DG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum DiskursGegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs GegenwartDG Kunstraum Diskurs Gegenwart

Sichtbar. Verknüpft. Frei.
Ausstellung vom 17. April bis 11. Juni 2026

100 Jahre GEDOK – ein weiblicher Resonanzraum
Gedok München zu Gast in der Rathausgalerie, zu Gast im DG Kunstraum

Eröffnung im DG Kunstraum
Donnerstag, 16. April 2026, 18 bis 21 Uhr

Künstler*innen im DG Kunstraum
Chiaki Asanuma
Doris Bardong
Ragela Bertoldo
Renata Brink
Claudia Christoffel
Simone Elstner
Jenny Fässler-Obermeyer
Simone Fezer
Anna Heller
Emese Kazar
Nina Annabelle Märkl
Pezi Novi
Kirsten Plank
Helga Schwalt-Scherer
Susanne Thiemann
Janina Totzauer
Christine Ziegler


sichtbar. verknüpft. frei. ist eine Einladung, das Jubiläum der GEDOK zu feiern und aktuelle Künstlerinnen aus München und ganz Deutschland zu entdecken. An drei Orten entsteht ein vielschichtiger Resonanzraum für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigen 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. Zwischen Netzwerken und Nadelspitzen, Klangkörpern und Körperbildern, Performance und Poesie geht es um Sichtbarkeit und die Freiheit im Denken, im Machen, im Zeigen. Neun Wochen lang trifft künstlerische Energie auf Öffentlichkeit – mit Ausstellungen, Kunstspaziergängen, Gesprächen, Performances und offenen Formaten.
Ein Jahrhundert GEDOK – und wir fangen gerade erst an.

Weitere Ausstellungsorte
24.4.26 – 28.6.26 galerieGEDOKmuc
30.4.26 – 11.6.26 MaximiliansForum

Programm
Donnerstag, 16.4.2026, 19 Uhr
Eröffnung
Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt

Dienstag, 21.4.2026, 19 Uhr
Musikperformance
Anna Heller ‚Ungehörte Stimmen‘
Klaviermusik mit Textfragmenten

Mittwoch, 6.5.2026, 17 bis 19 Uhr
Kunstbowle
Get-Together mit Bowle und Snacks für Austausch und Kunsteinblicke mit Julia Richter

Samstag, 9.5.2026, 14 bis 17 Uhr
Stick-Workshop mit Pezi Novi (Anmeldung unter rathausgalerie@muenchen.de)
‚Knit or Knot‘ von Julia Richter und Karen Modrei (ohne Anmeldung)

Führung durch die Ausstellung
Dienstag, 19.5.2026, 19 Uhr
mit Benita Meißner, DG Kunstraum und Annika Schoemann, Kuratorin

Mittwoch, 20.5.2026, 19 Uhr
Sichtbar und frei?! Frauen in Kirche und Gesellschaft
Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft von Maria Magdalena bis zur Rolle der Frauen heute.
Referentinnen: Dr. Annette Jantzen, Theologin, und Henriette Hufgard, Philosophin und Kunsthistorikerin
Veranstaltende: Domberg-Akademie, FB Katechese und Evangelisierung und FB Kunstpastoral Erzdiözese München und Freising, GEDOKmuc

Donnerstag, 11.6.2026, 18 Uhr
Finissage mit Performance
Simone Fezer ‚new flesh‘ Sound Ele Runge

WEITERES ANGEBOT
Kunsthappen
immer mittwochs, 12 bis 14 Uhr im Zeitraum 22.4. bis 20.5.2026
Kurze Einblicke in die Ausstellung für die Mittagspause mit Julia Richter.
ohne Anmeldung

Workshops für Gruppen ab 6 Personen (10 bis 16 Jahre)
Anfragen und Terminkoordination: info@dg-kunstraum.de

Bitte kontaktieren Sie uns bei Nachfragen zu Text- oder Bildmaterial telefonisch unter
+49 89 282548 oder per E‑Mail unter info@dg-kunstraum.de

Abb. 1–11: Ausstellungsansicht ‚Sichtbar. Verknüpft. Frei. – 100 Jahre GEDOK‘, DG Kunstraum 2026, Foto: Gerald von Foris
Abb. 6: Ausstellungsansicht ‚Sichtbar. Verknüpft. Frei. – 100 Jahre GEDOK‘, DG Kunstraum 2026, Foto: Regina Recht
Abb. 12: Plakat ‚Sichtbar. Verknüpft. Frei. – 100 Jahre GEDOK‘, DG Kunstraum 2026, Design: Parat


Sichtbar.Verknüpft.Frei – 100 Jahre Gedok
Finissage
Donnerstag, 11. Juni 2026, 18 Uhr

100 Jahre Gedok – dieser Anlass wurde groß gefeiert! An drei Orten entstanden vielschichtige Resonanzräume für weibliche Perspektiven in der Kunst: Die Rathausgalerie zu Gast im DG Kunstraum, das MaximiliansForum und die galerieGEDOKmuc zeigten 30 Künstlerinnen – und eine Geschichte, die Zukunft schreibt – zeitgenössisch, interdisziplinär, mit Haltung. 

Das Ende der Ausstellung ‚Sichtbar. Verknüpft. Frei‘ im DG Kunstraum zelebrieren wir mit Party und Musik von Simone Fezer ‚new flesh‘ Sound Ele Runge. Come as you are!!

Abb. 1–2: Simone Fezer, in the flesh 2.1(skins), 2022, Foto: Hayo Heye

Vorschau
Fast eine Tonne. Atemraum
Gruppenausstellung mit Performances
19. Juni bis 13. August 2026

Künstler*innen
Afra Dopfer
Carsten Fock
Alexander Gerner 
Janna Jirkova
Sara Mayoral Jimenez
Daiki Kimoto
Christoph Lammers
Jin Lee
Susanne Wagner
Benjamin Zuber

Lesung 
Eva-Maria Braun

Die Gruppenausstellung ‚ Fast eine Tonne. Atemraum‘ erforscht das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Jedes Einatmen ist ein Beginn, jedes Ausatmen ein Loslassen. Zeitgenössische Künstler*innen aus Bayern machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Der Atem wird zum Denkraum, in dem Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderes unaufhörlich ineinander übergehen. Der Atem ist ein ewig währendes Symbol für Geist und Seele. Die antiken Götter machten damit Pygmalions Skulptur Galathea lebendig, auch in der Schöpfungsgeschichte hat Gott dem Menschen den Odem des Lebens eingehaucht, aber auch Buddha nutzte den Atem, um durch Meditation Erleuchtung zu erlangen. Atem ist auch eine Metapher für Vergänglichkeit, Leben und Tod – denn er kann erlöschen. Aber wie kann so etwas Flüchtiges, Feinmaterielles dargestellt werden?

Luft ist existenziell für alles Lebendige auf der Welt. Sie ist überall, dabei unsichtbar und flüchtig, buchstäblich nicht zu begreifen. Die Darstellung von Luft gehört spätestens seit der Renaissance zu den künstlerischen Herausforderungen. Ihr stellte sich besonders die Malerei. Luft als Werkstoff hingegen ist ein relativ junges Phänomen in der Kunst. Seit der Moderne streben Künstlerinnen die künstlerische Aneignung der Welt wie auch ihre Entgrenzung und Transformation an. Es erscheint deshalb nur folgerichtig, dass sie sich der Luft nicht nur als Idee, sondern auch als Material zuwandten. Luft wird nicht mehr nur als Wind, Wolken, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem abgebildet, sondern bewusst als Medium eingesetzt. 

Die Ausstellung Fast eine Tonne. Atemraum wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Das Team des DG Kunstraums lädt zu einem buchbaren Kinderworkshop ein und thematischen Führungen durch die Ausstellung.

Programm

Eröffnung
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18 bis 21 Uhr
19 Uhr
Performance ‚Becoming‘
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee
19:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Dr. Richard Graupner, Vorstand DG
Benita Meißner, Kuratorin

Atemmeditation 
Kurt Horz, Anmeldung unter info@dg-kunstraum.de
Freitag, 3./10./17. Juli 2026, 8:30 bis 10 Uhr

Wissenschaft und Kunst im Dialog
PD Dr. Hendrik Müller
Mi. 24. Juni 2026, 19 Uhr

Ausstellungsführung 
Dienstag, 7. Juli 2026, 19 Uhr
Dienstag, 4. August 2026, 19 Uhr

Lesung und Aperó
Eva-Maria Braun
Samstag, 11. Juli 2026, 18 Uhr

Finissage mit Musik
Donnerstag, 13. August 2026, 19 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter www​.dg​-kunstraum​.de. Bitte kontaktieren Sie uns bei Nachfragen zu Text- oder Bildmaterial telefonisch unter +49 89 282548 oder per E‑Mail unter presse@dg-kunstraum.de

Abb.1–2: Zeichnungen, Tinte auf Papier, Daiki Kimoto, 1.1.2023 – 12.1.2023
Abb. 3&6: Videostills, „Atem“, Afra Dopfer, 2006
Abb. 4&9.: Performance, Jin Lee, Alexander Gerner, Christoph Lammers
Abb. 5.: „Pulmonate (Lungenflügler)“, Silikon, Verpackungschips, Lautsprecher, MP3 Player, Wachs, 2022
Abb. 6–7: “ORA” (provisional title), Sara Mayoral Jimenez, 2025

Fast eine Tonne. Atemraum
Eröffnung, Donnerstag, 18. Juni 2026, 18 bis 21 Uhr

Programm
19 Uhr
Performance ‚Becoming‘
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee

19:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Dr. Richard Graupner, Vorstand DG
Benita Meißner, Kuratorin

Performance
Alexander Gerner, Christoph Lammers, Jin Lee

Die Gruppenausstellung Fast eine Tonne: Atemraum reflektiert das Atmen als Ursprung und Grenze des Daseins durch künstlerische Setzungen. Als ewiges Symbol für Geist und Seele taucht der Atem seit jeher in Mythologie, Religion und Philosophie auf: Die antiken Götter erweckten damit Pygmalions Skulptur Galathea zum Leben, in der Schöpfungsgeschichte haucht Gott dem Menschen den Odem des Lebens ein, und auch Buddha nutzt den Atem als Weg zur Erleuchtung.

Auch die Kunst versucht seit Jahrhunderten, das Unsichtbare und Flüchtige der Luft sichtbar zu machen. Spätestens seit der Renaissance gehört ihre Darstellung zu den besonderen Herausforderungen der Kunst, insbesondere der Malerei. Luft selbst als Material einzusetzen, ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen. Seit der Moderne wenden sich Künstler*innen der Luft nicht mehr nur als Motiv, sondern auch als Werkstoff zu. Sie erscheint nicht länger allein als Wind, Wolke, Nebel, Dampf, Rauch oder Atem, sondern wird selbst zum Medium künstlerischer Arbeit. Zeitgenössische Positionen machen diesen unsichtbaren Prozess auf unterschiedliche Weise erfahrbar und eröffnen mit dem Atem einen Denkraum zwischen Körper und Welt, Innen und Außen, Ich und Anderem.

Der Ausstellungstitel verweist zugleich auf die physische Präsenz der Luft. Obwohl unsichtbar, besitzt Luft Gewicht: Ihre Moleküle haben Masse. Ein Kubikmeter Luft wiegt rund 1,3 Kilogramm – auf das Volumen des Ausstellungsraums gerechnet ergibt das fast eine Tonne Luft.

Die Bandbreite der Möglichkeiten Atem oder Luft darzustellen in der Kunst ist groß und so sind von Videoarbeiten, über Installation, auch klassischen Medien wie Malerei und Zeichnung in der Ausstellung vertreten. Daiki Kimoto zog zu Beginn der Pandemie für sein Studium der Bildenden Kunst nach Deutschland. Herausfordernd für einen jungen Menschen, in einem fremden Land. In dieser Zeit entwickelte er einen eigenen künstlerischen Coronatest: So lange er den Atem anhalten konnte, zeichnete er Linien auf kleine Blätter. Je gesünder die Lunge, desto verspielter und freier wurden die Linien. Jedes Blatt versah er akribisch mit Datum und Uhrzeit.

Ob Klang, Bewegung oder Zeichnung – der Atemrhythmus und der Takt des Geschehens sind stets eng miteinander verwoben. Vor dem Hintergrund experimentieren Jin Lee, Alexander Gerner und Christoph Lammers damit, wie sie sich gegenseitig durch ihre Atmung beeinflussen, Rhythmen neu gestalten und sich im Raum begegnen. Der Atem, der uns ein Leben lang begleitet, vom ersten Atemzug bei der Geburt bis zum letzten Seufzer. Der Rhythmus ist und uns mit allem und allen verbindet. Es ist ein Spiel zwischen den Akteuren, das von Spontanität, Intuition, Vertrauen in dem Moment geprägt ist. Die Performance ‚Becoming‘ wurde in der Vorbereitung der Ausstellung aufgezeichnet und ist als Videoarbeit zu sehen.

Wie viel Luft passt in unsere Lungenflügel? Ausgehend von dieser Frage entwickelte Afra Dopfer eine partizipative Installation. Die Besucher*innen sind eingeladen schwarze Luftballons mit ihrem Atem zu füllen – jeder Ballon trägt ein Lungenvolumen in sich. Der ‚formlose‘ Atem erhält eine Grenze, eine Form, eine Farbe: eine Gestalt. Das Luftvolumen wird von außen ins Körperinnere, vom Körperinneren zurück nach Außen geatmet. Dazu sind assoziative Videosequenzen entstanden, die an die verschiedenen Eigenschaften des Atems spielerisch anknüpfen.

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Carsten Fock steht die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Landschaftsmalerei. Landschaftsdarstellungen sind für Fock Projektionsflächen gesellschaftlicher und politischer Vorstellungen – von romantischen Naturbildern bis zu den Bildpolitiken des geteilten Deutschlands. Das Kunstwerk in der Ausstellung stammt aus dem Zyklus ‚Heaven Above‘ und lässt direkt Assoziationen an barocke Himmel zu. Farbwolken, teils mit den Fingern aufgetragen, türmen sich nebeneinander auf. Dabei sind die Wolken sind nicht nur heiter, sie wirken bedrohlich und frei nach dem Sprichwort, ‚da braut sich etwas zusammen‘ steht das Bild eher für eine Gefühls-als eine Wetterlage.

Sara Mayoral Jimenez absolvierte in diesem Jahr ihr Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die Ausstellung zeigt eine Weiterentwicklung ihrer Installation ‚Ora‘. Die gezeigten Glasobjekte entstanden in traditioneller Glasbläserkunst – sie sind durch Atem geformt. In ihrer organischen Form erinnern sie an Verdauungsorgane und innere Körperlandschaften. Einige der Gefäße enthalten Flüssigkeiten, Früchte, Pflanzen und Blüten, die einem Gärungsprozess unterliegen und dabei Gase freisetzen. Durch dieses Zusammenspiel verbindet die Installation skulpturale Formen mit natürlichen Prozessen von Transformation, Verfall und Erneuerung.

Janna Jirkova beschäftigt sich in ihrer Kunst u.a. mit Wahrnehmung des eigenen Körpers. Oft verschwinden dabei die Grenzen zwischen Skulptur, Installation oder Videoarbeiten, aber auch zwischen organisch anmutenden Materialien und Technik. Seit längerem arbeitet sie an einer Art Körpererweiterung, die wiederum die Wahrnehmung des Körpers beeinflusst. In der Ausstellung ist die Abformung eines Oberkörpers zu sehen, der von myzelartigen Strukturen überzogen ist.

Benjamin Zuber hinterfragt in seiner Installation „We are the storm“ kritisch das Streben nach permanenter Selbstoptimierung. Im Inneren eines Pavillons hängen Handtücher, bedruckt mit den Titeln international erfolgreicher Selbstoptimierungsliteratur. Die Besucher*innen sind eingeladen, eine Handpumpe zu betätigen: Die erzeugte Luft strömt durch einen Schlauch in die sportliche Interpretation einer Bahre.

Susanne Wagner eignet sich in einem performativen Akt das ‚Hot Lips‘-Logo der The Rolling Stones an. Unter einem lebensgroßen Papier kauernd entfaltet sie durch die Streckung ihres Körpers ein gemaltes Bild: Sichtbar wird ein Mund, dem ein Ausatmen, ein ‚Ahh‘, entweicht. Das Logo wurde 1970 von John Pasche im Auftrag von Mick Jagger entworfen und bezog sich ursprünglich auf Eigenschaften der indischen Göttin Kali, die für weibliche Energie, Tod und radikale Erneuerung steht – ein Bezug, der über die Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Die Ausstellung ‚Fast eine Tonne: Atemraum‘ wird von einem Begleitprogramm flankiert, das neben Einblicken in Atemmeditation und Bewegung auch den medizinischen Aspekt des ‚richtigen Atmens vorstellen wird. Wir laden zu partizipativen Stationen und thematischen Führungen ein.

Abb. 1–2: Aufnahmen Performance, Jin Lee, Alexander Gerner, Christoph Lammers

Kunstfreiheit aushalten – Was kann die Kirche von der Kunst lernen?‘
104. Katholikentag Würzburg

Freitag, 15. Mai 2026, ab 16:15 Uhr

Referent*innen:
Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter, Kulturbüro des Rates der EKD
Prof. Monika Grütters, Kulturstaatsministerin a.D. und ZdK-Mitglied, Münster
Sonya Schönberger, Künstlerin, Berlin
Susanne Wagner, Künstlerin, München

Moderation:
Dr. Ulrich Schäfert, 1. Vorsitzender der DG sowie
Dr. Guido Schlimbach, Kunststation St. Peter, Köln, Gesamtvorstand DG

Der Kunstverein Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst fördert seit 1893 den Austausch von Künstlerinnen, Theologinnen und Kunstbegeisterte so nun auch durch die Mitgestaltung des Programms der bildenden Kunst auf dem Katholikentag. Wo treffen sich die Suchbewegungen der freien Kunst und der Kirchen? Welche gesellschaftliche Bedeutung kann diese haben? Welche Rolle spielt die Freiheit dabei? Und was können die Kirchen dabei lernen? Die Künstlerinnen Susanne Wagner und Sonja Schönberger berichten von ihren Erfahrungen und Erwartungen. Kulturstaatsministerin a.D. Prof. Monika Grütters und der Kulturbeauftragter der EKD Johann Hinrich Claussen bringen die Perspektive der Kirchen und der Kulturpolitik ein.

Hab Mut, steh auf!‘
Performanceprogramm am Kiliansplatz
104. Katholikentag Würzburg

Maria Berauer…

…nimmt das Publikum auf eine eindringliche Reise rund um das Thema Mutterschaft mit. … „Maria, Maria, Maria…“ immer und immer wieder den eigenen Namen schreiben, mit roter Farbe auf weißem Tuch. Die Farbe enthält Menstruationsblut der Künstlerin, von ihren Freundinnen und deren Freundinnen. Eine Meditation über Identität, Sichtbarkeit und Sisterhood. 

Maria Berauer (*1982 ) lebt und arbeitet in München. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist der eigene Körper als Ressource für Selbstausdruck und Widerstand. In Performances, Videoinstallationen und Soundarbeiten wird dieser weibliche Körper zum Handlungs- und Erfahrungsraum an der Schnittstelle von biografischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen nach Identität, Geschlechterrollen, Machtstrukturen und Tabus. Durch die unmittelbare Präsenz leiblicher und klanglicher Äußerungen bahnen sich Emotionen, Affekte, Unsagbares und implizites Wissen Wege und erzeugen spürbare Resonanzfelder. Seit ihrem Studium der Medienkunst an der Akademie der bildenden Künste München, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und der Faculdad de Bellas Artes Granada, werden ihre Arbeiten international in unterschiedlichen Kontexten gezeigt. Sie ist Gründungsmitglied des Performance Kollektivs The Hercules and Leo Case und seit 2021 Stipendiatin der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung in den Otto – Steidle – Ateliers München.

Judith Egger

…gestaltet eine performative Demonstrations-Aktion als Gründungsmitglied der fiktiven United Holobiontic Protection Alliance: In einer meist nonverbalen Manifest-Performance verleiht sie den Anliegen der Holobionten Ausdruck und wirbt für eine verantwortungsvolle, verbundene Beziehung zu allem Lebendigen. Das Motto ‚Hab Mut! Steh auf!‘ erscheint in diesem Kontext als besonders geeignet, da die Intention der Demonstrationsaktion darin besteht, einen künstlerischen Impuls zu setzen, der auf non-verbale, anarchische, ernste und zugleich humorvolle Weise aufrüttelt, berührt und Neugier weckt. Im Kern ihrer künstlerischen Auseinandersetzung steht die Frage danach, woher wir kommen, wie das Leben begann und was es ist, das alles Lebendige antreibt.

Egger (*1973) absolvierte eine Ausbildung zur Holzschnitzerin in Oberammergau und studierte Kommunikationsdesign an der FH Augsburg sowie am Royal College of Art in London. Unkontrolliertes organisches Wachstum, parasitäre Organismen und radikale Transformationsprozesse gehören zu ihren Forschungsgebieten – seit 2004 recherchiert sie unter anderem als Direktorin des parasitären Instituts für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung die alles antreibende Lebenskraft, die Schwellkraft, die jedem Organismus innewohnt und die der Mensch in letzter Konsequenz nicht kontrollieren kann. Sie plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitige Abhängigkeit und von tiefer Verbundenheit. Dabei bewegt sie sich mit Vorliebe in den Grenzbereichen von bildender Kunst, Installation und Performance. 

Ruth Geiersberger

…lädt Anwesende dazu ein mit dem ‚Andachtsquadrat‘, gemeinsam ins Schweigen zu finden und vom Zuhören ins bewusste Horchen überzugehen – gelegentlich begleitet von Tönen und Jodeln. „Was sollen wir tun und wohin tragen wir unsere Fragen?“ – Ein Zitat aus dem Gedicht von Hilde Domin, welches die Herangehensweise der Künstlerin einfängt. In ihrem einzigartigen Stil verbindet sie Performance, Gesang und Beobachtung, um eine Mischung aus Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Wahnsinn, Humor und Schönheit zu schaffen.

Sie lebt und arbeitet in München. Performerin, Sprecherin, Schauspielerin, Beobachterin. Ausbildung in München, Berlin und Paris. Sie lenkt ihren Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und entdeckt darin absurde Zusammenhänge. Seit vielen Jahren ist sie als umtriebige Performerin an den merkwürdigsten Orten anzutreffen. Seit 1990 entwickelt sie Projekte, die sie auch Verrichtungen nennt, im Bereich theatraler Performance und szenischer Installation, die sie mit Hilfe von Projektförderungen und Stipendien vor allem des Kulturreferates der LH München realisieren konnte und kann. 2023 ausgezeichnet mit dem Theaterpreis 2023 der Stadt München. www​.verrichtungen​.de

Béla Juttner

…verbindet in seiner Kunst den Werdegang als Tänzer, Choreograph und Modedesigner zu einer Art Gesamtkunstwerk. Thematisch setzt er sich in seinen Arbeiten mit Machtverhältnissen, gesellschaftlichen Strukturen und der Freiheit des Einzelnen auseinander. 

(*1997 in München ) Er absolvierte 2021 seinen Master in Modedesign an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen und schloss 2025 sein Kunststudium bei Peter Kogler in München ab. 2024 erhielt er den Leonhard-und-Ida-Wolf-Preis, 2025 den Debütantenpreis sowie den Preis Junge Kunst. Ausgestellt wurden seine Arbeiten u. a. in München, Belgien und Paris. In seiner künstlerischen Arbeit spielen Gattungsgrenzen kaum noch eine Rolle; die Übergänge von Installation, Performance, Mode, Design, Malerei und Film sind fließend. Seine Performances thematisieren Körperverwandlungen, Häutung und Auflösung von Geschlechtsidentitäten. Die Erfahrungen der Arbeit am und mit dem eigenen Körper durch seine Ballettausbildung sowie während des Modedesignstudiums verschränkt Béla Juttner in seinem Kunststudium mit gesellschaftlichen Fragestellungen.

Abb. 1–2: Maria Berauer, “Maria, Maria, Maria…“, 2026, Fotos: Team DG
Abb. 3–4: Judith Egger, Performance: United Holobiontic Protection Alliance, 2026, Fotos: Team DG
Abb. 5–6: Ruth Geiersberger, Andachtsquadrat, 2026, Fotos: Team DG
Abb. 7–8: Béla Jutter, Tanzperformance, 2026, Fotos: Team DG

Frank Bölter
Think Tank
Partizipatives Kunstprojekt am Kiliansplatz
104. Katholikentag Würzburg

Aus dem Geschützrohr dieses Panzers wird nie ein Schuss fallen. Nachdem 2012 auf dem Gelände der Bundeswehr in Dresden der erste Panzer „LeORIGAMIpard 3“ als Kunstprojekt gefaltet wurde, unterstützt vom Bundesministerium der Verteidigung, taucht nun erneut ein Panzer aus Papier auf. Die Idee dazu stammt von Frank Bölter, Jahrgang 1969, ehem. Absolvent der Kunstakademie Münster, mit einem Papierschiff bereiste er schon Seen und Flüsse. Zuletzt hat er beim 375. Augsburger Hohen Friedensfest 2025 mit vielen Menschen das Haus des Friedens gebaut. Nun lädt er im Rahmen des Katholikentags Passant*innen dazu ein gemeinsam einen Panzer zu falten und dabei ins Gespräch zu kommen.

Was können wir tun, außer nach Gründen zu suchen und Anlässe zu kreieren, uns wieder auf den Plätzen und auf den Straßen zu versammeln, um uns wieder in die Augen zu schauen, um uns gemeinsam kräftebündelnd zu fragen, ob es miteinander vielleicht ganz anders gehen kann und um dies dann ebenso einfach zu versuchen? So kann dieses waghalsige, beinah unmögliche Vorhaben, gemeinsam diesen Papierpanzer zu falten, nur helfen, uns wieder in die Augen zu blicken und miteinander zu reden, anstatt übereinander bereits alles zu wissen. 

Bestellen Sie einen Teil unseres Falt-Projekts ‚Think tank‘ zusammen mit einer Falt-Anleitung für einen Mini-Panzer nach dem Katholikentag. Mit etwas Glück finden Sie in Ihrem Umschlag auch einen kleinen persönlichen Gruß des Künstlers Frank Bölter – lassen Sie sich überraschen!

Abb. 1–2: Frank Bölter, Think Tank, 2026, Fotos: Team DG

Zeigt euch eure Wunde
Debatten um die Kunstfreiheit
Dokumentation

Im Rahmen der Veranstaltung ‚Zeigt euch eure Wunde. Debatten um die Kunstfreiheit‘ im Januar 2026 berichten Gäste aus Kunst, Wissenschaft, Politik und Kulturförderung von ihren beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit der Kunstfreiheit.

Im ersten von zwei Podien kamen der Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Ullrich, die Künstlerinnen Angela Stiegler und Cana Bilir-Meier sowie der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Christoph Möllers miteinander ins Gespräch.

Im zweiten von zwei Podien trafen die Künstlerin Melisa Kujević, Ralf Homann, Mitglied des Vorstands des Deutschen Künstlerbundes sowie der Münchner Stadtrat David Süß aufeinander.

Durch den gesamten Nachmittag führte Moritz Holfelder, Kulturjournalist, Autor und langjähriger Radioredakteur

Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. und dem BBK München und Oberbayern am 31. Januar 2026 in der Galerie der Künstler*innen in München.

Videoaufnahme und Schnitt: Yannic Kiefer

Website: https:/www.dg-kunstraum.de/

Instagram: https://​www​.instagram​.com/​d​g​_​k​u​n​s​t​r​a​um/

Sonya Schönberger
Nägel. Vergangenheit erinnern
Kunstinstallation in Stift Haug
104. Katholikentag Würzburg

Ausgangspunkt der Installation sind 13.000 Nägel, die aus Baracken der Zwangsarbeiter*innen in Berlin-Tempelhof stammen und bei einer archäologischen Grabung gefunden wurden. Sie stehen metaphorisch für die Anonymität der ausgebeuteten Menschen, deren Namen und Geschichten wir nicht kennen, die aber in allen deutschen Städten in der Zeit des Nationalsozialismus eingesetzt wurden. Auch in Würzburg wurden circa 9.000 Zwangsarbeiter*innen in Lagern inhaftiert und ausgebeutet.

Im Altarraum von Stift Haug entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Kirchenraum, der Leiden, Opfer, Schuld und Verantwortung in eine lebendige Erinnerung ruft. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf den Nägeln zu bewegen.

Abb. 1–3: Sonya Schönberger, Nägel, 2026, Fotos: Team DG

Susanne Wagner
Schmerzpunkt
Kunstinstallation in Würzburg
104. Katholikentag Würzburg

Mit einer Vernissage am Kiliansdom ist am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags die Kunstintervention Schmerzpunkt der Künstlerin Susanne Wagner eröffnet worden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags ausgewählt. Zahlreiche Besucher*innen und Vertreter*innen des lokalen Betroffenenbeirats, des ZdK sowie des Bistums nahmen an der Eröffnung teil. Die Künstlerin setzt sich in ihrem Werk mit sexualisierter Gewalt und dem Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche auseinander. Die Intervention versteht sich als eindrückliche Unterbrechung im Dienst einer aktiven Erinnerungskultur.

Die Installation arbeitet mit einem einfachen, eindrücklichen Bild: Ein roter Punkt markiert Schmerz. Er bleibt bewusst im Unbestimmten. So entsteht eine symbolische Verdichtung, die Raum für individuelle Erfahrungen lässt und zugleich die Kirche als Institution in die Verantwortung nimmt. Dort, wo zuvor ein Umhängekreuz angebracht war, bleibt eine Leerstelle zurück. Auf diese Weise wird sichtbar, was oft unsichtbar bleibt oder unsichtbar gemacht wird.

Schmerzpunkt versteht sich nicht als abgeschlossenes Kunstwerk, sondern als offene Intervention. Während des Katholikentags werden Schmerzpunkte als Hinterglasobjekte an Kirchen und Orten des Katholikentags in Würzburg sichtbar sein. Susanne Wagner: „Mir ist der dezentrale Charakter wichtig: Erinnerung und Verantwortung sind nicht an einen einzigen Ort gebunden. Zugleich wird die Verantwortung der Institution sichtbar.“

Das Konzept ist bewusst so angelegt, dass es weitergetragen werden kann – in Gemeinden, Einrichtungen mit dem jeweiligen konkreten Kontext. Für die Weiternutzung der Objekte nach dem Katholikentag haben sich bereits verschiedene Verbände und Gemeinden deutschlandweit gemeldet. „Meine Hoffnung ist, dass diese Intervention nicht elegant integriert wird in das große Narrativ vom Weg nach vorn. Denn der Schmerzpunkt bleibt. Vielleicht beginnt Trost genau dort: im Nicht-Wegsehen“, so Kai Christian Moritz, Mitglied des Arbeitskreises Kultur des 104. Deutschen Katholikentags und Betroffener.

Die Vernissage wurde einfühlsam von der Cellistin Milena Milatinova Ivanova musikalisch umrahmt.

Abb. 1 ‑3: Schmerzpunkte, Susanne Wagner, 2026, Fotos: Team DG