzt dafür neben Grafiken und Objekten auch ein Plakat, dass ein totes Rind im Schlachthof zeigt. Die Art und und Weise wie der Mensch mit anderen Lebewesen umgeht bringt die Performance Figur in Rage. Hat der Mensch den Auftrag die Erde Untertan zu machen falsch verstanden, da er auch nur ein Teil des Ganzen ist? Damit die komplexen Thematiken nicht nur über Gebärden und Bilder verständlich werden, nutzt der Künstler stellenweise einen grünen Übersetzer-Kopf, der die fremde Sprache für die Zuhörer*innen ins Deutsche und Englische übersetzt.

Max Weisthoff, Tin Omen, Fr. 9.9.2022

Das Video enthält sensible Inhalte.

Max Weisthoff sucht in ‚Tin Omen‘ (Song der Industrial-Band Skinny Puppy, das auf das Massaker auf dem Tiananmen Platz 1989 anspielt) eine situative Überlagerung von Mensch, Tier und Maschine im Raum, forscht nach dem Spannungsverhältnis zwischen körperlicher Gegenwart, Deprivation, wechselseitiger Übergriffigkeit und queerer Intimität. Der Performer ist nackt und trotzdem nicht zu erkennen: Eine genähte Hundemaske aus Echtfell deformiert den Kopf, ein Buttplug mit angesetzter Fellschwanz penetriert und extrudiert den Körper gleichermaßen von hinten. Die fetischaffine Alienation ist körperlich spürbar und verunsichert: Kein Augenpaar, das direkten Augenkontakt zuließe, keine echte Mimik. Auch die Körperhaltung, oft kauernd oder stark zentriert, und die langsamen, überdehnten zeitlichen Abläufe und Bewegungen verweigern sich dem Bedürfnis nach Greifbarkeit. Nach und nach erweitern skulpturale Elemente das Spiel: Dominant ist die Kette aus tierischen Oberschenkelknochen, die am Boden liegend den Raum als Diagonale kreuzt. Ein Ende hängt an einem Kofferobjekt, das einen unübersichtlichen Technikpark beheimatet; das andere Ende reicht zu einem Beamer, der hochkant eine Videoloop projiziert. Der nackte Körper ist hier abermals als technisches Bild präsent, wenn auch mit einer Fuchsmaske und schwarz-weiß gefilmt. In einer nächtlichen Außenszene reibt und stößt das Mischwesen, von hinten gefilmt, wiederholt ein tonnenförmiges Objekt aus blankem Stahlblech, im Hintergrund sind permanentes Grillenzirpen und ein in der Ferne vorbeifahrendes Auto hörbar. Aus der beinahe zärtlichen Reibung am Metall wird vehementes Stoßen: Fleisch auf Metall, irgendwo zwischen Erotik und Gewaltakt, dumpfes Poltern ist hörbar. Ausgehend von dieser Sound- und Bildkulisse entsteht durch eine komplexe Anordnung unterschiedlicher Soundeffekte im Koffer nach und nach ein rauschender Geräuschteppich – „Noise“. Ein Paar mit Sensoren versehene Lederhandschuhe bildet ein berührungsempfindliches Interface: Die einzelnen Knochen am Boden kommen ratternd in Bewegung, vibrieren und zerren an der Kette. Das Rauschen wird zunehmend lauter, die Knochen tanzen.

Esther Abdelghani mit Diana Wöhrl, Can You Take?, Sa. 10.9.2022

Esther Abdelghani und Diana Wöhrl nutzen für ihre Performance aufgehängte Gummibänder, die in Farbe und Anmutung an die Worte ‚You Can Take‘ in übergroßer Schrift von Lars Koepsel auf der gegenüberliegenden Wand erinnern. Die Performerinnen bewegen sich mit und in den bunten Bändern, wodurch ein spielerischer Umgang mit der Schrift entsteht, sie wird aufgelöst und neu geschrieben – oder kämpfen sie mit ihr? Mal ist es ein tänzerisches Spiel und der Körper dirigiert die Bänder, mal drückt die Kraft des Gummis den Körper an die Wand. Die Bänder stellen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich eine Kommunikation zwischen den Körpern und Thematik her und reagieren auf die Wandarbeit. Im Laufe der Performance nehmen die Verschlingungen und Verdrehungen zu und die Bewegung wird in ihrem Aktionsradius gehemmt. Sie sind nun Gefangene ihres eigenen Spiels. Wie frei kann der Geist unabhängig vom Körper sein, wenn beide doch eine untrennbare Einheit bilden? Unser biologischer Körper als Organismus erzeugt durch chemische und elektrische Funktionsweisen unsere Wahrnehmung und inneres Erleben. Körperliche Erfahrungen prägen unsere Persönlichkeit, körperliche Unfreiheit kann großes Leid herbeiführen. Sich einen freien Geist zu bewahren, vor allem in Situationen der Unterdrückung, ist eine der stärksten menschlichen Eigenschaften, so Abdelghani.

Haveit, Baby Blues, Sa. 10.9.2022

Die vier Künstlerinnen, Alketa Sylaj, Hana Qena, Vesa Qena und Arbërore Sylaj, stehen regungslos vor vier Einkaufswägen, die leere Wassergläser enthalten. Nach einer kleinen Weile greifen die Frauen, eine um die andere, die Griffe der Einkaufswägen und schieben diese sanft vorwärts und rückwärts. Die Art der Bewegung erinnert an ein beruhigendes Wiegen von Säuglingen im Kinderwagen. Diese Bewegung wird abrupt von einem gefährlichen Hin-und Herstoßen der Einkaufswägen abgelöst. Eine davor nicht dagewesene Aggressivität entlädt sich. Die leeren Gläser werden durcheinandergeschleudert und zerbrechen mit großem Getöse. Die Künstlerinnen beruhigen sich erst, als auch das letzte Glas zerbrochen ist. Haveit spielt mit den tradierten Geschlechterrollen: sie wechseln von einer sorgenden, mütterlichen Bewegung zu einem Gestus, der ganz im Gegensatz dazu steht und nicht weiblich konnotiert ist. 

Lisa Stertz, Assemble – A Whirling Perfomance, So. 11.9.2022

Lisa Stertz ist Performancekünstlerin und Tänzerin. Ihr Interesse an bewegungsbasierten Praktiken ließ sie zuletzt eine Ausbildung zur Derwisch-Wirbellehrerin absolvieren, womit sie ihr Wissen und ihre Tätigkeitsfelder bereicherte. Im DG Kunstraum bewegt sie sich mit ”assemble” in den bereits am Rande des Ausstellungsraums positionierten Leinwänden von Gabi Blum wie vor einer dreidimensionalen Bühne. Sie integriert die vorgefundene Architektur spielerisch in ihre Choreografie. Ihre Drehungen und Bewegungen richtet sie an einem Musikstück aus, welches für sie mit losem Bezug auf den Inspirationssong zu Koespels Wandmalerei (Rihannon Giddens – At The Purchaser’s Option) komponiert wurde. Somit verwebt ihre Performance verschiedene Inhaltspunkte der Ausstellung und ihr Körper wird im wahrsten Sinne des Wortes zum Dreh- und Angelpunkt im Raum.

Gabi Blum, Interieur mit/ohne Frau in Rot, So 11.9.2022

Gabi Blum interpretiert im Ausstellungsraum ein Gemälde von Félix Vallotton aus dem Jahr 1903. Die Künstlerin entwickelte dafür eine raumfüllende Installation aus Leinwänden und Objekten, die eine ungefähre Tiefe von 5 Metern erreicht. Das ausgewählte Werk trägt den Titel „Interieur mit/ohne Frau in Rot“ und zeigt den fast voyeuristischen Blick durch mondän eingerichtete Räume, bis zu einer Art Schlafraum mit gelber Wand. Im Zentrum des Bildes steht eine Frau in rotem Kleid, die von hinten zu sehen ist und die wiederum in die nächsten zwei Räume blickt. Live vor Publikum baut Gabi Blum die Installation auf, während ihre Videokamera den finalen Bildausschnitt schon mit aufzeichnet und auf einen Monitor überträgt. Die Kuratorin Benita Meißner verliest im Auftrag der Künstlerin zwei Texte zum Jahr 1903, die zum einen etwas über die Situation des Malers Vallotton erzählen und zum anderen über die Hutnadelvorfälle, die im gleichen Jahr weltweit für Furore sorgten. Vallotton hatte durch seine Heirat gesellschaftlichen Aufstieg erfahren und sich in private Räume zurückgezogen, wo er nun häufiger seine Frau Gabrielle malte, während weltweit Frauen begannen sich alleine in öffentlichen Räumen zu bewegen und sich gegen Übergriffe von Männern mit ihren Hutnadeln wehrten. Vielerorts wurden die Hutnadeln verboten, es gab Demonstrationen dagegen und auch Verhaftungen. Gabi Blum, namensverwandt mit der Frau des Künstlers, wurde an einem 19.03. geboren und begibt sich für dieses Tableaux vivant final als Model für 19.03 Minuten in die Installation, während das Lied, das an ihrem Geburtstag Nummer 1 der deutschen Singlecharts war, in Dauerschleife gespielt wird.

Videos: Edward Beierle